Nissan: Nanolack mit selbstreinigender Beschichtung im Test Autowäsche bald überflüssig?

25.04.2014

Werden Waschstraßen bald überflüssig? Wenn es nach Nissan geht, könnten die Fahrten dorthin zumindest bald weniger werden: Die Japaner testen als weltweit erster Hersteller einen Nanolack mit selbstreinigender Beschichtung

Nissan hat nach eigenen Angaben als erster Pkw-Hersteller einen selbstreinigenden Autolack getestet. Die spezielle Beschichtung, entwickelt vom US-Technologiekonzern UltraTech International, wird nachträglich auf die oberste Lackschicht aufgetragen. Wegen ihrer besonderen Nanostruktur bildet sie eine Art mikroskopisch dünnes Luftpolster, das Verschmutzungen abweist, bevor sie am Auto haften, erläutert Nissan.

 

Nissan: Selbstreinigender Autolack auf dem Prüfstand

Testweise auf einen Nissan Note aufgetragen, lasse der Kleinwagen Matsch, Regentropfen, Staub und anderen Schmutz problemlos abperlen.
«Das funktioniert gut», sagte Nissan-Sprecher Alexander Sellei. Dennoch will der japanische Hersteller noch weitere Testreihen starten, bevor über einen Einsatztermin entschieden wird. Zudem müsse wie bei jeder neuen Technologie geprüft werden, ob sich eine Markteinführung rechnet, so Sellei.

Nanolacke an sich sind allerdings nichts Neues. Bereits 2003 bot Mercedes nach eigenen Angaben als weltweit erster Hersteller einen Lack mit winzig kleinen Keramikpartikeln an und versprach besonders hohe Kratzfestigkeit. Als eine Art Schutzschild lassen Nanolacke Wasser leichter abperlen und Schmutz schlechter haften. Zudem bleibt der Glanz länger erhalten. Der neue Lack, mit dem Nissan experimentiert, bedeute jedoch «einen Schritt weiter als Konkurrenzprodukte», fügte Sprecher Sellei hinzu.  

Auch an Autolacken wird ständig geforscht. Der Essener Spezialchemiekonzern Evonik entwickelte zum Beispiel jüngst mit Hilfe eines neuartigen Bindemittels ein Verfahren, das ebenfalls eine höhere Kratzfestigkeit als herkömmliche Lacke verspricht, so das Unternehmen. So sollen wie bei den Nanolacken obere Klarlackschichten gegenüber den mechanischen Einflüssen in der Autowaschstraße noch einmal deutlich unempfindlicher werden. Einzelne Autohersteller zeigen laut Evonik bereits Interesse.

AUTO ZEITUNG

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