Nissan Sportscar Battle: Race Academy 2 am Nürburgring Auf dem Weg zum Rennfahrer

10.11.2010

Auf dem Nürburgring traten zehn Sportscar Battle-Kandidaten an, um die nationale A-Lizenz zu erlangen. Theorie und Praxis schafften alle, doch nur fünf dürfen die Ausbildung zum Rennfahrer fortführen und am 27. Oktober die legendäre Nordschleife bezwingen

Was für ein Tag. Sonnenschein, frische Land-Luft und zehn Kandidaten, die sich heute weniger für das Idyll der Eifel interessieren, sondern vom Rennsport-Geruch angefixt sind, der ihnen um die Nase weht.

Bastian Braun, Andreas Dittel, Benjamin Drescher, Arne Kock, Pierre Kohlstrung, Thomas Kramwinkel, Andreas Patzelt, Michael Scherr, Maik Schwabe und Jarno Zbinden, das sind die zehn Heißsporne, die nur vier Wochen zuvor aus insgesamt 40 Kandidaten ausgewählt wurden. Heute stehen sie am Nürburgring und sollen die nationale A-Lizenz erwerben.

Bevor es in den 313 PS starken Nissan 370Z entwerfen und gewinnen-Rennern auf die von Gummi gezeichnete Rennstrecke geht, müssen die zehn jungen Talente Theoriewissen beweisen – in der Nissan-Lounge, die Rennstrecke im Rücken.

>> Die Highlights im Video: Race Academy 2 am Nürburgring

Welche Kleidung ist Vorschrift für jeden Rennfahrer? Was bedeutet Untersteuern? Wie heißt die international höchste Motorsportbehörde? Wie muss ich mich verhalten, wenn ich die weiße Flagge gezeigt bekomme? Wie läuft eine Rennveranstaltung ab?

Wirklich büffeln musste aber keiner, denn die meisten Lizenz-Kandidaten bringen viel Vorwissen mit und können sich Erzählungen der erfahrenen DMSB-Instruktoren (DMSB: Deutscher Motorsport Bund) Wolfgang Drabiniok und Harry Müller erfreuen, die seit mehreren Jahrzehnten im Rennsport aktiv tätig sind.

Zwischen zwei Theorieblöcken gilt es zu zeigen, ob auch jeder an seiner Fitness gearbeitet hat. Denn, nach dem Gesundheits- und Leistungstest in Grevenbroich, erhielt jeder Teilnehmer einen persönlichen Fitnessplan, mit dem er bis zum Lizenzlehrgang arbeiten sollte.

Unter der Anleitung von Professor Klaus Baum und seinem Team aus Köln joggen die Teilnehmer durch den neuen Ring-Boulevard. Zunächst ein paar hundert Meter langsam trabend, dann steigert der Sportmediziner langsam das Tempo. Nach jeder Runde müssen die zehn angehenden Motorsportler kurz stoppen, die Mediziner messen Puls und Lactat – niedrige Werte sind ein Indiz für eine gute körperliche Fitness.

Nach der 1000-Meter-Runde mit über 12 km/h steigt bei manchen der Puls auf über 180 Schläge, der Lactatwert steigt über die Grenze von 4,0 mmol/l-Grenze. Das ist das Aus für den jeweiligen Kandidaten. Weil sich die meisten in den vergangenen vier Wochen deutlich gesteigert haben, ist der Professor zufrieden.

Zum Abschluss des ersten Tages bittet Wolfgang Drabiniok zur theoretischen Prüfung. Die ist keine große Herausforderung für die zehn Racer – alle bestehen den Test mit Links. Wahrscheinlich, weil sie endlich in die Autos steigen wollen, um die Rennstrecke zu erobern.
 
Der zweite Tag sieht nach einem gelungenen Rennstreckentraining aus: Sonne, Sonne und noch einmal Sonne. Showdown also für unsere glorreichen Zehn. In fünf Nissan 370 Z fahren je zwei Probanden mit Instruktor auf die Strecke – zunächst mit moderatem Tempo, um sich an das Kurvenband des Grand-Prix-Kurses zu gewöhnen. Dann steigeren die Instruktoren um Ex-DTM-Fahrer Peter Terting die Geschwindigkeit.

Höhepunkt des Ritts auf dem Rundkurs ist die Einzelabnahmefahrt mit Video- und Datenaufzeichnung. Jeder Kandidat muss zwei Runden auf der Grand-Prix-Strecke am Limit zurücklegen, verfolgt von Jury-Mitglied und AUTO ZEITUNG-Testredakteur Holger Eckardt, der einen weiteren 370 Z pilotiert.

Kritisch verfolgt die Jury die anschließende Auswertung. Jeder der zehn Racer wird per GPS zum gläsernen Fahrer, jede Bewegung ist aufgezeichent. Wann hat der Fahrer Gas gegeben? Wann die Bremse getreten? Wo ein- oder gegengelenkt?

Schnell stehen nach dieser Prüfung vier von fünf Kandidaten fest. Bastian Braun, Michael Scherr, Benjamin Dreschern und Thomas Kramwinkel zeigten, dass sie konstant schnell, sicher und souverän auf der Rennstrecke unterwegs sind sowie eine gute Auffassungsgabe haben. Doch bei der Nummer fünf war sich die Jury nicht ganz so sicher. Andreas, oder doch Maik? Letztendlich entscheiden die Onboard-Videoaufnahmen. Dort sieht die Jury, dass Andreas Patzelt – der deutlich schneller unterwegs war – viel entspannter und souveräner hinter dem Lenkrad sitzt. Damit ist Maik Schwab draußen, die glorreichen Fünf sind komplett.

Gewonnen haben die Fahrer noch nichts – jedenfalls kein Rennen. Doch alle zehn Sportscar-Kämpfer haben nun eine Lizenz. Die fünf Gewinner vom Nürburgring müssen noch ein Mal zittern: Am 27. Oktober kommen drei von ihnen weiter. Sie werden 2011 im Cockpit eines echten Rennwagens sitzen.
AZ/pe

AUTO ZEITUNG

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