Neuer VW I.D. Buzz (2022): Erste Testfahrt Der Erbe des Bulli fährt elektrisch

von Thomas Geiger 22.08.2017

Als eines von mindestens fünf reinen Elektroautos soll der neue VW I.D. Buzz im Jahr 2022 auf den Markt kommen und den honorigen Bulli VW T1 endlich beerben. Bei einer ersten Testfahrt erfreuen wir uns an den Blicken der Passanten.

Ganz nach dem Vorbild der Designstudie I.D. Buzz soll Volkswagens neuer E-Hoffnungsträger 2022 als elektrische Inkarnation T1 tatsächlich in Serie gehen und die guten Zeiten wieder rollen lassen. Dass es überhaupt noch einmal zu einer Neuauflage der Ikone kommt, hatten Fans des Bulli kaum mehr zu hoffen gewagt. Zu oft hat VW es in den letzten Jahren schon mit irgendwelchen Retro-Bussen für irgendwelche Messen probiert, nur um die Prototypen kurz darauf wieder einzustampfen. Denn irgendwie wollten Design, Technik oder Kosten nie so richtig passen. Doch mit dem neuen I.D. Buzz (2022) habe man endlich die Lösung gefunden, wie man den Bulli neu erfinden und in die Zukunft bringen könnte, Mit einem Elektroantrieb machen die Niedersachsen den Bus von gestern nicht nur fit für die Zukunft, sondern sie bieten auch jene Raumeffizienz, die das Original über Jahre so einzigartig gemacht hat. Und das sympathische Design ist dann so etwas wie die Kirsche auf dem Kuchen. Vielleicht ist diesmal also wirklich Zeit für ein bisschen Vorfreude. Erst recht, wenn man gebeten wird, mit einer fast magischen Geste über die in den Sicken des Blechs versteckten Sensorfelder zu streichen, mit denen die elektrischen Türen aufschwingen. Oder wenn man eingeladen wird, mit dem Showcar auch noch eine schnelle Runde auf einer der schönsten Straßen zu drehen, die Kalifornien zu bieten hat. Kein Wunder also, dass der Puls nach oben schnellt, sobald der Finger das D-Feld in der Mitte des Lenkrades berührt und das Elektroauto auf den 17-Miles-Drive schießt.

Neuer VW I.D. Buzz (2022) im Video:

 
 

Erste Testfahrt im neuen VW I.D. Buzz (2022)

Was den neuen VW I.D. Buzz (2022) so vielversprechend macht, ist nicht nur sein elektrischer Antriebsstrang, der aus der MEB-Architektur stammt, sondern vor allem der Umstand, dass der futuristischste VW Bus dem historischen Mikrobus näher kommt als alle Generationen dazwischen. Er hat das gleiche unerreichte Verhältnis von Größe und Raum, er hat denselben freundlichen Charakter. Und er ist noch viel variabler und flexibler als es der herkömmliche T6 jemals sein wird. Es hat sogar den Motor wieder im Heck. Wenn jetzt nur bitte noch jemand einen Elektroantrieb erfinden könnte, der wie ein luftgekühlter Boxer klingt! Natürlich ist das handgefertigte Einzelstück weniger sportlich, als das Datenblatt verspricht. Die ungewöhnlichen schlanken und hohen Reifen auf ihren 22-Zoll-Felgen sind etwas laut und nicht sehr komfortabel und der Wendekreis ist wegen des Radstandes von 3,30 Meter so riesig, dass man gut verstehen kann, weshalb VW für die Serie über eine Hinterradlenkung nachdenkt. Doch man bekommt trotzdem ein sehr gutes Gefühl dafür wie es ist, mal wieder mit einem Microbus zu fahren - besonders wenn man sich die Gesichter vor den großen Fenstern ansieht. Denn egal ob aus einem VW Jetta oder einem Rolls-Royce Phantom, einem Oldtimer oder einem Supersportwagen – von überall sieht man nichts als gereckte Daumen. Zumindest, wenn die anderen Verkehrsteilnehmer nicht gerade damit beschäftigt sind, eiligst ihr Smartphone zu zücken und den Chip mit Fotos zu fluten. Kein Wunder, dass VW-Chef Diess den neuen VW I.D. Buzz (2022) einen der ikonischsten und sympathischsten Volkswagen aller Zeiten nennt.

Elektroauto VW I.D. Buzz Concept (2022)
VW I.D. Buzz (2022): Bulli-Nachfolger kommt (Update!)  

VW-Bus I.D. Buzz ab 2022 im Handel

 

VW behält sich Änderungen am I.D. Buzz vor

Was man dagegen noch nicht ausprobieren kann, das ist der autonome Modus des neuen VW I.D. Buzz (2022), den Volkswagen Schritt für Schritt ab 2025 anbieten will. Weil alle Sensoren und Kameras noch fehlen, kann man nur im Stillstand versuchen, was bald auch während der Fahrt funktioniert: Man muss nur den Finger für mehr als drei Sekunden auf das VW-Logo legen oder ein bisschen an seinem Sitz ruckeln, und das Lenkrad zieht sich ins Armaturenbrett zurück. Dann kann man seinen Sessel um 180 Grad nach hinten drehen und seine ganze Aufmerksamkeit den bis zu sieben Personen widmen, die in der geräumigen Lounge noch Platz finden. Oder man überlegt, wie man sein Gepäck auf bis zu 4600 Litern Stauraum verteilt. Natürlich werden sich einige Details noch verändern, bis in den langen vier Jahren die Produktion endlich startet. Zum Beispiel könnte das Auto auf die Größe eines Touran schrumpfen und dann trotzdem noch so viel Platz bieten wie heute ein T6, deutet einer der Entwickler an. Er wird sein rechtwinkliges Lenkrad verlieren, weil es ein bisschen schwer zu handhaben ist, während man enge Kurven nimmt oder in Parklücken rangiert, und er wird ein paar Schalter und Anzeigen bekommen, weil VW die Kunden beim Trip in die Zukunft nicht gleich überfordern will. Neben dem elektrischen Antriebsstrang, der Technologie für autonomes Fahren und jeder Menge Konnektivität, bietet der neue VW I.D. Buzz (2022) außerdem noch viele weitere Gimmicks: Ernsthafte, wie die Kameras anstelle der Spiegel, die Gesichtserkennung als Ersatz für den althergebrachten Tür- und Zündschlüssel und alberne, wie den kleinen Buddha, der mit einem breiten Grinsen unerschütterlich über dem Armaturenbrett schwebt. Der hat zwar keinen tieferen Sinn, aber er will uns trotzdem etwas sagen: Wer nur lange genug die Ruhe behält und Probleme einfach aussitzt, hat am Ende gut lachen.

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