Neuheiten in der Kompaktklasse von BMW, Opel, Ford, VW Die neue Golf-Klasse

06.09.2012

Jetzt geht’s los: Bei VW reift das Design des Golf VII, bei Opel der Astra Sports Tourer und bei Ford der neue Focus – hier exklusiv die Modelloffensive der Kompakten

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Die Zeit rast: Während der aktuelle Golf unbeeindruckt von der Wirtschaftskrise noch von einem Verkaufserfolg zum nächsten fährt, arbeiten Dutzende von Zeichenkünstlern in den VW-Designzentren schon an der nächsten Generation des Wolfsburger Bestsellers, der mal einer ganzen Klasse seinen Namen gab.

Nun brauchen Sie aber nicht gleich Ihren Kontostand abzufragen, denn noch ist genügend Zeit zum Sparen. Für die internationale Weltpremiere des Golf VII ist erst der Genfer Automobilsalon im März 2013 grob avisiert, und zu den deutschen Händlern rollt der Neue voraussichtlich im Herbst des gleichen Jahres.

Fest steht: Der Neuer VW Golf kommt ab 2012 macht im Design größere Schritte als sein Vorgänger, denn er nutzt erstmals den neuen modularen Querbaukasten (MQB) des VW-Konzerns. Der erlaubt zum Beispiel einen kürzeren vorderen Überhang, eine ideale Gewichtsbalance zwischen Vorder- und Hinterachse und den Einsatz grüner Hybrid- und Elektroantriebstechnik.

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Schnittiger, schwungvoller und stämmiger wirkt die neue Designlinie. Bogenfömig spannt sich die seitliche Fenstergrafik hinter der schlanken A-Säule, eine elegante seitliche Sicke übernimmt den unteren Abschluss. Das ganze Auto wird rund zwei Zentimeter flacher und etwas breiter als das aktuelle Modell, vorn glänzen neue Klarglasleuchten im Stil des BlueSport-Roadsters. Im Innenraum soll es spürbar mehr Ellenbogen- und Kniefreiheit geben, letztere speziell auf der Rückbank, die vermutlich erstmals verschiebbar und in der Lehnenneigung mehrstufig variabel ist.

VW Touran
Natürlich ist die nächste Golf-Limousine das große Highlight, aber in der Modellfamilie gibt es schon vorher interessanten Nachwuchs. Zum Beispiel den Nachfolger des Golf-Kompaktvans Touran, der schon Mitte des kommenden Jahres startet. Kein komplett neues Auto, aber der beliebte Familienfreund bekommt das neue VW-Gesicht mit dem typischen Querdesign und natürlich alle neuen Motoren.

Auch hier zieht also der 105 PS starke 1,2-Liter ein, auch hier ersetzen die neuen, 1,6 Liter großen Common-Rail-Diesel mit 90 und 105 PS die alten, lauter nagelnden 1,9-Liter mit der Pumpe-Düse-Einspritztechnik. Zudem ist ebenfalls eine sparsame BlueMotion-Version in Sicht, die im Schnitt mit gut vier Liter Diesel knausern soll.

VW Jetta – Flott mit Stufenheck
Auch das bisherige Mauerblümchen der Golf-Reihe, das Stufenheckmodell Jetta, macht sich für 2010 frisch. Es nutzt im Gegensatz zum Touran bereits Teile des  Querbaukastens und soll ein ganz flotter Feger werden. „Das Auto wird Sie überraschen“, hatte VW-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg bereits vor etlichen Monaten versprochen. „Das wird kein Rucksackmodell, sondern eine sehr dynamische Limousine.“ Knapp 4,60 Meter lang. Wir sind gespannt, denn obwohl das Design in die coupéhaft-feine Richtung marschiert, soll es im Fond üppige Kopffreiheit und mindestens 520 Liter Kofferraumvolumen geben. Eventuell bekommt der Jetta, der erst einmal wie bisher in Mexiko gebaut wird – später voraussichtlich im neuen VW-US-Werk Chattanooga –, sogar einen neuen Namen, Verkaufsstart ist am Jahresende 2010, der Einstiegspreis dürfte bei gut 20.000 Euro liegen.

VW Tiguan
Auch der auf dem Golf basierende SUV-Bestseller Tiguan kommt neu – spätestens im Frühjahr 2010 ist Händlerstart für den speziell an der Front auffällig überarbeiten Stadt-Land-Alleskönner, von dem seit November 2007 weltweit fast 250.000 Exemplare verkauft wurden. Gefragtestes Modell in Deutschland ist der Zweiliter-Einstiegsdiesel mit 140 PS und einem Verkaufsanteil von immerhin rund 45 Prozent. Das neue Modell mit der aufgehübschten Front und fast unveränderten Außenmaßen dürfte nach unten wachsen – diskutiert wird ein 1,6-Liter-Einstiegsdiesel mit rund 120 PS. Die BlueMotion-Spartechnik – inklusive Start-Stopp-Automatik – wird ebenfalls im Programm sein, auch in Kombination mit dem DSG-Getriebe.

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Opel Astra Sports Tourer

Mit dem neuen Astra geht Ende November das mit Abstand wichtigste Modell der Marke an den Verkaufsstart. Wie es scheint zur rechten Zeit. Die Abwrack-Party ist zu Ende, 2010 dürften besonders solche Autos gefragt sein, die ohne Staats-Zuschuss bezahlbar und familientauglich sind. Mit dem Einstiegspreis von 15.900 Euro ist der Astra hier eine reizvolle Offerte.

