Neues E-Klasse T-Modell im ersten Vergleichstest Oberklasse-Kombis

05.09.2011
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

In der Oberklasse ist auch ein großer Laderaum gefragt – das beweisen die Verkaufserfolge schicker Premium-Kombis. Das neue T-Modell der Mercedes E-Klasse will sich jetzt wieder an die Spitze des Feldes setzen

Premiumkombis sind luxuriöse Gleiter und praktische Lastesel zugleich und haben eine lange Tradition. Der erste dieser Art war das T-Modell von Mercedes und startete 1977. Die neue, inzwischen fünfte Generation trifft zum Kräftemessen auf eine anspruchsvolle Konkurrenz: Zwei Deutsche und ein Schwede werben ebenfalls um die kaufkräftige Klientel: Audi A6 Avant 2.7 TDI, BMW 525d Touring und Volvo V70 D5. Wie das E 250 CDI T-Modell fahren auch sie in diesem Test mit Automatikgetrieben vor. Doch die vornehmen Frachter haben ihren Preis. Der Herausforderer aus Stuttgart kratzt an der 50.000-Euro-Marke, die Rivalen sind da günstiger – der Volvo fast 8000 Euro.

 

Karosserie

Dass man in dieser Preisklasse edle Materialien und eine saubere Verarbeitung bekommt, versteht sich von selbst. Audi, BMW und Mercedes liegen hier gleichauf, der Volvo wirkt nicht ganz so solide wie die Deutschen.

Auch beim Raumangebot verliert er Punkte, weil die Kopffreiheit nach oben eingeschränkt ist. Beim Größenvergleich der Kofferräume zieht die E-Klasse allen davon: 695 Liter schluckt sie bei aufgestellter Rücksitzbank. Klappt man diese um, sind es fast zwei Kubikmeter Gepäckvolumen, und für 1083 Euro extra gibt es zwei zusätzliche Notsitze im Kofferraum. Zudem fällt die Beladung des Benz dank niedriger Ladekante (55 Zentimeter) am leichtesten in diesem Quartett.

Der 5er erfreut mit separat zu öffnender Heckscheibe (Serie). Audi und Volvo verfügen mit 565 und 575 Liter Ladevolumen über 100 Liter weniger als die E-Klasse. Maximal kommen sie nicht über 1660 (A6) und 1600 Liter (V 70) hinaus. Der BMW fällt mit 500 bis immerhin 1650 Litern zurück. Angenehm: Alle Kombis bieten mit liegender Rückbank – beim Volvo dreigeteilt – ebene Ladeflächen.

Die Bedienung gibt in A6, 5er und Mercedes keine Rätsel auf. Der V70 nervt etwas mit umständlicher Navi-Bedienung – hinter dem Lenkrad oder per Fernbedienung – und Menüführung.

Alle vier Edel-Laster sind rollende Hochleistungscomputer mit meist optionalen Fahrerassistenzsystemen, die beim Verlassen der Spur und vor Verkehrsteilnehmern im toten Winkel warnen oder erkennen, wenn der Fahrer unkonzentriert wird (Serie im Mercedes).

KarosserieMax. PunkteMercedes E 250 CDI TBMW 525d TouringAudi A6 Avant 2.7 TDIVolvo V70 D5
Raumangebot vorn10089838885
Raumangebot hinten10090878985
Übersichtlichkeit7037424338
Bedienung/ Funktion10080808378
Kofferraumvolumen10079526060
Variabilität10045444353
Zuladung/ Anhängelast8044424038
Sicherheit150123110102101
Qualität/ Verarbeitung200185185185168
Kapitelbewertung1000772725733706

 

Fahrkomfort

Elektronisch gesteuert sind im Audi auch die Dämpfer (1950 Euro Aufpreis). Im Komfort-Modus federt der Ingolstädter leer und beladen am geschmeidigsten. Nur Querfugen dringen zum Teil etwas trocken zu den Insassen durch. Dicht dahinter liegen der neue E-Klasse-Kombi und der V70 gleichauf.

Der Mercedes ist straffer als der Audi, er fällt durch etwas mehr Karosseriebewegungen und leichtes Zittern beim Überfahren mehrerer aufeinanderfolgender Querfugen auf. Die federt der Volvo besser weg, muss sich aber auf Kopfsteinpflaster hinter der E-Klasse einreihen. Der eher sportlich abgestimmte BMW absorbiert vor allem kleine Unebenheiten schlechter – obwohl an seiner Hinterachse, wie auch an der des Mercedes, serienmäßig eine Luftfederung installiert ist.

