Neuer Honda Civic Type R (2017): Erste Testfahrt Ritt auf der PS-Bestie Type R

von Thomas Geiger 04.09.2017
Inhalt
  1. Erste Testfahrt im neuen Civic Type R (2017)
  2. Neuer Honda Civic Type R (2017) erzeugt Abtrieb
  3. Neuer Type R (2017) stellt Nordschleifen-Rekord

Der neue Honda Civic Type R (2017) ist der einzige Kompaktsportler, der bei hohem Tempo Abtrieb erzeugt! Bei unserer ersten Testfahrt durften wir uns dem Rausch der Geschwindigkeit in Hondas neuem Hightech-Wunderwerk hingegeben.

Während sich andere Sportler in der Kompaktklasse ihrer Stärke fast schämen, lässt der neue Honda Civic Type R (2017) ganz unverblümt seine Muskeln spielen. Denn wenn die Japaner ihren neuen Civic im September 2017 auch als Type R an den Start bringen, wird der Kraftmeier so ziemlich zum heißesten Hobel, den man aktuell in der Golf-Klasse kaufen kann. Das nötige Feuer dafür liefert ein Vierzylinder mit zwei Litern Hubraum, einem Turbo-Lader und einem Drehzahlmesser, bei dem die roten Warnleuchten erst jenseits von 7000 Touren zu Flackern beginnen. 320 PS quetschen die Japaner mittlerweile aus dem Triebwerk und wichtiger noch bis zu 400 Newtonmeter, mit denen allein die Vorderräder zurechtkommen müssen. Was bei vielen anderen Kompakten eher nach Krampf als nach Kampf, ist beim neuen Honda Civic Type R (2017) eine zündende Kombination. Denn mit breiter Spur, aufwändigem Fahrwerk, fetten Gummis und einer wirkungsvollen Aerodynamik bekommen sie diese Kraft tatsächlich halbwegs sauber auf die Straße. Der Type R scharrt deshalb nicht nervös mit den Hufen, sondern schreitet kräftig aus. Von 0 auf 100 km/h in 5,7 Sekunden und bei Vollgas 272 km/h schnell – das macht ihn zu einer lustvollen Asphaltfräse, mit der man leidenschaftlich in die Kurven schreddert – erst recht im schärfsten der drei Fahrmodi.

Neuheiten Honda Civic Type R (2017)
Honda Civic Type R (2017): Preis (Update!)  

Rekord-Civic ab 36.050 Euro

Erste Fahrt im neuen Honda Civic Type R (2017) (Video):

 
 

Erste Testfahrt im neuen Civic Type R (2017)

Sobald der Wippschalter auf dem Mitteltunnel auf R+ steht, wechselt der neue Honda Civic Type R (2017) gar vollends in den Kampfmodus, spannt die Muskeln an, versteift sich und lässt jede Rücksicht auf den Rücken sein. Das Fahrwerk wird bretthart, von der Servounterstützung in der Lenkung ist nicht mehr viel zu spüren und der Motor giert nach Gas wie ein Zucker-Junkie nach der Torte in der Bäckerei-Auslage. Mit dem Messer zwischen den Zähnen und ohne jedes schlechte Gewissen rast man über die Landstraße oder besser noch über eine Rennstrecke: Anbremsen, Einlenken, Aufmachen, Gasgeben – all das wird eins und nur noch aus den Augenwinkeln sieht man das Blitzen der Schaltanzeige, während man den Stummel auf dem Mitteltunnel durch die kurzen Gassen prügelt. Dabei greifen die Reifen so gut, dass man sich eigentlich keine Sorgen machen muss. Wer sagt, dass man in dieser Liga ohne Allrad- oder Heckantrieb aufgeschmissen ist, der hat die Rechnung ohne Honda gemacht.

 

Neuer Honda Civic Type R (2017) erzeugt Abtrieb

Bei seinem Kraftakt trägt der neue Honda Civic Type R (2017) einen Kampfanzug, bei dem selbst Porsche-Fahrern Angst und Bange wird. Wo der normale Fünftürer beim Wechsel in die zehnte Generation erschreckend brav und bieder geworden ist, sieht der Type R aus wie vom Kampfstern Galactica und stiehlt mit seinen Spoilern und Schwellern manch einem Supersportwagen die Schau. Doch das ist keine schnöde Angeberei. Jede Finne und jeder Flügel hat einen Zweck und zusammen machen sie den Civic zum einzigen Kompaktsportler, der bei hohem Tempo tatsächlich Abtrieb erzeugt. Denn bei 200 km/h lasten immerhin 30 Kilo Luftdruck auf der Karosserie, die in schnellen Kurven über Wohl und Wehe entscheiden können. So gefühlsgeladen die Japaner aber bei der Arbeit am neuen Honda Civic Type R (2017) auch waren, so sehr ist das Auto doch aus dem Kopf geboren. Das merkt man an dem für einen Kraftmeier wie diesen eher verhaltenen Sound und dem bis auf die roten Rennsitze vergleichsweise nüchternen Innenleben.

 

Neuer Type R (2017) stellt Nordschleifen-Rekord

Und vor allem merkt man das am Feinschliff der Ingenieure. Denn Honda wäre nicht Honda, wenn der Type R nicht mit wissenschaftlicher Akribie entwickelt worden wäre. Das beginnt beim REV-Matching mit elektronisch berechnetem Zwischengas für den perfekten Gangwechsel, führt über das dritte Endrohr und die aufwändige Luftführung und ist bei den mit Natrium gefüllten und gekühlten Ventilen gegen das Klopfen noch lange nicht beendet. Aber die Mühe hat sich gelohnt, selbst wenn es am Ende nicht viel mehr als 700 Autos pro Jahr nach Deutschland schaffen werden. Nicht nur, weil der neue Honda Civic Type R (2017) tatsächlich ein belebendes Auto ist, sondern vor allem, weil Honda den Europäern damit endlich mal wieder zeigt, wo der Hammer hängt: Denn nicht der Golf R, der Leon Cupra oder der Renault Mégane RS tragen die Krone der Kompakten. Mit einer Rekordrunde von 7:43.8 Minuten auf der Nordschleife des Nürburgrings gebührt dieser Titel jetzt den Japanern. 

Fakten zum Honda Civic im Video:

 

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