Audi A6, A7 und A5 Sportback Audi A5, Audi A6, Audi A7 mit 3.0 TDI quattro

Wenn Ende März der neue A6 zum Händler rollt, warten mit A5 Sportback und A7 bereits zwei reizvolle Alternativen aus dem eigenen Hause in den Schauräumen

Früher war zwar nicht alles besser, aber vieles einfacher. Die Entscheidung für einen neuen fahrbaren Untersatz zum Beispiel. Wer es sich leisten konnte, fuhr damals standesgemäß in einer prächtigen Oberklasse-Limousine vor, wer nicht, der begnügte sich halt mit einem kleineren Mittelklassemodell. Nun haben aber die meisten Hersteller inzwischen jede noch so kleine Nische als potenzielle Marktlücke entdeckt, die es natürlich zu füllen gilt. Daraus resultiert für den Kunden ein breites Angebot an Alternativen bei ein und demselben Hersteller.

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So auch bei Audi. Man muss kein Prophet sein, um dem neuen Audi A6 eine erfolgreiche Karriere vorherzusagen, auch wenn dieser erst Ende März zum Händler rollt. Doch die ohne Frage elegant und dynamisch gestaltete Oberklasse-Limousine trifft dabei auf Konkurrenz im eigenen Haus. So mancher potenzielle A6-Kunde wird am Ende möglicherweise seine Unterschrift unter den Kaufvertrag für einen A5 Sportback oder einen A7 Sportback setzen. Wir haben schon jetzt genauer untersucht, ob die beiden Heckklappenmodelle tatsächlich als A6-Alternative taugen.

A6 UND A7 TEILEN SICH DIE GLEICHE TECHNISCHE BASIS
Bereits aus technischer Sicht entlarvt sich der A7 eigentlich als A6 mit schrägem Heck und opulenterem Auftritt. Unter den prächtigen Stahl-/Alu-Kleidern gleichen sich die beiden fast aufs Haar. Das gilt sowohl für die Antriebstechnik als auch für Radaufhängungen, Lenkung und Chassis. Die enge Verwandtschaft zwischen A6 und A7 setzt sich in den tadellos und edel gestalteten Innenräumen nahtlos fort. Armaturen und Bedienkonzept gleichen sich wie ein Ei dem anderen.

Allerdings gelingt es dem mit einer Länge von 4,97 Metern um 5,4 cm längeren A7 nicht, den A6 im Raumgefühl zu schlagen. Das liegt in erster Linie an der extravaganten coupéhaften Form des A7. Die starken seitlichen Einzüge im Dach schränken die Kopffreiheit zur Seite hin deutlich ein, sodass echtes Oberklasse-Gefühl nur im A6 aufkommt. Sollten die hinten Mitreisenden auch ein Wörtchen mitzureden haben, würden auch sie sich für den A6 entscheiden. Denn das nach hinten stark abschrägte Dach des A7 erschwert nicht nur den Zugang zum Fond, sondern minimiert auch die Luft über dem Scheitel.

Zudem genießt man auf der etwas höher montierten Sitzbank im A6 die entspanntere Sitzhaltung und den besseren Überblick. Dafür gibt der A7 jedoch den vielseitigeren Transporteur, was nicht nur seiner großen Heckklappe zuzuschreiben ist, sondern auch dem größeren Ladevolumen, das sich nach Umklappen der Rücksitze von 535 auf 1.390 Liter erweitern lässt. Der ebenfalls gut zugängliche Kofferraum des A6 fasst immerhin 530 Liter, für eine geteilt umklappbare Rücksitzlehne verlangt Audi A1 Quattro310 Euro Aufpreis.

Eigentlich sollte man meinen, dass der mit einer Länge von 4711 Millimetern und 1854 Millimeter Breite deutlich kleinere A5 Sportback mit den beiden Granden nicht mithalten kann. Doch innen ist der Unterschied zu A6 und A7 geringer, als es die Außenmaße vermuten lassen. Dass sich der A5 der gleichen technischen Basis bedient wie der Mittelklässler A4, spürt man vor allem an der geringeren Innenbreite, die Fahrer und Beifahrer etwas dichter zusammenrücken lässt als in den beiden größeren Modellen. Bei der Kniefreiheit im Fond sowie beim Gepäckvolumen (480 bis 980 Liter) muss der A5 ebenfalls zurückstecken, bietet aber – wie der A7 – eine praktische, weit öffnende Heckklappe.

Auch wenn der A5 die bullig ausladenden Kotflügel des A5 Coupés mitbringt, ist er konzeptionell eher als Schrägheck-A4 anzusehen, genauso wie der A7 vom Wesen her eher ein Schrägheck-A6 als ein viertüriges Luxus-Coupé ist. Das ebenfalls blitzsauber verabeitete Interieur verströmt eher gutbürgerlichen A4-Charme als Oberklasse-Feeling. Das liegt auch am MMI-Bediensystem, das über einen fest eingebauten Bildschirm verfügt, wogegen die Displays in A6 und A7 elegant nach oben schwenken und sich optimal im Blickfeld des Fahrers positionieren. Zudem verfügen die Bediensysteme in den beiden großen Audi in Detroit auf der NAIAS optional über das innovative Touchpad, über das beliebige Zeichen per Fingerstrich eingegeben werden können.

