Vergleich: Neuer Toyota RAV4 im Kompakt-SUV-Test 2013 Die Aufsteiger

27.06.2013
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Der neue Toyota RAV4 bekennt sich ganz offen zu mehr äußerer und innerer Größe. Ob das ausreicht, um den Kompakt-SUV-Platzhirschen von Ford, Mazda, Skoda und VW gefährlich zu werden, klärt der große Vergleichstest

Mensch, ist der groß geworden! Der Toyota RAV4 ist in seiner neuesten Ausbaustufe abermals gewachsen und streckt sich mittlerweile auf eine stattliche Außenlänge von 4,57 Meter. Wirklich kompakt ist das nicht mehr. Dabei hat alles so klein angefangen. Die erste Generation, die 1994 auf den Markt kam, verstand sich noch als Lifestyleorientiertes Freizeitmobil ohne allzu große Transporterambitionen. Dank seiner kleinwagenähnlichen Dimensionen (Länge Dreitürer: 3720 Millimeter) und des permanenten Allradantriebs samt Mitteldifferenzialsperre fand das damals eher ungewöhnliche Konzept viele Anhänger. Über die Jahre hat sich der Charakter des Toyota stark gewandelt und immer mehr dem gängigen Mainstream hin zu mehr Größe angepasst. Die konsequent kompakten Abmessungen blieben dabei naturgemäß auf der Strecke. Spätestens die seit Frühjahr dieses Jahres erhältliche vierte Generation ist endgültig zu einem vollwertigen Familienauto herangereift, das im Innen- im und Gepäckraum viel Platz bietet. Im großen Vergleichstest trifft der Neuling – motorisiert mit einem 150 PS starken Dieselaggregat – auf vielfältige Konkurrenz. Zum Wettbewerb bringt er einen Landsmann mit: den Mazda CX-5. Der sportlich gedresste Allradler wirft etliche Gewichtssparmaßnahmen in die Waagschale und setzt auf ein eigenständiges Motorkonzept mit einem ungewöhnlich niedrig verdichteten 150-PS-Selbstzünder. Dazu gesellt sich der ebenfalls neue und dynamisch talentierte Ford Kuga. Seine Markteinführung in Europa erfolgte im März. Den Vergleich bestreitet der Kölner mit einem Selbstzünder, der aus zwei Liter Hubraum 140 PS schöpft. Abgerundet wird das Feld durch die zwei technisch eng verwandten Konzernkollegen Skoda Yeti und VW Tiguan, die beide auf das bekannt sparsame und 140 PS starke 2.0 TDI-Triebwerk vertrauen. Alle fünf Kandidaten treten den Vergleich mit permanentem Allradantrieb und Sechsgang-Schaltgetriebe an.

 

Karosserie

Wie schon erwähnt ist der RAV4 von Generation zu Generation gewachsen. Das aktuelle Modell fällt nun nicht mehr wie bisher eine halbe Nummer kleiner aus als seine Wettbewerber, sondern etabliert sich im Reigen der so genannten Kompakt-SUV mit üppig bemessenem Innenraum: Zwar trübt das wuchtige Cockpit den Raumeindruck auf Fahrerund Beifahrersitz, doch die gebotene Ellenbogen- und Kopffreiheit sowie das Knickmaß von den Pedalen bis zur Sitzlehne belegen, dass ausreichend Freiraum da ist. Im Fond hingegen fühlt man sich luftiger untergebracht als an Bord der meisten anderen SUV. Besonders im Skoda Yeti muss man etwas näher zusammenrücken. In Anbetracht seiner kompakten Abmessungen darf aber auch der kleine Tscheche als geräumiges Auto gelten.

Beim Kofferraum-Volumen gibt der Toyota ebenfalls den Ton an: Mit 647 bis 1846 Litern setzt der RAV4 neue Bestwerte. Der Yeti hat zwar mit 405 Litern den kleinsten Stauraum, doch bereits durch Vorschieben der dreiteiligen Rückbank wächst sein Frachtabteil auf 510 Liter an. Wer die Sitze demontiert und das Auto bis unters Dach belädt, kann sogar 1760 Liter verstauen. Das entspricht dem zweitbesten Wert im Testfeld.

