Neuer Peugeot 208 (2012) im Kleinwagen-Test Ford Fiesta 1.6 Ti-VCT | Peugeot 208 1.6 120 VTi | VW Polo 1.2 TSI

28.05.2012
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

In kompakterem Format und mit schicker Optik will sich der neue Peugeot 208 zum König der Kleinwagen krönen. Doch dafür muss der junge Löwe zuerst an Ford Fiesta und VW Polo vorbei

Ganz realistisch betrachtet, gibt es kaum Aufgaben im Alltag, die ein moderner Kleinwagen nicht bewältigen kann. Sicher wird es beim Transport von zwei Meter langen Möbelpaketen oder beim Skiurlaub zu fünft schwierig. Doch wie oft stehen solche Vorhaben denn schon im Kalender?

Im Normalfall braucht niemand mehr als vier Meter Auto. Das weiß auch Peugeot und hat den Nachfolger des 207 äußerlich sogar wieder etwas schrumpfen lassen. Mit 3,96 Metern trägt der neue Peugeot 208 immerhin noch Golf-II-Format, hat aber zum 207 reichlich Kilos abgespeckt.

Trotzdem versprechen die Franzosen jetzt mehr Platz im Innenraum und beim 120 PS starken 1.6 VTi zudem sportliche Fahrleistungen. Genauso viel Power versteckt auch der Klassenrivale Ford Fiesta 1.6 Ti-VCT unter seiner kurzen Motorhaube. Als dritter gesellt sich der VW Polo mit 105 PS kräftigem 1.2 TSI zum ersten Vergleichstest der kleinen Fünftürer

 

Karosserie

Klein sind diese Kleinwagen längst nicht mehr. Gerade für die vorderen Plätze wurde der Raum in allen optimal ausgenutzt. Großgewachsene könnten sich nur im Ford ein wenig an den weit nach innen gezogenen Türgriffen und den zu kleinen Ellenbogenauflagen stören. Kopffreiheit gibt es vorn sogar im Peugeot 208 SUV genug, obwohl der mit dem großen, nicht zu öffnenden Glasdach (410 Euro) ausgerüstet ist.

Hinten muss man dagegen stark den Hals einziehen, da bietet der VW und vor allem der Ford viel mehr Platz nach oben. Neu im Franzosen ist die Anordnung der Tachoeinheit, die jetzt über dem Lenkradkranz abgelesen werden muss. Das Lenkrad selbst ist dafür deutlich kleiner geworden (350 Millimeter), oval geformt und sitzt nun näher an den Oberschenkeln des Fahrers. Einen besseren Blick auf die Anzeigen hat man dadurch nicht, bleibt doch der untere Teil stets verdeckt.

Gewohnheitstieren wird da die klassische Anordnung in Fiesta und Polo besser gefallen, auch wenn die verspielte Schalterflut im Ford sehr überladen wirkt. Dass die VW-Ingenieure dagegen die biedere Ordnung lieben, zeigt nicht nur der Blick aufs übersichtliche Cockpit, sondern auch ins geräumigere Handschuhfach. Hier ist im Boden ein dickes Extra-Abteil für die Bedienungsanleitung versteckt. Und in der Klappe sind speziell geformte Halter für Portemonnaie, Kugelschreiber und Euromünzen eingelassen.

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Da wirken die spröden, einfachen Plastikboxen der Rivalen fast lieblos. Platz für Getränke und Kleinteile gibt es aber hier wie da ausreichend. Und die Kofferräume liegen mit knapp 300 Liter Ladevolumen auf üblichem Klassenniveau. Bei umgeklappten Rücksitzen bietet der Peugeot mit 1.076 Litern den größten Stauraum. Allerdings ist der Boden des 208 nicht ganz eben, er weist aber eine weniger hohe Kante auf als der des Fiesta (979 Liter).

Im VW Polo BlueGT können vor dem Umklappen auch die Sitzflächen hochgestellt werden, was ihm dank des massiven doppelten Ladebodens (Serie ab Comfortline) eine topfebene Fläche und Extrapunkte bei der Variabilität beschert. VW bietet beim Polo obendrein die umfangreichste Sicherheitsausstattung im Testfeld an. Xenon-Scheinwerfer, Abbiegelicht und eine Reifenpannenanzeige gibt es bei den anderen nicht. Der Peugeot kontert mit serienmäßigen Kopfairbags, Nebelscheinwerfern sowie Regen- und Lichtsensor.

KarosserieMax. PunkteVW Polo 1.2 TSIFord Fiesta 1.6 Ti-VCTPeugeot 208 1.6 120 VTi
Raumangebot vorn100626362
Raumangebot hinten100403836
Übersichtlichkeit70444140
Bedienung/ Funktion100858282
Kofferraumvolumen100182020
Variabilität100403333
Zuladung/ Anhängelast80272330
Sicherheit150756674
Qualität/ Verarbeitung200142140138
Kapitelbewertung1000533506515

 

Fahrkomfort

Schon die erste Sitzprobe im neuen Peugeot 208 entlarvt die Vordersitze als etwas zu klein dimensioniert. Zwar lässt sich schnell eine bequeme Position einstellen, doch wer größer als 1,80 Meter ist, wird für die Schultern wenig Halt finden. Dafür bleiben die Sessel durch ihre angenehme Polsterung vorn wie hinten auch auf längeren Strecken komfortabel.

