Offen: Audi R8 und Ferrari 470 Manche mögen es heiß

31.01.2008

Mehr als die Hälfte aller verkauften Sportwagen sind Roadster. Wir zeigen exklusiv zwei neue Offene von Audi und Ferrari

Die Sonne schien ihm aufs Gehirn, da nahm er einen Sonnenschirm, heißt es schon im Struwwelpeter. Doch obwohl jeder halbwegs vernünftige Mensch im Sommer ein schattiges Plätzchen bevorzugt, nimmt die Zahl der Cabrios und Roadster ständig zu.

Besonders die Sportwagen-Klientel, die Autos mit viel Leistung und extremen Fahrleistungen liebt, lechzt nach dem Platz an der Sonne.

Beweise gefällig? Beim Ferrari 430 sind es weltweit über 60 Prozent der Kunden, die auf die Spider-Version zurückgreifen, beim Porsche 911 ebenfalls. Beim Porsche Turbo S liegt der Cabrio-Anteil sogar noch höher. Lamborghini hat sowohl vom Gallardo wie vom Murcielago einen Spider oder Roadster im Programm, und den Mercedes SL gibt es dank seines Klappdachs sogar nur als Roadster. Kein Wunder, dass Nachkömmlinge im Sportwagen-Segment auf die gleiche Philosophie einschwenken.

Zum Beispiel Audi mit dem R8. Auf der Frankfurter IAA 2009 soll eine erste Version des R8 Roadsters zu bewundern sein, die technisch mit dem seit Anfang 2007 gebauten geschlossenen R8 nahezu identisch ist. Das heißt: Mittelmotor-Prinzip mit längs eingebautem V8-Motor, permanenter Allradantrieb, Aluminium-Karosserie mit Spaceframe-Unterbau, vorn und hinten Doppel-Querlenkerachsen sowie auf Wunsch Stoßdämpfer mit Magnetic ride-Technik (automatische Anpassung der Dämpfer an Fahrbahnoberfläche und Querbeschleunigung). Die Scheibenbremse wird gegen Aufpreis in Keramikausführung geliefert.

Der V8-Hochdrehzahlmotor leistet auch hier 420 PS bei 7800 Umdrehungen. Der Roadster dürfte mit einer Spitze von 300 km/h nur wenig langsamer als das Coupé sein. Seine Stoffmütze wird deshalb ein vollwertiges, hochgeschwindigkeitsfestes Dach sein. Gebaut wird der Roadster übrigens im Audi-Werk Neckarsulm, wo es die Spezialisten für die Produktion von Alu-Karosserien gibt.

Rein äußerlich zeigt sich der offene R8 im Vergleich zum geschlossenen Sportler in vielen Details eigenständig. Das beginnt bei der Form der Scheinwerfer und der Außenspiegel, geht weiter über die neu modulierte seitliche Karosseriesicke, die im Lufteinlass endet, und findet seinen Abschluss im völlig neuen Heck mit der eigenständigen Motorhaube und zwei Hutzen, die hinter den Kopfstützen beginnen. Die Abdeckung des Lufteinlasses kann - wie beim Coupé, wo sie wie ein Überrollbügel bis ins Dach ragt - kontrastierend in Carbon-Optik oder in Wagenfarbe geordert werden.

So soll der neue Ferrari 470 Spider aussehen, der zur Zeit noch seine Testrunden dreht
Während Audi den klassischen Roadster-Weg beschreitet, setzt Ferrari beim neuen 470 Spider - noch wird über den Namen diskutiert - auf eine moderne Klappdachlösung. Im Klartext: Der 470 Spider ist geschlossen ein 470 Coupé. Hintergrund für die neue Mode aus Maranello ist eine Doppelstrategie: Man setzt künftig auf einen sehr sportlichen Stil mit der 430er Serie als Basis und auf eine trendige Lifestyle-Linie, für die der 470 Spider das schicke Aushängeschild werden soll.

Das neue Modell, dessen erster großer Auftritt nach Insider-Informationen auf dem Pariser Salon im Oktober 2008 stattfinden soll, wird deshalb ein klassischer Reise-Roadster werden. Mit 4,60 Meter Länge, 1,89 Meter Breite und 1,30 Meter Höhe übertrifft er in den Abmessungen den Porsche 911 und den Mercedes SL.

Der 470 Spider setzt auf Frontmotor und Hinterradantrieb, er basiert auf einer im Radstand verkürzten Maserati-Entwicklung (2,74 statt 2,94 Meter), die als Parallelmodell zum GranTurismo, dem neuen 2+2-sitzigen Sportwagen, geplant war. Das Projekt wurde gestoppt.
Nun nutzt Ferrari das Potenzial des zweisitzigen Klappdach-Spiders, und kleidet das Modell selbst ein. Das Fahrwerk mit Doppelquerlenkern vorn und hinten, adaptiven Stoßdämpfern sowie der speziellen Motor- und Getriebeanordnung (Transaxle, Getriebe an der Hinterachse) entspricht jedoch dem des Maserati.

Im Ferrari 470 Spider wird eine 4,7-Liter-Version des Konzern-V8 installiert, die es künftig auch im Maserati Quattroporte und in einer GTS-Version des Maserati GranTurismo geben soll. Derzeit freuen sich schon die 500 Kunden des technisch auch verwandten Alfa 8C Competizone über den 450-PS-Motor. Denkbar ist, dass im Ferrari noch einige PS mehr traben.

Der 470 Spider, der übrigens nicht Dino heißen soll, wird vom Preis zwischen dem Maserati GranTurismo (112.280 Euro) und dem Ferrari F 430 (154.000 Euro) angesiedelt. Die geplante Stückzahl von 4000 Autos pro Jahr soll ab Frühjahr 2009 auf Band gelegt werden. Fest steht: Audi R8 Roadster und der Ferrari 470 Spider werden für heiße Sommer sorgen.
Werner Müller

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