Oberklasse Diesel Neues Spiel

09.05.2007
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Frisch geliftet und von neuen Motoren angetrieben, tritt der BMW 5er zum ewig jungen Duell gegen die Mercedes E-Klasse an. Gelingt es dem Mercedes mit seinem 224 PS starken 320 CDI-V6, den überarbeiteten Rivalen mit Reihensechszylinder-Diesel und 235 PS auf Distanz zu halten?

Diesellimousinen sind längst die Könige der linken Spur auf deutschen Autobahnen. Dabei ist es gerade mal 25 Jahre her, dass 125 PS im Mercedes 300 TD oder 115 PS im BMW 524 TD das Maximum der Diesel-Herrlichkeit darstellten. Das Duell der deutschen Premiummarken im ebenso prestige-trächtigen wie lukrativen Diesellimousinen-Markt der Business-Klasse gibt es immer noch – allerdings auf höherem Leistungsniveau. Die E-Klasse in diesem Test wird von dem Dreiliter-V6 mit 224 PS angetrieben, der trotz seines Hubraums 320 CDI heißt. Auch BMW pflegt eine etwas irreführende Nomenklatur. Den Dreiliter-Reihensechszylinder gibt es in drei Leistungsstufen mit 197, 235 und 286 PS, die 525, 530 und 535 heißen. Zum Test angetreten ist der 5er als 530d mit 235 PS und optionaler Sechsgangautomatik. Den Mercedes E 320 CDI gibt es nur mit 7G-tronic.

 

Karosserie

Die klassische Stufenhecklimousine wurde zwar schon oft totgesagt, in der Oberklasse ist sie jedoch immer noch die beliebteste Karosserievariante. Ihre Fans schätzen neben dem seriösen Auftritt auch die gute Übersichtlichkeit dieser Form. Wobei man im Falle von 5er und E-Klasse keine übertriebenen Erwartungen daran hegen sollte. Bei beiden wäre das Rückwärtsfahren ohne elektronische Parkwächter ein Vabanquespiel. So sind die nützlichen Parkhilfen für 809 Euro (Mercedes) und 810 Euro (BMW) ausgesprochen gut angelegtes Geld. Gut bedient ist man auch bei der sehr reichhaltigen Sicherheitsausstattung der beiden Test-Kandidaten. So gibt es bei beiden bereits serienmäßig eine Geschwindigkeitsregelanlage mit Bremseingriff. Der Münchner glänzt daneben mit aufpreisfreien Runflat-Reifen, beim Stuttgarter ist das Presafe-System im Grundpreis enthalten. Gegen Aufpreis sind selbst so spezielle Features wie Head-up-Display (BMW, 1340 Euro) oder der Abstandsregeltempomat (Mercedes für 1844 Euro; BMW für 1550 Euro) zu haben. Ganze zwei Punkte liegt der Mercedes am Ende des Karosseriekapitels vorn, vor allem dank der minimal besseren Übersichtlichkeit, der einfacheren Bedienung und des etwas größeren Kofferraumvolumens. Ansonsten herrscht hier fast Gleichstand zwischen den Rivalen.

KarosserieMax. PunkteBMW 530 dMercedes E 320 CDI
Raumangebot vorn1007980
Raumangebot hinten1008580
Übersichtlichkeit705355
Bedienung/ Funktion1007576
Kofferraumvolumen1004346
Variabilität1001010
Zuladung/ Anhängelast804141
Sicherheit150111111
Qualität/ Verarbeitung200170170
Kapitelbewertung1000667669

 

Fahrkomfort

Früher mal, als die schnellen Diesel gerade erst laufen lernten, galt noch die klassische Rollenverteilung: Mercedes spielte die Komfortlimousine, während BMW den sportlichen Part übernahm. Das trifft schon lange nicht mehr zu, erst recht nicht seit der jüngsten Überarbeitung des 5er. Die aufpreispflichtigen Komfortsitze (plus 2840 Euro inklusive Lehnenbreitenverstellung) zählen zum Besten, worauf man in einem Automobil Platz nehmen darf. Da können auch die Komfortsitze (1208 Euro) in der E-Klasse nicht mithalten. Allenfalls die fummelige Bedienung kann man den BMW-Fauteuils anlasten. Im Fond des Bayern lebt es sich einen Hauch besser als im knapper geschnittenen Schwaben, dessen Rückbank zudem weniger Halt bietet. Mehr Punkte sammelt der BMW auch durch die leisere Geräuschkulisse im Innenraum und den zurückhaltenden Klang seines Reihensechszylinders. Der V6 im Mercedes tönt da schon eine Spur kerniger. So landet der 530d vor dem E 320 CDI, auch weil die Unterschiede im Federungskomfort minimal geworden sind. Die E-Klasse verarbeitet Stöße einen Hauch geschmeidiger und rollt etwas sanfter ab als der 5er.

