Neuer Ferrari GTC4Lusso: Erste Fahrt So fährt der neue GTC4Lusso

11.01.2017

Im September kommt der neue Ferrari GTC4Lusso, der sich als genauso praktikabel und alltagstauglich erweist wie ein SUV. Mit Leichtigkeit und Eleganz schlittert das Kraftpaket über den Asphalt und macht selbst im Parkhaus eine gute Figur.

Der Flirt mit dem Alltag bei Ferrari geht weiter: Mit dem neuen Ferrari GTC4Lusso bringt die schnelle Fiat-Tochter im September 2016 nach dem FF einen weiteren Sportwagen auf den Markt, mit dem man auch mal zum Brötchen holen, ins Büro oder zur Not sogar zum Baumarkt fahren kann. Im Gegensatz zum Vorgänger wird der Ferrari GTC4Lusso zu einem Preis ab 261.883 Euro nicht nur wieder etwas stärker und schneller, sondern obendrein auch praktischer und alltagstauglicher. Die sportlichere und schärfere Fahrweise des Ferrari GTC4Lusso liegt dabei nur zum Teil am Feinschliff für den famosen V12-Motor. Auch wenn dieser jetzt mit 690 PS um die Ecke kommt, lässt sich die höhere Leistung genauso wenig herausfahren wie der minimale Anstieg der Drehmomentkurve, selbst wenn die jetzt bei 697 Newtonmeter gipfelt und bereits jenseits von 2.000 Touren mindestens 80 Prozent der Anzugskraft zur Verfügung stehen. Was den Unterschied des Ferrari GTC4Lusso zum Vorgänger FF so deutlich macht, ist die neue Allradlenkung.


Ferrari GTC4Lusso im Video:

 

 

Ferrari GTC4Lusso ab September 2016

Im Zusammenspiel mit dem Allradantrieb, einer aus der Formel 1 entlehnten Traktionskontrolle und einem ausgefuchsten Torque Vectoring, geht der Ferrari GTC4Lusso so schnell ums Eck, dass man die fast fünf Meter und die beinahe zwei Tonnen schon in der ersten Kurve vergessen hat. Obwohl der Ferrari GTC4Lusso nahezu das Format eines Porsche Panamera hat, fühlt er sich so handlich und so leicht an wie ein Boxster – nur eben mit der doppelten Leistung. Zugleich steht die Allradlenkung auch für einen höheren Alltagsnutzen. Denn wer mit dem Tiefflieger einmal durch eine italienische Altstadt rangiert hat, der wird die virtuelle Radstandsverkürzung genauso zu schätzen wissen wie den um einen Meter geschrumpften Wendekreis. Im Parkhaus fühlt sich der Ferrari GTC4Lusso damit genauso wendig an wie auf einer Passstraße.

Noch mehr Power im GTC4Lusso gibt es auf Knopfdruck

Präzision, Power und Performance – all das sollte für einen Ferrari so selbstverständlich sein wie das Manettino, jener kleine, rote Schalter am Lenkrad, mit dem man über Motorelektronik, Stabilitätsprogramm und Federung den Charakter des Wagens verstellen kann. Doch was wirklich überraschend ist am Ferrari GTC4Lusso (sind die Leichtigkeit und Eleganz, mit denen sich das Kraftpaket bewegen lässt. Denn wenn man den Gasfuß nur ein ganz klein bisschen lupft und sich selbst ein wenig Luft zum Atmen gönnt, wird der bitterböse Kampfsportler zum lammfrommen Luxusliner, der sich nicht schwerer fahren lässt als ein Fiat Punto: Fast unwillkürlich winkelt man die dann die Beine ein wenig an, lässt den Sitz weiter nach hinten surren, legt den Arm auf der Türbrüstung ab und greift nur noch mit zwei Fingern ins Lenkrad. Selten hat sich ein Auto mit so viel Leistung derart zahm und züchtig benommen wie der Ferrari GTC4Lusso – selbst das Brüllen beim Anlassen haben die Italiener dem 6,3 Liter großen V12-Motor abgewöhnt, weil es vielen Kunden offenbar ein bisschen peinlich war. Wer den Wagen derart gelassen und gemütlich bewegt, der muss seinen Blick nicht stur auf die Straße heften und die Hände fest um das wie direkt aus einem Rennwagen übernommene Lenkrad krallen. Dann reicht die Aufmerksamkeit auch für den Rest des Autos. So lässt man die Augen schweifen und sieht mehr Lack und Leder als in mancher Luxuslimousine.

