Vier Oberklasse-Limousinen im Vergleich BMW 520i | Mercedes E 200 BlueEFFICIENCY | Skoda Superb 2.0 TSI | VW Passat 2.0 TSI

25.09.2012
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

In der Oberklasse muss es nicht immer ein Diesel sein – schnell und komfortabel sind die Limousinen von BMW und Mercedes auch mit Benzinmotor. Können Skoda und VW dabei schon mithalten? Der Vergleichstest

Spätestens seit dem Siegeszug des TDI ist der Turbolader aus dem Dieselmotor nicht mehr wegzudenken. Mittlerweile gehört er auch bei den Benzinern zum guten Ton – und soll hier ebenso mehr Leistung bei weniger Hubraum und Verbrauch garantieren. So könnte vor allem bei den großen Limousinen der vom Aussterben bedrohte Vierzylinder-Benziner einen zweiten Frühling erleben. Denn wer sich in der Zweiliter-Klasse heute gegen den Diesel entscheidet, bekommt dafür ein ähnlich hohes Drehmoment und Leistungen um 200 PS geboten. Soweit herrscht Einigkeit zwischen BMW, Mercedes, Skoda und VW. Doch sind die beiden Limousinen aus dem VW-Konzern in der Lage, ihren süddeutschen Premium-Rivalen Paroli zu bieten?

 

Karosserie

Bei Karosserielängen von gut 4,80 Metern brauchen sich selbst ausgewachsene Mitfahrer nicht vor langen Reisen zu fürchten. Platz gibt es hier wie dort in beiden Sitzreihen reichlich, wobei der Superb mit seiner schon fast legendären Beinfreiheit hinten fast verschwenderisch wirkt. Dafür muss man im Tschechen – wie im VW – auf der Rückbank am ehesten den Kopf einziehen. BMW 5er und Mercedes E-Klasse bieten da etwas mehr Freiraum nach oben.

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Der Skoda Superb glänzt als einzige Limousine im Test mit seinen ausgeprägten Fließheck-Eigenschaften. Das große Hinterteil lässt sich so nicht nur in einen 1670 Liter großen Frachtraum umwandeln, sondern auch durch eine pfiffig konstruierte, zweiteilige Heckklappe beladen.

Über die 520 (BMW) bis 565 Liter (Passat) großen Kofferräume kann man sich aber auch bei den anderen nicht beschweren. Der VW Passat glänzt dabei mit der größten Zuladung. Mehr als eine halbe Tonne verträgt er problemlos, kann dafür mit 1600 Kilogramm aber nicht ganz so viel Schlepplast an den Haken nehmen wie die süddeutsche Konkurrenz (2000 kg). Die gefällt auch mit umfangreicherer Sicherheitsausstattung, wobei vor allem Mercedes für die E-Klasse alle erdenklichen Assistenten bereit hält. Punktabzug beim 5er: Nur bei ihm gibt es keine Seitenairbags für die hinteren Passagiere.

Die beiden teuren Premiumvertreter haben erwartungsgemäß auch bei Materialqualität und Verarbeitung die Nase vorn. Ohne den direkten Vergleich versprühen aber auch der VW Passat und der Skoda Superb in edler Vollausstattung Laurin & Klement (benannt nach den Firmengründern) bereits Oberklasse-Feeling.

KarosserieMax. PunkteBMW 520iMercedes E 200 BlueEFFICIENCYVW Passat 2.0 TSISkoda Superb 2.0 TSI
Raumangebot vorn10085858282
Raumangebot hinten10085848390
Übersichtlichkeit7035373635
Bedienung/ Funktion10083818585
Kofferraumvolumen10043464860
Variabilität10013132530
Zuladung/ Anhängelast8037364036
Sicherheit15010912410492
Qualität/ Verarbeitung200188186180176
Kapitelbewertung1000678692683686

 

Fahrkomfort

Das ist auch auf den mit feinem Leder bezogenen Sitzen zu spüren. Ohne Ermüdungserscheinungen lassen sich selbst lange Strecken bequem aushalten. Das können nur die Komfortvarianten von Mercedes und BMW noch besser. Vielfach einstellbar wird hier jeder seine Wohlfühlposition finden. Die Multikontur-Sitze im E 200 (1523 Euro) sind dabei straffer bezogen als die flauschigeren, etwas größer dimensionierten 5er-Sessel (2260 Euro).