Auch Ford, Mazda und VW erfreuen mit einem guten Raumangebot, wobei der VW auf der Rückbank ein wenig schmaler ausfällt als seine Mitstreiter, aber den bequemsten Zustieg ermöglicht. Fahrer und Beifahrer hingegen genießen im Tiguan unstrittig den meisten Freiraum. Außerdem punktet der Niedersachse mit der höchsten Anhängelast (2200 kg) sowie einer Zuladung von satten 554 Kilo. Der Toyota verkraftet sogar noch zehn Kilo mehr Zuladung, darf aber nur zwei Tonnen ziehen, genau wie Mazda und Skoda. Zudem sind die Stütz- und Dachlast des RAV4 auf lediglich 50 Kilo begrenzt. Der Ford Kuga bringt es auf eine achtbare Anhängelast von 2100 Kilogramm, kann aber hinsichtlich der Variabilität nur eine asymmetrisch geteilt umlegbare Rückbank aufweisen – genau wie der Toyota. Als Bonbon offeriert der Ford gegen Aufpreis (575 Euro) aber eine elektrisch betriebene Heckklappe, die kontaktlos per Kick-Geste unter den hinteren Stoßfänger entriegelt werden kann. Eine absolut praktische Lösung.

Der Tiguan besitzt ebenfalls eine asymmetrisch geteilte, aber verschiebbare Rückbank samt Durchlade. Einen ebenen Ladeboden bei umgeklappten Sitzen weist der VW jedoch nur in Verbindung mit dem variablen Gepäckraumboden (175 Euro) auf. Mazda CX-5 und Skoda Yeti verfügen serienmäßig sogar über eine dreiteilige, verschiebbare Rückbank. Im CX-5 lassen sich die drei Plätze zudem bequem vom Kofferraum aus mit nur einem Handgriffflachlegen, dann erhält man eine beinahe topfebene Ladefläche. Im Yeti ergibt sich bei umgeklappten Sitzen eine minimale Stufe im Boden. Jedoch lassen sich die Sitze des Skoda nicht nur umlegen, sondern auch noch vorklappen oder bei Bedarf sogar vollständig demontieren. Außerdem können die beiden äußeren Plätze zur Mitte hin versetzt werden, sofern der Mittelsitz nicht an Bord ist. Das sichert dem vielfältigen Tschechen die höchste Punktzahl für die Variabilität.

Die Bestnote in der Sicherheitsausstattung verdient sich indes der Mazda, der serienmäßig sogar über einen Notbrems-Assistenten verfügt, der in der Lage ist, Auffahrunfälle unterhalb von 30 km/h autonom zu verhindern. Ford bietet ein solches System zumindest gegen Aufpreis (350 Euro) an. Es verhindert Auffahrunfälle jedoch nur bis 15 km/h, bleibt aber bis 30 km/h aktiv und warnt den Fahrer. Das kann der VW nicht, und einen Spurwechselassistenten sucht man bei ihm ebenfalls vergeblich, doch ansonsten lässt sich auch er zum Hochsicherheitstrakt aufrüsten, was ihm unterm Strich die zweithöchste Wertung einträgt.

Bei der Beurteilung der Verarbeitungsgüte setzt der Volkswagen immer noch den Maßstab. Allerdings holen seine Konkurrenten merklich auf, weshalb sein Vorsprung in diesem Punkt schwindet. Besonders die Oberflächen und die verbauten Materialien in Ford, Mazda und Toyota wirken größtenteils sehr ansprechend – einmal abgesehen von den schweißtreibenden plüschigen Bezügen auf den Sitzen des RAV4. Im direkten Vergleich fällt zudem auf, dass der Skoda doch ein wenig viel kratzempfindliches Plastik zur Schau stellt. An seiner routinierten Fertigungsqualität gibt’s aber nichts zu kritteln.

