Neuer Skoda Rapid: Erster Test gegen Kia ceed Kompaktklasse 2012 Kia cee'd 1.4 CVVT | Skoda Rapid 1.2 TSI

12.11.2012
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Viel Platz zum günstigen Preis soll der neue Skoda Rapid bieten. Im harten Vergleichstest mit dem Kia cee’d muss der Tscheche zeigen, ob er es mit der Kompaktklasse aufnehmen kann

Gute Qualität zum fairen Preis ist eines der Erfolgsrezepte der Marke Skoda, doch nicht das alleinige. Oft wird übersehen, dass der Traditionshersteller aus dem tschechischen Mlada Boleslaw, seit 1991 zur großen Familie des VW-Konzerns gehörend, eine weitere Erfolgsmasche hat: Nischenmodelle. Oder ausführlicher: Modelle, die sich den üblichen Klassen-Einordnungen entziehen, weil sie für die eine zu groß, die andere dagegen etwas zu klein und preiswert sind.

Der Skoda Octavia funktioniert nach diesem Rezept, der größere Superb ebenso. Und auch der Yeti punktet mit verkürzter Kompakt-SUV-Plattform. Im letzten Jahr baute Skoda so fast 880.000 Autos – mehr als je zuvor. Der Skoda Rapid soll ab Herbst 2012 dafür sorgen, dass das so bleibt. Er basiert zwar im Wesentlichen auf der Polo-Fabia-Plattform, bietet jedoch mehr Platz als in der größeren Kompaktklasse üblich. Und das zu Preisen ab rund 14.000 Euro. Ob das reicht, um mit dem beliebten Kia cee’d mitzuhalten?

 

Karosserie

An Länge, Radstand und Knieraum im Fond mangelt es dem gar nicht mal so kleinen Tschechen jedenfalls nicht. Mit seiner Gesamtlänge von 4,5 Metern hätte er vor wenigen Jahren noch gut in die Mittelklasse gepasst. Ein Audi A4 der bis 2004 gebauten Baureihe B6 ist beispielsweise nur wenige Millimeter länger. Entsprechend großzügig ist das Platzangebot für vier Insassen. Beinfreiheit und Knieraum in der ersten und zweiten Reihe des Rapid sind deutlich besser als im etwas kürzeren Kia. Dass der Skoda Rapid doch kein ganz ausgewachsener Kompakter ist, zeigt sich an der mangelnden Innenbreite. Hier kneift er schon mal an den Schultern.

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Keine Einschränkungen dagegen beim Kofferraum. Hinter der weit öffnenden Heckklappe tut sich eine tiefe Höhle auf mit 550 Liter Ladevolumen und bis 1490 Liter erweiterbar – das hat in dieser Klasse kaum einer zu bieten. Auch der Kia cee’d nicht, obwohl er mit seinem 380 Liter fassenden Kofferraum ebenfalls einiges an Raumfülle in petto hat. Dass der Koreaner das Karosseriekapitel dennoch knapp gewinnt, liegt unter anderem an seiner spürbar luftigeren Innenbreite, der höheren Zuladung, der etwas feineren Materialqualität und der umfangreicheren Sicherheitsausstattung.

KarosserieMax. PunkteKia cee'd 1.4 CVVTSkoda Rapid 1.2 TSI
Raumangebot vorn1007063
Raumangebot hinten1006062
Übersichtlichkeit703642
Bedienung/ Funktion1008890
Kofferraumvolumen1003456
Variabilität1003520
Zuladung/ Anhängelast803331
Sicherheit1508373
Qualität/ Verarbeitung200177175
Kapitelbewertung1000616612

 

Fahrkomfort

Wenn schon nicht bei Karosserielänge und Raumangebot, sollte sich der Klassenunterschied zwischen Rapid und cee’d so doch immerhin beim Fahrkomfort zeigen, oder? Und wie. Wer aus dem Skoda in den Kia umsteigt, fühlt sich schon nach wenigen Metern wie ein Aufsteiger. Die Sitze sind angenehmer gepolstert und größer als die etwas knauserigen Möbel im Rapid. Und die Federung des Koreaners nimmt bereits bei feineren Unebenheiten ihre Arbeit auf – anders der Tscheche, dessen Federelemente sich steifbeinig geben und erst bei größerer Zuladung etwas nachgiebiger werden. Vorteil dieser Abstimmung: Der Skoda verkraftet die maximale Zuladung (489 kg) ungerührt, der Kia neigt vollgeladen (580 kg) zu ungebührlicher Schaukelei und derbem Durchschlagen.

