Hallo zusammen, morgen geht es wieder los. Der zweite Test unseres Nissan 370Z-Rennwagen auf der Nordschleife steht an. Zur Zeit steht der Lkw aus England schon vor dem Fahrerlager und wartet auf die Erlaubnis zum Einfahren. Das wird sich wohl etwas ziehen, denn vor den Teams der Deutschen Langstreckenmeisterschaft ziehen die Teilnehmer am großen Tourenwagen-Revival ein. Morgen und am Samstag starten über 40 alte DTM-Auto und Replikas, Frei. auf der GP-Strecke, Sa. für drei Demorunden auf der Nordschleife - das wird ein Fest. Und: Ich selbst darf morgen im Texaco-Ford Sierra Cosworth RS 500 Platz nehmen und ein wenig DTM-Lift schnuppern - ein Traum. Danach geht um 16.00 Uhr weiter mit dem freien Training und dem Nissan. Der besitzt jetzt das komplette Aerodynamikpaket inkl. riesigem Heckflügel sowie viele weitere Verbesserungen nach dem ersten Test vor 14 Tagen. Ist allein optisch ein Knaller. Neben mir wird wieder Matthias Malmedie von “Grip”, RTL II ins Lenkrad greifen. Am Samsatg geht es dann schon um 8.00 Uhr los mit dem Zeittraining, um 12.00 Uhr startet das Rennen. Wir werden das wieder locker als Testfahrt angehen, Platzierungen sind im Moment noch völlig unwichtig. Erst einmal müssen wir sicher sein, das das Auto rundum gut funktioniert. Aber auch darauf freue ich mich riesig. Also, wie immer Daumen drücken. News vom Wochenende gibt´s am Montag.
24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring 2010
AUTO ZEITUNG und Nissan sind vom 13. bis zum 16. Mai mit einem brandneuen Nissan Nismo 370Z wieder auf der Nordschleife dabei. Damit startet das gemeinsame Rennprojekt von AUTO ZEITUNG und Nissan 2010 bereits zum vierten Mal in der "grünen Hölle". Verstärkt wird der Nissan 370Z durch die Aerodynamik-Anbauteile von Nismo. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und freuen uns über zahlreiche Kommentare und Anregungen …
Erfolgreiche Premiere
Nach einer Aufbauphase von nur drei Monaten fuhr der 370Z-Rennwagen von Nissan und der AUTO ZEITUNG den ersten Test auf dem Nürburgring
Das Motorsportprojekt von Nissan und der AUTO ZEITUNG geht 2009 ins dritte Jahr. Beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring wird Mitte Mai nicht mehr der Vorjahres-350Z, sondern das Nachfolgemodell, ein neu aufgebauter Nissan 370Z, eingesetzt. Dessen Serienversion kommt erst ab Juli zu den deutschen Händlern – das Projekt steht also unter Zeitdruck und ist nur mit starken Partnern und Sponsoren möglich.
Sechs Wochen dauert zum Jahreswechsel allein die Schiffsreise der Rohkarosse von Japan nach England zu den Technik-Profis von RJN Motorsport. Ein zehn Zentimeter kürzerer Radstand, eine breitere Spur vorn und hinten sowie das grundsätzlich steifere Chassis verlangen nach vielen individuellen Neuentwicklungen beim Aufbau des bislang in Europa einzigartigen Rennwagens. Zudem modifiziert die Organisation des 24h-Rennens am Nürburgring das technische Reglement – Bedingungen, die den Aufbau in nur drei Monaten zusätzlich erschweren.
Mit noch serienmäßiger Aerodynamik und dem Vorjahres-3,5-Liter-V6 sowie sequenziellem Hewland-Renngetriebe kommt der Neue in strahlendem Gelb zum zweiten Lauf der Deutschen Langstrecken Meisterschaft auf dem Nürburgring an. Unter Rennbedingungen finden erste Tests statt – normalerweise ein Alptraum.
Doch Ex-DTM-Meister Kurt Thiim nimmt es gelassen, berichtet aber von einem sehr nervösen Heck und einer grundsätzlich zu harten Fahrwerksabstimmung. Motor, Getriebe und Elektrik des Debütanten funktionieren allerdings bis auf Kleinigkeiten tadellos – Regen und Kälte strapazieren aber Team und Technik.
Das Samstag-Rennen nutzen wir als Rahmen für weitere Abstimmungsfahrten – jetzt kann auch Team-Neuling Matthias Malmedie seine Runden drehen. Der rennerfahrene Moderator des RTL II-Automagazins „Grip“ erlebt auf der abtrocknenden Strecke einen noch zu giftig reagierenden Wagen.