KarosserieMax. PunkteVW Tiguan 2.0 TDI 4MOTION BMTSkoda Yeti 2.0 TDI 4x4Ford Kuga 2.0 TDCi 4x4Mazda CX-5 2.2 Skyactiv-D AWDToyota RAV4 2.2 D-4D
Raumangebot vorn1007874767576
Raumangebot hinten1006764666667
Übersichtlichkeit705356535052
Bedienung/ Funktion1008888848585
Kofferraumvolumen1004742505272
Variabilität1003656334133
Zuladung/ Anhängelast804640414145
Sicherheit1507868757969
Qualität/ Verarbeitung200179172174175176
Kapitelbewertung1000672660652664675

 

Fahrkomfort

Auch wenn alle vier Kompakt-SUV absolut langstreckentaugliche Wegbegleiter sind, den Sieg im Kapitel Fahrkomfort teilen der Ford und der VW mit deutlichem Abstand unter sich auf. Der VW Tiguan glänzt mit den bequemsten Vordersitzen und bietet zudem die beste Ergonomie. Sämtliche Bedienelemente liegen logisch angeordnet und gut erreichbar. Die Rückbank ermöglicht auch größer gewachsenen Zeitgenossen eine adäquate Unterbringung, während das Fahrwerk gekonnt Unebenheiten im Asphalt glattbügelt. Fairerweise muss aber festgehalten werden, dass der VW als einziger im Test mit optionalen adaptiven Dämpfern (1100 Euro) ausgerüstet ist – ein sinnvolles Extra. Dem Tiguan dicht auf den Fersen folgt der Kuga: Der Kölner verfügt ebenfalls über bequeme Sitze in Reihe eins, und seine wesentlichen Bedienelemente sind gut zu erreichen. Der Sitzkomfort auf der Rückbank ist durch die knappere Beinauflage und tiefere Positionierung nicht so optimal wie im Tiguan. Seinem Ruf, sehr gute Fahrwerke zu bauen, wird Ford mit dem aktuellen Kuga hingegen einmal mehr gerecht. Seine grundsätzlich straff ausgelegte Federung schluckt klaglos alle möglichen Unebenheiten. Darüber hinaus schottet der Kölner seine Passagiere wirksam vor lästigen Geräuschen ab – ist aber objektiv das lauteste Auto.

In Sachen Ergonomie und Sitzkomfort kann auch der Skoda Yeti überzeugen. Allerdings verhagelt dem Tschechen die weniger schluckfreudige Federung die Bilanz. Auch wirkt der Yeti weniger gut gedämmt als beispielsweise der Ford oder der VW. Fahrwerks- und Motorgeräusche sind bei ihm stets präsenter. Die beiden japanischen Testaspiranten können ebenfalls nicht ganz mit den Musterschülern von Ford und VW mithalten. Im Mazda sitzt man vorn auf relativ weichen Stühlen, die zudem nicht allzu viel Seitenhalt gewähren. Hinten fehlt es langen Beinen an Oberschenkelauflage. Das Fahrwerk absorbiert Stöße nicht sonderlich gelassen, sodass auch auf der Autobahn häufig Unruhe im Aufbau herrscht. Dafür stimmt der Geräuscheindruck im CX-5. Weder Wind-, noch Fahrwerksgeräusche oder der Motorklang fallen hier negativ auf. Und der Neuling von Toyota? Nun, auch der etwas hölzern gefederte RAV4 liegt nicht ganz auf Augenhöhe mit den Klassenbesten. Wie sein Landsmann verfügt der Japaner über recht knapp bemessene Sitze, die insgesamt nur wenig Seitenhalt bereithalten. Analog dazu ist die Lehne der Rückbank genau wie die Beinauflage zu kurz geraten. Zudem ist die Ergonomie in Teilbereichen weniger gelungen. Einige Tasten, wie beispielsweise die für die zuschaltbare Differenzialsperre oder den Spurwechsel-Assistenten, werden vom Lenkrad verdeckt und sind dadurch nicht intuitiv zu orten.