FahrkomfortMax. PunkteBMW 530 dMercedes E 320 CDI
Sitzkomfort vorn150140132
Sitzkomfort hinten1008275
Ergonomie150113115
Innengeräusche503938
Geräuscheindruck1007572
Klimatisierung504242
Federung leer200162168
Federung beladen200163170
Kapitelbewertung1000816812

 

Motor und Getriebe

Das M im Markennamen steht immer noch für "Motoren", und das mit Fug und Recht, wie BMWs neuer Dreiliter-Reihensechszylinder beweist: Er ist einfach eine Wucht. Der mit einer Common-Rail-Einspritzung und jetzt einem Kurbelgehäuse aus Leichtmetall sowie Turbolader mit variabler Turbinengeometrie ausgestattete Dieselmotor lässt dem schon etwas betagten 320 CDI-Triebwerk in kaum einer Disziplin eine Chance. Er verbraucht mustergültig wenig (8,2 Liter Diesel/100 km), läuft fast vibrationsfrei und dreht sämig hoch. Auch in der Kombination mit der Sechsgangautomatik ermöglicht er Fahrleistungen, die nur wenig Wünsche offen lassen. Zudem reagiert das Getriebe feinfühlig auf Gasbefehle und schaltet schneller als die Siebengangbox des Mercedes. Das manuelle Anwählen einer Gangstufe geht im BMW ebenfalls lockerer von der Hand. Vor allem mit seinem viel höheren Verbrauch (9,8 Liter Diesel/100 km) büßt der 320 CDI viele Punkte ein, die den Kapitelsieg des BMW noch deutlicher ausfallen lassen.

Motor und GetriebeMax. PunkteBMW 530 dMercedes E 320 CDI
Beschleunigung150162161
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit150118120
Getriebeabstufung1009288
Kraftentfaltung503836
Laufkultur1008683
Verbrauch325185165
Reichweite251615
Kapitelbewertung1000697668

 

Fahrdynamik

In den meisten fahrdynamischen Übungen liegt der neue 5er ebenfalls vor der E-Klasse. Sowohl den Handlingparcours als auch den Standardslalom absolviert der BMW deutlich flotter als der Mercedes. Die E-Klasse wird hier durch ihr nicht abschaltbares ESP gehandicapt, das beim forcierten Fahren heftig den Anker wirft. Der 5er lenkt spontaner und zielgenauer ein und bleibt im Grenzbereich zudem länger neutral. Und wenn das Heck dann mal ausschwenkt, überlässt es das abgeschaltete DSC dem Fahrer, entsprechende Korrekturmaßnahmen einzuleiten. Da auch die jetzt elektrohydraulisch betätigten Bremsen des BMW warm die deutlich kürzeren Bremswege ermöglichen und zudem exakter dosierbar sind, fällt der Sieg des gelifteten 5er in der Dynamikwertung mit 33 Punkten Vorsprung recht deutlich aus.

FahrdynamikMax. PunkteBMW 530 dMercedes E 320 CDI
Handling1507666
Slalom1005243
Lenkung1008481
Geradeauslauf504240
Bremsdosierung301715
Bremsweg kalt1508889
Bremsweg warm1509676
Traktion1003542
Fahrsicherheit150120122
Wendekreis20912
Kapitelbewertung1000619586

 

Umwelt und Kosten

Der niedrigere Preis und die geringeren Kraftstoffkosten verschaffen dem BMW einen Vorsprung. Etwas niedriger sind auch seine Werkstattkosten. Nur mit den besseren Garantieleistungen und den etwas günstigeren Versicherungsprämien kann der Mercedes punkten. Beim Modethema CO2-Ausstoß liegt der BMW mit seinem sparsameren EU-Verbrauch ebenfalls vorn. Gleichstand herrscht dagegen beim Wertverlust, was aber nichts daran ändert, dass der 5er das Umwelt/Kosten-Kapitel mit acht Punkten Vorsprung gewinnt.

Kosten/UmweltMax. PunkteBMW 530 dMercedes E 320 CDI
Bewerteter Preis675122118
Wertverlust501313
Ausstattung251615
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502027
Werkstattkosten201511
Steuer1065
Versicherung402527
Kraftstoff554137
Emissionswerte258481
Kapitelbewertung1000342334

 

Fazit

Dass der BMW 530d diesen Vergleich mit einem so deutlichen Abstand (75 Punkte) für sich entscheidet, war nicht zu erwarten. Doch sein neuer Sechszylinder-Diesel ist ein sehr überzeugendes Triebwerk, und die Komfortqualitäten des 5er sind beachtlich. Zudem glänzt der BMW mit den markentypisch dynamischen Qualitäten, die ihn bei sportlich orientierten Fahrern ohnehin zur ersten Wahl machen. Der Mercedes E 320 CDI überzeugt vor allem mit seinem sanfteren Fahrwerk, der soliden Karosserie und dem intuitiv verständlichen Bedienkonzept.

Gesamtbewertung

Max. PunkteBMW 530 dMercedes E 320 CDI
Summe500031413069
Platzierung12

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