Neuer Mini Countryman (2017): Erste Fahrt Countryman wächst über sich hinaus

von Thomas Geiger 13.04.2017
Inhalt
  1. Neuer Mini Countryman (2017) will praktisch sein
  2. 150- oder 190-PS-Diesel im neuen Countryman
  3. Neuer Countryman (2017) mit Mini-typischen Details

Der neue Mini Countryman (2017) ist der größte Mini aller Zeiten! Wie sich das neue SUV aus britischem Hause schlägt, klärt unsere erste Fahrt!

"Mini ist nicht nur eine Frage von Metern", sagt Sebastian Mackensen, Mini-Markenchef, bei der ersten Fahrt im neuen Mini Countryman (2017) – mit Blick auf das einzigartige Design, das augenzwinkernde Ambiente oder das knackige Fahrverhalten der britischen BMW-Ableger. Und die Zahlen geben ihm recht. Denn selbst vom Mini Countryman (2017), mit dem die Briten die Marke 2010 am bislang weitesten gespreizt hatten, haben sie über 500.000 Exemplare verkauft. Mit dem Countryman haben die Briten zugleich den Weg auf Märkte wie China oder die USA geebnet, auf denen ein mehr Platz und mehr Bodenfreiheit gerne genommen werden. Dieser Erfolg hat den bayerischen Briten Mut gemacht: Denn wenn im Februar zu Preisen ab 26.500 Euro der neue Mini Countryman (2017) an den Start geht, wächst das Landei über sich hinaus, geht um 20 Zentimeter in die Länge und wird mit 4,30 Metern zum bislang größten Mini in der Geschichte – und zum praktischsten. Denn dank fast sieben Zentimetern mehr Radstand sitzt es sich zum ersten Mal in einem Mini auch im Fond ganz ordentlich. Und wenn die elektrische Heckklappe des neuen Mini Countryman (2017) aufschwingt, blickt man in einen Kofferraum mit soliden 450 Litern Fassungsvolumen. Wem das nicht reicht, der kann die Rückbank um bis zu 13 Zentimeter verschieben oder gleich umklappen und das Ladevolumen so auf bis zu 1390 Liter erhöhen.

Neuer Mini Countryman (2017)​ im Video:

 
 

Neuer Mini Countryman (2017) will praktisch sein

So wird der Alltag mit dem neuen Mini Countryman (2017) nicht mehr zwingend zum Abenteuer. Und genau darum ist es dem Team beim Wechsel auf die zweite Generation gegangen: Kompakte SUV gibt es wie Sand am mehr, manche sind praktisch, manche sind pfiffig. "Aber der neue Countryman ist der einzige, der praktisch und pfiffig ist", sagt Mackensen. Nicht nur im Format hat sich der neue Countryman (2017) weiter vom Mini entfernt als je zuvor, auch das Fahrverhalten ist nicht mehr mit dem Original vergleichbar. Der neue Mini Countryman ist straff abgestimmt, hat eine sehr direkte Lenkung und hängt gierig am Gas. Erst recht als Cooper S mit seinem 192 PS starken Zweiliter-Turbo, der mit wütendem Knurren 280 Newtonmeter Drehmoment mobilisiert und so kräftig am Boden scharrt, dass der Fahrer des neuen Mini Countryman dankbar für den elektronisch geregelten Allradantrieb ist. Sonst wäre der Spurt von 0 auf 100 kaum in 7,3 Sekunden kaum zu schaffen. Zudem fühlt sich der Mini ein wenig giftiger an als der Zweier Active Tourer, mit dem er sich die Plattform teilt. Doch bei aller Mühe beim Set-up ist der neue Mini Countryman (2017) vom markentypischen Go-Kart-Feeling meilenweit entfernt. Das Auto ist einfach zu schwer und zu sperrig, als dass man mit ihm noch um die Ecken räubern möchte. Dafür fühlt sich der neue Countryman so erwachsen an, dass man stundenlang ohne Ermüdung fahren kann. Selbst wenn die Tour in den Schnee oder den Schlamm führt – wofür hat der neue Countryman (2017) schließlich Allradantrieb und ein paar Millimeter mehr Bodenfreiheit.

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Wuseliger Tatendrang

 

150- oder 190-PS-Diesel im neuen Countryman

Für Deutschland sind weder der Basisbenziner mit 136 PS, noch der auf 231 PS aufgebohrte Countryman Cooper S oder gar der für den Sommer angekündigte John Cooper Works interessant. Viel wichtiger sind für den neuen Mini Countryman (2017) die beiden Diesel mit 150 PS im Cooper D oder 190 PS im Cooper SD, mit denen der Verbrauch – zumindest auf dem Prüfstand – bis auf 4,3 Liter sinkt. Wem selbst das noch zu viel ist, der bekommt den neuen Countryman (2017) bald als ersten Mini mit elektrifiziertem Antrieb. Der kombiniert den 136 PS starken Dreizylinder-Benziner im Bug mit einem E-Motor an der Hinterachse und addiert sich zu einer Systemleistung von 224 PS. Mit dem Teilzeitstromer lässt sich nicht nur flotter beschleunigen, sondern auch bis zu 40 Kilometer weit rein elektrisch fahren – und den Verbrauch auf theoretische 2,1 Liter drücken. So wird der größte Mini aller Zeiten zugleich auch zum sparsamsten.

 

Neuer Countryman (2017) mit Mini-typischen Details

Dass sich der neue Countryman (2017) trotzdem irgendwie nach Mini anfühlt, liegt insbesondere am Design, das so verspielt ist wie eh und je – auch wenn das Pfannkuchen-große Display jetzt auf Fingerzeig reagiert, sich die Schalter wertiger anfühlen und sich überall Ablagen finden. Außerdem haben die Briten im neuen Mini Countryman (2017) so manche Details eingebaut, die es so nur bei Mini gibt – vom Union-Jack auf dem Boden mancher Ablagen über das Picknick-Kissen im Kofferraumboden, mit dem die Ladekante zur Parkbank wird, bis hin zum Country-Timer. Der protokolliert besonders abenteuerliche Fahrten und adelt den Fahrer vom "Street Cruiser" zum "Cliff Champion". Das coolste Feature im neuen Mini Countryman (2017) aber ist der "Finde Mate": Der zeigt an, ob mittels Bluetooth-Chips markierte Gegenstände an ihrem Platz sind und erinnert schusselige Fahrer, falls sie Brieftasche oder Kulturbeutel daheim vergessen haben. Der neue Mini Countryman ist zwar größer als je zuvor, doch definiert sich Mini nicht über Meter, sondern über solche Gimmicks und über das Design. Deshalb ist sich Markenchef Mackensen sicher, dass auch der neue Countryman (2017) als Mini akzeptiert und seinen Weg machen wird. Trotzdem wird einen noch größeren "auf sehr lange absehbare Zeit nicht geben".

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