FahrkomfortMax. PunkteVW Tiguan 2.0 TDI 4MOTION BMTSkoda Yeti 2.0 TDI 4x4Ford Kuga 2.0 TDCi 4x4Mazda CX-5 2.2 Skyactiv-D AWDToyota RAV4 2.2 D-4D
Sitzkomfort vorn150120117119114115
Sitzkomfort hinten1007268696969
Ergonomie150135134130128127
Innengeräusche504034334036
Geräuscheindruck1007066707067
Klimatisierung503233333733
Federung leer200146136143133134
Federung beladen200139133143130132
Kapitelbewertung1000754721740721713

 

Motor und Getriebe

Die beiden japanischen Wettstreiter haben mit jeweils 150 PS die stärksten Motoren im Feld, die europäischen Konkurrenten müssen sich durch die Bank mit zehn PS weniger begnügen. Dabei fallen die Unterschiede beim Fahren größer aus, als es der reine Zahlenwert zunächst vermuten lässt. Vor allem der Toyota-Antrieb glänzt mit seinem wuchtigen Punch aus dem Drehzahlkeller. Einmal warmgelaufen, geht das Triebwerk angenehm geschmeidig zu Werke. Die Schaltung des Toyota RAV4 gefällt durch ihre exakt definierten Gassen, wenngleich die Wege gern etwas kürzer sein dürften. Der Verbrauch von 6,5 Litern im Testmittel geht für die Gewichts- und Leistungsklasse absolut in Ordnung. Der Mazda kann – nicht nur in der Beschleunigung – noch am ehesten mit dem Toyota mithalten. Dafür lässt er jedoch in der Elastizitätsmessung einige Zeit liegen, wofür die Getriebe-Abstufung verantwortlich ist. Die Gänge fünf und sechs sind für einen besseren Verbrauch lang übersetzt, was dem Temperament natürlich entgegenwirkt. Dafür holt sich der CX-5 die Knauserkrone. Mit einem Durchschnittsverbrauch von 6,1 Litern ist der Mazda der Sparsamste im Vergleich. Ein weiterer Grund für den geringen Durst ist das ungewöhnlich niedrige Verdichtungsverhältnis von 14:1. Das ermöglicht einen früheren Einspritzbeginn und somit für einen sparsameren Umgang mit dem fossilen Brennstoff. Die knackige Schaltung des Japaners erinnert mit ihren kurzen Wegen entfernt an die der Roadster-Ikone MX-5. Allerdings will der Ganghebel mit einem gewissen Nachdruck durch die Gassen geführt werden – vor allem in kaltem Betriebszustand.

Am wenigsten mit der Rolle des Temperamentsbolzens anfreunden kann sich der Ford Kuga. Ihm steht sein hohes Gewicht im Weg. Dementsprechend trägt er mit deutlichem Abstand die rote Laterne in puncto Beschleunigung. Aus dem Stand auf 100 km/h benötigt der Ford immerhin 11,2 Sekunden und damit über zwei Sekunden mehr als der Toyota. Dazu passt, dass der 140-PS-Diesel den größten Durst im Feld hat. Durchschnittlich 6,9 Liter benötigt das Triebwerk, um die 1753-Kilo-Fuhre 100 Kilometer weit vorwärts zu bewegen. Dafür gehört die Schaltung des Kuga neben der des Mazda zur besten im Feld. Angemessen kurze und exakte Wege zeichnen sie aus.

Keine wirklichen Schwächen leistet sich ferner die Antriebseinheit, die den Skoda Yeti wie auch den VW Tiguan antreibt. In beiden Fällen ermöglicht der Vierzylinder eine zügige Beschleunigung und ein ordentliches Durchzugsvermögen. Hier wie da werden die sechs Vorwärtsgänge über ein sauber schaltbares Getriebe sortiert. Weitgehend gleichauf liegen die beiden auch beim Durschnittsverbrauch – mit einem marginalen Vorteil von 0,2 Litern für den Wolfsburger, was vermutlich auf das Konto der Start-Stopp-Automatik geht, mit der unser Testwagen ausgerüstet ist. Der Tscheche hat diese Technik zwar nicht an Bord, wiegt aber effektiv über 100 Kilo weniger als der VW.

