Neuer VW Atlas: Erste Fahrt (Update) Erste Fahrt im neuen VW-SUV Atlas

10.01.2017

Das große Wolfsburger-SUV für die USA heißt Atlas. Die Mission ist klar: Mit dem Atlas will Volkswagen den riesigen US-Markt für Midsize-SUV erobern. Wir durften für eine erste Fahrt ans Steuer des großen Touareg-Bruders, das die Amerikaner begeistern soll.

Der neue VW Atlas soll den Wolfsburgern 2017 zu neuem Schwung auf dem US-Markt verhelfen. Die bisher angebotenen Modelle waren den Amerikanern oft zu klein oder zu teuer – so richtig getroffen haben die VW-SUV den Geschmack der US-Kundschaft bislang jedenfalls nicht. Schon ohne Dieselgate war Amerika deshalb für die Niedersachsen zuletzt die größte Baustelle. Und seitdem die Abgas-Manipulationen aufgeflogen sind, hat sich die Situation noch einmal dramatisch zugespitzt. Doch so langsam hat der neue US-Chef Hinrich Woebcken wieder gut lachen. Denn er steht nicht nur unmittelbar vor einer juristischen Einigung mit den Händlern, den Kunden und den Behörden, sondern vor auch kurz vor dem Launch des neuen VW Atlas. Und damit des wahrscheinlich wichtigsten VW-Modells der letzten Jahre: Ende Oktober zieht er das Tuch von einem neuen Geländewagen, mit dem VW endlich im riesigen Segment der Midsize-SUV Fuß fassen will. Zum ersten Mal konkret nach den Vorgaben aus Amerika entwickelt und gemeinsam mit dem Passat im US-Werk Chattanooga gebaut, soll die derzeit noch nicht offiziell benannte Familienkutsche mit dem Format des Touareg, dem Platzangebot des Buli und einem Preis knapp über dem Tiguan die Mütter der Mittelschicht ködern, die der Marke spätestens nach dem zweiten Kind bislang den Rücken kehren mussten. Weil VW in Amerika endlich mal wieder gute Schlagzeilen braucht und weil sich die Niedersachsen als Neueinsteiger in dieser Klasse gegen Dauerbrenner aus den USA und Japan erst positionieren müssen, will Woebcken aber nicht bis zur Weltpremiere warten, sondern bittet schon jetzt zur ersten Fahrt.


Exklusive Fahrt im neuen VW Atlas (Video):

 

 

VW Atlas (2017) tritt getarnt zur ersten Fahrt an

Dass die Prototypen des neuen VW Atlas dabei noch stark getarnt sind, macht in diesem Fall rein gar nichts. Denn erstens kann man sich das Design nach einem gefühlten Dutzend CrossBlue-Studien hinreichend vorstellen, selbst wenn Woebcken dem Serienauto noch mehr Charakter und eine bulligere Front zuschreibt. Und zweitens geht es beim Projekt VW 416 ohnehin mehr um den Innenraum. Schließlich ist er diesseits von Caddy & Co. der erste Siebensitzer im VW-Programm. Dafür haben die Niedersachsen die Plattform des Modularen Querbaukastens (MQB) bis an ihre Grenzen gestreckt und so einen wahren Riesen auf die Räder gestellt: Mit 5,04 Metern ist das B-SUV noch ein gutes Stück größer als der Touareg, die Achsen stehen knapp drei Meter auseinander und schon ohne Spiegel misst er in der Breite volle zwei Meter. Der Vorteil dieses Formats ist ein Platzangebot, wie wir es in einem Pkw von Volkswagen bislang noch nicht gesehen haben: Vorn sitzt man am Steuer des neuen VW Atlas so gut wie in Touareg oder Passat und wenn die verschiebbare zweite Reihe um etwa 20 Zentimeter nach hinten gleitet, kann man auch im Fond die Beine übereinander schlagen. Und selbst die dritte Reihe bietet mehr als nur zwei notdürftige Sitzgelegenheiten: Die beiden Klappsessel sind dank der riesigen Türausschnitte und dem mit einer Hand bedienbaren Mechanismus der vorderen Sitze nicht nur ungewöhnlich gut erreichbar, sondern taugen tatsächlich auch für Erwachsene.

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Platz bietet der neue VW Atlas reichlich

Aber der neue Zuschnitt hat auch einen gravierenden Nachteil – zumindest für uns Europäer: Der neue VW Atlas wird so groß, dass er in den Augen der Niedersachen die heimischen Straßen sprengen würde. Während sich zum Beispiel die Russen oder die Kunden in den Golf-Staaten auf eine Export-Variante freuen dürfen und in China auf der gleichen Basis mit etwas mehr Bling-Bling sogar ein eigenes Modell aufgelegt wird, schauen wir in die Röhre und müssen uns mit der für 2017 versprochenen Langversion des Tiguan begnügen. Allerdings darf man an dieser Begründung getrost seine Zweifel hegen. Viel eher könnte die Entscheidung auch daran liegen, dass ein Touareg zum Tiguan-Preis das europäische Gefüge der Modelle und Marken ein bisschen zu sehr ins Wanken bringen würde und zum Beispiel er neue Skoda Kodiaq plötzlich einen harten Konkurrenten aus den eigenen Reihen hätte. Anders als der mittlerweile arg eingestaubte US-Passat müsste sein großer Bruder den Vergleich mit europäischen Modellen dabei allerdings nicht scheuen. Zwar hat VW auch hier aufs Geld geschaut und dem Kampfpreis bei den Einstiegsmodellen viel Komfortausstattung geopfert. Doch in den gehobenen Varianten des neuen VW Atlas gibt es in der Mittelkonsole den großen Touchscreen aus dem Tiguan und hinter dem Lenkrad das frei programmierbare Kombiinstrument aus dem europäischen Passat. Außerdem sammelt der BigMac aus dem Werk in Chattanooga mit Car-Net alle gängigen Smartphones ein und fährt mit automatischer Abstandsregelung, Notbremsassistent oder Einparkroboter auch bei den Assistenzsystemen nicht mehr hinterher.

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Neuer VW Atlas vorerst nur als Benziner

Dürftig ist nur die Auswahl der Motoren. Denn zumindest zum Start gibt es den neuen VW Atlas lediglich mit einem 238 PS starken 2-Liter-Turbo oder dem betagten 3,6-Liter-V6-Sauger, der auf 280 PS kommt und bei maximal 360 Newtonmeter und einer betont soften Achtgang-Automatik zum soliden Highway-Cruiser wird. Obwohl der Wagen wohl eher durch die Suburbs kreuzen wird, hat VW ihn auch für Matsch und Modder ausgelegt, bietet ihn zumindest optional auch mit Allrad an und nutzt dann auch die vom Tiguan bekannten Fahrprofile. Schließlich wollen auch die Soccer-Mums mal zum Barbecue oder zu den Boyscouts. Zwar kommt das Projekt 416 genau zur richtigen Zeit, denn es dürfte den Abgasskandal erst einmal aus den Nachrichten verdrängen und die Marke VW im Aufbruch inszenieren. Doch wenn man die unzähligen Studien mit einbezieht, wird an dem Auto wahrscheinlich schon mehr als vier Jahre gearbeitet. Und als die Diesel-Bombe platzte, war bei diesem Modell eigentlich schon alles in Trockenen Tüchern. Nur zwei Details des VW Atlas haben sich seit dem Anfang der Affäre noch geändert: Als Bekenntnis zu Amerika bekommt der Geländewagen auch einen amerikanischen Namen. Und den ursprünglich mal geplanten TDI-Motor hält Woebcken mittlerweile für denkbar unwahrscheinlich.

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