Neuer Porsche Panamera 4 E Hybrid: Erste Fahrt Steckdosen-Porsche für Luxus-Ökos

von Thomas Geiger 19.01.2017

Der neue Porsche Panamera 4 E Hybrid kann Sportwagen-Gefühle bei gleichzeitig grünem Gewissen hervorrufen. Unsere erste Fahrt klärt, was der Plug-in-Hybrid noch so drauf hat!

Mit dem neuen Porsche Panamera 4 E Hybrid schießen sich die Schwaben so langsam auf Tesla ein. Klar dauert es noch drei, vier Jahre, bis der voll elektrische Mission E auf die Straße kommt. Doch nachdem das Modell S so manchen Panamera aus den Villenvierteln von Beverly Hills und Hollywood vertrieben hat, drängt der neue Panamera 4 E Hybrid mit aller Macht zurück in sein angestammtes Revier. War die erste Generation des Steckdosenstromers noch vergleichsweise unausgereift, wird der neue Porsche Panamera 4 E Hybrid, der im April zu Preisen ab 107.553 Euro in den Handel kommt, zu einem grünen Luxusliner. Mit dem können reiche Raser ihr schlechtes Gewissen beruhigen und trotzdem eine Menge Spaß haben. Möglich macht das ein neu entwickelter Hybrid-Antrieb, in den viele Erfahrungen aus dem 918 Spyder eingeflossen sind – auch wenn die Fahrleistungen des neuen Porsche Panamera 4 E Hybrid nicht ganz so eindrucksvoll sind wie beim Supersportler. Doch mit der Kombination aus einem 2,9 Liter großen V6-Benziner mit 330 PS und der in einer achtstufigen Doppelkupplung integrierten E-Maschine von 136 PS kommt der neue Panamera 4 E-Hybrid auf eine imposante Systemleistung von 462 PS und lässt mit bis zu 700 Newtonmeter Drehmoment seine stolzen 2,2 Tonnen Gewicht dahinschmelzen. Nicht von Ungefähr schafft der Teilzeitstromer 278 km/h und lässt mit einem Sprintwert von 4,6 Sekunden sogar einen einfachen Elfer stehen. Das ist das eine, das Porsche-typische Gesicht des neuen Panamera 4 E Hybrid.

Neuheiten Porsche Panamera 4 E-Hybrid (2016)
Porsche Panamera 4 E-Hybrid (2016): Preis (Update!)  

Grüner Panamera ab 107.553 Euro

Neuer Porsche Panamera 4 E Hybrid im Video:

 
 

Neuer Porsche Panamera 4 E Hybrid mit 462 PS

Das zweite ist das für eine Sportwagenfirma ungewöhnlich grüne Gesicht der Luxuslimousine, die immerhin 50 Kilometer elektrisch fahren kann und auf einen theoretischen Verbrauch von 2,5 Litern kommt. Weniger Durst als ein Smart, mehr Dampf als ein Sportwagen? Natürlich sind die 2,5 Liter genau wie die 4,6 Sekunden graue Theorie und in der Praxis selten zu schaffen. Doch fällt bei der ersten Testfahrt mit dem neuen Porsche Panamera S E-Hybrid die Selbstverständlichkeit auf, mit der sich der Luxusliner als Stromer durch den Verkehr schlängelt. Musste man das Gaspedal bei der ersten Generation noch mit den Zehenspitzen bedienen, fährt man im neuen Porsche Panamera 4 E Hybrid bei vollem Akku ohne Mühe oft und lang im E-Betrieb – selbst wenn man an der Ampel etwas flotter startet oder auf die Autobahn einschert. Erst bei 140 Sachen meldet sich der Benziner des neuen Porsche Panamera 4 E Hybrid wieder zu Wort. Hat sich der Stromer beim Vorgänger erst zugeschaltet, wenn das Pedal fast das Bodenblech berührte, ist er jetzt – wie im 918 Spyder – immer mit von der Partie und sorgt mit seinem Boost für den entsprechenden Bums beim Beschleunigen. Nur gut, dass Porsche den Plug-in-Hybriden grundsätzlich mit Allrad ausliefert. Ob man mit dem neuen Porsche Panamera 4 E Hybrid sparsam oder sportlich fährt, ob man den Akku komplett ausquetschen oder den Strom aufsparen möchte, all das regelt man auf dem großen Touchscreen oder mit dem vom Elfer entlehnten Rädchen am Lenkrad, das sogar das Sport-Response-Button übernimmt. Wenn man das drückt und den Fuß so richtig schwer macht, dann fühlt sich der neue Porsche Panamera 4 E Hybrid nicht nur wie ein echter Porsche an. Er beschleunigt dann auch derart vehement, dass der Fahrer tief in die weichen Sessel gedrückt wird. Zudem klingt der neue Panamera 4 E Hybrid auch wie ein echter Porsche: Der V6 rotzt einen alles andere als zurückhaltenden oder gar verschämten Sound aus seinen mächtigen Endrohren.

 

Panamera 4 E Hybrid ist ein echter Porsche

Trotzdem macht Porsche es den Panamera-Kunden schwer: Zeitgleich mit dem neuen Porsche Panamera 4 E Hybrid bringen die Schwaben auch den Panamera Executive als Plug-in-Hybriden, beim dem sich das Augenmerk deutlich in den Fond verschoben hat. Nicht umsonst strecken sie für gute 9000 Euro Aufpreis den Radstand um 15 Zentimeter und nutzen die neue Beinfreiheit im Fond für bequemere Sitze, eine größere Mittelkonsole und zwei Klapptische. Vorne links oder hinten rechts? Worüber man bei Porsche bislang nie ernsthaft nachdenken musste, wird so plötzlich zu einer echten Gewissenfrage. Doch zurück zum Hybridantrieb, den Porsche mit der zweiten Generation perfektioniert hat. Wenngleich auch einige Nachteile beim neuen Porsche Panamera 4 E Hybrid bleiben: Der von 9,4 auf 14,1 kWh vergrößerte Akku schluckt nicht nur reichlich Platz im Kofferraum, der von 495 auf 405 Liter schmilzt. Er kostet den Fahrer auch viel Menge Zeit. Denn wer die Batterie nicht widersinnig während der Fahrt laden möchte, der muss den neuen Panamera 4 E Hybrid für sechs Stunden an der Haushaltssteckdose parken oder für den Boxenstopp am teuren Schnellader drei Stunden einplanen. Und billig ist der neue Porsche Panamera 4 E Hybrid natürlich auch nicht, auch wenn ihn Porsche sogar noch 4500 Euro unter den des etwas schwächeren 4S drückt. Wer unter dem Strich also wirklich sparen möchte, der fährt den Panamera weiterhin als Diesel – nur dass man damit nicht in Beverly Hills punkten kann.

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