Federn lassen muss der Volvo beim Geräuscheindruck, denn der Fünfzylinder dröhnt vernehmlich. Der Sitzkomfort leidet unter mangelnder Seitenführung und rutschigen Lederbezügen (ab 1690 Euro). Obwohl sich die Multikontursitze des Mercedes (619 Euro) sehr fein einstellen lassen, geben die  passgenauen Sportsitze des A6 (605 Euro) den Passagieren mehr Halt.

FahrkomfortMax. PunkteMercedes E 250 CDI TBMW 525d TouringAudi A6 Avant 2.7 TDIVolvo V70 D5
Sitzkomfort vorn150130128132125
Sitzkomfort hinten10073837470
Ergonomie150121117123112
Innengeräusche5040413837
Geräuscheindruck10075767772
Klimatisierung5042413942
Federung leer200158155160158
Federung beladen200163160165163
Kapitelbewertung1000802801808779

 

Motor und Getriebe

Wer in dieser Fahrzeugklasse ordentlich motorisiert sein will, sollte Turbodiesel um die 200 PS ordern, am besten in Kombination mit einem Automatikgetriebe. Denn so paart sich entspanntes, kultiviertes Vorankommen mit guten Fahrleistungen bei akzeptablem Verbrauch.

Die Hersteller unseres Testquartetts setzen auf unterschiedliche Motorenkonzepte: Mercedes verwendet einen 2,2-Liter-Biturbo-Vierzylinder mit 204 PS, Volvo baut auf einen 205 PS starken 2,4-Liter-Reihenfünfzylinder, BMW favorisiert den bekannten 3,0-Liter-Reihensechszylinder (197 PS). Der Audi A6 hat mit dem 190 PS starken 2,7-Liter-TDI als einziger einen Motor in V6-Bauweise.

In der Praxis glänzt der Audi mit der größten Laufruhe, gefolgt vom BMW. Mercedes und insbesondere Volvo fallen in dieser Disziplin ab, was vor allem in oberen Drehzahlbereichen offenkundig wird. Ihre üppigen Maximal-Drehmomente (Mercedes: 500 Nm, Volvo: 420 Nm) sorgen jedoch für durchzugsstarkes Fortkommen auch bei niedrigen Drehzahlen. Bei den Fahrleistungen hat der BMW die Nase vorn: 7,8 Sekunden von null auf 100 km/h und 232 km/h Höchstgeschwindigkeit markieren in diesem Quartett die Spitze. Aber auch die Konkurrenten zählen beileibe nicht zu den Langsamen, wie der Blick in die technischen Daten beweist, denn selbst bei „nur“ 220 km/h Höchstgeschwindigkeit dürfte es keinen Grund zur Klage geben.

Allenthalben ist also entspanntes Reisen angesagt, woran die Automatikgetriebe einen gebührenden Anteil haben. Spontane, aber sanfte Gangwechsel kennzeichnen sowohl die Sechsstufen-Wandlerautomatik des BMW als auch das stufenlose multitronic-Getriebe des Audi. Die Schaltautomaten von Mercedes und Volvo reagieren hier und da etwas träger. Beim Testverbrauch zeigen sich Audi und Mercedes mit jeweils 8,1 Liter Diesel sparsamer als BMW und Volvo (jeweils 8,3 Liter).

Motor und GetriebeMax. PunkteMercedes E 250 CDI TBMW 525d TouringAudi A6 Avant 2.7 TDIVolvo V70 D5
Beschleunigung150116118113116
Elastizität1000000
Höchstgeschwindigkeit15075777068
Getriebeabstufung10084858583
Kraftentfaltung5037353236
Laufkultur10071767868
Verbrauch325228224228224
Reichweite2513161716
Kapitelbewertung1000624631623611

 

Fahrdynamik

Vor allem der hinterradgetriebene BMW zeigt, wie behende sich fast 1,8 Tonnen Leergewicht bewegen lassen. Agiles Einlenkverhalten und eine mustergültig gefühlvolle Lenkung zählen ebenso zu den fahrdynamischen Charaktermerkmalen des Münchner Luxuslasters wie das nahezu neutrale Fahrverhalten im Grenzbereich. Die besten Bremsen im Test setzen dem Fünfer-Touring die Fahrdynamik-Krone auf.
Das neue, ebenfalls hinterradgetriebene E-Klasse-T-Modell ist eher auf der komfortablen Seite unterwegs, was sich bei Kurvenfahrten in stärkeren Wankbewegungen der Karosserie zeigt.

