Offener Schlagabtausch - BMW Z4 2.2i und Mercedes SLK 200 Offener Schlagabtausch

30.11.2006
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Als SLK 350 konnte der Mercedes mit seinem neu entwickelten V6-Zylinder den BMW Z4 3.0i im Test jüngst in die Schranken weisen. Doch wie sieht es bei den Einstiegsmodellen aus? Der BMW Z4 2.2i fordert Revanche vom Mercedes SLK 200.

Roadster liegen in Deutschland nach wie vor im Trend. Und nach dem Verkaufserfolg des ersten Stuttgarter Klappdach-SLK präsentiert sich auch die neue Generation schon wieder als Marktführer im Cabrio-Segment. Da kann der BMW Z4 nicht ganz mithalten: Er liegt nur an dritter Stelle der Zulassungsstatistik mit ungefähr der Hälfte an verkauften Fahrzeugen. Dennoch: Wenn diese beiden Erzrivalen aufeinander treffen, ist die Entscheidung immer eine knappe Sache. Welche Einstiegsversion die bessere ist, ob der BMW Z4 2.2i oder der Mercedes SLK 200 Kompressor, zeigt der Vergleich.

 

Karosserie

Obwohl der SLK, wenn auch nur geringfügig, die kleineren Abmessungen aufweist, wartet er mit dem besseren Raumangebot auf. Die Passagiere können sich über mehr Platz für Beine und Arme freuen und zudem auch noch mehr Gepäck mit auf die Urlaubsreise nehmen zumindest bei geschlossenem Dach; in geöffnetem Zustand geht rund ein Drittel des Platzes verloren. Bedingt durch die lange Motorhaube und das Stoffverdeck mit den kleineren Fensterflächen erweist sich der Z4 als wesentlich unübersichtlicher als sein Stuttgarter Gegenspieler. Beide zeichnet eine sehr gute Verwindungssteifigkeit aus, die auch Rückschlüsse auf die gute Verarbeitung zulässt. Dank der höherwertigen Anmutung des Kunststoffs sammelt der SLK aber auch hier einige Pluspunkte. Lediglich in Sachen Sicherheitsausstattung für den Mercedes gibt es auch gegen Aufpreis keine Isofix-Kindersitzbefestigung heimst der BMW einen kleinen Vorteil ein.

KarosserieMax. PunkteMercedes SLK 200 KompressorBMW Z4 2.2i
Raumangebot vorn1006967
Raumangebot hinten100
Übersichtlichkeit704841
Bedienung/ Funktion1008077
Kofferraumvolumen1003528
Variabilität1005
Zuladung/ Anhängelast80104
Sicherheit1506870
Qualität/ Verarbeitung200174172
Kapitelbewertung1000489459

 

Fahrkomfort

Auf schlechten Wegstrecken fühlen sich beide Roadster nicht wohl. Der mit optionaler 225/45er-Bereifung im 17-Zoll-Format ausgestattete Bayer meldet Unebenheiten der Fahrbahnoberfläche gnadenlos an die Insassen weiter: egal ob kurze oder lange Bodenwellen. Dies kann der ebenfalls mit aufpreispflichtiger Mischbereifung ausgestattete Mercedes erheblich besser. Besonders gröbere Fehler der Straßendecke bereiten ihm weniger Mühe. Die gut konturierten Sitze garantieren zudem ein wesentlich entspannteres Reisen, das zudem von einer geringeren Geräuschkulisse dem Blechdach sei Dank unterstützt wird. Besser positionierte und nicht so verspielte Schalter erleichtern dem Z4-Piloten die Arbeit am Volant. Der SLK-Fahrer kann sich dafür, wenn auch gegen Aufpreis, den Nacken mit angenehm temperierter Luft befächern lassen: Der so genannte Airscarf (458 Euro) verströmt Warmluft aus Luftdüsen in den Kopfstützen.

FahrkomfortMax. PunkteMercedes SLK 200 KompressorBMW Z4 2.2i
Sitzkomfort vorn150174172
Sitzkomfort hinten100
Ergonomie150112125
Innengeräusche503024
Geräuscheindruck1008070
Klimatisierung502521
Federung leer200128103
Federung beladen200128103
Kapitelbewertung1000677618

 

Motor und Getriebe

Während die BMW-Techniker auch beim Einstiegsmodell auf sechs Zylinder setzen, vertrauen die Mercedes-Verantwortlichen auf einen Vierzylinder mit Kompressor. Die reinen Leistungsdaten beider unterscheiden sich nicht wesentlich voneinander. 170 PS aus 2,2 Liter Hubraum verhelfen dem Z4 zu einer Beschleunigung von null auf 100 km/h in 8,1 Sekunden, während der SLK in dieser Disziplin 8,4 Sekunden verstreichen lässt. Er muss dabei mit 163 PS aus 1,8 Liter Hubraum auskommen. Diese Leistung erzielt er dafür schon früher bei 6000 Umdrehungen der Kurbelwelle. Beim Drehmoment sprechen die nackten Zahlen für den SLK. Sein maximales Drehmoment von 240 Newtonmetern liegt bei 3000, das des BMW mit 210 Newtonmeter erst bei 3500 Umdrehungen an. Das Durchzugsvermögen im hohen Gang fällt beim Schwaben somit besser aus als beim Bayern. Auch in Sachen Höchstgeschwindigkeit reckt der SLK mit 230 km/h die schnittige Nase um fünf km/h schneller in den Wind. Doch bei Roadstern dieser Güte stehen nicht nur die Fahrleistungen im Vordergrund, der Genuss des Offenfahrens spielt eine ebenso wichtige Rolle. Wenn dieser dann mit akzeptablen Verbräuchen erzielt wird, ist das Fahrvergnügen umso größer. Der BMW benötigt 10,8 Liter je 100 Kilometer, allerdings teures Super Plus. Der Mercedes genehmigt sich 10,4 Liter Super.

