Neuer VW Polo 6 (2017): Erste Testfahrt Platzreife für Polo Nummer 6

von Thomas Geiger 29.08.2017

Der neue VW Polo 6 (2017) rückt sogar seinem großen Bruder Golf gefährlich nahe auf den Pelz. Das zeigt unsere erste Testfahrt im deutlich größer und erwachsener gewordenen Kleinwagen aus Wolfsburg!

Mit der Premiere des neuen VW Polo 6 (2017) wird es für den Golf schon wieder ein bisschen enger, ab Ende September 2017 kommt nämlich die neue Polo-Generation zu sehr moderat gestiegenen Preisen ab 12.975 Euro seinem großen Bruder näher denn je. Es sägen ausnahmsweise also nicht die Koreaner oder die Japaner am Thron des ewigen Bestsellers. "Damit sprengen wir die Grenzen der Kleinwagen-Klasse", sagt sogar Entwicklungsvorstand Frank Welsch bei unserer ersten Testfahrt und verspricht einen so noch nie dagewesenen Technologietransfer aus den höheren Segmenten: "Der neue Polo bringt die Zukunft in die Klasse der Kompakten." Möglich wird das vor allem mit einer neuen Plattform. Mit der sechsten Generation wechselt der neue VW Polo 6 (2017) auf die MQB-Architektur des Golf und erhält somit nicht nur jeweils knapp zehn Zentimetern mehr Radstand und Länge. Nein, der Kleinwagen kriegt auf diese Weise vor allem Zugriff auf ein prall gefülltes Regal an Konzerntechnologien – vom digitalen Kombiinstrument und dem Hochglanz-Touchscreen über Assistenzsysteme wie die Einparkautomatik oder die Abstandsregelung bis hin zu den LED-Scheinwerfern.

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VW Polo 6 (2017) im Video:

 
 

Erste Testfahrt im neuen VW Polo 6 (2017)

Entsprechend seriös und erwachsen wirkt der neue VW Polo 6 (2017) bei unserer ersten Testfahrt: Wie immer bei VW fühlt sich alles vornehm und hochwertig an, man findet sich in den neuen Instrumenten gut zurecht und vor allem schwelgt man in einem ungewöhnlich großen Raum. Vorne war es im Polo zwar noch nie ein Problem, doch jetzt können auch hinten zwei Erwachsene so gut sitzen, dass VW zurecht auf den Dreitürer verzichtet und den Passagieren die leidige Kletterpartie auf die Rückbank erspart. Auch beim Einkaufen muss man nicht mehr sparen – zumindest nicht am Platz. Denn mit seinen 351 Litern ist der Kofferraum rund 25 Prozent größer als bisher. Aber das ist kein Wunder – schließlich knackt der Polo wie die Konkurrenz von Ford und Opel zum ersten Mal die Vier-Meter-Marke und geht obendrein um sieben Zentimeter in die Breite. In engen Parklücken mag man dem alten Format hinterher trauern – erst recht, wenn man sich die entsprechenden Assistenten gespart hat. Doch sobald der Wagen auf der Straße steht, fühlt man sich ausgesprochen wohl mit der neuen Statur. Selten hat sich ein Kleinwagen so solide und souverän angefühlt. Der längere Radstand und die breitere Spur sorgen für Stabilität und lassen den Mini-Golfer gerade bei flottem Autobahntempo ziemlich erwachsen wirken. Da die Lenkung aber extrem leichtgängig ist, wuselt man mit dem Wolfsburger auch prima durch den Stadtverkehr und surft selbst durch kleinere Lücken sehr bequem. Dank eines eher steifen Fahrwerks wirkt er dabei kein bisschen sprunghaft oder unseriös, legt sich aber auch nicht über Gebühr in die Kurven. Nur Herzrasen darf man dabei keines erwarten: VW möchte es möglichst vielen recht machen und verzichtet deshalb selbst in der sportlichsten Stufe des variablen Setups auf eine betont agile Auslegung. Der neue VW Polo 6 (2017) überlässt Lust und Leidenschaft also den anderen – im besten Fall dem spanischen Vetter Ibiza, im dümmsten dem neuen Ford Fiesta.

 

Preis: Neuer Polo (2017) kostet 12.975 Euro

Eine gewisse Zurückhaltung erkennt man in der Startaufstellung auch unter der Motorhaube: Es geht los mit drei Dreizylinder-Benzinern, die alle mit einem mageren Liter Hubraum auskommen müssen und trotz gründlicher Dämmung ihr typisches Schnattern nicht verhehlen können. Als Sauger kommen die Einliter auf 65 oder 75 PS. Wer den kleinen Turbo bestellt, kommt mit 95 PS schon ziemlich flott voran. Nicht umsonst mobilisiert das Triebwerk 175 Newtonmeter Drehmoment, beschleunigt in 10,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht bei Vollgas immerhin 187 km/h. Allerdings wird es beim neuen VW Polo 6 (2017) nicht bleiben: Noch in diesem Jahr kommen bei den Benzinern ein weiterer Einliter-Motor mit 115 PS, ein 1,5-Liter-Aggregat mit 150 PS und für die Abteilung Attacke ein 200 PS starker GTI. Als einzige Diesel stehen zunächst zwei 1,6-Liter-Motoren mit 80 oder 95 PS parat. Da VW schon vor dem Beginn der großen Elektrooffensive ab 2020 die CO2-Werte in den Griff bekommen muss, wird es den neuen Kleinwagen erstmals auch mit einer Erdgasumrüstung geben. Überhaupt geht VW nach dem Diesel-Skandal beim neuen VW Polo 6 (2017) auf Nummer sicher: Die Diesel fahren mit SCR-Katalysator vor, Start-Stopp-Automatik und Rekuperation sind bei allen Varianten Standard. Zudem erhalten auch die Benziner einen Partikelfilter. Solide und seriös, geräumig und bei ausreichender Zahlungsbereitschaft auch gut ausgestattet: Zwar hat der neue VW Polo 6 (2017) mittlerweile tatsächlich Platzreife für die Golfklasse, doch eifert er seinem großen Bruder auch in seiner ganzen Wesensart nach. Ein paar schärfere Kanten im Blech und ein paar bunte Konsolen im Cockpit machen aus einem Biedermann nämlich keinen Brandstifter. So ist der vielleicht beste Kleinwagen zugleich der größte Langweiler – aber es hat ja niemand behauptet, dass es auf dem Golfplatz wirklich aufregend zugehe.

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