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Neuer Italiener bringt viel Platz und Komfort

Man merkt plötzlich, dass die Sitze im Ferrari GTC4Lusso nicht nur extrem festen Halt und gute Seitenführung bieten, sondern überraschend bequem sind. Man registriert viel Kopf- und Beinfreiheit und erinnert sich daran, dass sogar das Einstiegen einigermaßen bequem geklappt hat. Man entdeckt immer wieder ein paar neue Funktionen, die man in so einem Auto nicht erwartetet hätte. Einen Gurtbringer zum Beispiel oder die umschaltbare Frontkamera, mit der man trotz der endlos langen Haube um gefährliche Ecken sehen kann. Spätestens wenn der Blick auf das neue Infotainment-Center fällt, kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Denn nachdem die Italiener früher der Entwicklung um Jahre hinterhergefahren sind und die Restbestände der Zulieferer aufgebraucht haben, prangt in der Mittelkonsole des Ferrari GTC4Lusso jetzt der schönste Touchscreen im ganzen Fiat-Konzern. Riesig groß, brillant und gut strukturiert lässt er selbst das Tesla-Cockpit alt aussehen. Und weil es so schön und modern ist, hat Ferrari vor dem Sozius gleich noch ein zweites Display eingebaut, mit dem auch der Beifahrer ins Spiel eingreifen kann. Auch wenn das ganze Auto im Vergleich zum Vorgänger ein bisschen straffer und energischer daher kommt, sucht man Spoiler oder Schweller am Ferrari GTC4Lusso vergebens. Obwohl die Italiener noch nie so viel Wert auf Variabilität und Alltagstauglichkeit gelegt haben, wie bei diesem Modell, obwohl sie allein 60 Liter an Ablagen im Innenraum verteilt haben und stolz sind auf einen Kofferraum von 450 bis 800 Litern mit einer elektrischen Heckklappe, haben sie ihre alten Tugenden nicht vergessen. Im Gegenteil: Der Ferrari GTC4Lusso ist nicht der geräumigste, sondern auch der schnellste Viersitzer in der Firmengeschichte. So schnellt er in 3,4 Sekunden auf Tempo 100 und schafft eine Spitze von 335 km/h.

GTC4Lusso erfüllt die gleichen Bedürfnisse wie ein SUV

Der Motor stärker, das Fahrwerk feiner, die Allradlenkung ein echter Gewinn und  das Design gleichermaßen behutsam wie gründlich weiter entwickelt, so macht der Ferrari GTC4Lusso jetzt tatsächlich eine noch bessere Figur als der FF. Am Wesen des Wagens ändert sich deshalb aber nichts. Er bleibt eine luxuriöse Oase für sehr viel Besserverdiener, die ihre Freizeit bisweilen auch mal mit mehr als einem Menschen teilen und vor allem auf langen Strecken genießen möchten. Kein anderer Ferrari fährt sich auf Dauer so komfortabel und rückenschonend wie der GTC – und ist doch nur einen Fußtritt vom Supersportwagen entfernt. In keinem anderen sitzt man so bequem, schließlich gibt es in Maranello keinen anderen Viersitzer und wenn man auch einmal nach hinten geklettert ist, sitzt man auch dort tatsächlich gar nicht so schlecht. So gesehen ist der Ferrari GTC4Lusso eine brauchbare Antwort auf den SUV-Trend bei den Luxusmarken, dem die Italiener bisher nicht viel abgewinnen können. Viel mehr als einen luxuriösen Tourer mit ein bisschen mehr Platz und gehobener Ausstattung wollen auch Bentley-Kunden nicht haben, wenn sie den Bentayga bestellen. Aber selbst wem diese Antwort aus Maranello nicht gefällt, wird keine andere bekommen, beteuern die Italiener. Sollen die anderen ruhig ihre Sportwagen aufbocken. Ferrari behält die Bodenhaftung, betont Konzernchef Sergio Marchionne. "Einen Geländewagen im Zeichen des Cavallo Rampante gibt es nur über meine Leiche."



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