Neuer VW Polo 6 (2017): Testfahrt begleitet (Update!) Wir sind im Polo 6 mitgefahren

von Thomas Geiger 16.06.2017

Wir haben eine erste Testfahrt mit dem neuen VW Polo 6 (2017) begleitet. Dabei zeigte der Polo, dass er sogar seinem großen Bruder Golf gefährlich nahe auf den Pelz rückt. 

Klaus Gerhard Wolpert, dem Chef der kleinen VW-Baureihen und somit auch des neuen VW Polo (2017) steht der Schweiß auf der Stirn. Dabei könnte er eigentlich ganz cool bleiben. "Wir machen schließlich einen riesigen Sprung nach vorn", sagt der Projektleiter und räumt insgeheim ein, dass es mit dem neuen Polo (2017) bald einen Grund weniger gibt, den Golf zu kaufen. Dass Wolpert trotzdem heiß ist, liegt nicht etwa an Zweifeln, sondern allein an den Temperaturen. Schließlich prügelt er den neuen Polo 6 kurz vor der Markteinführung im Herbst noch einmal über die einsamen Straßen im Norden Südafrikas, um dem Herausforderer von Corsa & Co den letzten Schliff zu geben. Dabei fühlt sich der Kleinwagen so erwachsen und souverän an wie ein Golf. Nicht nur, weil der neue VW Polo (2017) noch einmal ein paar Zentimeter zulegt und jetzt so groß ist wie der Golf III. Und auch nicht, weil Wolpert mit vollen Händen aus dem Teileregal der Kompakt- und Mittelklasse schöpft und den neuen Polo (2017) deshalb mit jeder Menge Infotainment- und Assistenzsystemen spickt. Sondern vor allem, weil der neue Polo selbst auf den miesen Pisten irgendwo im Nirgendwo südlich des Äquators ruhig und gelassen federt, sauber und präzise lenkt und rundherum so solide wirkt, wie ein deutlich größeres Auto.

Neuheiten VW Polo (2017)
VW Polo 6 (Preis): IAA 2017  

Bestellstart für den Polo

 

Mitgefahren: VW auf Testfahrt im neuen VW Polo 6

Nur die Motoren wollen nicht ganz zu diesem Gefühl passen. Zu laut und zu eindringlich ist das Schnattern des Dreizylinders, der bei den meisten Modellen zum Einsatz kommt. Und auch das Fünfgang-Schaltgetriebe des neuen VW Polo (2017) verträgt sich nicht so recht mit dem selbst erklärten Premium-Anspruch, den VW für den Kleinwagen postuliert. Dabei sind die Motoren sonst auf der Höhe der Zeit: Die beiden 1,6-Liter-Diesel mit 80 und 95 PS werden erstmals im Kleinwagen mit einem SCR-Katalysator kombiniert und einige der Benziner – vom Einstiegsmodell mit 65 PS bis zum GTI mit 200 PS – bekommen künftig einen Partikelfilter. Selbst wenn Wolpert wegen des hohen Preises und der geringen Kaufbereitschaft so schnell keinen Markt für einen elektrifizierten Polo sieht, hat er zumindest eine CNG-Version in der Pipeline. Seine Platzreife in der Golf-Klasse verdankt der neue Polo vor allem dem Umzug in den modularen Querbaukasten, der für die neue Baureihe nach unten ausgerollt wurde und damit gar vollends zum Rückgrat des Konzerns wird. Nicht umsonst basieren auf ihm mittlerweile allein 28 VW-Modelle und noch einmal ähnliche viele Fahrzeuge der Konzerntöchter vom Skoda Kodiaq bis zum Seat Ibiza, der den Modellwechsel des Polos vorwegnimmt. Die neue Plattform, die mittlerweile über acht Millionen Mal gebaut wurde, drückt das Gewicht, verbessert die Platzverhältnisse und verschafft dem neuen VW Polo den Zugang zu sämtlichen Assistenzsystemen und Ausstattungsoptionen von Golf & Co.

VW Polo 6 (2017) im Video:

 
 

Preis: Neuer Polo (2017) kostet 12.975 Euro

Aber der neue Polo (2017) schaut nicht nur nach dem Golf, sondern lernt auch von seinem kleinen Bruder Up. "Da haben wir uns abgeschaut, wie man ein lebenslustiges Auto baut", sagt Wolpert. Die Karosserie wirkt zwar brav und bieder, bringt aber auch Farbe ins Spiel. Zumindest im Innenraum: Neben den neuen, sehr viel größeren Touchscreens mit Klavierlackrahmen, Black-Pannel-Optik und Näherungssensor gibt es deshalb auf Wunsch auch bunte Kunststoff-Konsolen. Jedoch weiß auch Wolpert, dass ein paar Farbkleckse allein aus einem konservativen Klassiker keinen bunten Lifestyle-Flitzer machen und hat deshalb die Familienplanung schon weiter vorangetrieben. Ab dem nächsten Jahr gibt es den neuen VW Polo (2017) auch als SUV, das dann dem Tiguan und dem bis dahin eingeführten Golf-SUV im Stil der Studie T-Roc das Leben schwer machen dürfte. Er fährt sich wie ein Golf, bietet zumindest die Option auf beinahe die gleiche Ausstattung und ist dank seines größeren Radstands vor allem in der ersten Reihe kaum weniger geräumig. Nur in einem entscheidenden Punkt weist Wolpert für den Polo 6 die Nähe zu seinem großen Bruder zurück. Beim Preis. Denn dieser wird mit 12.957 Euro keinen nennenswerten Sprung machen.

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Neues VW-SUV in der Polo-Klasse

 

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