Nissan Qashqai: Test, Bilder und technische Daten SUV-Erfolgsrezept

12.03.2014

So viel Platz kann in der Nische sein: Nissans Qashqai mauserte sich zum meistverkauften Modell der Marke. Hat die neue Generation das Zeug, an die Beliebtheit des Vorgängers anzuknüpfen? Einzeltest

Qashqai? Für einen japanischen Hersteller, der dem autofahrenden Volk lange eher durch biedere Konfektionsware bekannt war, galten sowohl Name als auch Auto bei dessen Markteinführung 2007 als ein Bruch mit den bisherigen Konventionen. Mit dem Kompakt-SUV befeuerten die Japaner die Beliebtheit jener Gattung nachhaltig, die Toyota einst mit dem RAV 4 begründet hatte. 

In Deutschland wurde der Qashqai bislang über 160.000 Mal verkauft und führt die Nissan-Zulassungsstatistik an. Weltweit gewöhnten sich bislang über zwei Millionen Kunden an den Japaner mit dem ungewöhnlichen Namen. Ab 15. Februar steht nun die zweite Generation beim Händler – bereit, die Erfolgsgeschichte fortzuschreiben, so denn die Qualitäten stimmen.

 

Nissan Qashqai: GUTE VERARBEITUNG DES INTERIEURS

Qualität ist das Stichwort, was oft auf Anhieb mit japanischen Autos assoziiert wird und womit meist die mechanische Zuverlässigkeit gemeint ist. Beim Erstkontakt mit dem neuen Nissan Qashqai fällt sofort auf, dass dies auch für den geräumigen Innenraum zutrifft. Keine Spur von billiger Plastikwüste, stattdessen hochwertige Materialien und saubere Passungen. Kein Wunder, handelt es sich doch beim Testwagen um die noble Tekna-Version. Nur mit dieser Ausstattung ist der Diesel-Allradler erhältlich.

Das hat Auswirkungen auf den Preis: So sind heftige 33.450 Euro Grundpreis fällig. Doch relativiert sich die Summe beim Blick auf die Ausstattungsliste etwas. Navigationssystem, Panorama-Glasdach, Rückfahrkamera, 19-Zoll-Räder, Notbrems-, Fernlicht- und Spurhalteassistent sowie Verkehrszeichenerkennung sind beispielsweise bereits serienmäßig. Die Sitze sind bequem, nur im Fond wünschen sich Großgewachsene eine Spur mehr Oberschenkelauflage. In Sachen Bedienung gibt auch der neue Qashqai keine Rätsel auf. Tasten und Schalter sind ausreichend groß und in der Mehrzahl griffgünstig angeordnet. Wesentliche Bedienschritte für Navigation oder Telefonkoppelung gehen locker von der Hand.

Der Konzernallianz zwischen Renault und Nissan sei es gedankt, dass unter der Haube ein französisches Herz schlägt – der 1,6 Liter große Diesel stammt aus dem Renault-Regal, seine 130 PS und 320 Nm Drehmoment sorgen für leichtfüßges Fortkommen. Der Selbstzünder glänzt dabei mit einer für seine Gattung unerwarteten Drehfreude. 5000 Touren sind locker möglich, wenn auch nicht sinnvoll.

Subjektiv fühlt sich der Motor wegen seiner Lebhaftigkeit stärker an als er eigentlich ist. Abgesehen von einer leichten Dröhnneigung an der oberen Drehzahlgrenze gibt es auch an der Laufruhe nichts auszusetzen. Und die Fahrleistungen sorgen dafür, dass man mit dem neuen Qashqai meist flott unterwegs ist. Von null auf 100 km/h in 10,1 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h reichen im Alltag völlig aus. Mit einem Testverbrauch von lediglich 6,5 Liter Diesel kann sich der neue Nissan ebenfalls sehen lassen.

Die Kraftübertragung verläuft über ein gut schaltbares Sechsgang-Getriebe wahlweise an die Vorder- oder an alle vier Räder. Zum Kraftstoffsparen eignet sich der Frontantriebsmodus. Im Auto-Modus wird bei auftretendem Schlupf stufenlos der Allradantrieb bis zu einer Kraftverteilung von 50:50 zwischen Vorder- und Hinterachse aktiviert. Und in der „Lock“-Stellung sorgt eine feststehende Kraftverteilung im oben genannten Verhältnis in leichtem Gelände fürs Vorwärtskommen. Beim Federungskomfort zeigt sich der Qashqai auf den ersten Kilometern eher von der straffen Sorte, was aber nicht heißt, dass der Japaner unkomfortabel wäre.

Die positive Kehrseite der Medaille: Die Wankbewegungen des Aufbaus halten sich bei Kurvenfahrt in engen Grenzen. Für den Fall der Fälle verzögern die Bremsen außerordentlich wirkungsvoll und standfest. Ein Kaltbremswert von 34,8  Metern aus 100 km/h bis zum Stillstand ist dabei aller Ehren wert. Und der Warmbremswert von nur 33,6 Metern reicht locker in die Sportwagen-Liga. So bringt der neue Qashqai in der Summe ausgezeichnete Voraussetzungen für den Start in eine weiterhin erfolgreiche Zukunft mit.

Technische Details & detaillierte Messwerte können Sie in der Galerie (Bilder 9 + 10) einsehen

Unser Fazit

Der neue Qashqai ist bestens gerüstet, um den Erfolg seines Vorgängers auszubauen. Der sparsame Motor und die gute Qualität überzeugen. Der hohe Preis ist der reichhaltigen Ausstattung geschuldet

Elmar Siepen

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