Offene Sportwagen im Vergleich: Jaguar F-Type S vs. Porsche 911 Carrera Zurück in die Zukunft

17.05.2013
Inhalt
  1. ÜBerZeugenDer LeiCHTBau
  2. Fahrmodi prägen intensität
  3. F-Type definiert neue Klasse

Offene Sportler im Vergleich: Der Jaguar F-Type soll nicht einfach nur ein betörend schöner, fetziger Roadster sein, sondern der Marke auch im Kreis reinrassiger Sportwagen wieder zu alter Strahlkraft verhelfen. Vergleich mit dem Porsche 911

Spätestens seit dem Debüt des XF in 2007 zeigt sich das Design aller Jaguar-Modelle dramatisch modernisiert. Auch der komplett neu konstruierte, zweisitzige F-Type begeistert mit knappen, aber äußerst wohlproportionierten Formen und Linien. Doch der Roadster will nicht bloß mit seinem sexy Look und Coolness locken, sondern soll Jaguar wieder ins Epizentrum der Sportwagenwelt zurückbringen. Dorthin, wo XK 120 und E-Type einst den Ton angaben – und wo seit nunmehr 50 Jahren der Porsche 911 das Maß aller Dinge definiert.

Das technische Fundament aller ernsthaften Sportwagen-Ambitionen bildet eine extrem torsionssteife und zugleich leichte Alu-Karosserie: Kein Knistern, kein Klappern und schon gar keine Verwindungen im Aufbau – selbst auf den löchrigen Bergsträßchen rund um Pamplona brilliert der Jaguar.

 

ÜBerZeugenDer LeiCHTBau

Doch auch der Porsche erweist sich als grundsolide und spart beim Leergewicht sogar weitere 144 Kilo gegenüber dem F-Type ein. Damit legt er den Grundstein für fulminante Fahrleistungen, obwohl der 3,4-Liter-Boxer Drehzahlen braucht, sonst geht nicht viel: Richtig munter wird er erst ab 4000 Umdrehungen, und zur Topform fi ndet er sogar erst oberhalb von 5500 Touren. Aber wenn’s drauf ankommt, katapultiert er das Carrera Cabrio in Verbindung mit dem SportChronoPlus-Paket sowie dem Doppelkupplungsgetriebe in 4,6 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h.

Der Jaguar benötigt trotz 30 PS Leistungsvorteil drei Zehntel mehr. Auch bei der Höchstgeschwindigkeit hat der Brite das Nachsehen, weil er bei 275 km/h abgeregelt wird, während der Porsche bis zu seinem natürlichen Limit von 284 km/h ungehindert laufen darf. Dafür entfaltet der Kompressor-V6 unter der vorderen Jaguar-Haube seine Kraft nicht nur kultivierter, sondern vor allen Dingen auch viel gleichmäßiger. Schon bei niedrigen Drehzahlen tritt er kräftig an und legt über das gesamte Drehzahlspektrum kontinuierlich an Leistung zu. Er dreht zwar nicht ganz so entfesselt hoch wie der Porsche-Boxer, doch dafür liefert er entschieden mehr Punch (plus 70 Nm) und hängt trotz Aufladung unmittelbar am Gas.

Der erfrischend hell und ausgesprochen kraftvoll trompetende Sound des V6 S bei geöffneten Auspuffklappen unterstreicht sein Temperament dabei nachhaltig und erregt mindestens genauso viel Aufmerksamkeit wie das elegantreduzierte Design des Briten mit den versenkten Türgriffen. Die Tonlage des Carrera-Motors ist nicht minder reizvoll, klingt aber im direkten Vergleich doch sehr vertraut und wirkt regelrecht zurückhaltend. Selbst auf langen Etappen fällt der sägende Boxer nur selten lästig.

 

Fahrmodi prägen intensität

Im Jaguar indes drängt sich der aggressiv bellende Klang bei hoher Last auf Dauer doch ein wenig zu sehr in den Vordergrund. Aber das macht nichts, denn der Sportauspuff lässt sich per Tastendruck beruhigen. Zudem kann der Fahrer im Set-up-Menü des Touchscreen-Displays per Fingertipp Motor, Lenkung, Dämpfer und Getriebe gezielt beeinflussen – oder mit dem kupferorange abgesetzten Schalter neben dem Wählhebel-Joystick alles pauschal auf Dynamik trimmen.

