Neuer Ford F-150 Raptor (2017): Erste Fahrt So fährt sich der neue Raptor

von Thomas Geiger 02.06.2017
Inhalt
  1. Erste Fahrt im neuen Ford F-150 Raptor (2017)
  2. Preis des Ford F-150 Raptors startet bei 49.520 Dollar
  3. Keine Pläne für den F-150 Raptor in Europa

Bei der ersten Fahrt des neuen Ford F-150 Raptor (2017) machen wir mit Matsch, Schnee und Sand Bekanntschaft. Nichts kann der archaischen Urgewalt des 450 PS starken Zwei-Tonnen-Pickups trotzen. Unsere Eindrücke im Fahrbericht.

Der neue Ford F-150 Raptor (2017) ist kein normaler Sportwagen, sondern der kraftstrotzende Ableger des F-150 und für die Ausfahrt auf der schlammigen Piste gemacht. Wo schon das Grundmodell des Pickups zu den hartgesottenen Jungs zählt und mit seinem derben Charme nicht umsonst seit Jahrzehnten die amerikanische Zulassungsstatistik anführt, wird er als Raptor aus der Ford Performace Division zur Power-Pritsche für verhinderte Rennfahrer. Möglich macht das nicht nur der drei Liter große V6-Turbo aus dem Supersportwagen Ford GT, der im Pickup immer noch auf 450 PS und vor allem auf 691 Newtonmeter kommt, sondern auch das stark modifizierte Fahrwerk mit größerer Bodenfreiheit und längeren Federwegen sowie einen zuschaltbaren Allradantrieb, der den Spieltrieb am Steuer befriedigen will. Neben der üblichen Untersetzung und einem ernsthaften Offroad-Programm bietet er deshalb auch spezielle Set-Ups für Schlamm, Schnee oder Sand, bei denen die Elektronik jeden noch so wilden Spieltrieb befriedigt. Und wer einmal ein Trumm von 5,90 Metern allein mit dem Gasfuß gelenkt und den neuen Ford F-150 Raptor (2017) zum Schneewalzer gebeten hat, der weiß, wie heiß einem dabei selbst im tiefsten Winter werden kann. Denn wo der F-150 sonst ein eher gemütlicher Kerl ist, der weite Bögen liebt und seine Abenteuer bevorzugt im Bummeltempo absolviert, fühlt er sich unter Dampf plötzlich umso agiler und aggressiver an.

Fahrbericht des neuen Ford F-150 Raptor (2017) im Video:

 
 

Erste Fahrt im neuen Ford F-150 Raptor (2017)

Das Fahrgefühl im neuen Ford F-150 Raptor (2017) ist dabei schier unbeschreiblich. Man thront über der Straße wie auf einem Hochsitz. Die Rennfedern mit ihren langen Wegen geben trotz der sportlichen Härte so großzügig nach, dass man wie ein Wellenreiter durch die Pampa wogen und wenn die 691 Newtonmeter die gut zwei Tonnen in kaum mehr als fünf Sekunden auf Tempo 100 wuchten, beginnt man an der Trägheit der Masse zu zweifeln. Es gibt aber neben der Wucht dieser Eindrücke noch etwas, das den neun Ford F-150 Raptor (2017) grundlegend von jedem anderen Sportwagen unterscheidet: Das Platzangebot!  Wo man sich in einem Porsche schon hinter dem Lenkrad klein machen und mit filigranen Bedienelementen arrangieren muss, schwelgt man im Power-Pickup in eine großzügigen Sessel aus Lack und Leder, das Lenkrad ist dick und griffig und der Wählhebel für die konkurrenzlose Zehngang-Automatik wirkt dick und schwer wie der Kopf eines Baseballschlägers. Statt einer winzigen Rückbank, die schon von zwei Winterjacken überfordert ist, bietet der neue Ford F-150 Raptor (2017) hinter den Fond-Türen der XXL-Kabine ein wohnzimmertaugliches Sofa für Freunde und Familie. Und wenn andere Sportwagenfahrer kaum mehr als den Kulturbeutel in den Kofferraum kriegen, reicht die Pritsche des Raptors für den halben Hausstand.

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Neuer F-150 ab ca. 46.807 Euro

 

Preis des Ford F-150 Raptors startet bei 49.520 Dollar

Das beste am neuen Ford F-150 Raptor (2017) ist aber sein Preis: In Amerika ist schon der zivile F-150 ein Schnäppchen und selbst die gerade mal 49.520 Dollar (46.807 Euro) für den Raptor sind kaum mehr als Spielgeld, wenn man den Heidenspaß gegenrechnet, den man auf mit diesem Rennwagen in der Pampa haben kann. Zumal selbst mit allen Extras nicht mehr als 70.000 Dollar (66.165 Euro) zusammen kommen. Dumm nur, dass dieser Spaß den Europäern offiziell nicht vergönnt ist. Erstens, weil man hier fast nirgends mehr ins Gelände darf. Und zweitens, weil Ford die Power-Pritsche offiziell nicht nach Deutschland exportiert. Doch fürs eine gibt es Kiesgruben oder Truppenübungsplötze und für das andere die freien Importeure, die bereitwillig in die Bresche springen und den US-Giganten ins Land holen. Zwar steigt der Preis dann schnell mal auf das Doppelte und knackt bei guter Ausstattung die 100.000-Euro-Grenze, doch schindet man dafür mit diesem Ford auch mehr Aufmerksamkeit als mit jedem Ferrari – selbst wenn das Eis im Kühlergrill wieder geschmolzen ist und man den Schlamm herunter gewaschen hat.

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Keine Pläne für den F-150 Raptor in Europa

Deshalb würde so ein Auto auch bei uns ein bisschen Leben in die fade Ford-Palette bringen. Doch offiziell denkt Detroit leider nicht mal im Traum daran, den neuen Ford F-150 Raptor (2017) nach Europa zu exportieren. Schon weil die Amerikaner mit der Produktion kaum den eigenen Bedarf decken können. Doch je mehr Power-Pritschen die freien Importeure ins Land holen, desto größer wird die Versuchung, er vielleicht doch einmal zu probieren. Mit dem Mustang hat es schließlich auch geklappt. Und so schlecht, wie bei uns die Straßen mittlerweile sind, ist es bis zur Baja California nicht mehr weit.

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