Motor und GetriebeMax. PunkteVW Tiguan 2.0 TDI 4MOTION BMTSkoda Yeti 2.0 TDI 4x4Ford Kuga 2.0 TDCi 4x4Mazda CX-5 2.2 Skyactiv-D AWDToyota RAV4 2.2 D-4D
Beschleunigung1509810189103104
Elastizität1006870726774
Höchstgeschwindigkeit1504646445146
Getriebeabstufung1008282838381
Kraftentfaltung503434353636
Laufkultur1006866687069
Verbrauch325264260251266258
Reichweite252118171918
Kapitelbewertung1000681677659695686

 

Fahrdynamik

Sein geringes Gewicht und die straffe Fahrwerksabstimmung verhelfen dem Skoda Yeti überdies zu quirligen Fahreigenschaften und stempeln ihn zum Sportler unter den fünf Testkandidaten. Sowohl im Handling-Test als auch im Slalom-Parcours setzt er die Referenzzeiten. Und das völlig unaufgeregt und sicher. Seine Lenkung bietet ein angenehm direktes Feedback und setzt Richtungswechsel willig und spontan um. Beinahe spielerisch lässt sich der Skoda um die Kurven zirkeln, und seine Bremsen sorgen im Notfall für eine wirksame Verzögerung.

Ausgerechnet in dieser sicherheitsrelevanten Disziplin muss der neu entwickelte Toyota RAV4 mächtig Federn lassen: Um aus Tempo 100 zum Stillstand zu kommen, benötigt er über 42 Meter – das ist zu viel. Im Vergleich mit dem Ford Kuga, dessen Stopper am kräftigsten zupacken, braucht der RAV4 fast acht Meter mehr, was einer Restgeschwindigkeit von über 30 km/h entspricht. Schuld an der Misere tragen sicherlich auch die Ganzjahresreifen, deren Entwicklern die Toyota-Strategen hauptsächlich eine hohe Laufleistung und einen geringen Rollwiderstand ins Lastenheft diktiert haben. Auch die Sicherheitsreserven bei Kurvenfahrt sind geringer als bei den Wettbewerbern. Zu früh, zu oft und zu rigoros muss die Fahrdynamikkontrolle eingreifen, soll der RAV4 auf Kurs bleiben. Fahrspaß kommt da kaum auf.

Der Kuga hingegen bremst nicht nur hervorragend, er erweist sich auch als ein ausgesprochen harmonisch abgestimmtes Auto, das sich bestens darauf versteht, Sicherheit und Fahrspaß in Einklang zu bringen. Die gefühlvolle Lenkung, der stabile Geradeauslauf und das jederzeit problemlose Handling des traktionsstarken Allradlers ergeben ein entspanntes Fahrgefühl. Etwas weniger lustvoll bewegt sich der Mazda CX-5 um die Kurven. Wie der Toyota neigt er sich spürbar stärker zur Seite als die Konkurrenten und offenbart nahe der Haftgrenze eine ausgeprägte Untersteuerneigung. Das ist zwar vollkommen harmlos, lässt den Mazda aber zugleich unhandlicher wirken, als er eigentlich ist. Auch er könnte griffigere Reifen vertragen, doch der Bremsweg von rund 36 Metern geht in Ordnung.

Noch eine Spur entschlossener verzögert der VW Tiguan. Dabei hilft ihm, wie auch dem Ford, sicherlich nicht nur die optionale 18-Zoll-Bereifung, sondern auch das Fahrwerk mit adaptiven Dämpfern. In Sekundenbruchteilen errechnet das DCC-Fahrwerk die jeweils optimale Dämpferkraft und sorgt so nicht nur für ein Maximum an Komfort, sondern auch für höchste Fahrsicherheit und ein agiles Handling. Eine lobenswerte Erwähnung verdienen zudem der traktionsstarke Haldex-Allrad sowie die exakt dosierbare Bremse. Der für ihre Größen- und Gewichtsverhältnisse regelrecht stoische Geradeauslauf fördert überdies die Eignung von Tiguan und Kuga als Zugfahrzeug.