Auch bei der Fahrwerksabstimmung gibt der BMW den Komfortmeister. Mit adaptiven Dämpfern (Dynamische Dämpfer Control: 1300 Euro) bestückt, lassen sich verschiedene Einstellungen abrufen – die komfortabelste schluckt selbst harte Gullideckelkanten oder Schienen so butterweich weg, dass man sich an eine Luftfederung erinnert fühlt. Allerdings könnten sich sensible Mägen am sanften Nachschwingen stören. Bei voller Beladung zeigt dies obendrein hin und wieder die physischen Grenzen der Federung auf.

Nicht ganz so entkoppelt, aber immer noch sehr komfortabel rollen Mercedes und VW daher, die mit schwerer Beladung besser umgehen können. Beachtlich: Die Wolfsburger rüsten den VW Passat 2.0 TSI serienmäßig mit adaptiven Dämpfern (DCC) aus. So darf der Fahrer per Knopfdruck zwischen sportlicher, normaler und komfortabler Federung wählen. Mit dieser Technik kann der Superb nicht dienen. Dennoch federt er klassisch und ausgewogen, aber nicht ganz so feinfühlig. Dass Wind- und Abrollgeräusche hier am lautesten in den Innenraum durchdringen, sei ihm verziehen.

FahrkomfortMax. PunkteBMW 520iMercedes E 200 BlueEFFICIENCYVW Passat 2.0 TSISkoda Superb 2.0 TSI
Sitzkomfort vorn150132128120118
Sitzkomfort hinten10085817476
Ergonomie150122120122120
Innengeräusche5041413636
Geräuscheindruck10082807674
Klimatisierung5043433533
Federung leer200154150150145
Federung beladen200148150150142
Kapitelbewertung1000807793763744

 

Motor und Getriebe

Regelrecht lautlos geht es dagegen im BMW zu. Das liegt neben der Geräuschdämmung vor allem an seinem hervorragend gekapselten Motor. Der Zweiliter-Vierzylinder wird im BMW 520i als Einstiegsaggregat angeboten, dies lässt er sich aber nicht anmerken. Dank Turbolader bringt es der Langhuber auf 184 PS und 270 Newtonmeter Drehmoment. Das reicht für Bestwerte beim Sprint auf 100 km/h (7,3 Sekunden) und eine Höchstgeschwindigkeit von 226 km/h. Dass selbst bei diesem Tempo Drehzahlen und Lautstärke niedrig bleiben, verdankt der Bayer der hervorragenden Automatik von ZF. Im extrem lang ausgelegten achten Gang rotiert die Kurbelwelle bei Tempo 200 gerade mit 3400 Touren. Zum Vergleich: Das kürzer übersetzte Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe im Skoda Superb muss bei gleicher Geschwindigkeit fast 5000 Umdrehungen verarbeiten. Im Passat ist die Sechsgang-Box länger ausgelegt. An der akustischen Präsenz des 2.0 TSI ändert das aber nichts. Dafür geht der Turbobenziner in Passat und Superb druckvoller zur Sache, vor allem bei niedrigen Drehzahlen. Nur die prinzipbedingten Traktionsnachteile der beiden Fronttriebler verhindern, dass sie hier die Sprintwertung gewinnen. Bei höheren Tempi ziehen sie 5er und E-Klasse davon.

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Letztere ist als 200 BlueEFFICIENCY ebenfalls die günstige Einstiegsvariante, mit hauseigener Siebenstufen-Automatik super komfortabel und unauffällig angetrieben. Das zeigt sich auch bei der Verbrauchsmessung. 8,7 Liter stehen im Alltag an, knapp zwei Liter weniger als bei VW und Superb, die ohne Start-Stopp-System angeboten werden. Besonders Lob verdient der BMW-Antrieb, der sich im Eco-Pro-Modus der Automatik mit nur 7,9 Litern zufrieden gibt.

