Nissan Qashqai und Peugeot 3008 im Vergleichstest Den richtigen Weg gefunden

21.09.2011
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Der Peugeot 3008 folgt als Mix aus Van und SUV im Kompaktklasseformat genau der Spur, die der Nissan Qashqai seit zwei Jahren erfolgreich befährt

Die Idee, mehrere Klassen in einem Modell zu vereinen, zahlt sich aus. Schließlich ist der Qashqai das erfolgreichste Modell der Japaner auf dem deutschen Markt. 2008 verkaufte Nissan gut 15 000 Stück des schicken Multitalents. Nun folgt auch Peugeot diesem Weg und präsentiert seine Interpretation eines kompakten Crossover-Modells, den 3008. Er basiert auf dem 308 und soll dem Qashqai Kunden abjagen. Wie gut schlägt sich der neue Peugeot 3008 mit 150 PS starkem Diesel gegen den Nissan Qashqai mit identischer Leistung, den es zum fast gleichen Preis gibt, der jedoch über einen Allradantrieb verfügt?

 

Karosserie

Ein Grund, dass Crossover-Modelle wie der Qashqai und wahrscheinlich auch der neue 3008 erfolgreich sind, liegt nicht zuletzt
an den erhöhten Sitzpositionen. Und das nicht nur, weil man sehr bequem ein- und aussteigen kann, sondern auch, weil die höhere Sitzposition einen besseren Verkehrsüberblick verschafft und damit auch der Sicherheit dient. Und gerade die steht vor allem beim neuen 3008 ganz hoch im Kurs. Im Gegensatz zum Qashqai sind Kurvenlicht, Reifenpannenanzeige und Notruftaste in der Aufpreisliste zu finden. Sogar ein informatives Head-up-Display und ein Abstandswarner lassen sich gegen Aufpreis ordern. Diese Extras hat der Qashqai nicht.

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Nicht nur bei der Sicherheitsausstattung orientiert sich der 3008 an höheren Klassen. Auch bei den Platzverhältnissen zeigt der Peugeot Größe. Er bietet vor allem etwas mehr Kopffreiheit als der Qashqai mit seinem fl achen Dach. Auch die Innenbreite wirkt auf den ersten Blick recht üppig. Allerdings schränkt der breite und sehr hoch aufragende Mitteltunnel die Beinfreiheit stark ein. Dennoch bleibt der Peugeot sowohl vorn als auch hinten eine Spur luftiger als der Nissan.

KarosserieMax. PunkteNissan Qashqai 2.0 dCi 4X4Peugeot 3008 HDi FAP 150
Raumangebot vorn1006972
Raumangebot hinten1006466
Übersichtlichkeit704441
Bedienung/ Funktion1008381
Kofferraumvolumen1004039
Variabilität1003545
Zuladung/ Anhängelast803438
Sicherheit1507684
Qualität/ Verarbeitung200175179
Kapitelbewertung1000620645

 

Fahrkomfort

Die klobige Mittelkonsole hat aber auch einen Vorteil. In dem riesigen Staufach verschwinden mehr Utensilien als in allen Ablagen des Qashqai zusammen. Ohnehin ist der Franzose praktisch veranlagt. Die Heckklappe lässt sich geteilt öffnen, der Ladeboden auf verschiedene Höhen einstellen, die Rückbank mit einem Handgriff umlegen und die Beifahrersitzlehne (100 Euro) auf Wunsch vorklappen.

Alles schön praktisch – und dabei sehr ordentlich verarbeitet. Das trifft auch auf den Qashqai zu, der allerdings nicht ganz die gute Materialqualität des innen schick gestalteten Peugeot erreicht. Den typisch französischen Komfort bietet die neue Kreuzung aus Van und SUV jedoch nicht. Querfugen und Kanten in der Straßenoberfläche lassen vor allem die recht hart abgestimmte Hinterachse des 3008 mitunter bockig ansprechen. Der Qashqai zeigt hier mehr Feingefühl und eine harmonischere Abstimmung. Unebenheiten absorbiert sein Fahrwerk gelassener als das des straffen Peugeot.

Allerdings punktet dieser mit den leiseren Innengeräuschen und den besseren Sitzen. Zwar könnte auch hier der Seitenhalt – wie beim Nissan – etwas ausgeprägter sein, aber dafür sind die Vordersitze des 3008 gut gepolstert, groß und bieten zudem mehr Schulterunterstützung – die ausschlaggebenden Punkte für einen sehr knappen Kapitelsieg. Hier muss sich der Nissan trotz seiner serienmäßigen Klimaautomatik hinten anstellen.

FahrkomfortMax. PunkteNissan Qashqai 2.0 dCi 4X4Peugeot 3008 HDi FAP 150
Sitzkomfort vorn150105111
Sitzkomfort hinten1007375
Ergonomie150126126
Innengeräusche503740
Geräuscheindruck1007072
Klimatisierung503934
Federung leer200132128
Federung beladen200128126
Kapitelbewertung1000710712

 

Motor und Getriebe

Verbindung mit manuellen SechsganggetriebenEinigkeit herrscht unter der Haube: Im Nissan und auch im Peugeot sorgen Zweiliter-Common-Rail-Turbodiesel mit 150 PS in für Vortrieb. Ihre Charaktere sind jedoch völlig unterschiedlich. Ausgesprochen drehfreudig und sehr kultiviert setzt sich der Nissan-Motor in Szene. Zwar stellt er wie der Peugeot-Antrieb sein maximales Drehmoment bei 2000 Umdrehungen zur Verfügung, packt aber auch oberhalb von 4000 Umdrehungen noch kraftvoll zu. Der rauer laufende Peugeot-Diesel spielt seine Power früher kraftvoll aus, hohe Drehzahlen lässt er sich zwar gefallen, aber ohne spürbaren Kraftzuwachs.