Auch geräuschseitig geht es im Kia gesitteter zu als im Skoda. Das liegt zum einen am leiseren Motor, zum anderen an den weniger präsenten Windgeräuschen. Der völlig unverpackte und kaum gedämmte Direkteinspritz-Turbo tönt sehr ungeniert im Skoda, und der Wind pfeift vernehmlich um de A-Säulen. Auf den Messblättern sieht das nicht so dramatisch aus, wie es sich im wahren Leben anhört. Doch drei Einheiten auf der logarithmischen, nach DIN gefilterten Dezibel-Skala dB(A) im Innenraum bei 100 km/h entsprechen immerhin einer Verdoppelung der Schallintensität (nicht wie oft fälschlich behauptet der Lautstärke). Auch deswegen liegt der kultivierte Kia am Ende des Komfortkapitels deutlich vor dem etwas ungehobelteren Skoda.

FahrkomfortMax. PunkteKia cee'd 1.4 CVVTSkoda Rapid 1.2 TSI
Sitzkomfort vorn150127121
Sitzkomfort hinten1007068
Ergonomie150132130
Innengeräusche503629
Geräuscheindruck1006254
Klimatisierung501818
Federung leer200140130
Federung beladen200132135
Kapitelbewertung1000717685

 

Motor und Getriebe

Die Stunde des Rapid kommt im Antriebskapitel. Zum Vergleich angetreten mit dem 105 PS starken 1,2-Liter-Turbo ohne die 400 Euro teure Green tec-Option (Start-Stopp-Anlage), übertrifft der Skoda Rapid seinen koreanischen Konkurrenten hier in fast jeder Hinsicht. Wer sich noch fragte, ob Schrumpfen und Aufladen (denglisch: Downsizing) bei den kompakten Benzinern wirklich sinnvoll ist, findet passende Antworten. Verglichen mit dem quirligen, leistungsbereiten und zudem noch sehr sparsamen Turbo-Vierzylinder des VW-Konzerns ist der Sauger im Kia ein zäher, drehunwilliger Geselle, der zudem noch mehr schluckt.

Der Eindruck im wahren Leben ist hier ebenfalls deutlicher als auf dem Datenblatt. Subjektiv ist es ein Klassenunterschied, der sich zwischen Skoda und Kia auftut. Nur in der Laufkultur zeigt sich der 1,4-Liter-Sauger des Kia cee'd auf der Höhe der Zeit. Auch die Kraftübertragung ist beim Skoda etwas besser gelungen, die sechs Gänge sind praxisgerechter gestuft.

Eine Sechsgang-Box hat der Kia ebenfalls, doch sie sorgt mit überlangem fünften und sechsten Gang für nochmals gebremsten Schaum im Koreaner. Ein Nachteil des kleinen Turbo-Vierzylinders sollte dennoch nicht verschwiegen werden: Wie alle Turbos neigt auch dieser bei Volllast zu unverhältnismäßigem Durst. Wer also dem Rapid auf der Bahn die Sporen gibt, wird mit deutlichem Expresszuschlag belegt. Andererseits wird Zurückhaltung ebenso mit dieselähnlichen Verbrauchswerten belohnt.