Größer bemessen ist das Gestühl in VW und Ford Fiesta ST, wobei die üppig ausgeformten Flanken im Fiesta nicht so viel Seitenhalt bieten, wie es ihre sportliche Optik verspricht. Hinten sitzt man im Polo am bequemsten. Das liegt vor allem an der längeren Beinauflagefläche und am angenehmeren Kniewinkel. Der VW schont die Ohren zudem mit einer hervorragenden Geräuschdämmung.

Zwar lässt auch der Peugeot 208 bei normaler Fahrt kaum Motoroder Windrauschen in den Innenraum. Bei Autobahntempo geht es hier aber – wie auch im Ford – lauter zu. Dafür haben die Franzosen bei der Federungsabstimmung ordentliche Arbeit geleistet. Das Fahrwerk bleibt sportlich und reagiert auf kurze Stöße nicht mehr so poltrig wie einst das des 207. In Kurven neigt sich der straffe Peugeot am wenigsten zur Seite, dafür entwickelt er auf kurzwelligen Untergründen die deutlichsten Aufbaubewegungen.

Die werden im Polo schon wegen der spürbar weicheren Fahrwerksauslegung im Zaum gehalten. So neigt sich der Niedersachse allerdings auch in Kurven stärker nach außen. Zudem dringen kurze, harte Querfugen hin und wieder vor allem über die Hinterachse in den Innenraum durch. Solche verdaut der Ford einen Tick souveräner. Er bietet am Ende den besten Kompromiss aus Komfort und Sportlichkeit.

FahrkomfortMax. PunkteVW Polo 1.2 TSIFord Fiesta 1.6 Ti-VCTPeugeot 208 1.6 120 VTi
Sitzkomfort vorn150908582
Sitzkomfort hinten100504845
Ergonomie150125121121
Innengeräusche50373134
Geräuscheindruck100686365
Klimatisierung50282828
Federung leer200110112108
Federung beladen200108110102
Kapitelbewertung1000616598585

 

Motor und Getriebe

Setzt Peugeot in dieser Leistungsklasse (120 PS) – wie auch Ford – nach wie vor auf einen freisaugenden Vierzylinder mit 1,6 Liter Hubraum, kommt im VW schon ein Downsizing-Aggregat mit 1,2 Liter Hubraum und Turbolader zum Einsatz (105 PS). Trotz 15 PS weniger zieht man damit im Alltag nicht den Kürzeren, denn der TSI-Motor liefert schon bei 1550 Umdrehungen ein sattes Drehmoment von 175 Nm.

Die Sauger müssen sich für die volle Kraft erst zu höheren Drehzahlen aufschwingen, bieten aber auch unterhalb der 2000er-Marke noch ausreichenden Antritt. Bei ruhiger Fahrt hält sich das Peugeot-Paket akustisch zurück, während der Ford schon mit hörbaren Ansauggeräuschen protzt. Bis zur Höchstdrehzahl entfalten sich Leistung und Sound dann in beiden sportlich und sehr gleichmäßig.

Beim Beschleunigungsrennen hat der Wolfsburger knapp die Nase vorn. Weil sein Getriebe länger übersetzt ist und als einziges im Testfeld einen sechsten Gang besitzt, muss er für höhere Geschwindigkeiten weniger schuften. Zum Vergleich: Rotieren die Kurbelwellen von Fiesta und 208 bei Tempo 130 mit 4000 Umdrehungen pro Minute, sind es im sechsten Gang des VW Polo gerade einmal halb so viel.

Umso erstaunlicher, dass die drei Kontrahenten beim Verbrauchstest trotz theoretischer Überlegenheit des VW dicht zusammenliegen. Der Peugeot schneidet mit durchschnittlich 6,7 Liter Benzin je 100 Kilometer am schlechtesten ab. Das sind gerade 0,3 Liter mehr als im VW. Dabei ist keiner der Probanden mit einem Start-Stopp-System ausgerüstet.

Motor und GetriebeMax. PunkteVW Polo 1.2 TSIFord Fiesta 1.6 Ti-VCTPeugeot 208 1.6 120 VTi
Beschleunigung150107106104
Elastizität100597472
Höchstgeschwindigkeit150464846
Getriebeabstufung100888684
Kraftentfaltung50242626
Laufkultur100666562
Verbrauch325260258254
Reichweite25131114
Kapitelbewertung1000663674662

 

Fahrdynamik

Im Vergleich zu einem früheren Vergleichstest mit dem Vorgänger 207 hat der neue 208 tatsächlich mehr als 50 Kilogramm abgespeckt. Dieser Gewichtsvorteil kann auf dem kurvigen Handlingparcours allerdings nicht umgesetzt werden. Schuld daran ist vor allem das früh und hart eingreifende ESP, das nur bis Tempo 50 abgestellt werden kann. Zwar lenkt der Peugeot 208 so direkt und zackig ein wie kein Zweiter im Testfeld, wird dann aber schnell und streng vom Schleuderschutz gemaßregelt.

