Neuer BMW 4er (2017): Erste Fahrt Der 4er bleibt ein Schönling mit Benefits

von Thomas Geiger 14.11.2017

Zur zweiten Lebenshälfte frischt BMW den 4er auf, hält sich mit den Neuerungen aber trotzdem ziemlich zurück. Wir sind den neuen BMW 4er (2017) das erste Mal gefahren. Fahrbericht!

Der Dreier mag der Maßstab in der Mittelklasse sein. Doch so sportlich Limousine oder Kombi auch sein mögen, haftet ihnen – erst recht seit es den neuen BMW 4er (2017) gibt – immer auch ein bisschen etwas Spießiges an. Denn mit ihm haben die Bayern den Genießer-Varianten ihrer wichtigsten Baureihe einen neuen Namen gegeben und so den Unterschied zwischen Vernunft und Vergnügen sogar noch einmal betont. Das ist jetzt vier Jahre her und hat sich offenbar bewährt. Denn seit 2013 haben mehr als 400.000 Kunden einen BMW 4er bestellt und den Dreier für Genießer zu einem Gewinnertypen gemacht, schwärmen die Produktmanager. Und damit das auch so bleibt, bekommen Coupé, Grand Coupé und Cabrio jetzt zur Hälfte der Laufzeit ein Update. Durch etwas mehr Ausstattung wird der neue BMW 4er (2017) um runde 2000 Euro teurer: So stehen die geschlossenen Varianten ab sofort für mindestens 39.650 Euro und das Cabrio für 46.800 Euro aufwärts beim Händler. Die Modellpflege, die sie bei BMW auf Neudeutsch so gerne Lifecycle Incentive nennen, allerdings trägt dem Erfolg der Baureihe Rechnung und fällt mit ein paar Retuschen, neuer Cockpit-Programmierung und den bekannten Triebwerken unter der Haube entsprechend behutsam aus. Einzig die M GmbH wartet mit einer Neuerung auf und rückt über den M4 mit Competition-Paket jetzt den neuen M4 GS mit 460 PS. 

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Erste Fahrt im neuen BMW 4er (2017)

Einerseits ist die Beständigkeit beim neuen BMW 4er (2017) kein Schaden, denn der Vierer war gut und wird es auch nach dem Facelift bleiben. Nicht zuletzt, weil er eben nicht nur ein Dreier mit weniger Türen ist, sondern weil er den tieferen Schwerpunkt und die breitere Spur hat und deshalb tatsächlich besser fährt. Aber anderseits merkt man der Baureihe mittlerweile irgendwie an, dass die Zeit nicht stehen geblieben ist und die Konkurrenten aufgeholt haben. Fahrdynamisch mag der neue BMW 4er (2017) weiter der Maßstab sein, doch wenn es ums Fit und Finish geht, um die Funktionalität und die Finesse, sind Audi A5 und Mercedes C-Klasse weit enteilt. Das gilt insbesondere für das Cabrio, das mit seinem massiven Klappdach völlig aus der Mode geraten ist und die Feuer der Leidenschaft nur schwerlich entzünden kann - selbst wenn unter der Haube der 252 PS starke Vierzylinder des 430i noch so tapfer versucht, einen Sechszylinder zu imitieren, bei einem standesgemäßen Spitzentempo von 250 km/h der Wind gehörig durch die Locken fährt und an einem schönen Frühlingstag von oben bereits die warme Sonne lacht. 

 

Nicht viel Neues im neuen 4er

Das ist schade, geht aber an der Kundschaft offenbar weitgehend vorbei. Denn so sehr sie mit der Wahl des neuen BMW 4er (2017) als ihrem Wagen den Genießer heraus kehren, sind auch die Vierer-Käufer augenscheinlich sehr vernünftige Menschen. Nicht umsonst entfallen weltweit 50 und in Deutschland sogar 60 Prozent der Zulassungen auf jene Variante, die der Limousine am nächsten kommt: Das Gran Coupé.

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