Oberklasse-Kombis

10.12.2008
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Der Neue steht schon in den Startlöchern. Mitte Januar wird die nächste Generation der Mercedes E-Klasse offiziell vorgestellt. Zunächst kommt die Limousine, etwas später dann auch das T-Modell. Die aktuelle Modellreihe darf daher als ausgereift gelten. Das  ist kein Makel, sondern eher eine Auszeichnung. Im Test tritt der Mercedes mit dem stärksten V6 an, einem 3,5 Liter großen Benzin-Direkteinspritzer mit 292 PS, kombiniert mit der Siebenstufen-Automatik. Preis: 56049 Euro

Von Audi kommt ein würdiger Gegner. Der A6 erfuhr gerade ein dezentes Facelift und demonstriert dies mit LED-Tagfahrlicht, größerem Multimediaangebot, verbessertem Komfort und neuen Motoren. Zu diesen gehört der per Kompressor aufgeladene 3,0-Liter-V6, ebenfalls mit Direkteinspritzung. Der 290 PS starke Allradler kostet mindestens 50150 Euro, setzt aber zusätzlich auf ein fahrdynamisch wertvolles S-Line-Paket, für das 3000 Euro fällig werden.

 

Karosserie

Es ist ein Kampf der Schwergewichte: Der Audi bringt 1917 Kilo auf die Waage, der Mercedes immerhin noch 1858 Kilo. Damit liegen beide deutlich über den Werksangaben. Die Folge: Die  erlaubte Zuladung schrumpft. Beim A6 bleiben rund 500 Kilo übrig, die E-Klasse darf knapp 60 Kilo mehr schultern. Dabei beweisen beide Hersteller viel Phantasie in der Gestaltung der Laderäume. Doppelte Ladeböden, die sich als Raumteiler in verschiedenen Positionen aufstellen lassen, besitzen beide Kombis. Das gilt auch für zusätzliche Schienensysteme im Ladeboden, die Verankerungsmöglichkeiten für Gurte oder Raumteiler aus Alu (Audi) bieten. Entsprechende Fix-Kits kosten 155 Euro (Audi) und 286 Euro (Mercedes).

Gegenüber dem fließend gestalteten Avant-Heck kann das eckigere Ende des T-Modells mit der signifikant niedrigeren Ladekante und der etwas größeren Stehhöhe unter der geöffneten Kofferraumklappe punkten. Bis zu 1950 Liter Ladevolumen oder auch optional eine dritte Sitzreihe (952 Euro) zeugen ebenfalls von der Kompetenz des Mercedes im Bereich des Laderaums. Audi hält mit maximal 1660 Liter Volumen dagegen. Einziger Pluspunkt: die größere Durchladelänge. Im Mercedes ergibt sich durch die asymmetrisch umklappbaren hinteren Sitzpolster zwar eine ebene Ladefläche, die aufrecht stehenden Polster reduzieren gleichzeitig aber auch die Durchladelänge.

Während im hinteren Karosserieteil der Mercedes das Sagen hat, meldet sich der Audi in den beiden vorderen Sitzreihen zu Wort. Die Basis des A6 ist breiter, dazu ergeben die stark ausgeformten Türschalen bessere Messwerte für die Innenbreite. Subjektiv fühlt sich der Mercedes-Innenraum allerdings luftiger an. Im Audi beeinträchtigen die seitlich eingezogenen Karosseriesäulen und die weit nach vorn in den Sichtbereich reichende Dachkante das Raumempfinden.

Vorbildlich sind bei den Kontrahenten der Qualitätseindruck und die Sicherheitsausstattung. Optionale, intelligente Bi-Xenon-Lichtsysteme bieten beide, nur der geliftete A6 ebenfalls gegen Aufpreis auch einen Spurhalte-Assistenten und den Toter-Winkel-Warner. Der Mercedes bringt serienmäßig die Presafe-Technik mit. Sie erkennt an verschiedenen Messdaten eine unmittelbar bevorstehende Unfallsituation und leitet Maßnahmen zum Schutz der Insassen ein.

KarosserieMax. PunkteAudi A6 Avant 3.0 TFSI quattroMercedes E 350 CGI T-Modell
Raumangebot vorn1008880
Raumangebot hinten1008980
Übersichtlichkeit704344
Bedienung/ Funktion1008679
Kofferraumvolumen1006078
Variabilität1003353
Zuladung/ Anhängelast804046
Sicherheit150104115
Qualität/ Verarbeitung200189184
Kapitelbewertung1000732759

 

Fahrkomfort

Das S-Line-Paket des Audi beinhaltet nicht nur zahlreiche Embleme, sondern auch sinnvolle Sportsitze mit hohen Lehnen, sehr gutem Seitenhalt und Lendenwirbelunterstützung – ein leichter Vorteil gegenüber dem breiten, aber unkonturierten Standard-Ledergestühl im Mercedes. In der zweiten Sitzreihe gibt es dagegen kaum Unterschiede.
Was in der E-Klasse wirklich fasziniert, ist der stets leise und unaufdringliche Geräuschpegel von Motor, Getriebe und Reifen. Im Audi dominieren dagegen der aggressive V6-Sound und vor allem die deutlichen Abrollgeräusche der breiten 18-Zöller. Auf schlechten Wegstrecken kommt ein leises Fahrwerkspoltern hinzu.

Die adaptive Luftfederung des A6 (1950 Euro) arbeitet in drei Modi, einstellbar über das MMI-Bedienfeld in der Mittelkonsole. An den beeindruckenden Federungskomfort der kombinierten Serienfederung (vorn Stahl-, hinten Luftfederung) der Mercedes E-Klasse reicht das System aber nur auf ebenen Straßen heran.

