Citroën DS3 im ersten Vergleich der Kleinwagen Citroën DS3, Ford Fiesta Sport und Mini Cooper

17.03.2010
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Der neue Citroën DS3 will nicht nur chic, sondern auch sportlich sein. Grund genug, die ebenfalls gut trainierten, 120 PS starken Mini Cooper und Ford Fiesta herauszufordern

Zugegeben, der Vergleich hinkt etwas, denn der einst liebevoll „Göttin“ genannte Citroën DS und der 55 Jahre jüngere DS3 haben nur zwei Dinge gemein: den Namen und ein schickes Äußeres. Ansonsten zeichnen die beiden völlig unterschiedliche Charaktere aus. Der auf dem C3 basierende, aber gründlich überarbeitete Dreitürer DS3 will nicht nur mit seinem Aussehen unter den Lifestyle- Kleinwagen mitmischen. Auch sein sportlicher Charakter soll überzeugen. Deshalb tritt er in unserem Test gegen den schnittig gezeichneten und dynamischen Ford Fiesta Sport und den schnellen Schönling unter den Kleinen an, den Mini Cooper. Alle drei haben einen 120 PS starken Vierzylinder-Saugmotor unter der Haube.

 

Karosserie

Kleine Dreitürer sind meist nicht besonders praktisch, will man mit mehr als zwei Personen reisen. Die Kofferräume sind klein (Mini 160, Ford 295, Citroën 285 Liter Volumen), und vor dem Einstieg in den Fond muss einer der vorderen Sitze umgeklappt werden. Das Entern der Rückbank gelingt bei allen drei Kleinwagen aber recht gut, in Sachen Raumangebot unterscheiden sie sich jedoch sehr. Die zwei hinteren Sitze im Mini sind höchstens Kindern zuzumuten, denn der Knieraum ist zu klein für Erwachsenenbeine. Verglichen damit sitzt man im Fiesta fürstlich. Der DS3 folgt nach Punkten knapp dahinter, weil die Kopffreiheit nach oben und zur Seite eingeschränkt ist.

In der ersten Sitzreihe herrscht ein ähnliches Bild. Geht es um den Platz in Zentimetern, trennt die drei Kleine und kompakte Neuheiten 2010 zwar nicht viel. Beim Raumgefühl jedoch schneidet der Fiesta mit großer Windschutzscheibe und flachem Armaturenbrett besser ab als DS3 und Mini. Kleine Fondfenster, massive C-Säulen und die keilförmige Motorhaube stören im Ford aber die Übersichtlichkeit.

Das Raumgefühl im Briten wird durch den wuchtigen Armaturenträger beeinträchtigt, ähnlich wie im DS3. Auch das weit nach vorn heruntergezogene Dach und die daraus resultierende kleinere Windschutzscheibe schmälern das Wohlbefinden im Franzosen. Dafür punkten beide bei der Übersichtlichkeit.

Die durchgestylten Knöpfe im Mini sind zwar hübsch anzusehen, der optimalen Bedienung aber nicht dienlich. Das kann der Fiesta besser – und auch der DS3, der nur durch die zum Teil umständliche Radio- und Navibedienung zwei Zähler auf den Kölner verliert. Materialqualität und Verarbeitung sind im neuen Citroën erstaunlich gut. Die Mini-Karosserie wirkt aber etwas verwindungssteifer.

Umklappbare Rücksitzlehnen sind bei allen Standard, als Lademeister kann man sie aber trotzdem nicht bezeichnen. Immerhin dürfen DS3 und Fiesta rund 80 beziehungsweise 100 Kilogramm mehr aufnehmen als der Mini.