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Bei den Fahrleistungen ergeben sich jedoch keine großen Differenzen. Erst beim Verbrauch zeigt sich, dass der aufgrund des Allradantriebs schwerere Qashqai über einen halben Liter mehr Diesel auf 100 Kilometern benötigt als der 3008.

Motor und GetriebeMax. PunkteNissan Qashqai 2.0 dCi 4X4Peugeot 3008 HDi FAP 150
Beschleunigung150102104
Elastizität1006565
Höchstgeschwindigkeit15049
Getriebeabstufung1008181
Kraftentfaltung503838
Laufkultur1007169
Verbrauch325243254
Reichweite251717
Kapitelbewertung1000617677

 

Fahrdynamik

Der Nissan bringt nicht nur deutlich mehr optische SUV-Merkmale mit als der mit flacher Frontscheibe sehr vanähnliche Peugeot, sondern bei identischem Grundpreis auch einen traktionsfördernden Allradantrieb. Auch Peugeot bemüht sich, mit dem so genannten Grip-Control-System (200 Euro) etwas Offroadfeeling aufzubauen. Dabei lassen sich verschiedene Abstimmungen von ESP und ASR dem jeweiligen Untergrund anpassen – das ist aber kein wirklicher Ersatz für einen Allradantrieb und zudem an die Verwendung von 16-Zoll-M&SReifen gebunden. Unser Testfahrzeug war jedoch nicht damit ausgestattet und stand auf den serienmäßigen 17-Zöllern. Zudem hat der 3008 ab Werk einen dynamischen, über die Stoßdämpfer arbeitenden Wankausgleich an der Hinterachse. Trotzdem zeigt der Franzose kein agiles Fahrverhalten.

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Das nur bis 50 km/h abschaltbare ESP setzt dem 3008 sehr enge Grenzen. Einmal den Regelbereich erreicht, bremst das System die Fahrfreude übertrieben hart ein. Geradezu agil und sportiv kann man den Qashqai bewegen. Selbst mit aktivem ESP lässt er den 3008 problemlos hinter sich. Schaltet man das System aus, kommt sogar Fahrfreude im hochbeinigen Japaner auf. Seine Lenkung arbeitet gleichmäßiger als die des Peugeot, wenn auch ähnlich gefühllos.

Der Allradantrieb sorgt zudem für deutlich mehr Traktion in engen Kehren und stabilisiert in schnellen Kurven das nach außen drängende Heck. Wer sich ins Gelände wagt, kann sogar das Mitteldifferenzial sperren. Bei den Verzögerungswerten liegen beide Crossover mit guten Werten nahezu gleichauf.

FahrdynamikMax. PunkteNissan Qashqai 2.0 dCi 4X4Peugeot 3008 HDi FAP 150
Handling1504334
Slalom1004532
Lenkung1007165
Geradeauslauf503532
Bremsdosierung302017
Bremsweg kalt1508388
Bremsweg warm1507972
Traktion1008040
Fahrsicherheit150130130
Wendekreis20135
Kapitelbewertung1000599515

 

Umwelt und Kosten

Selten war ein Kostenkapitel so ausgeglichen wie bei diesem Vergleichstest. Schon der Grundpreis ist bis auf zehn Euro identisch. Auch bei der Normausstattung, dem Wertverlust, den Werkstattsowie den Versicherungskosten liefern sich 3008 und Qashqai ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Den kleinen Vorteil, den der Peugeot aufgrund seiner geringeren CO2- Emissionen und der Euro-5-Einstufung verbuchen kann, erobert sich der Nissan mit den deutlich besseren Garantiebedingungen wieder zurück. Wer auf den Allradantrieb beim Qashqai verzichtet, spart zudem 1950 Euro – Geld für etwas mehr Ausstattung.

Kosten/UmweltMax. PunkteNissan Qashqai 2.0 dCi 4X4Peugeot 3008 HDi FAP 150
Bewerteter Preis675201201
Wertverlust502222
Ausstattung252020
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung503319
Werkstattkosten201414
Steuer1078
Versicherung403333
Kraftstoff554042
Emissionswerte258284
Kapitelbewertung1000452443

 

Fazit

Der neue Peugeot 3008 HDi FAP 150 überzeugt vor allem mit seinem hochwertigen und praktischen Innenraum. Wirklich absetzen kann er sich damit jedoch nicht. So verhindert die etwas zu straffe Abstimmung der Hinterachse einen deutlichen Vorsprung beim
Komfort. Der Nissan Qashqai 2.0 dCi 4x4 zeigt sich insgesamt harmonischer. Den Vergleichstestsieg sichert er sich letztendlich dank seines deutlich mitteilsameren Fahrverhaltens und der daraus resultierenden Fahrfreude, die im stark vom ESP eingebremsten Peugeot nicht so recht aufkommt.

Gesamtbewertung

Max. PunkteNissan Qashqai 2.0 dCi 4X4Peugeot 3008 HDi FAP 150
Summe500029982992
Platzierung12

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