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Neuheiten der Bologna Motorshow

Die letzten Neuheiten des Jahres

Die letzte Automesse des Jahres 2008 hat es in sich. Allerdings bezieht sich das mehr auf die hübschen und sexy Messehostessen als auf die Autos. Die Mädchen posieren vor den polierten Autos und geben gute Miene zum traurigen Spiel.

Wenige Neuheiten stehen auf den Ständen der Hersteller, auch wenn die Bologna Motorshow noch nie eine Highlight-Rakete mit vielen Weltpremieren war. Dafür ist die Messe in Norditalien ein Magnet für italienische Zuschauer: pro Tag werden rund 100.000 Gäste erwartet, insgesamt gehen die Veranstalter bis zum 14. Dezember von über einer Millionen Besucher aus.

Also zeigen alle Hersteller, was zurzeit von ihren Bändern rollt. Und noch ein bisschen mehr. Mazda stellt zum ersten Mal den Golf-Konkurrenten Mazda 3 als Schrägheck vor – eine echte Weltpremiere. Optische erinnert der Kompakte an seinen Vorgänger, bietet aber durch einen Längenzuwachs von fünf Zentimetern mehr Raum im Inneren. Ausgestellte Radhäuser, stark konturierte Seitenschweller und ein offener Kühlerschlund machen den Japaner deutlich sportlicher als seinen Vorgänger. Mit weniger Gewicht und vier Motoren startet der Mazda 3 im Mai ab rund 17.000 Euro. Der sportliche GTI-Konkurrent MPS mit dem 2,3-Liter-Motor wird erst auf dem Automobilsalon in Genf vorgestellt und soll Mitte des Jahres für rund 25.000 Euro zu haben sein.

Bescheidener zeigt sich Toyota. Bei Aygo, RAV4 und Corolla müssen selbst Experten zweimal hinsehen, um das leichte Facelift an Front und Heck zu erkennen – die Technik bleibt gleich. Ganz neu ist hingegen der Avensis. Neben der Mittelklasselimousine ist zum ersten Mal der Kombi frei zugänglich. Ab Januar sind beide Japaner bei den Händlern und hoffen auf regen Zuspruch.

Das wünscht sich auch Opel für den Insignia, der nach der London Motor Show auch in Italien mit beiden Karosserievarianten die Italiener überzeugen will. Den Titel Car of the Year hat der Rüsselsheimer schon und auch das Interesse an Mittelklassemodellen scheint vorhanden zu sein – rund 100.000 User haben sich online einen Insignia konfiguriert und 10.000 Bestellungen liegen laut  Opel von Kunden und Händlern vor. Als Weltneuheit steht auf dem Opel-Stand der Zafira EcoM mit aufgeladenem Erdgasmotor und 150 PS. Damit soll der Van lediglich 5,3 Kilogramm Erdgas auf 100 Kilometer verbrauchen und 144 g/km CO2 ausstoßen. Als Reserve dient noch ein 14 Liter großer Benzintank für 140 Kilometer Reichweite.

Wenig Überzeugungskraft braucht der Ferrari Scuderia Spider 16M, den die italienische Sportwagenschmiede ihren treuen und solventen Fans zum 16. gewonnenen Konstrukteurs-Titel schenkt. Auf Basis des F430 Spider entstand ein noch schärferer Sportwagen mit 510 PS und einer Topspeed von 315 km/h. Die auf 499 limitierte Sonderedition kostet allerdings auch 255.350 Euro.

Günstiger sind die neuen Produkte von VW. Den Golf Plus haben die Wolfsburger überarbeitet und zeigen den neuen schon aus Tradition zum ersten Mal in Bologna – das Vorgängermodell feierte hier vor vier Jahren seine Weltpremiere. Mit fünf Benziner und vier Dieselmotoren soll der neue Hochdach-Kompakte vor allem bei Familien und älteren Fahrern punkten. Die Motoren reichen beim Diesel vorerst von 90 bis 140 PS und sollen bis zu 0,8 Liter weniger verbrauchen als bisher. Bei den Benzinern bleibt die Leistung im Vergleich zum Vorgänger identisch.

Fürs junge und dynamische Publikum hat VW den Scirocco als R-Version mit 270 PS dabei. Auf Basis des 24-Stunden-Rennautos zeigt die Studie, was nächstes Jahr zu uns kommen könnte: Sechsgang-DSG, Gewindefahrwerk, Sportauspuff und Spoiler an Front und Heck – ein Auto für den Spaß in der Krise.

Wer dagegen viel Sprit sparen möchte, kann gleich beim VW-Händler bleiben. In Bologna stehen neben dem Passat EcoFuel mit erstmals eingebautem Erdgasturbolader und 150 PS der sparsame Golf BiFuel mit Flüssiggas-Betrieb. Mit dem 98 PS starken 1,6-Liter-Vierzylinder soll der Verbrauch bei 9,2 Liter Flüssiggas oder 7,1 Liter Super Benzin liegen.

Die Hostessen am VW-Stand lächeln freundlich über diesen Wert, auch wenn der nicht besonders sexy wirkt. Aber nächstes Jahr kommen bestimmt wieder aufreizende neue Produkte und dann stehen wieder die Autos im Vordergrund und nicht die Hostessen.
hob