Die serienmäßige achtstufige ZF-Automatik erledigt ihren Job – unabhängig vom gewählten Modus – selbst für Sportwagen-Verhältnisse sehr überzeugend. Lediglich bei forcierter Fahrt wechselt das Getriebe etwas ruckelnd von Stufe zu Stufe, während es bei moderaten Beschleunigungen weniger spontan zurückschalten dürfte, damit der V6 S sein fülliges Drehmoment besser zur Geltung bringen könnte. Das optional angebotene Doppelkupplungsgetriebe im Porsche setzt aber noch einen drauf und reagiert zackiger auf Schaltimpulse. Zudem agiert das siebenstufige PDK bei ruhiger Fahrweise etwas sanftmütiger. Auch seine Schaltstrategie lässt sich per Tastendruck variieren.

Gleiches gilt für die Fahrwerke: Sowohl der Porsche (ab 1666 Euro) als auch der Jaguar (Serie) setzen auf adaptive Dämpfer, die atemberaubende Querbeschleunigungen zulassen. Die Vorzüge des Porsche sind dessen sensationelle Traktion sowie die extrem gefühlvolle elektromechanische Servolenkung. Der F-Type baut dank gleichmäßiger Gewichtsverteilung und serienmäßigem Sperrdifferenzial ebenfalls sehr viel Grip auf und lässt sich zudem punktgenau mit dem Gaspedal durch Kurven zirkeln. Seine hydraulisch unterstützte Servolenkung operiert sehr exakt und direkt, büßt aber gegenüber der des 911 an Feedback ein. Dafür surft der F-Type mit seinem guten Federungskomfort besser über Landstraßen.

 

F-Type definiert neue Klasse

Unterm Strich erreicht der Jaguar also nicht ganz das dynamische Niveau des Porsche, doch zugegebenermaßen hinkt der Vergleich auch ein bisschen, denn der 911 kostet rund 25.000 Euro mehr. Für so viel Geld gäbe es den Lana Del Rey besingt den neuen F-Type auch mit 495-V8-PS (99.900 Euro) mit noch besserer Ausstattung. Andererseits offeriert Porsche für Roadster-Fans auch den zweisitzigen Boxster, der jedoch „nur“ mit maximal 315 PS (60.191 Euro) aufwartet, während der Jaguar mindestens 340 PS (V6, 73.400 Euro) hat. Und so platziert sich der Stoffdach-Brite exakt zwischen den Sortimenten der Wettbewerber und schafft eine neue Klasse im Sportwagen- Segment. Das dürfte spannend werden – nicht nur für Porsche.

FAZIT:

Mit dem neuen F-Type bereichert Jaguar die Sportwagenwelt um einen knackigen, frischen Roadster. Er fährt spürbar dynamischer als der große XK, ist aber dennoch etwas milder und um Längen preiswerter als ein Porsche 911.

TECHNIK
   

JAGUAR F-TYPE S
PORSCHE 911 CARRERA CABRIO
Motor V6-Zylinder, 4-Ventiler,
Kompressor, Direkteinspritzung
6-Zylinder-Boxer, 4-Ventiler, Direkteinspritzung,
Trockensumpf
Hubraum 2995 cm³ 3436 cm³
Leistung 280 kW / 380 PS bei 6500 /min 257 kW / 350 PS bei 7400 /min
Max. Drehmoment 460 Nm bei 3500 - 5000 /min 390 Nm bei 5600 /min
Getriebe 8-Stufen-Automatik 7-Gang, Doppelkupplung
Antrieb Hinterrad Hinterrad
L/B/H 4470 / 1984 / 1308 mm 4491 / 1808 / 1290 mm
Radstand 2622 mm 2450 mm
Leergewicht 1614 kg 1470 kg
Kofferraumvolumen 196 l 135 l
MESSWERTE
   
0 - 100 km/h¹ 4,9 s 4,6 s²
Höchstgeschwindigkeit¹ 275 km/h 284 km/h²
EU-Verbrauch¹ 9,1 l S/100 km 8,4 l SP/100 km²
CO2-Ausstoß¹
213 g/km 198 g/km²
KOSTEN    
Grundpreis 84.900 Euro 108.684 Euro
¹ Werksangaben
² inkl. SportChronoPlus-Paket

Martin Urbanke

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