Motor und GetriebeMax. PunkteMercedes SLK 200 KompressorBMW Z4 2.2i
Beschleunigung150151154
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit15010095
Getriebeabstufung1008481
Kraftentfaltung503631
Laufkultur1007785
Verbrauch325136132
Reichweite252415
Kapitelbewertung1000608593

 

Fahrdynamik

ESP oder DSC, wie es bei BMW genannt wird gehört in dieser Klasse zum Standard und sorgt dafür, dass keine übermäßigen Reaktionen der Fahrzeuge bei Fahrfehlern zu befürchten sind. Obwohl Lenkung und Fahrwerk des SLK jetzt wesentlich direkter und agiler ausgelegt sind als beim Vorgängermodell, kann der Stuttgarter mit dem Z4 nicht ganz mithalten. Dieser überzeugt mit noch präziserem Einlenken und einer Leichtfüßigkeit, die ihresgleichen sucht. Wer den Motor bei Laune, sprich auf Drehzahl hält, erlebt Fahrspaß erster Güte. Unterstützt wird dieses Vergnügen durch gut dosierbare und fest zupackende Bremsen. Das DSC setzt erst recht spät ein, regelt unerwünschte Aktivitäten des Gefährts dafür rigoros ein. Hier hat Mercedes beim SLK eine bessere Abstimmung gefunden. Das nicht komplett abschaltbare ESP nimmt seine Arbeit zwar früher auf als das des bayerischen Kontrahenten, regelt dafür aber wesentlich feinfühliger. Ein komplettes Ausbrechen des Hecks ist nahezu unmöglich und nur mit Gewalt zu provozieren. Dafür lassen sich die Bremsen nicht so feinfühlig dosieren, und auch die Wirkung der Bremsanlage überzeugt nicht so sehr wie die des Z4.Das Zusammenspiel all dieser Komponenten erlaubt dem Z4-Piloten ein höheres Tempo, was sich in den Rundenzeiten auf dem Handlingkurs mit einem Vorsprung von fast zwei Sekunden auch deutlich niederschlägt. Um den Slalom-Parcours wedelt der Bayer sogar fast vier km/h schneller.

FahrdynamikMax. PunkteMercedes SLK 200 KompressorBMW Z4 2.2i
Handling150110116
Slalom1004766
Lenkung1008286
Geradeauslauf504336
Bremsdosierung301618
Bremsweg kalt15096124
Bremsweg warm150111118
Traktion1001921
Fahrsicherheit150125123
Wendekreis203840
Kapitelbewertung1000687748

 

Umwelt und Kosten

Bei den Einstiegsmodellen spielen auch in dieser Klasse ein günstiger Anschaffungspreis und ein guter Wiederverkaufswert eine wichtige Rolle. Hier hat der Münchener beide Male die Nase vorn. Zudem empfiehlt er sich mit geringeren Wartungskosten und einer niedrigeren Versicherungseinstufung. Bessere Abgaswerte und ein geringerer Verbrauch bringen dem SLK wichtige Punkte im Kampf um den Gesamtsieg. Der Schlussspurt des BMW Z4 in den letzten beiden Kapiteln kommt jedoch zu spät und kann am Gesamtsieg des Mercedes SLK nichts mehr ändern.

Kosten/UmweltMax. PunkteMercedes SLK 200 KompressorBMW Z4 2.2i
Bewerteter Preis675333343
Wertverlust506267
Ausstattung254346
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung501714
Werkstattkosten204044
Steuer104443
Versicherung403541
Kraftstoff553331
Emissionswerte258278
Kapitelbewertung1000689707

 

Fazit

Der Einstieg in die deutsche Premium-Liga der Roadster fällt mit rund 30 000 Euro zwar nicht gerade preiswert aus, doch was dafür geboten wird, sucht seinesgleichen auf der Welt. Wie erwartet war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das der SLK nur knapp für sich entschied. Sein Gesamtkonzept mit festem Dach ist stimmiger, was sich besonders im Komfort niederschlägt. Der BMW Z4 überzeugt mit Agilität und günstigem Preis, aber diese Vorteile wiegen die des SLK nicht auf.

Gesamtbewertung

Max. PunkteMercedes SLK 200 KompressorBMW Z4 2.2i
Summe500031503125
Platzierung12

Tags:

Wirkaufendeinauto

Auto bewerten & verkaufen!

Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.