Motor und GetriebeMax. PunkteBMW 520iMercedes E 200 BlueEFFICIENCYVW Passat 2.0 TSISkoda Superb 2.0 TSI
Beschleunigung150122119117122
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit15072778180
Getriebeabstufung10093898585
Kraftentfaltung5035323535
Laufkultur10065656262
Verbrauch325232216184180
Reichweite251712129
Kapitelbewertung1000636610576573

 

Fahrdynamik

Wer sich für einen der Turbobenziner entscheidet, will die rund 200 Pferde auch laufen sehen. Am eindrucksvollsten setzt sich auf dem Handlingparcours der TSI-Motor in Passat und Superb in Szene, er treibt ja auch die beiden Leichtgewichte im Vergleich an. Vor allem die Vorderräder des Tschechen scharren in engen Kurven lautstark um Traktion, im VW Passat helfen immerhin die serienmäßige elektronische Differenzialsperre und die bessere Lenkung. Dennoch zaubern beide hier Bestzeiten auf den Asphalt, die von den schwereren und schwächeren Süddeutschen nicht erreicht werden können. Sie umrunden die kurvige Strecke dafür unaufgeregter und ebenfalls narrensicher. Bei den Bremsmessungen leistet sich keiner der Probanden Schwächen.

FahrdynamikMax. PunkteBMW 520iMercedes E 200 BlueEFFICIENCYVW Passat 2.0 TSISkoda Superb 2.0 TSI
Handling15066657268
Slalom10070537768
Lenkung10080767470
Geradeauslauf5041424242
Bremsdosierung3021182018
Bremsweg kalt15089808489
Bremsweg warm15081908189
Traktion10044413935
Fahrsicherheit150128130128126
Wendekreis208111210
Kapitelbewertung1000628606629615

 

Umwelt und Kosten

Knapp 14.000 Euro trennen den Günstigsten des Testfelds (Skoda Superb) vom Teuersten (Mercedes E-Klasse). Das ist selbst unter den gehobenen Limousinen eine Menge Geld, zumal der Abstand mit jedem Kreuzchen in der Ausstattungsliste größer wird. Allerdings ist der E 200 für 43.346 Euro schon serienmäßig mit vielen Sicherheitsfeatures wie Presafe, Müdigkeitswarner oder aktiver Motorhaube ausgestattet, die es für den Skoda gar nicht gibt.

Kaum günstiger als der Benz ist das Angebot aus München, allerdings spart man im BMW 520i durch den effizientesten Antrieb Unterhaltskosten. Der VW Passat liegt mit mindestens 34.875 Euro genau zwischen den Wettbewerbern. Den Skoda wiederum gibt es für diesen Preis fast schon in der teuersten Edelausstattung Laurin & Klement, die nun wirklich kaum Wünsche offen lässt.

Kosten/UmweltMax. PunkteBMW 520iMercedes E 200 BlueEFFICIENCYVW Passat 2.0 TSISkoda Superb 2.0 TSI
Bewerteter Preis675137133164188
Wertverlust5015131619
Ausstattung2515152014
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung5020282828
Werkstattkosten2015131614
Steuer109988
Versicherung4033323433
Kraftstoff5538363130
Emissionswerte2590878285
Kapitelbewertung1000372366399419

 

Fazit

Passat und Superb – Rang drei und vier – bieten in Komfort und Dynamik bereits Oberklasse-Niveau. Dennoch kommen beide nicht ganz an Mercedes E-Klasse und 5er BMW heran. Das liegt in erster Linie daran, dass die VW-Turbo-Benziner nicht so sparsam arbeiten wie ihre Pendants im E 200 und im 520i. Während die E-Klasse wegen der umfangreichsten Sicherheitsausstattung das Karosseriekapitel dominiert, kann sich der BMW mit überlegenem Komfort und beeindruckenden 7,9 Liter Durchschnittsverbrauch den ersten Platz sichern. Allerdings lassen sich BMW und Mercedes ihre Vorzüge teuer bezahlen.

Gesamtbewertung

Max. PunkteBMW 520iMercedes E 200 BlueEFFICIENCYVW Passat 2.0 TSISkoda Superb 2.0 TSI
Summe50003121306730503037
Platzierung1234

Tags:
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