Neuer Jeep Compass (2017): Erste Fahrt So fährt sich der neue Jeep Compass

von Thomas Geiger 07.03.2017
Inhalt
  1. Erste Fahrt im neuen Jeep Compass (2017)
  2. Der neue Jeep Compass (2017) kostet ab 25.000 Euro
  3. Enttäuschender "Tigershark"-Vierzylinder

Die erste Fahrt zeigt: Mit seinem Vorgänger hat der neue Jeep Compass (2017) nicht mehr viel gemein. Er ist jetzt ein bulliges SUV mit gefälligem Design, das mühelos im Mainstream mitschwimmen kann. Damit will jetzt auch der selbsternannte Erfinder des Geländewagens vom anhaltenden Boom profitieren.

Der neue Jeep Compass (2017) kommt und ist doch schon viel zu spät dran. Denn ausgerechnet der selbst erklärte Erfinder des Geländewagens hat vom Boom auf der Buckelpiste bislang am wenigsten profitiert und Jeep musste dem Erfolg traditionsloser Nachahmer tatenlos zuschauen. Zwar weisen die Zulassungszahlen der Amerikaner seit ein paar Jahren wieder steil nach oben. Doch im wichtigen Kompaktsegment klaffte seit dem Ende des unseligen Compass eine schmerzliche Lücke. Die wird jetzt endlich wieder geschlossen: Denn nach über zwei Jahren Pause geht im Juli zu Schätzpreisen ab 25.000 Euro ein neuer Jeep Compass (2017) an den Start. Mit dem Vorgänger hat er außer dem typischen Jeep-Grill nicht viel mehr als den Namen gemein. Denn aus dem ebenso schrägen wie schrulligen Amerikaner ist ein gefälliges SUV geworden, das lässig mit dem Mainstream schwimmt: Die Form ist mit Scheinwerfern wie bei einer Comic Figur, einer Haifischflosse im hinteren Drittel der Flanke und einem schwarzen Dach ebenso auffällig wie ansehnlich. Das Format mit 4,40 Metern Länge und 2,64 Metern Radstand ist ausreichend für genügend Kniefreiheit auch in der zweiten Reihe und einen Kofferraum von knapp 500 Litern. Und ganz im Gegensatz zum Vorgänger sieht auch der Innenraum endlich ordentlich aus.

Der neue Jeep Compass (2017) im Video:

 
 

Erste Fahrt im neuen Jeep Compass (2017)

Die Lack- und Lederorgien von VW & Co macht Jeep zwar nicht mit. Doch selbst die Modelle für die US-Kunden, die auf solche Details bekanntlich weniger Wert legen, sind solide verarbeitet und - Hartplastik auf den Konsolen hin und billigen Filzteppich im Kofferraum her - schick ausgeschlagen. Insbesondere das Cockpit des neuen Jeep Compass (2017) macht einen modernen, frischen Eindruck, weil zwischen den analogen Instrumenten ein großer Bildschirm steckt und weil daneben ein noch größerer Touchscreen montiert ist. Auf dem läuft nicht nur die Navigation und das in den USA unverzichtbare Satellitenradio. Auch Apple CarPlay und Android Auto kann man darüber nutzen, spezielle Jeep Apps laden und die meisten Fahrzeugfunktionen steuern. Viele Schalter braucht es deshalb im Cockpit des neuen Compass nicht mehr. Er zeigt in Richtung Mainstream und genau so fährt das SUV auch. Die Lenkung ist schon bei den sonst gerne eher unverbindlichen US-Modellen überraschend präzise und direkt. Das Fahrwerk ist auf der einen Seite so komfortabel, dass man stundenlang über den Highway gondeln könnte und auf der anderen Seite so bestimmt, dass man auch auf schlechtem Terrain nicht vom Kurs abkommt. Wer da ganz sicher gehen will, der nimmt die Abenteuervariante Trailhawk. Sie hat etwas mehr Bodenfreiheit, schützt ihre Weichteile mit stabilen Planken und nutzt einen Allradantrieb mit einer simulierten Geländeuntersetzung. Dazu noch den Fahrprogrammregler auf Sand, Schnee oder Schlamm gedreht und der neue Jeep Compass (2017) lässt sich auch von Geröllfeldern, Wasserläufen oder Wüstendünen nicht vom Kurs abbringen.

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Der neue Jeep Compass (2017) kostet ab 25.000 Euro

Das ist keine Überraschung. Eher wundert man sich darüber, wie gut sich der neue Jeep Compass (2017) in der Zivilisation schlägt - immerhin hat er mit seinen etlichen Assistenten, unter anderem für Spurhaltung und -wechsel sowie einer hoch auflösenden Rückfahrkamera ein zeitgemäßes Paket an elektrischen Helfern. Nur der Motor ist eine Katastrophe. Denn statt Kraft entwickelt der 2,4 Liter große Vierzylinder mit dem eigenwilligen Beinamen "Tigershark" nur Krawall und wenn jemand statt 180 nur 90 PS ins Datenblatt geschrieben hätte, würde man auch das noch für eine Übertreibung halten. Denn das bisschen, was an Leistung noch auf der Kurbelwelle ankommt, das schluckt dann eine hoffnungslos überforderte Neungang-Automatik, bei der man gar nicht glauben mag, dass sie tatsächlich von ZF kommt, so schlecht wie sie abgestimmt ist. Gut, dass Jeep den neuen Compass (2017) zwar als Weltauto versteht, ihn aber für die einzelnen Regionen entsprechend anpasst.  Wenn in Mexiko demnächst die ersten EU-Autos vom Band laufen, dann werden die Amerikaner mutmaßlich ins Teileregal des kleinen Bruders Renegade greifen und dessen Antrieb übernehmen - wozu teilen sich die beiden schließlich eine Plattform?  

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Enttäuschender "Tigershark"-Vierzylinder

Genau wie beim Junior-Jeep wird es deshalb wohl einen 1,4-Liter-Benziner und einen Zweiliter-Diesel mit jeweils 140 und 170 PS geben, wo fast alle auch mit Allradantrieb bestellt werden können. Und womöglich gibt es auch noch den 1,6-Liter-Diesel mit 120 PS. Zwar kommt der neue Jeep Compass (2017) spät und die Lücke schmerzt Europachef Dante Zilli gewaltig. Doch umso höher sind seine Erwartungen in das neue Modell. Weil es in dem mit Abstand größten Segment des Marktes antritt, sieht er es auch an der Spitze seiner Absatz-Statistik. Zumindest in der internen Wertung dreht er damit das Ranking um: Dort wird der letzte dann schon bald der erste sein.

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