Opel Ampera: Elektroauto im Technik-Check Stromstärke

23.09.2015

Ab 2011 bietet Opel mit dem Ampera ein voll alltagstaugliches Elektroauto in Serie an. Wir konnten die kraftvolle und saubere Antriebstechnik bereits ausprobieren

Ruhig ist es auf dem Opel-Testgelände in Dudenhofen. Zumindest zeitweise, wenn das derzeit wohl ehrgeizigste Projekt der Rüsselsheimer seine Runden dreht. Die Antriebstechnik des 2011 debütierenden Elektroautos Opel Ampera hat man hier in einen Chevrolet Cruze verfrachtet, um damit Praxiserfahrungen zu sammeln.

Und wir durften den kostbaren Prototypen sogar selbst bewegen, was sich so lautlos wie simpel gestaltet: mit dem Startknopf das System aktivieren, Automatikwählhebel auf Postion „D“, und schon reagiert der Ampera-Versuchsträger spontan auf die kleinste Gaspedalbewegung. Kein Wunder, denn der 111 kW/150-PS-Elektromotor an der Vorderachse stellt sein maximales Drehmoment von 370 Newtonmetern praktisch aus dem Stand zur Verfügung.

Leise summend nimmt der Cruze-Ampera-Verschnitt hurtig Fahrt auf, beschleunigt fast linear auf über Tempo 100. Zur Schonung des Elektrohaushalts ist der Ampera schließlich bei 161 km/h abgeregelt. Schnell wird klar: Komfortabler als per E-Motor kann man ein Öko-Auto kaum antreiben.

Der Haken an der Sache: Der Ampera schnurrt im Elektrobetrieb gerade mal 60 Kilometer weit. Das hört sich wenig an, doch „für die meisten Touren reicht das, denn der Durchschnittsfahrer legt pro Tag nicht mehr als 50 Kilometer zurück“, bemerkt Gherardo Corsini, Leiter des Ampera-Projekts. Zwar hätte man den Ampera auch für größere Elektro-Reichweiten auslegen können, das hätte jedoch sowohl die Kosten als auch das Fahrzeuggewicht unvertretbar in die Höhe getrieben.

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Doch selbst wenn die Ladung des Lithium-Ionen-Akkus zur Neige geht, muss der Ampera-Fahrer nicht hausieren gehen, um nach Strom aus einer 230-Volt-Steckdose zu betteln. Denn jetzt springt der so genannte Range-Extender ein: Der 1,4-Liter-Vierzylinder-Benziner läuft dann stationär, das heißt mit konstanter Drehzahl, und treibt einen Generator an, der Elektromotor, Akku und natürlich auch sämtliche elektrifizierte Nebenaggregate mit Strom versorgt.

So kommt der Ampera auf eine Gesamtreichweite von über 500 km. Dazu trägt auch die Bremsenergie-Rückgewinnung bei, die praktisch durch Umpolen des Elektromotors erreicht wird. Das Funktionsprinzip des Ampera klingt einfach, ist in der technischen Ausführung jedoch Neuland und im Detail verzwickt, denn der Opel Ampera muss unter allen Temperatur-und Belastungs-Bedingungen so problemlos wie jedes andere Auto funktionieren.

KLIMATISIERTE E-TECHNIK
So verlangt zum Beispiel der 180 Kilogramm schwere Lithium-Ionen-Akku (16 kWh, 360 bis 400 Volt) nach einem ausgeklügelten Thermomanagement, damit es ihm unter hoher Belastung nicht zu warm wird oder er bei Minusgeraden seinen Betrieb nicht einstellt. Zudem muss das als tragendes Element ins Fahrzeug integrierte Bauteil vor Crasheinwirkungen geschützt werden, obschon die 200 bis 220 Akku-Zellen mit einer stabileren, sozusagen weniger explosiven Elektro-Chemie arbeiten als beispielsweise Notebook- oder Telefon-Akkus.

Im Mix aus überwiegendem Elektro-und geringerem Range-Extender-Betrieb soll der Ampera weniger als 40 Gramm CO2 pro km ausstoßen, was in etwa einem Verbrauch von 1,7 l/100 km entspricht. Einbußen im Alltag muss der Ampera-Kunde nicht hinnehmen, denn das hochwertig ausgestattete, gut 4,40 Meter lange und knapp 1,80 Meter breite Auto verfügt über vier Sitzplätze und einen 301 Liter großen Kofferraum. Die innovative Technik hat natürlich ihren Preis. Unter 40.000 Euro wird der Opel Ampera nicht zu haben sein.
Jürgen Voigt

AUTO ZEITUNG

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