FahrkomfortMax. PunkteAudi A6 Avant 3.0 TFSI quattroMercedes E 350 CGI T-Modell
Sitzkomfort vorn150132130
Sitzkomfort hinten1008383
Ergonomie150110115
Innengeräusche503642
Geräuscheindruck1007382
Klimatisierung504546
Federung leer200150160
Federung beladen200153162
Kapitelbewertung1000782820

 

Motor und Getriebe

Audi und Mercedes vertrauen bei ihren großen Sechszylindern auf Direkteinspritzung. Während die Stuttgarter allerdings auf viel Hubraum setzen, nutzen die Ingolstädter eine mechanische Aufladung. Der neue 3.0 TFSI erzeugt seine 290 PS mittels eines Kompressors. So liegen die beiden Kombis leistungsmäßig auf Augenhöhe.

Wichtiger im Alltag ist jedoch das Drehmoment. Das steht beim Audi nicht nur 500 Touren früher bereit, sondern überragt mit 420 Newtonmetern die 365 Newtonmeter des E 350 CGI deutlich. Der kompressorgeladene Direkteinspritzer des A6 hängt spontaner am Gas, schiebt kraftvoller aus niedrigen Drehzahlen an und zeigt eine enorme Drehfreude. Der Mercedes-V6 ist alles andere als schwach, wehrt sich aber mit knurrigem Sound gegen hohe Drehzahlen.

Dennoch entscheidet die E-Klasse das Kapitel für sich. Ihr Sechszylinder verbraucht mit 11,6 Litern auf 100 km 0,8 Liter weniger als die Audi-Maschine. Zudem arbeitet die Siebengangautomatik harmonischer mit dem Direkteinspritzer zusammen als die Sechsstufenautomatik des Audi.

Motor und GetriebeMax. PunkteAudi A6 Avant 3.0 TFSI quattroMercedes E 350 CGI T-Modell
Beschleunigung150129126
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit1509090
Getriebeabstufung1008590
Kraftentfaltung504238
Laufkultur1008080
Verbrauch325146161
Reichweite251112
Kapitelbewertung1000583597

 

Fahrdynamik

Dass der A6 Avant auf Sport getrimmt ist, bleibt kein Geheimnis. Die S-Line-Logos prangen überall. 18-Zoll-Bereifung mit 245er Gummis rundum und das ebenfalls aufpreispflichtige Adaptive-Air-Suspension (1950 Euro) mit wählbarer Dynamik-Abstimmung machen den Audi zum Kurvenstar. Er baut trotz ausgeprägter Untersteuertendenz deutlich mehr Kurvengeschwindigkeit auf als der völlig serienmäßige Mercedes mit 16-Zöllern.

Auf dem Handlingkurs und im Slalom hat der Mercedes so keine Chance. Allerdings bleibt der Fahrer des T-Modells jederzeit völlig entspannt. Die Lenkung der E-Klasse arbeitet gefühlvoller und zielgenauer als die des A6. Die leichten Lastwechselreaktionen des heckgetriebenen Mercedes hat das ESP zudem jederzeit sicher im Griff. Zwar lässt sich beim A6 die elektronische Stabilitätskontrolle abschalten, aber selbst dann bleibt er problemlos. Zudem gewährt sein Allradsystem nicht nur auf dem Handling-Parcours, sondern auch auf nasser Piste deutlich mehr Traktion. Sensationell sind die Bremsen beider Modelle, mit Vorteilen für den Audi – 34,1 Meter aus 100 km/h mit warmen Bremsen sind ein Wort.

FahrdynamikMax. PunkteAudi A6 Avant 3.0 TFSI quattroMercedes E 350 CGI T-Modell
Handling1509174
Slalom1005945
Lenkung1007782
Geradeauslauf504145
Bremsdosierung301715
Bremsweg kalt15010295
Bremsweg warm15010992
Traktion1008545
Fahrsicherheit150120120
Wendekreis20812
Kapitelbewertung1000709625

 

Umwelt und Kosten

Das notwendige Kleingeld muss man schon mitbringen, wenn man sich für einen der beiden schnellen Kombis entscheidet. Warum der Mercedes (56049 Euro) allerdings noch mal gut 6000 Euro teurer ist als der Audi (50.150 Euro), bleibt unverständlich. Auch in allen anderen Budget-Punkten ist der Ingolstädter günstiger. Lediglich die geringfügig besseren Emissionswerte und die günstigeren Kraftstoffkosten lassen den Stern ein wenig aufblitzen.

Kosten/UmweltMax. PunkteAudi A6 Avant 3.0 TFSI quattroMercedes E 350 CGI T-Modell
Bewerteter Preis675115101
Wertverlust50129
Ausstattung251615
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502827
Werkstattkosten201411
Steuer1088
Versicherung403127
Kraftstoff552527
Emissionswerte258487
Kapitelbewertung1000333312

 

Fazit

Der neue Audi A6 Avant gewinnt diesen Test knapp – dank seiner guten Fahrdynamik und der günstigeren Kostenstruktur. Für die top Dynamikleistungen sind vor allem der Allradantrieb und das hier verbaute S-Line-Paket verantwortlich. Der Mercedes stärkt seinen Ruf als komfortabler Raumtransporter mit großer Zuladung. Sein V6-Direkteinspritzer ist zudem sparsamer als das neue, per Kompressor aufgeladene Audi-Triebwerk.

Gesamtbewertung

Max. PunkteAudi A6 Avant 3.0 TFSI quattroMercedes E 350 CGI T-Modell
Summe500031393113
Platzierung12

Tags:
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