24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring 2010
AUTO ZEITUNG und Nissan sind vom 13. bis zum 16. Mai mit einem brandneuen Nissan Nismo 370Z wieder auf der Nordschleife dabei. Damit startet das gemeinsame Rennprojekt von AUTO ZEITUNG und Nissan 2010 bereits zum vierten Mal in der "grünen Hölle". Verstärkt wird der Nissan 370Z durch die Aerodynamik-Anbauteile von Nismo. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und freuen uns über zahlreiche Kommentare und Anregungen …


Eine halbe Stunde vor Schluss: Getriebewechsel

Paul Englert | Allgemein | Sonntag, 25 Mai 2008

Ich habe eben mit Holger Eckhardt gesprochen. Beim Nissan 350Z ist die Getriebewelle abgeschert, vermutlich durch die vielen Unebenheiten auf dem Ring. Wenn man dann noch ein paar Kurbs zu hart mitnimmt, gehen ganz schön harte Vibrationen durchs Auto. Deswgen musst Kurt am Streckenabschnitt Quiddelbacher Höhe von einem Abschlepper aufgegabelt werden. Wie dem auch sei, auf jeden Fall wird jetzt 350Z-Seriengetriebe in den Rennwagen eingepflanzt, eine halbe Stunde vor Schluss. Kurz vor 15 Uhr soll der weiße Hai dann nochmal raus, für höchstens zwei Runden. Das Ziel ist, in die Wertung zu kommen. Deswegen wird das Seriengetriebe auch dem entsprechend geschont. Keine radikalen Schaltvorgänge, nicht zu viel Gas. Jetzt geht es eh um keine Platzierung mehr, da kann man die letzten Minuten getrost über die Strecke rollen! Grüße von allen Fahrern an dieser Stelle, die sind schon ziemlich down, angesichts der tollen Aufholjagd in der Nacht, die jetzt wieder in Luft auf geht. In diesem Sinne…

Welle



Der 350Z steht wieder

Paul Englert | Allgemein | Sonntag, 25 Mai 2008

Nur kurz zur Info: Kurt Thiim kam gerade mit Getriebe-Probleme an die Box, kein Vortrieb mehr. Jetzt wird das Getriebe gewechselt, um wenigstens noch in die Wertung zu kommen. Das war schon ein Schreck, als der Nissan auf dem ADAC-Abschleppwagen ins Fahrerlager rollte… Hoffen wir, dass der 350Z für einen schönen Foto-Schlussturn schnell wieder fertig ist. Was die Gesamtwertung betrifft, können die Nissan-Fahrer um Redakteur Holger Eckhardt wohl nicht mehr viel reißen, schade!



Gastmechaniker: Ausrückgabel ersetzt

Olaf Kuhlmann | Allgemein | Sonntag, 25 Mai 2008

Sorry, bin noch etwas aus der Puste. Wir haben den 350Z gerde wieder zurück auf die Piste geschoben. Kurt hatte Probleme mit der Schaltung. Wir dachten erst, dass das Getriebe muss gewechselt werden. Dann haben wir aber gesehen, dass es die Ausrückgabel war. Leider musste zum Wechsel trotzdem das Getriebe ausgebaut werden. Aber Hut ab. In welcher Geschwindigkeit das hier abläuft ist unglaublich. Die Jungs von RJN sind super drauf. Noch dreieinhalb Stunden muss es halten. Viele Grüße Gafurr Reka

350Z wieder auf die Piste geschoben



Am frühen Morgen lief alles rund, nur bei der Reifenwahl gab’s Schwierigkeiten

Nicole Luettecke | Allgemein, Fahrerblogs | Sonntag, 25 Mai 2008

Ich war von vier bis halb sieben unterwegs und es gab zum Glück keine Probleme – obwohl es etwas geregnet hat. Bevor ich in das Auto eingestiegen bin, habe ich die Regenreifen aufziehen lassen, denn auf der Grand-Prix-Strecke war die Strecke komplett nass. Mit kalten Slicks ist das saugefährlich. Also die Pneus mit Profil gewählt und raus. Nach zwei, drei Runden bin ich aber wieder rein, weil die Strecke super gut abgetrocknet ist. Also wieder Slicks drauf und ab die Post. Den Stopp hätten wir uns eigentlich sparen können, aber was soll’s, wir sind jetzt auf P 55, das ist echt klasse! In einer Stunde, um halb zwölf fahre ich noch mal, bevor Kurt den Schlussturn angeht. Liebe Grüße, Nicole