Motor und GetriebeMax. PunkteKia cee'd 1.4 CVVTSkoda Rapid 1.2 TSI
Beschleunigung15092102
Elastizität1006265
Höchstgeschwindigkeit1504049
Getriebeabstufung1008385
Kraftentfaltung502630
Laufkultur1006865
Verbrauch325241253
Reichweite251415
Kapitelbewertung1000626664

 

Fahrdynamik

Der druckvolle Motor verhilft dem Skoda Rapid im Dynamikteil des Vergleichstest ebenfalls zu guten Bewertungen. Auf dem Handlingparcours lässt er den Kia cee’d förmlich stehen, auch weil er mit seinem straffen Fahrwerk und der gefühlsechteren Lenkung hurtiger abbiegt. Mustergültig fahrsicher sind sie beide, ihre Stabilitätsprogramme lassen sich nicht komplett abschalten, entsprechend stoisch reagieren sie auf mutwilliges Zuschnellfahren.

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Die trotz des kräftigeren Motors bessere Traktion und die stärkeren Bremsen lassen den Skoda hier deutlich gewinnen. Doch der Kia bremst ebenfalls nicht so schlecht, um die 35 Meter sind in dieser Fahrzeugklasse aller Ehren Wert.

FahrdynamikMax. PunkteKia cee'd 1.4 CVVTSkoda Rapid 1.2 TSI
Handling1503745
Slalom1006770
Lenkung1007678
Geradeauslauf504140
Bremsdosierung302020
Bremsweg kalt1509399
Bremsweg warm15092101
Traktion1003640
Fahrsicherheit150127130
Wendekreis201514
Kapitelbewertung1000604637

 

Umwelt und Kosten

Okay, für weniger als 15.000 Euro gibt es keinen der beiden Kandidaten. Denn mit der AUTO ZEITUNG-Normausstattung summieren sich die Kosten für den laut Liste 14.490 Euro teuren cee’d auf 17.810 Euro, und der Preisunterschied zum ebenfalls normausgestatteten Rapid (18.339) schrumpft von rund 1500 auf etwa 500 Euro – sicher auch in dieser Klasse kein allein ausschlaggebendes Kriterium. Mehr mag da bei einigen Skoda-Kunden der Vorteil wiegen, dass die Preisliste des Tschechen mehr individuelle Ausstattungswünsche erfüllt. Bei vielen Features muss der Kia-Käufer auf Pakete und satt ausstaffierte Versionen zurückgreifen, was den Kauf des knauserfreundlichen Koreaners unerwartet teuer machen kann.

Feinheiten wie Ledersitze oder Rückfahrkamera etwa gibt es dagegen für den Skoda gar nicht erst, dafür preiswerte und praxisgerechtes Zubehör wie Gummimatten und Gepäcknetze im Kofferraum oder den bereits viel gepriesenen Eiskratzer hinter dem Tankdeckel. Doch das alles ändert nichts daran, dass die koreanische Marke in diesem Kapitel richtig auftrumpft: Sieben Jahre Garantie hat sonst keiner zu bieten, das bringt Punkte im Vergleichstest und Käufer ins Autohaus.

Kosten/UmweltMax. PunkteKia cee'd 1.4 CVVTSkoda Rapid 1.2 TSI
Bewerteter Preis675327304
Wertverlust503332
Ausstattung2503
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung504528
Werkstattkosten201415
Steuer1099
Versicherung403636
Kraftstoff553941
Emissionswerte259086
Kapitelbewertung1000593554

 

Fazit

Kompakt- schlägt Kleinwagen, so könnte das Fazit dieses Vergleichstests lauten, doch so einfach ist es in diesem Fall nicht. Mit seinem großzügigen Raumangebot und dem besseren Antrieb sammelt der preiswerte Skoda so viele Punkte, dass der um eine Klasse höher einsortierte Kia am Ende nur vier Zähler Vorsprung ins Ziel rettet. Mit etwas Feinarbeit am Komfort könnte der Rapid zu einer noch attraktiveren Alternative werden. Hallo Golf!

Gesamtbewertung

Max. PunkteKia cee'd 1.4 CVVTSkoda Rapid 1.2 TSI
Summe500031563152
Platzierung12

Tags:
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