Außerdem sind hier größere Lenkwinkel als beim Münchner Konkurrenten nötig. Dennoch wirkt der E 250 agil und sehr fahrsicher. Der frontgetriebene Audi zeigt selbst im dynamic-Modus seiner Luftfederung (adaptive air suspension, 1950 Euro), der eine sportliche Dämpfungscharakteristik bewirkt und die Karosserie absenkt, ein etwas trägeres Einlenkverhalten als der Mercedes. Die Untersteuertendenz an der Haftgrenze ist stärker ausgeprägt als beim Stuttgarter. Die Lenkung des A6 lässt in puncto Präzision keine Wünsche offen, die Rückmeldung von der Fahrbahn könnte aber besser sein.

Der Kaltbremswert des Audi fällt etwas länger aus als bei der Konkurrenz. Mit warmer Anlage bildet der Volvo das Schlusslicht bei den Bremswegen. Auch kämpft der ebenfalls frontgetriebene Schwede mit Traktionsproblemen und zeigt zum Teil recht deutliche Lastwechselreaktionen. Seine Lenkung besitzt zudem ein relativ hohes Rückstellmoment.

FahrdynamikMax. PunkteMercedes E 250 CDI TBMW 525d TouringAudi A6 Avant 2.7 TDIVolvo V70 D5
Handling15074806462
Slalom10061685658
Lenkung10083897875
Geradeauslauf5043374040
Bremsdosierung3017211818
Bremsweg kalt15089947486
Bremsweg warm15092928577
Traktion10041363532
Fahrsicherheit150130125125123
Wendekreis2011868
Kapitelbewertung1000641650581579

 

Umwelt und Kosten

Nicht nur bei den Anschaffungspreisen, sondern auch beim Wertverlust müssen Kleinsparer Luft holen: So prognostiziert die DAT dem Mercedes eine Wertminderung von 26.557 Euro, während BMW-Besitzer nach vier Jahren und 80.000 Kilometern gar 28.887 Euro abschreiben müssen.

Der Volvo liegt gut 3200 Euro darunter, trägt aber bei den zu erwartenden Werkstattkosten mit 808 Euro pro Jahr die rote Laterne. Bei den Kosten für Haftpflicht und Vollkasko bildet das E-Klasse T-Modell das Schlusslicht, in der Kfz-Steuer wiederum profitiert es von seinem vergleichsweise kleinen Hubraum. Dies ändert aber nichts daran, dass der Volvo im Kostenkapitel die meisten Punkte einheimst.

Kosten/UmweltMax. PunkteMercedes E 250 CDI TBMW 525d TouringAudi A6 Avant 2.7 TDIVolvo V70 D5
Bewerteter Preis675115121127138
Wertverlust5013121213
Ausstattung2515151616
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung5027232827
Werkstattkosten2014151512
Steuer107666
Versicherung4024283231
Kraftstoff5538373837
Emissionswerte2575848584
Kapitelbewertung1000328341359364

 

Fazit

Das neue E-Klasse T-Modell gewinnt diesen Test. Der üppige Laderaum und die umfassende Sicherheitsausstattung tragen dazu ebenso bei wie der gute Komfort. Auch der drehmomentstarke Vierzylinder harmoniert gut mit dem großen Kombi – wenn nur die hohen Kosten nicht wären. Obwohl in die Jahre gekommen, setzt der BMW als Zweitplatzierter nach wie vor den Maßstab in Sachen Fahrdynamik. Der Audi als Dritter kann ihm da nicht folgen, setzt aber Zeichen in puncto Laufkultur und Federungskomfort. Der Volvo als Vierter überzeugt Individualisten abseits des deutschen Premium-Mainstreams mit seiner Variabilität und günstigen Preisen.

Gesamtbewertung

Max. PunkteMercedes E 250 CDI TBMW 525d TouringAudi A6 Avant 2.7 TDIVolvo V70 D5
Summe50003167314831043039
Platzierung1234

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