So wird der viel versprechend agile Eindruck am Ende nicht in der Rundenzeit widergespiegelt. Beim Slalom bremst die Elektronik den kleinen Franzosen sogar so stark ein, dass ihm die Konkurrenz davonfahren kann. Mit Polo und Ford Fiesta sind enge Wechselkurven wegen der sanfteren Elektronikeingriffe nämlich ein Kinderspiel, wobei der Wolfsburger dabei fast zu spielerisch auf die Befehle seiner leichtgängigen Lenkung reagiert.

Verbindlich und fast Sportwagentypisch setzt dagegen der Ford Fiesta die Aktionen des Fahrers um. Sehr zielgenau lässt er sich um die Pylonen zirkeln, gibt dem Fahrer dabei die beste Rückmeldung über Lenkung und Fahrwerk. Für eine schnelle Rundenzeit muss man hier aber öfter zum präzise geführten Schalthebel greifen als beim Wolfsburger, der durch seinen Turbopunch besser aus der Kurve beschleunigt.

Die Bremsen des Kölners arbeiten vorbildlich bissig. Nach 36,5 Metern steht er mit kalten, nach 35,4 Metern mit warmen Bremsen. Das kann hier nur der Polo besser, der allerdings mit deutlich breiteren Dunlop-Sport-Reifen im Format 215/45 R 16 zum Test antritt. Der mit schmaleren Leichtlaufpneus von Michelin bestückte Peugeot kann da nicht mithalten – er steht kalt wie warm erst nach 37 Metern. Zusätzliche Punkte verliert der Franzose wegen seines größeren Wendekreises von gut elf Metern.

FahrdynamikMax. PunkteVW Polo 1.2 TSIFord Fiesta 1.6 Ti-VCTPeugeot 208 1.6 120 VTi
Handling150565151
Slalom100727456
Lenkung100646662
Geradeauslauf50353634
Bremsdosierung30192018
Bremsweg kalt1501038577
Bremsweg warm1501039680
Traktion100323433
Fahrsicherheit150120120120
Wendekreis20181614
Kapitelbewertung1000622598545

 

Umwelt und Kosten

Mit mehr als 17.000 Euro sind diese Kleinwagen alles andere als günstig. Die Aufpreise für die zwei hinteren Türen sind dabei schon mit eingerechnet. Ford verlangt für den Fiesta-Fünftürer 750 Euro extra, Peugeot 650 Euro und Volkswagen 760 Euro. Die starken Benzinmotoren werden bei allen Herstellern dafür auch mit einer gehobenen Serienausstattung verknüpft.

Am besten ist dabei der Peugeot 208 Allure bestückt. Zudem zeigt sich Peugeot bei den Aufpreisen für Extras und bei den Garantien fair. Denn wer seinen 208 noch bis zum 30. Juni dieses Jahres bestellt, bekommt zur normalen Zweijahresgarantie noch ein drittes Jahr kostenlos dazu. Auch wenn man etwas höhere Werkstatt- und Kraftstoffkosten einkalkulieren muss, fährt man mit dem Peugeot 208 am Ende am günstigsten.

Kosten/UmweltMax. PunkteVW Polo 1.2 TSIFord Fiesta 1.6 Ti-VCTPeugeot 208 1.6 120 VTi
Bewerteter Preis675285283281
Wertverlust50312929
Ausstattung25111220
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung50281833
Werkstattkosten20171413
Steuer10999
Versicherung40373535
Kraftstoff55424241
Emissionswerte25878687
Kapitelbewertung1000547528548

 

Fazit

Peugeot hat sein Kleinwagenkonzept sehr gut weiterentwickelt. Trotz kompakterer Abmessungen ist der 208 in vielen Dingen besser als sein Vorgänger 207. Doch ein paar kleine Schwächen bei Bremsen und Slalom bedeuten in einem solch hochkarätigen Umfeld schon das Nachsehen. Wie man auf dem Handlingparcours beeindruckt, zeigt der agile Fiesta. Weil er obendrein beim Komfort überzeugt, sichert er sich hier den zweiten Platz hinter dem souveränen Polo. Der VW patzt in keiner Disziplin. Allerdings würde man von einem Downsizing-Motor noch bessere Verbrauchswerte erwarten.

Gesamtbewertung

Max. PunkteVW Polo 1.2 TSIFord Fiesta 1.6 Ti-VCTPeugeot 208 1.6 120 VTi
Summe5000298129042855
Platzierung123

Tags:
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