Nicole



Grandiose Aufholjagd, dann Schaltprobleme

Paul Englert | Allgemein | Sonntag, 25 Mai 2008

Ich war eben in der Box, wo Nicole, Holger und Kurt mit fröhlichen Gesichtern standen, stolz auf die Leistung in der letzten Nacht. Bis eben lag der AUTO ZEITUNG-Nissan 350Z auf Gesamtrang 55, super. Doch vor etwa zehn Minuten rollte Frank an die Box, Schaltprobleme. Die weiße Flunder wurde aufgebockt, doch die RJN-Mannschaft konnte nichts finden. Also wurde der Nissan ins Fahrerlager rausgeschoben, ins Nissan-Zelt, wo Platz und Ruhe ist für die Problem-Suche. Fest steht bis jetzt, dass der Schalthebel locker ist, womöglich hat Frank auch Getriebeprobleme gehabt. Im Moment ist die Aufregung in der Nissan-Truppe zu groß, als das schon jemand etwas sagen kann. An dieser Stelle bald mehr zum Nissan 350Z. Paul



Es dämmert in der Eifel

Paul Englert | Allgemein | Samstag, 24 Mai 2008

Ein Drittel der Renndistanz ist geschafft, fast acht Stunden sind die Bezwinger der Grünen Hölle nun schon unterwegs. Doch erst wenn es dunkel wird, trennt sich die Spreu vom Weizen. Dann zahlen sich all die Trainingseinheiten im Rahmen des Langstreckenpokals aus. Leider musste unsere schwarze Bestie, der 470 PS starke Black-350Z aus dem Rennen genommen werden. Erst streikten einige Motor-Sensoren, nachdem die ausgetauscht waren machte die Vorderradaufhängung Probleme. Also wurden auch hier neue Teile verbaut. Als dann Nicki Thiim auf drei Rädern zurück in die Box rollte und die Ursache für den Radverlust nicht genau lokalisiert werden konnte, entschloss sich das RJN-Team, die Startnummer 66 aus dem Rennen zu nehmen. Zu groß die Gefahr, dass sich noch ein Rad selbstständig macht. Auch der weiße Hai, der Nissan 350Z mit der Startnummer 65, machte gleich zu Beginn des Rennens kleine Zicken: Eine Benzinleitung hatte einen Haarriss und zwang den Nissan an die Box. Fehler gesucht, gefunden und behoben. Danach ging Holger Eckhardt auf Platz 193 wieder auf die Strecke und startete eine gute Aufholjagd. Auch leichter Regen konnte unseren Redakteur nicht davon abhalten, ordentlich Gas zu geben. Nach neun Runden übergab er den knapp 400 PS starken 350Z an Frank Eickholt, der weiter pushte. Um 22:45 Uhr wurde dann Nicole Lüttecke schon auf Gesamtrang 107 gemeldet, in der Klasse SP6 liegt der AUTO ZEITUNG-350Z nun auf der 7. Position - das lässt hoffen. Inzwischen haben sich weitere Regenwolken breit gemacht, die sich langsam über der Eifel entleeren. Beten wir, dass es dabei bleibt und in der Nacht das nicht das Chaos ausbricht. Wenn Holger, Kurt, Nicole und Frank konstant weiter fahren und ein bisschen Glück haben, können sie vielleicht noch in die Top 50 fahren. Trotz der Rückschläge sind alle weiterhin optimistisch und geben ihr Bestes: Auf der Strecke hinterm Lenkrad, in der Box mit Schlagschrauber und Funkgerät, im Pressezentrum hinterm iBook mit TV-Live-Übertragung und im Race-Camp sowie der AUTO ZEITUN/POWERCAR-Lounge mit fest gedrückten Daumen. Die Stimmung ist einfach geil, wie immer beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Dem größten und härtesten Autorennen auf der anspruchsvollsten Rennstrecke der Welt. Bis später, Paul