Und damit ein jeder im Modellprogramm fündig wird, wollen die Rüsselsheimer in den nächsten zweieinhalb Jahren noch kräftig nachlegen. Der Kombi ist schon in Sichtweite. „Wir liegen hier nicht nur voll im Zeitplan, sondern werden seine Einführung sogar leicht vorziehen“, gibt Opel-Aufsichtsratschef Carl-Peter Forster einen Ausblick auf den Sports Tourer, der im Herbst 2010 erscheint und den bisherigen Astra Caravan ablöst. Ein gutes Drittel aller Astra-Verkäufe soll dann auf die praktische, rund 4,60 Meter lange Frachtversion entfallen, die mit einem gegenüber der fünftürigen Limousine um knapp zehn Zentimeter verlängerten Radstand auf hohes Ladevolumen ausgelegt ist.

Mehr als 1600 Liter wird der Opel Astra Sports Tourer fassen und damit sogar den klar längeren Insignia Kombi (540 bis 1530 Liter) überflügeln. Das maximale Stauvolumen nimmt gegenüber dem Astra Caravan (500 bis 1590 Liter) zwar nur geringfügig zu, dafür aber hat das Team um Chefdesigner Mark Adams eine sehr dynamische Kombi-Karosserie gezeichnet, die Schluss macht mit der bisherigen Kastenlinie.

Eine Hybrid-Variante des neuen Astra ist vorerst nicht geplant. Dafür übernimmt der aus Modulen der General Motors-Delta-Plattform (Astra, Zafira, Chevrolet Cruze) konstruierte Opel Ampera ab 2011 die Rolle des ökologisch sauberen Kompaktautos.

Astra-Varianten GTC und Cabrio

Ein weiteres Astra-Derivat ist der für Mitte 2011 geplante Opel Astra GTC, der als ernsthaftes Sportcoupé anrollt und wie alle Astra auf Wunsch mit dem FlexRide-Fahrwerk zu haben sein wird, bei dem sich per elektronischer Dämpferregelung verschiedene Fahrmodi wählen lassen. Dank der modifizierten Verbundlenker-Hinterachse samt des spur- und sturzstabilisierenden Wattgestänges soll der GTC auch fahrdynamisch verwöhnte Kunden begeistern. Für ausreichend Kraft sorgen die stärkeren Benziner und Diesel der Astra-Baureihe, zu denen sich ein 220 PS starker Zweiliter-Turbobenziner gesellt.

Noch später, frühestens Anfang 2012, ist mit der Neuauflage des Astra Cabriolet zu rechnen. Es basiert auf dem GTC und löst den Astra TwinTop ab. Mit der Wachablösung verschwindet das dreiteilige Stahl-Klappdach – dieses teure, schwere und zudem platzraubende Verdeck weicht einer klassischen Stoffmütze, die sich kompakt hinter den Rücksitzen ablegt – natürlich vollautomatisch.

Ford Focus kommt Anfang 2011
Auch bei dem Kölner Rivalen Ford, der im September in Deutschland erstmals seit zehn Jahren wieder einen Marktanteil von acht Prozent erreicht hat, gibt es demnächst viel Schwung in der Kompaktklasse: Die Rede ist vom neuen Ford Focus, der im Frühjahr 2011 startet und sich mit abermals verschärftem Styling klar vom VW Golf absetzt. Ins Auge fallen die weit nach vorn versetzte Frontscheibe, der riesige Kühlluftschlund, die stark gepfeilte Motorhaube und die erstmals frei stehenden Außenspiegel.

Das Fahrwerk mit dem bewährten Mix aus McPherson-Vorderachse mit Dreiecksquerlenkern und Mehrfachlenkerachse hinten wird nur leicht überarbeitet. Grundlegend Neues dagegen im kurzen Bug: Aufgeladene Benziner mit kleinen Hubräumen, aber vergleichsweise hoher Leistung halten Einzug. Geplant sind Dreizylinder mit 1,0 und 1,25 Liter Hubraum sowie Vierzylinder von 1,6 bis 2,0 Litern. Diese neue „EcoBoost“-Motorengeneration deckt ein Leistungsspektrum von 100 bis zunächst 180 PS ab. Geplant sind zudem eine Start-Stopp-Automatik, der breite Einsatz des aktuellen Doppelkupplungsgetriebes Powershift und ein neuer Zweiliter-Top-Diesel mit 180 PS.

Ford C-Max ab Mitte 2010

Auf Basis des Focus-Nachfolgers kommt dann Mitte 2010 auch der neue C-MAX auf den Markt. Novum: Erstmals gibt es den Kölner Kompaktvan in einer um rund 15 Zentimeter verlängerten, siebensitzigen Version namens Grand C-MAX. Seitliche Schiebetüren erleichtern den Einstieg in die zweite Reihe und in den Kofferraum, in dem zwei wegklappbare, etwas knapper geschnittene „Bedarfssitze“ montiert sind. Wenige Wochen nach Markteinführung des Grand-Modells wird der neue Fünfsitzer folgen, dessen Einstiegspreis gegenüber dem des aktuellen Modells (18850 Euro) nur geringfügig steigen soll. Die Motorisierungen entsprechen in beiden Fällen denen der Focus Limousine.
 Wolfgang Eschment, Stefan Miete

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