Neuer Porsche Cayenne (2017): Testfahrt begleitet Auf Abnahmefahrt im Cayenne

von Thomas Geiger 30.08.2017
Inhalt
  1. Erste Testfahrt im neuen Porsche Cayenne (2017)
  2. Cayenne mit vielen Parts aus dem Panamera
  3. Neuer Cayenne macht SUV mehr zum "Porsche"

Auf einer der letzen Testfahrten der Entwickler durften wir schon mal im neuen Porsche Cayenne (2017) Platz nehmen und uns von dem neuen Modell überzeugen. Die Fahreindrücke!

Seit die Schwaben 2002 den Cayenne auf den Weg brachten, hat sich der Porsche grundlegend verändert. Die Produktion hat sich vervierfacht und aus dem Sportwagenhersteller ist längst eine SUV-Marke geworden – das beweisen sie wieder mit dem neuen Porsche Cayenne (2017). Aktuell fliegen die Prototypen noch über einsame Straßen im spanischen Nirgendwo, um der Abstimmung den letzten Schliff zu geben. Doch schon Ende August wird Porsche erst auf einer privaten Party im Museum in Stuttgart und kurz danach vor großem Publikum auf der IAA in Frankfurt das Tuch vom neuen Cayenne ziehen. Mit dem neuen Porsche Cayenne (2017) kehrt der Autobauer wieder zurück zu ihren alten Idealen. Mission und Vision der Entwickler ist es, den Cayenne komfortabler auf der Autobahn, handlicher in der Stadt und vor allem gieriger auf der Landstraße zu machen. Kurz: das SUV soll noch mehr Pfeffer haben. Wozu gibt es schließlich ein neues Fahrwerk mit einer neuen Luftfederung, eine neue Lenkung und natürlich neue Motoren, die mehr Power aber weniger Durst haben. Genau wie die letzten beiden Generationen teilt sich auch der neue Porsche Cayenne (2017) eine Plattform mit den Konzernmodellen Audi Q7 und Bentley Bentayga. "Wir haben viel dafür getan, damit der Kunde das nicht spürt," sagt Peter Haß, der als Teamleiter für die Gesamtfahrzeugerprobung den Tross der Testwagen anführt. Deshalb hat Porsche nicht nur die Software von Steuerung und Federung neu programmiert, sondern auch die Hardware angefasst – die Achsen und den jetzt als Hangon-System konzipierten Allrad inklusive.

Porsche Cayenne (2017) auf Abnahmefahrt (Video):

 
 

Erste Testfahrt im neuen Porsche Cayenne (2017)

Während die Plattform also vom Q7 kommt, stammt die Power des neuen Porsche Cayenne (2017) vom Panamera. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass die bekannten Motoren hier mit einem neuen Achtgang-Automaten und nicht mit der Doppelkupplung kombiniert werden. Schließlich bringt es einen im Gelände weiter und es ist komfortabler zu fahren, wenn man einen Hänger am Haken hat, begründet Haß die Emanzipation vom Granturismo. Im ersten Schwung wird den Cayenne demnach wohl mit einem drei Liter großen V6 mit einem Turbo geben, der es im Grundmodell auf 340 PS bringt. Im Cayenne S kommt der 2,9 Liter große Bi-Turbo mit 440 PS zum Einsatz. Für Lustkäufer und ewig Unverbesserliche hält Porsche natürlich wieder einen Cayenne Turbo bereit, der mit vier Litern und acht Zylindern auf 550 PS kommen dürfte. Wenn Haß erst einmal nicht von Dieseln spricht, ist das keine schnelle Reaktion auf die aktuelle Stimmungslage, sondern nur den großen Märkten geschuldet. Schließlich gehen die meisten Cayenne nach USA und China, wo sich für den Selbstzündern keiner interessiert. Deshalb wird es als nächstes wohl auch erst den GTS und natürlich den Plug-In aus dem Panamera geben, bevor Diesel-Deutschland dann am Ende doch noch seine Selbstzünder bekommt.

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Cayenne mit vielen Parts aus dem Panamera

Aber die Motoren sind nicht die einzigen Übernahmeteile aus dem Panamera. Auch das Cockpit des neuen Porsche Cayenne (2017) wirkt verdächtig vertraut, wenn Haß kurz mal die Tarnmatten lüftet. Es gibt jetzt genau wie in allen anderen neuen Baureihen das kleine Drehrad am Lenker. Wie das Mannettino bei Ferrari verändert es die Fahrprofile und sieht leider noch immer ein bisschen billig aus. Wie beim Audi gibt es ein digitales Display dahinter, das aber – so viel Ehre erbietet Porsche der Erinnerung an den Sportwagenhersteller dann doch noch – von einem analogen Drehzahlmesser überlagert wird. Und genau wie im Panamera prangt daneben ein riesiger Touchscreen, der nach unten hin von den großen Sensorfeldern auf dem Mitteltunnel abgerundet wird. Das sieht selbst dann nach Panamera aus, wenn es weniger stark geneigt ist und man die Luftdüsen hier – Schock! – tatsächlich noch von Hand verstellen muss, statt sie mit einem Fingerzeig zu steuern. Den Diäterfolg von immerhin 70 Kilo und das Grundgewicht, das jetzt dank des Einsatzes von Aluminium knapp unter zwei Tonnen liegt, spürt man schon vom Beifahrersitz. Dazu die neue Mischbereifung, die größere Spreizung mit der Dreikammer-Luftfederung und die weiter auseinandergerückten Fahrprogramme. Man kann es also kaum erwarten, bis man endlich mit den Entwicklern tauschen und selbst hinter das Steuer darf. Erst recht, wenn Haß den Prototypen des neuen Porsche Cayenne (2017) durchs Gebirge scheucht, der V6 gierig knurrt, die Luftfeder sich ungewöhnlich steif macht und sich das SUV nicht mehr zaghaft wie ein Nasenbär durch die Kurven tastet.

Porsche Cayenne III (2017)
Mittlerweile hat Porsche den neuen Cayenne in Zuffenhausen präsentiert. Erste Fotos zeigen das SUV komplett ungetarnt. © Porsche
 

Neuer Cayenne macht SUV mehr zum "Porsche"

Natürlich ist der neue Porsche Cayenne (2017) noch lange kein 911er, ja nicht einmal den Macan wird er übertreffen, aber ganz sicher ist der Cayenne jetzt mehr Porsche als je zuvor. Und es ist nicht die schiere Kraft allein, die das ermöglicht, sondern es sind vor allem Berechenbarkeit und Beherrschbarkeit. Nach einem halben Tag mit den Testern und ihren Prototypen ist der neue Cayenne kein großes Geheimnis mehr. Man hat gelernt, wie die Schwaben viele Porsche-Gene in die Audi-Plattform injiziert haben und man hat erkannt, wie viel Panamera im SUV steckt. Das einzige Detail, das im Verborgenen bleibt, ist die finale Form der dritten Generation. Aber selbst wenn die Prototypen noch eine leichte Tarnung tragen, wird unter den paar Folien über Leuchten und Leisten keine große Überraschung mehr lauern. Erstens, weil man darunter schon die Lichtsignaturen des Macan erkennen kann. Zweitens, weil sie Proportionen und Dimensionen nur um ein paar Zentimeter ändern werden. Und drittens, weil der Cayenne für Porsche viel zu wichtig ist, als dass sich die Schwaben radikale Änderungen erlauben könnten. Erst recht nicht, wenn er mehr Porsche sein soll als je zuvor.

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