AUTO ZEITUNG.de Top-Galerien

News
Blog
Erlkönige
Ratgeber
Specials
Tests
Videos

Umfrage

Wer siegt im Neuheiten-Duell BMW gegen Mercedes?:

AUTO ZEITUNG Mobil

AUTO ZEITUNG Mobil

Für unterwegs: Das mobile Autoportal

Mit AUTO ZEITUNG Mobil haben Sie Neuheiten und Erlkönige immer griffbereit – auf Ihrem iPhone, iPod oder Android-Smartphone mehr

Soziale Netzwerke

Saab 9-5

Last Exit Trollhättan

Bild 30 / 30

Unsere Top-Galerien

Im April 2010 soll der neue Saab 9-5 seinen heute bereits zwölf Jahre alten Vorgänger ablösen. Der schwedische Hoffnungsträger ist eine stattliche Fünfmeter-Limousine. Exklusive Vorstellung

Die automobile Fruchtfolge ist mehr oder minder geregelt und verläuft in etwa so: Ein neues Modell wird entwickelt, auf einer Messe präsentiert, nach drei Jahren überarbeitet und weitere drei Jahre später durch ein Nachfolgemodell ersetzt. So weit, so einfach. Was für die meisten Großserienhersteller gilt, verliert nahe der schwedischen Westküste an Bedeutung. Neue Autos aus Trollhättan sind rare Gesellen. Die Ablösung des Saab-Flaggschiffs mit der Kennziffer 9-5 kommt daher einem nordischen Donnerschlag gleich, schließlich ist das aktuelle Modell mittlerweile zwölf Jahre alt.

General Motors und Saab – keine Symbiose

Eine kleine Bestandsaufnahme vorweg: Dass neue Saab so selten sind, hatte in früheren Jahren den einfachen Grund, dass die Firma klein war und mit wenigen charakterstarken Modellen wie dem 96, dem 99 oder dem 900 existieren konnte. Als es allerdings Ende der 80er Jahre finanziell eng wurde, suchten die Schweden den Schulterschluss mit General Motors, der im Jahr 2000 in eine Komplettübernahme mündete. Seit Jahren hat Saab kein Geld mehr verdient und wäre ohne Detroit-Dollars und Opel-Technik wahrscheinlich bereits Teil der jüngeren schwedischen Geschichte. Vieles ist schiefgelaufen: Markenphilosophischen Unfug wie den zum Saab 9-2X umgebastelten Subaru Impreza oder den Saab 9-7X, der im Kern und auch nichts anderes war als ein Chevrolet Trailblazer, verdanken die Schweden der Instinktlosigkeit ihrer US-Bosse. Andererseits, so berichten Insider, wurden in Trollhättan Unsummen bei der „Ent-Opelung“ vorhandener Konzerntechnik versenkt.

Spielen Sie auch unser kostenloses IAA-Neuheiten Foto-Quiz:
» Welche Auto-Neuheiten passen zueinander? Probieren Sie es aus!

So wird es nicht weitergehen, denn beim geplanten Verkaufsstart des neuen 9-5 im April nächsten Jahres sollen längst andere Herren am Tisch sitzen. Ihr Dienstwagen wird nichts weniger als der größte Serien-Saab aller Zeiten sein. Mit einer Länge von exakt 5008 Millimetern übertrifft der neue 9-5 seinen Vorgänger um fast 17 Zentimeter. Zum Vergleich: Der Audi A6 ist sieben Zentimeter kürzer. Auch im Radstand hat die neue Oberklasse-Limousine kräftig zugelegt. Mit 2837 Millimetern liegt das Plus hier bei über 13 Zentimetern. Das Größenwachstum ist die logische Konsequenz der verwendeten GM-Konzernplattform namens Epsilon, die auch dem wahrlich nicht klein geratenen Opel Insignia zugrunde liegt. Allerdings fußt der Saab auf einem längeren Radstand.

Das Design des neuen 9-5 bricht radikal mit dem seines Vorgängers. Einzig die mattiert silbrigen Lampeneinfassungen erinnern entfernt an den 9-5 von heute. Trotz der technischen Verwandtschaft zum Insignia zeigt der neue Top-Saab die formale Eigenständigkeit, die Fans der Marke erwarten. Die Bugpartie wirkt bullig, die Dachlinie fällt nahezu konstant nach hinten ab. Das lange Heck vermittelt eine proportionale Leichtigkeit, da der Stoßfänger und die Heckschürze samt der zentral integrierten Nebelschlussleuchte relativ weit hochgezogen sind. Für einen unverwechselbaren Auftritt bei Nacht funkelt der Saab aus LED-Rückleuchten. Zwischen ihnen spannt sich ein langes Lichtband quer über den Kofferraumdeckel. Das Frachtabteil bietet ein maximales Stauvolumen von satten 513 Litern und wird gegen Aufpreis mit einem neuartigen Ordnungssystem erhältlich sein, bei dem die seitlichen Fixpunkte in einem gebogenen Schienensystem laufen, das beliebig viele Konfigurationen erlaubt. Für noch größere Transportaufgaben kann die asymmetrisch geteilte Rücksitzlehne vorgeklappt werden.

Oder interessieren Sie sich eher für die IAA-Messehostessen?
» Wir zeigen Ihnen die schönsten Messehostessen der IAA 2007

Der Oberklasseanspruch des neuen 9-5 wird auch im Innenraum deutlich. Griffsympathische Materialien, saubere Passungen und eine moderne, angenehm zurückhaltende Designlinie prägen den Auftritt des großzügig geschnittenen Interieurs. „Unser neues Topmodell soll auch auf dem chinesischen Markt erfolgreich sein“, sagt Projektmanager Michael Harrison. „Daher wird der 9-5 in China als Chauffeurslimousine positioniert.“ Entsprechend üppig fällt der hintere Knieraum aus. Allerdings schränkt das stark nach hinten abfallende Dach die Kopffreiheit etwas ein.

Drei Ausstattungslinien, fünf Motorvarianten
Drei Ausstattungslinien sind geplant: „Linear“ bildet die Basis. Darüber rangieren „Vector“ und die Sportlinie „Aero“, die an sichtbaren Auspuffendrohren zu erkennen ist. Technische Feinheiten wie eine automatische Verkehrszeichenerkennung, Spurhalteassistent, Head-up-Display, adaptives Lichtsystem und ein aktives Fahrwerk, bei dem die Kennlinien von Dämpfern, Lenkkraft-unterstützung und Gaspedalsteuerung in den drei Stufen „Comfort“, „Intelligent“ und „Sport“ einstellbar sind, soll es je nach Ausstattungslinie serienmäßig oder als Extra geben.

Fünf Motorvarianten sind geplant, die sämtlich von Turboladern unter Druck gesetzt werden. Benziner: 1.6t (190 PS), 2.0t (220 PS), 2.8t V6 (300 PS); Diesel: 2.0 TiD (160/190 PS). Die beiden stärksten Benziner werden auch mit Allrad angeboten, der Zweiliter-Turbo ist zudem für den Betrieb mit Bio-Ethanol-Betrieb (E85) ausgelegt. Die Preise stehen noch nicht fest, sollen sich aber unterhalb eines vergleichbaren Audi A6 bewegen. Der SportCombi folgt ein Jahr nach der Limousine.    Stefan Miete