Neuer BMW M5 ab November 2011: Preis ab 102.700 Euro M-Achtgeschoss

Nun hat BMW endlich den Preis verraten: 102.700 Euro kostet der BMW M5, wenn er im November zu den Händlern kommt. Mit V8-Twinturbo, 560 PS und 680 Newtonmeter ist er der stärkste M5 aller Zeiten

Der neue BMW M5, diese Münchner Inkarnation einer leistungsportlichen Limousine, rollt im November zu den deutschen BMW-Händlern. Mindestens 102.700 Euro kostet der schnelle Viertürer. Serienmäßig rennt der Neue 250 km/h schnell. Wer 305 km/h fahren möchte, muss draufzahlen. Für beide Versionen gilt: Den Verbrauch gibt BMW mit 9,9 Liter an (232 g CO2/km).

Glücklich nimmt der Sportfahrer zur Kenntnis, dass die neue Auflage optisch das Messer noch schärfer und eleganter wetzt als alles Bisherige. Ein schön gefräßiges Haifischmaul mit riesigen, übrigens voll funktionalen Lufteinlässen, smarte seitliche Kiemen, massiv gezeichnete Kotflügel und dazu einige sehr spezielle aerodynamische Raffinessen. Hinten dann der rockige Abgang mit zweiflutiger Abgasanlage, vier Endrohren und echtem Diffusor. Großer Tusch.

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Auch die üppige 20-Zoll-Mischbereifung ist über Diskussionen erhaben. Auf den Leichtmetall-Schmiederädern im offenen Doppelspeichendesign sitzen vorn Reifen der Dimension 265/35 ZR 20 und hinten 295/30 ZR 20. Aber jetzt kommen die Bedenkenträger und regen sich auf, weil es den schönen Zehnzylinder des Vorgängermodells nicht mehr gibt – anstatt zu rekapitulieren, dass die M5-Saga im Jahr 1985 mit einem Sechszylinder begann und man der neuen Technik ruhig etwas mehr Aufmerksamkeit schenken sollte.


Neuer BMW M5 mit V8-Twinturbo statt V10-Sauger

Ja, statt des Zehnzylinders steckt ein V8 unter der Haube. Ja, erstmals verabschiedet sich die M GmbH vom Sauger und marschiert nun mit Biturbo-Technik. Die „M TwinPower-Turbo-Technologie“, bekannt aus BMW X6 M und BMW X5 M, wird dem Hochdrehzahlmotor das Atmen erleichtern. „Der neue Motor gewährleistet die für BMW M-Automobile charakteristische lineare Kraftentfaltung in einer neuen Dimension“, schwärmen die Münchner. Angesagt sind 560 PS bei 6000 U/min – beim alten V10 waren es 507 PS bei 7750 U/min. Das maximale Drehmoment wächst von 520 auf 680 Newtonmeter. Dazu liegt es schon knapp über Leerlauf an: geruhsame 1500 mal muss sich die Kurbelwelle drehen, um das Drehmomentmaximum an das Getriebe zu liefern. Der V10-Sauger benötigte 6100 Umdrehungen für die maximale Zugkraft.

 

Neuer BMW M5: 0-100 in 4,4 Sekunden

Bevor die Nörgler jetzt Luft holen, hier noch fix der am Stammtisch wichtige Wert für den Sprint auf Tempo 100: exakt 4,4 Sekunden. Das Vorgängermodell brauchte dafür noch 5,7 Sekunden. Und natürlich wird es für Extrageld wieder ein M-Drivers-Package geben, das die politisch korrekte Spitze von 250 km/h auf 305 km/h schraubt. Ganz nebenbei der Wert für 0 bis 200 km/h: 13 Sekunden genügen für den Sportwagen-Olymp. Dabei handelt es sich hier immer noch um eine fünfsitzige Limousine mit Vierzonen-Klimaautomatik. Gegen Aufpreis sind alle Oberklasse-Extras zu haben: vom radargesteuerten Tempomat über den Nachtsichtassistenten bis zum großen Navi mit Internetzugang.

Selbstverständlich erlaubt die auf M-Autos abgestimmte Dynamische Stabilitäts Control (DSC) auch schöne Driftwinkel. Aber der Neue hat noch einen Clou: Am Hinterachsgetriebe verbessert nun das „aktive M-Differenzial“ die Fahrstabilität durch gezielte Variation des Sperrmoments zwischen rechtem und linkem Antriebsrad.

Die Regelung der Lamellensperre im Hinterachsdifferenzial übernimmt ein Elektromotor, das Ganze ist mit dem DSC vernetzt. So wird das Durchdrehen eines Rades bereits im Ansatz erkannt – und unterbunden. Für die Analyse der Fahrsituation berücksichtigt das Steuergerät zusätzlich zu den von den DSC-Sensoren erfassten Raddrehzahlen auch die Gaspedalstellung und die Gierrate (Bewegung um die Hochachse) des Autos.

Dadurch wird selbst auf rutschigem Untergrund sowie bei hohen Reibwertunterschieden zwischen rechtem und linkem Hinterrad oder in engen Kehren das Durchdrehen eines Rads verhindert – sehr gut fürs herzerfrischende Herausfegen aus Kurven. Apropos: Wie in München geflüstert wird, könnte der neue M5 womöglich die Acht-Minuten-Schallmauer auf der Nürburgring-Nordschleife durchbrechen (Vorgänger: 8:10 min).

Die Kraftübertragung übernimmt  ein neues Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe vom langjährigen Entwicklungspartner Getrag, eine spritsparende Start-Stopp-Automatik ist inklusive. Überhaupt soll der neue M5 im Schnitt nur 9,9 Liter Superplus schlucken. Nur über seinen Preis wird intern noch ein wenig diskutiert – im Gespräch sind jetzt rund 100.000 Euro.
 Holger Ippen/Wolfgang Eschment

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