FahrdynamikMax. PunkteVW Tiguan 2.0 TDI 4MOTION BMTSkoda Yeti 2.0 TDI 4x4Ford Kuga 2.0 TDCi 4x4Mazda CX-5 2.2 Skyactiv-D AWDToyota RAV4 2.2 D-4D
Handling1505456535041
Slalom1005358434538
Lenkung1008284837775
Geradeauslauf504139414040
Bremsdosierung302017181615
Bremsweg kalt15091921039027
Bremsweg warm15093961068724
Traktion1008887868279
Fahrsicherheit150136138136132127
Wendekreis20101610108
Kapitelbewertung1000668683679629474

 

Umwelt und Kosten

Ein weiterer Trumpf des Ford ist der fair kalkulierte Grundpreis, der je nach Modell um bis zu 1200 Euro unter dem des (kleineren) Vorgängers liegt. So verwundert es kaum, dass der stattliche Kuga (ohne serienmäßige Alu-Räder) im Kaufpreis nur vom bekannt preiswerten Skoda Yeti unterboten wird. Außerdem wiegen die relativ niedrigen Werkstattkosten seinen höheren Spritverbrauch teilweise wieder auf. Das günstigste Auto im Test bleibt aber dennoch der Skoda, der in Anschaffung und Wertverlust die Bestmarken setzt sowie mit günstigen Unterhaltskosten aufwartet. Das gilt auch für den VW Tiguan. Allerdings kostet er als BlueMotion Technology (30.350 Euro) beinahe genauso viel wie der Mazda CX-5, der jedoch bereits mit einer weitestgehend kompletten Serienausstattung punkten kann. Unter anderem zählt sogar eine für Fahrer und Beifahrer getrennt regelbare Klimaautomatik zum Standardumfang des CX-5.

Die hat zwar auch der Toyota RAV4 serienmaßig an Bord, der ebenfalls mit einer kurzen Sonderausstattungsliste glänzt. Jedoch fällt sein Grundpreis mit 31.850 Euro recht hoch aus, und die ausgesprochen ungünstigen Kasko-Klassen treffen seinen Eigentümer empfindlich: So frisst die in unserer Musterrechnung 1300 Euro teure Vollkasko-Versicherung den Verbrauchsvorteil des sparsamen D-4D schnell wieder auf – für seine Mitstreiter kostet der Kaskoschutz im Mittel nur die Hälfte.

Kosten/UmweltMax. PunkteVW Tiguan 2.0 TDI 4MOTION BMTSkoda Yeti 2.0 TDI 4x4Ford Kuga 2.0 TDCi 4x4Mazda CX-5 2.2 Skyactiv-D AWDToyota RAV4 2.2 D-4D
Bewerteter Preis675190209204198191
Wertverlust502020201919
Ausstattung252322182323
Multimedia502221202323
Garantie/Gewährleistung502828273333
Werkstattkosten201615131314
Steuer1077777
Versicherung403636353427
Kraftstoff554343414442
Emissionswerte25
Kapitelbewertung1000385401385394379

 

Fazit

Der neue RAV4 muss sich im Vergleich mit seinen Widersachern hinten anstellen. Damit wird Toyota nicht zufrieden sein. Doch angesichts der hohen Kosten für Anschaffung und Unterhalt sowie der miserablen Bremsleistung reichen die schiere Größe und der bärige Motor allein nicht aus, um gegen diese starke Konkurrenz zu bestehen. So gewinnt einmal mehr das routinierte Allround-Talent VW Tiguan vor dem gleichermaßen preiswerten wie temperamentvollen Skoda Yeti. Auf Rang drei platziert sich der harmonische Ford Kuga, der in erster Linie mit viel Komfort und sicheren Fahreigenschaften brilliert. Der Mazda CX-5 rundet das SUV-Angebot um eine interessante Alternative ab. Wirklich glänzen kann der Japaner jedoch nur mit seinem sparsamen SKYACTIV-Dieselmotor.

Gesamtbewertung

Max. PunkteVW Tiguan 2.0 TDI 4MOTION BMTSkoda Yeti 2.0 TDI 4x4Ford Kuga 2.0 TDCi 4x4Mazda CX-5 2.2 Skyactiv-D AWDToyota RAV4 2.2 D-4D
Summe500031603142311531032927
Platzierung12345

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