„Der 370Z ist ein echter Hingucker. Erst recht, wenn der Heckflügel beim nächsten Test am 1. und 2. Mai montiert ist“, sagt Kurt Thiim. Diese Fahrt soll das wirkliche Potenzial des rund 385 PS starken Nissan zeigen. Bis zum Start des 24h-Rennens am 23. Mai verbleiben danach nur noch drei Wochen. Neben Thiim und Malmedie werden der Brite Alex Buncombe und AUTO ZEITUNG-Redakteur Holger Eckhardt den Wagen steuern. Holger Eckhardt
Touristenverkehr und trainieren mit Steve McQueen
Das Wochenende wird klasse – was das Wetter angeht. Also, Sonntag rauf zur Nordschleife und schauen was geht. Im Touri-Verkehr ein paar Runden zu drehen ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber immer erfüllt von großem Unterhaltungswert. Klein gegen Groß – das gefällt mir hier am besten. Streckenneulinge mit dickem Auto und wahnsinnig viel Leistung gegen Streckenkenner mit durchschnittlicher Leistung unterm Hintern. Aber: Vorsicht ist hier geboten, immer für die anderen Fahrer mitdenken vereitelt ungewollte Blechschäden, schont also die Geldbörse. Und: Nie den Respekt vor dieser schwierigen und langen Strecke verlieren, Konzentration ist wichtig, kein ultraschwerer Gasfuß. Ist ja gut, belehren möchte ich hier keinen aber kleine Hinweise helfen schon einmal. Doch nicht nur auf der großen Strecke trainieren bringt es, die körperliche Ausdauer muss auch stimmen – sonst hälst du die Konzentration nicht auf dem hohen Level, der nötig ist. Den Tank leerfahren beim 24h-Rennen dauert teilweise 1h 50 min. oder 10 bis 11 Runden. Also rauf auf den Crosstrainer und die Hantelbank. Meine TV-Tipps dazu: “Le Mans” mit Steve McQueen, “Grand Prix” mit James Garner oder auch gesammelte Nordschleifen-Onboards auf einer DVD, inklusive Nacht- und Regenfahrten. Also, schönes Wochenende. Ach ja, ganz wichtig: Am 1. und 2. Mai gibt es neben dem Langstreckenrennen auch Demofahrten von über 40 alten DTM-Autos. Das wird ein Fest!
Vorbereitungen laufen weiter auf Hochtouren
Kaum wieder in England angekommen, wird der Nissan 370Z-Rennwagen auseinander gepflückt. RJN Motorsport arbeitet weiterhin hart, um den Wagen für den zweiten Testlauf am 1./2. Mai möglichst in 24h-Konfiguration hin zu bekommen. BBS bringt noch einmal zwei handgefertigte Radsätze mit zum 24h-Rennen und Hella stattet uns wieder mit Xenon-Zusatzscheinwerfern aus. Der Stress der anderen Mannschaften beim VLN-Lauf am 18.4. beruhigt etwas: Alpina kam mit einem großem Ölleck zwei Runden weit, alle drei zum Ring angereisten Werks-VW Scirocco mussten ebenfalls früh abgestellt werden. Unser brandneuer Nissan hat sich dagegen mehr als tapfer geschlagen. Matthias Malmedie von RTL II “Grip” hat jedenfalls “richtig Bock” auf den 4-Stunden-Ritt am 2. Mai. Den werden wir zwei dann alleine bewältigen müssen, da Kurt Thiim in Dänemark Tourenwagen-Rennen fährt und Alex Buncombe mit unserem Vorjahresauto (Nissan 350Z) den ersten Lauf zum GT4-Europacup in Silverstone/England bestreitet. Alex war letztes Jahr immerhin Gesamt-Vize in diesem Cup. Ein spannendes Wochenende also für die gesamte Crew, denn natürlich wird auch der Einsatz von Alex von RJN Motorsport durchgeführt.
Erster Test unter extremen Bedingungen
Die Eifel zeigte sich von ihrer schlimmsten Seite: Dauerregen und Temperaturen von 6 Grad erschwerten beim zweiten Lauf zur Deutschen Langstreckenmeisterschaft die Rennpremiere des Nissan 370Z. Das nur einen Tag zuvor fertig gestellte Einzelstück kam in letzter Minute von England aus an den Nürburgring. Statt „Eier suchen“ stand bei RJN Motorsport an Ostern nur der Aufbau des ersten europäischen Renn-370Z auf dem Programm. Da gingen die Lichter in der Werkstatt kaum noch aus. Das deutsche Team ESR-Tech organisierte den Auftritt am Ring.
Am Freitag war es dann soweit: Der knallgelbe 370Z rollt die ersten Meter auf eigenen Achsen. Die Bilstein-Dämpfer waren ebenso wie das Auto erst spät fertig gestellt worden. Routinier Kurt Thiim fährt die ersten Runden auf der Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings und berichtet von einem sehr nervösen Hinterteil des Nissan. Die im Vergleich zum 350Z höhere Steifigkeit des 370Z-Chassis, der deutlich kürzere Radstand und die breitere Spur verlangen nach einer softeren Abstimmung.
Samstagmorgen das gleiche Bild: Regen, Kälte und Nebel. Das Training wird von den Organisatoren um eine halbe Stunde verschoben. Thiim geht wieder als erster raus, aber noch immer ist die Abstimmung zu hart. Die noch fehlenden elektronischen Hilfen wie ABS und Traktionskontrolle sowie die noch serienmäßige Aerodynamik erschweren dem Ex-DTM-Meister seine Arbeit hinter dem Lenkrad. Aber: Das in Rekordzeit blitzsauber aufgebaute Auto funktioniert. Das anschließende Rennen nutzen wir zu weiteren Abstimmungsfahrten und Funktionstests. Natürlich dreht auch RTL II-Grip-Moderator Matthias Malmedie seine ersten Runden im rund 380 PS starken Nissan und bekommt einen Vorgeschmack auf das 24h-Rennen Ende Mai. Zuvor aber steht ein weiterer Test am 1./2. Mai auf dem Nürburgring an. Bis dahin wird aus dem gelben Osterküken sicher ein ernst zu nehmender Rennwagen geworden sein.



