Neuer Mercedes EQ C (2019): Erste Fahrt Mercedes fährt leise in die Zukunft

von Thomas Geiger 22.05.2017
Inhalt
  1. Erste Fahrt im neuen Mercedes EQ C (2019)
  2. Innenraum des EQ C kommuniziert mit Insassen
  3. Einfaches Bedienkonzept im neuen EQ C
  4. Mercedes EQ C geht spätestens 2019 in Serie

Mercedes lädt zur ersten Fahrt in der Studie des künftigen Mercedes EQ C (2019). Zwar geht's nur im Schleichtempo durch die Gassen, dafür bringt das Ambiente zum Staunen und hoffen auf die Serienversion.

Als Dieter Zetsche vor einem guten halben Jahr bei der Premiere den neuen Mercedes EQ C (2019) auf die Bühne geholt hat, war das für ihn nicht weniger als die Neuerfindung des Automobils. "Jetzt legen wir den Schalter um", hat der Daimler-Chef versprochen und den Silberling als erstes designiertes Elektroauto beim Daimler ins Zentrum der neuen Unternehmensstrategie CASE gestellt. Die Abkürzung steht für Connected, Autonomous, Shared und Electric und fasst vier Trends zusammen, die jeder für sich das Auto revolutionieren werden. Doch die Zukunft selbst kommt auf leisen Sohlen. Denn während die Vordenker sich in bunten Farben die Mercedes-Welt von Morgen ausmalen, bitten die Entwickler schon zur ersten Mitfahrt in der Studie des neuen Mercedes EQ C (2019), die wie ein Ufo auf Landgang absolut geräuschlos durch die Häuserschluchten eines Berliner Forschungscampus cruist. Dass der Wagen bis zur Markteinführung in der besten und mit geschätzten 80.000 Euro auch teuersten Ausbaustufe mit 70 kWh Akkukapazität tatsächlich auf 500 Kilometer Reichweite kommen wird, glaubt man den Ingenieuren unbenommen. Schließlich können das Tesla & Co schon heute. 

Neuer Mercedes EQ C (2019) im Video:

 
 

Erste Fahrt im neuen Mercedes EQ C (2019)

Die zwei Motoren des neuen Mercedes EQC (2019) liefern zusammen 408 PS (300 kW) und 700 Newtonmeter. Den Sprintwert von weniger als fünf Sekunden nimmt man den Ingenieuren auch dann ab, wenn sie ihrem handgeschnitzten Einzelstück kaum mehr als Schritttempo zumuten und selbst dabei noch alles knirscht und knarzt im vornehmen Gebälk unter der Alubeam-Hülle. Denn auch das ist ein Wert, der bereits heute Standard ist. Und dass Mercedes jetzt eine eigene, skalierbare Plattform für Elektrofahrzeuge entwickelt, die mit einem intelligenten Mix aus Stahl, Aluminium und Karbon die Schwere zwischen Kosten und Gewicht eng geschlossen hält, ist angesichts von MEB & Co auch keine Überraschung mehr. Deshalb liegt das Augenmerk bei dieser Fahrt weniger auf dem Antrieb des, als dem Ambiente, mit dem die Schwaben an der Konkurrenz vorbeiziehen und Tesla in die Steinzeit zurückwerfen wollen. Denn selbst das zeichenblockgroße Tablet im Model X verblasst gegen die Multimedia-Show, die Mercedes im EQ C inszeniert.

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Innenraum des EQ C kommuniziert mit Insassen