KarosserieMax. PunkteFord Fiesta Sport 1.6 Ti-VCTCitroën DS3 VTi 120Mini Cooper
Raumangebot vorn100636155
Raumangebot hinten100373425
Übersichtlichkeit70414345
Bedienung/ Funktion100848275
Kofferraumvolumen10020191
Variabilität100252515
Zuladung/ Anhängelast80282919
Sicherheit150667081
Qualität/ Verarbeitung200138138140
Kapitelbewertung1000502501456

 

Fahrkomfort

Vorn sitzt man in Citroën, Ford und Mini – unterstützt durch guten Seitenhalt – bequem. Die passgenauen Leder-Sportsitze im Fiesta (1170 Euro) sind jedoch etwas besser konturiert als die der Konkurrenten. DS3 und Cooper mangelt es hier ein wenig an Beinaufl age. Auch in der zweiten Reihe bieten die stärker konturierten Sitze des Kölners mehr Komfort als die des Citroën und des Mini. Der Brite kann auch ergonomisch nicht überzeugen. Er hat zu wenig Ablagen. Der DS3 enttäuscht vor allem mit fehlenden Becher- oder Flaschenhaltern und der versteckt platzierten Bedienung der Sitzheizung vorn links. Dafür ist das Handschuhfach geräumig.

Der Fiesta sammelt Punkte mit vielen praktischen Fächern. Weit vorn liegt der DS3, wenn es um die Innengeräusche geht – sowohl subjektiv als auch objektiv ist er am leisesten. Im Stand arbeitet der Vierzylinder so ruhig und vibrationsarm, dass man ihn kaum wahrnimmt.

Ein paar Punkte gewinnt der Mini mit seiner in drei Stufen regelbaren Sitzheizung (290 Euro), die schnell auf Touren kommt. Doch beim Federungskomfort muss der Brite Federn lassen. Ob leer oder beladen: Seine sportliche und harte Abstimmung hält die sehr verwindungssteife Karosserie ständig in Bewegung, sodass die Fahrt über Unebenheiten und Kopfsteinpflaster zur Schüttelpartie wird. Tiefe Kuhlen und Bodenwellen bringen das Fahrwerk mit kurzen Federwegen schnell an seine Grenzen, unangenehme Stöße werden direkt an die Passagiere weitergegeben.

Im Vergleich zum Citroën C3 ist die DS3-Abstimmung deutlich straffer geraten. Die Entwickler legten Wert auf mehr Fahrdynamik und Stabilität. Das gerät dem DS3 aber nicht zum Nachteil. Mit sensibel ansprechenden Dämpfern und ausreichend Federweg befi nden sich Citroën und Ford leer auf einem Niveau. Beladen kann sich der Fiesta mit spürbar ruhigerer Karosserie sowie besser ansprechenden Federn knapp vor den DS3 setzen.

FahrkomfortMax. PunkteFord Fiesta Sport 1.6 Ti-VCTCitroën DS3 VTi 120Mini Cooper
Sitzkomfort vorn150888585
Sitzkomfort hinten100454133
Ergonomie150117112110
Innengeräusche50273429
Geräuscheindruck100505346
Klimatisierung50222429
Federung leer200120120110
Federung beladen200120117106
Kapitelbewertung1000589586548

 

Motor und Getriebe

Aus der Kooperation von BMW und PSA (Peugeot, Citroën) stammt der in Mini und DS3 verbaute 1,6-Liter-Saugmotor mit 120 PS. Der Vierzylinder braucht allerdings Drehzahlen, um die Kleinwagen zügig zu beschleunigen. Die Abstimmung im Mini (ab März mit 122 PS) ist etwas bissiger, auch ohne dass man die Sporttaste (130 Euro) aktiviert, die das Ansprechverhalten von Lenkung und Gas noch direkter macht.

Beim Sprint von Null auf Tempo 100 ist der Cooper die Nummer eins und mit 203 km/h der Schnellste. Sein Sechsganggetriebe lässt sich dabei zackig und präzise schalten und wirkt verbrauchssenkend. Zudem verfügt der Mini serienmäßig über ein Start-Stopp-System.

Die fünf Gänge im Citroën sind kurz und sportlich übersetzt, die Schaltung könnte aber etwas präziser sein. Zudem vermisst man – wie auch im Kölner – einen sechsten Gang. Bereits bei 100 km/h dreht der Motor 3000 Touren. Die exakt geführte Schaltung des Fiesta ist ebenfalls knackig.