Boxenstopp



Jagd auf Aston Martin

Holger Eckhardt | Fahrerblogs | Samstag, 24 Mai 2008

Ich habe gerade meinen ersten Turn hinter mir. Neun Runden am Stück sind ganz schön anstrengend. Gerade habe ich von meiner Frau erfahren, dass ich vier Runden lang immer unter zehn Minuten geblieben bin. Bisher meine persönliche Bestzeit! Mit dem Auto komme ich gut zurecht, die Balance stimmt und an den Rechtslenker habe ich mich gewöhnt. Das sequentielle Getriebe sollte man aber nicht unbedingt mit Samthandschuhen anfassen, die Gänge müssen präzise und mit ein wenig Kraft eingelegt werden, damit sie sauber einrasten. Außerdem merkt man deutlich, dass die Hinterreifen ganz schön zu kämpfen haben. Nach ein paar Runden lassen die Dunlop-Slicks spürbar nach und wenn man in manchen Passagen nicht immer gefühlvoll Gas gibt, übersteuert der 350Z. Vor allem, als vorhin leichter Nieselregen einsetzte, war in dem Heck getriebenen Nissan volle Konzentration angesagt. Am Eingang zur Nordschleife - da, wo die Strecke nur von zwei Mauern flankiert wird und kleine Ausrutscher fatal sein können - ist mir fast das Herz in die Hose gerutscht: plötzlich kam der Nissan quer. Später bin ich auf die im Parallelflug fahrenden Aston Martin Vantage aufgelaufen. Das Tempo mitzugehen war kein Problem, obwohl beide einige brenzlige Passagen voll gefahren sind, an denen ich lieber auf Nummer sicher gehe und das Gaspedal lupfe. Den grünen Aston habe ich mir dann auch wunderbar zurecht gelegt, bereit zum Überholmanöver. Aber als der leichte Regen einsetzte, habe ich mir gedacht: was soll’s. Warum jetzt etwas riskieren? Und dann noch auf Slicks. Da verlasse ich mich lieber auf meine Konstanz, denn die zählt bei einem 24-Stunden-Rennen mehr, als alles andere! Nach meinem Neun-Runden-Stint sitzt jetzt Frank Eickholt in dem weißen Nissan 350Z, wenn er aussteigt, wird die Dämmerung bereits in vollem Gange sein. In diesem Sinne - die Nacht kann kommen. Bis später!

Euer Holger



Gastmechaniker im Rennteam

Olaf Kuhlmann | Allgemein | Samstag, 24 Mai 2008

Normalerweise arbeite ich als KFZ-Mechaniker in Düsseldorf und bin total froh, hier als Gastmechaniker mitarbeiten zu können. Das Team ist superprofessionell, alle arbeiten Hand in Hand. Das beste: jeder versucht Dir zu helfen, erklärt Probleme. Wenn in unserer Firma Kunden drängeln geht´s manchmal hektischer zu als hier, wo jeder genau auf seinem Platz arbeitet. Das sind eben Profis. Gafurr Reka, Düsseldorf

Gastmechaniker Gafurr Reka



Die letzten Minuten

Paul Englert | Allgemein | Samstag, 24 Mai 2008

Nur noch ein paar Minuten bis zum Start und wir sind echt alle aufgeregt. Ich war eben in der Startaufstellung und habe beim Team um den weißen 350Z vorbeigeschaut. Die sind alle hochkonzentriert. Kurt saß schon im Auto und machte einen fast meditativen Eindruck. Klar, denn er fährt den Start-Turn in der weißen 400 PS-Flunder, da muss alles stimmen, um nicht von unachtsamen Konkurrenten von der Strecke gekickt zu werden. Wenn die Ampel “GRÜN” zeigt, vergessen leider manche, dass sie noch 24 Stunden vor sich haben und rasen los, wie bei einem Sprintrennen. Naja, ich bin sicher, der Kurt wird das Auto gut ins Rennen bringen, sodass Nicole, Frank und Holger später einen perfekt eingefahrenen Wagen auf einer guten Position übernehmen können.
So, jetzt aber nochmal raus, ein bisschen Renn-Atmosphäre schnuppern, bevor der Manthey-Porsche auf Position 1 mit der Meute von 220 Autos im Nacken hier an der Start/Ziel-Geraden vorbei donnert.

Bis später! Paul



Geht es endlich los?

Holger Eckhardt | Allgemein, Fahrerblogs | Mittwoch, 21 Mai 2008

Letzter Tag in der Redaktion. Die anderen sind schon am Ring, haben alles aufgebaut. Wie ich vermutet habe herrschte gestern großes Chaos im Fahrerlager, der Kessel brodelte, es gab sogar kleinere Ausschreitungen. Es ging natürlich wieder mal um Gebietsansprüche und falsch geparkte Trucks. Schon gut, das ich da nicht dabei sein musste. Frank und Tino Eickholt von ESR-Tech haben tapfer die Stellung gehalten und den verspäteten englischen Truck von RJN Motorsport abgewartet. Unser direktes Umfeld könnte nicht spannender sein: Vor uns das Team von Aston Martin, neben uns die eher auffällige Mannschaft von Livestrip.com. Da werden sicher wieder ein paar ihrer Topgirls am Wochenende dabei sein. Allerdings, wenn ich da an die optische Qualität vom letzten Jahr denke, können die auch gerne zuhause bleiben. Ich hole jetzt gleich noch unseren Gastmechaniker in Düsseldorf ab und düse dann mit ihm zum Ring. Gnädigerweise hat mich die Redaktion mit einem 135-PS-Diesel-Blitz versorgt. Hoffentlich verfalle ich da nicht in einen Geschwindigkeitsrausch. Ach ja, es sollen schon fünf Kilometer Stau vor dem Ring sein. Die Karawane zieht also und ich wünsche uns allen ein tolles Wochenende. Euer Holger