Genau wie in der gerade aktualisierten S-Klasse prangt hinter dem Lenkrad auch beim neuen Mercedes EQ C (2019) ein Cinemascope-Cockpit – nur dass der Screen hier tatsächlich mehr als einen halben Meter misst und die HD-Grafiken noch bunter über den Bildschirm flirren. Doch um Ordnung zu schaffen in der Flut der Informationen, haben die Designer die Darstellungsebenen aufgelöst und das gesamte Interieur zur Dialogfläche gemacht, die über Licht mit den Insassen spricht. Ein LED-Band unter der Fensterlinie zum Beispiel illustriert den Energiefluss, zeigt durch einen subtilen Farbwechsel den jeweiligen Fahrstil an oder warnt etwa vor Fußgängern. Und hinter den perforierten Türtafeln haben die Entwickler hunderte mikrofeiner LEDs installiert, die schemenhafte Bewegungen illustrieren und damit ebenfalls kommunizieren können. Pulsierendes Licht beim Laden, wandernde Wolken beim Fahren, ein alarmierendes Flackern – fast unterbewusst nimmt man wahr, was Sache ist. Während dem Beifahrer nur die Lichtstimmung bleibt, gibt es für Hinterbänkler im EQ C zwei 3D-Bildschrirme in den Rücklehnen der Vordersitze, über die beinahe holografische Karten flimmern. Die sehen nicht nur besser aus als je zuvor, sind aktueller und enthalten mehr Details, sondern man kann sich daraus selbst als Mitfahrer viel mehr Informationen ziehen. Denn als Datenbasis dient die in Echtzeit gepflegte Online-Karte Here, die zu jedem Punkt auf der Welt mehr Wissenswertes sammeln will als Wikipedia.

 

Einfaches Bedienkonzept im neuen EQ C

Mit der neuen Dialogbereitschaft einher geht ein revolutionär entschlacktes Bedienkonzept: Die Sitzverstellung bleibt zwar in den Türtafeln, weil das für Mercedes fast ikonischen Charakter hat. Doch alles anderen Schalter und Knöpfe im neuen Mercedes EQ C (2019) machen Platz für ein paar wenige Touchscreens und Sensor-Felder. Die zwei wichtigsten davon stecken im Lenkrad und wirken wie die Weiterentwicklung der Blackberry-Tasten aus der aktuellen E-Klasse und der Schönste wächst aus dem Mitteltunnel heraus. Auf diesem nach oben gebogenen Bildschirm kann man einem Fingerzeig das gesamte Ambiente im Auto modifizieren. Egal ob Luft, Licht oder Liedauswahl - wer mit dem Finger nach rechts oder links streicht, ändert die Temperatur, die Farbe oder den Song und mit einer Bewegung in Längsrichtung reguliert man die Intensität. Das ist so einfach und eingängig, dass man kaum verstehen kann, weshalb da nicht schon mal vorher jemand draufgekommen ist. Zwar räumt Entwicklerin Vera Schmidt ein, dass sie bei dem ganzen LED-Zauber nirgendwo völlig neue Technik verwenden und die ganze Hightech kein Hexenwerk ist. Das ganze Konzept mit der Ambientebeleuchtung als Dialogfläche ist einfach nur eine gute Idee, die bislang kein anderer Hersteller so konsequent umgesetzt hat. Doch schürt das die Hoffnung, dass umso mehr aus der Studie in die Serie des EQ C gerettet werden kann. 

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Mercedes EQ C geht spätestens 2019 in Serie

Damit müssen sie sich Schmidt und ihre Kollegen allerdings beeilen. Erstens, weil der ohnehin schon große Rückstand auf Tesla & Co nicht noch größer werden soll als er ohnehin schon ist und der Silberfisch spätestens in 24 Monaten als neuer Mercedes EQ C (2019) auf der Straße stehen muss. Und zweitens, weil Zetsche mit der Marke noch viel vorhat. Ein knappes Dutzend EQ-Modelle will Daimler in den nächsten Jahren auf den Markt bringen und kann sich vorstellen, schon bald ein Viertel seiner Sternen-Flotte mit Stecker auszuliefern. Viel Verzögerung können sich die Entwickler deshalb also nicht erlauben. Im Gegenteil. Denn auch wenn der EQ C noch zwei Jahre braucht, wird man das neue Logo der neuen Marke schon in wenigen Wochen auf der Straße sehen - auf dem Kotflügel der überarbeiteten S-Klasse. Denn genau wie BMW seine Plug-In-Hybriden i-Performance nennt, will Mercedes seine Teilzeitstromer künftig mit EQ-Power etikettieren. Das ist zwar nicht viel mehr als Marketing, birgt aber eine tiefere Botschaft: Die Zukunft, so wollen uns die Schwaben damit suggerieren, ist näher als man denkt. 

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