Motor und GetriebeMax. PunkteFord Fiesta Sport 1.6 Ti-VCTCitroën DS3 VTi 120Mini Cooper
Beschleunigung150107103110
Elastizität100788164
Höchstgeschwindigkeit150484655
Getriebeabstufung100757280
Kraftentfaltung50252327
Laufkultur100565854
Verbrauch325256247254
Reichweite25111310
Kapitelbewertung1000656643654

 

Fahrdynamik

Auf der Rennstrecke ist gegen den Mini kein Kraut gewachsen. Er liegt satt auf der Straße, lenkt messerscharf ein und hängt gut am Gas. Der Herausforderer aus Frankreich muss sich in diesem Fall hinten anstellen, erfreut aber mit einem ausgewogenen Fahrwerk und einer steifen Karosserie. Die Lenkung könnte zwar etwas direkter sein, vermittelt jedoch ein gutes Gefühl.

Das früh eingreifende ESP lässt sich über 50 km/h nicht deaktivieren, sodass bei flotter Kurvenfahrt Sensibilität am Volant gefragt ist, um nicht in den Regelbereich zu kommen. Leider verliert der Citroën beim Bremsen viele Punkte, obwohl die Stopper subjektiv sehr bissig zu Werke gehen und auch nach einigen Runden auf dem Handlingparcours keine Ermüdung zeigen.

Der Fiesta Sport kommt dem Mini Cooper fahrdynamisch nahe, wird aber ebenfalls durch das nicht deaktivierbare ESP eingebremst. In diesem Vergleich zeigt der Kölner den besten Warmbremswert. Im kalten Zustand verzögern seine Stopper fast so gut wie die des Briten.

Fahrsicher sind alle drei Testwagen, wobei der Cooper im Grenzbereich etwas ausgewogener ist. Dafür reagiert er bei abgeschaltetem DSC (ESP) ein wenig zickig auf provozierte Lastwechsel.

FahrdynamikMax. PunkteFord Fiesta Sport 1.6 Ti-VCTCitroën DS3 VTi 120Mini Cooper
Handling150615672
Slalom100686477
Lenkung100676273
Geradeauslauf50363828
Bremsdosierung30221519
Bremsweg kalt150776679
Bremsweg warm150997892
Traktion100343247
Fahrsicherheit150120120120
Wendekreis20161513
Kapitelbewertung1000600546620

 

Umwelt und Kosten

Beim Kauf des Fiesta Sport 1.6 Ti-VCT kommt man am günstigsten weg, wenn man den Grundpreis betrachtet – der Citroën DS3 kostet 1000, der Mini gar 2700 Euro mehr. Allerdings frisst die Aufpreispolitik von Ford diesen Vorteil schnell wieder auf.

Zudem sind die Wartungskosten höher als bei Mini und Citroën, und die Garantiebedingungen sind ebenfalls nicht die besten. Trotzdem liegen alle drei Kleinen am Ende dieses Kapitels beinahe gleichauf, denn bei Steuer und Versicherung sowie bei den Emissionswerten fallen die Unterschiede marginal aus.

Kosten/UmweltMax. PunkteFord Fiesta Sport 1.6 Ti-VCTCitroën DS3 VTi 120Mini Cooper
Bewerteter Preis675298286267
Wertverlust50312930
Ausstattung25102121
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung50182828
Werkstattkosten20131517
Steuer109910
Versicherung40333435
Kraftstoff55424041
Emissionswerte25868788
Kapitelbewertung1000540549537

 

Fazit

Ein guter Einstand für den Citroën DS3, der sich zwar dem Fiesta klar geschlagen geben muss, aber knapp vor dem Mini landet. Der Franzose punktet mit gutem Raumangebot und ausgewogenem Fahrwerk. Der Mini Cooper setzt klar auf Fahrdynamik, macht auf dem Rundkurs höllisch Spaß und spielt auch im Motor- Kapitel vorn mit, obwohl im Testwagen noch nicht der optimierte, etwas stärkere 1.6er installiert war, der ab Frühjahr auf den Markt kommt. Platz- und Komfortmangel sowie der hohe Preis erlauben aber nur Platz drei für den Cooper. Der Ford Fiesta ist der Ausgewogenste in diesem Test. Er leistet sich kaum Schwächen, liegt in drei von fünf Kapiteln vorn und fährt damit einen souveränen Gesamtsieg ein.

Gesamtbewertung

Max. PunkteFord Fiesta Sport 1.6 Ti-VCTCitroën DS3 VTi 120Mini Cooper
Summe5000288728252815
Platzierung123

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