Dass der A5 auf einer anderen Technikplattform basiert und nicht mehr der Jüngste im Terzett ist, schlägt sich auch im Ausstattungsangebot nieder. Hightech-Features wie das pre sense plus-System, das entsprechende Maßnahmen einleitet, wenn ein Crash droht, ein Nachtsichtassistent mit Fußgängererkennung, Head-up-Display, Tempolimit-Erkennung oder adaptive Voll-LED-Scheinwerfer bekommt man gegen entsprechende Aufpreise nur für A6 und A7. Und ein Navisystem, das seine Daten auch an Getriebesteuerung, adaptive Lichtregelung und die radargesteuerte Abstandsregelung weiterleitet, gibt es ebenfalls nur für A6 und A7.

Immerhin ist für den A5 auch eine Top-HiFi-Anlage von Bang& Olufsen lieferbar, die allerdings klanglich nicht ganz die Brillanz erreicht wie die Pendants vom gleichen Hersteller in A6 und A7. Das bedeutet jedoch nicht, dass der A5 kein zeitgemäßes Auto wäre. Denn auch er bietet gegen Aufpreis zahlreiche anspruchsvolle Extras – wie eine sehr direkte Dynamiklenkung mit variabler Übersetzung, adaptive Dämpfer oder für die quattro-Modelle das hintere Sportdifferenzial, das die Antriebskraft aktiv zwischen den beiden Hinterrädern verteilt. Darüber hinaus lässt sich die aktive Sicherheit im A5 zudem durch Spurhalte- und Spurwechselassistent sowie mit einem radargestützten Abstands- und Geschwindigkeitsregelsystem aufrüsten.

KOMFORT UND DYNAMIK
Fahreindrücke konnten wir mit dem neuen A6 zwar noch keine sammeln, doch aufgrund der engen technischen Verwandtschaft erwarten wir ähnlich hoch angesiedelte Dynamik- und Komfort-Eigenschaften wie beim A7. Dem steht der A5 Sportback jedoch kaum nach, allerdings sollte man dem tendenziell straff abgestimmten A5 das drive select-System inklusive der adaptiven Dämpfer spendieren, insbesondere um den Komfort zu verbessern.

Die Frage nach der Motorisierung beantwortet der A5 am flexibelsten. Während der A7 – und zur Markteinführung auch der A6 – nur mit V6-Motoren zu haben sind, gibt es für den A5 auch Vierzylinder-Diesel und -Benziner. Der begehrte und mit einem EU-Verbrauch von nur 4,9 l/100 km sehr sparsamen 2.0 TDI mit 177 PS wird einige Wochen nach dem Händlerstart auch im A6 zu haben sein, für den A7 bleiben Vierzylinder jedoch tabu. Für eine vergleichende Bewertung zwischen allen drei Modellen bietet sich also der 3,0-Liter-V6-TDI mit quattro-Antrieb und Doppelkupplungsgetriebe S tronic (Serie bei A6/A7) an.

Der V6-Diesel im A5 (240 PS) ist allerdings ein anderer – weil älteren Datums – als das brandneue Pendant mit 245 PS in den beiden großen Modellen. In der hohen Laufkultur, den Fahrleistungen und dem überaus kraftvollen Antritt aus niedrigen Drehzahlen (max. Drehmoment jeweils 500 Nm) sind zwischen beiden Motoren in der Praxis kaum Unterschiede auszumachen. Erst der Blick auf die Norm-Verbräuche offenbart den Fortschritt: Während sich der A5 6,6 Liter auf 100 km genehmigt, bescheiden sich A6 und A7 mit 6,0 Litern.

Kommen wir zur Preisfrage – und bleiben wir bei den 3.0 TDI quattro-Versionen mit S tronic: Mit 48.400 Euro Grundpreis ist der A5 Sportback wahrlich kein Sonderangebot und liegt damit schon erstaunlich dicht am A6 3.0 TDI quattro, der mit 51.200 Euro in der Preisliste steht. Richtig happig wird es dann aber bei dem A7 Sportback mit dem Dreiliter-TDI-quattro-Antrieb, von dem sich Audi erst nach Zahlung von mindestens 58.100 Euro trennen möchte. Zumindest fällt beim A7 die Serienausstattung etwas üppiger aus als bei A5 und A6.

Serienmäßig rollt der A7 auf 18- Zoll-Leichtmetall-Rädern (A5/A6: 17-Zoll), verfügt über das Xenon plus-Licht und LED-Heckleuchten sowie über eine elektrisch öffnende Heckklappe und einen ausfahrbaren Heckspoiler. Der günstigste A7 startet derzeit als 2.8 FSI quattro mit 204 PS starkem V6 bei 51.650 Euro, von dem es später auch eine preiswertere Frontantriebs-Version mit stufenloser Multitronic geben wird. Diese Antriebseinheit steckt auch im derzeit preiswertesten A6 für 42.050 Euro. Der später folgende A6 2.0 TDI liegt bei 38.500 Euro.

Fazit

Wer eine standesgemäße Oberklasselimousine sucht, kommt am neuen Audi A6 nicht vorbei. Den extravaganteren, aber auch kostspieligeren Auftritt zelebriert der A7, bietet unterm Strich aber kaum mehr als der A6. Dagegen repräsentiert der A5 eher die hochwertige, stilvolle Mittelklasse zum deutlich niedrigeren Preis, insbesondere wenn man zu den günstigen Vierzylinder-Versionen greift.

Technische Daten
Motor 
ZylinderV6-Zylinder, 4-Ventiler, Turbodiesel
Hubraum2967
Leistung
kW/PS
1/Min

180/245
k.A.
Max. Drehmom. (Nm)
bei 1/Min
500
k.A.
Kraftübertragung 
Getriebe7-Gang-Doppelkupplung
AntriebAllradantrieb, permanent
Fahrwerk 
Messwerte
Gewichte (kg) 
Leergewicht (Werk)k.A.
Beschleunigung/Zwischenspurt 
0-100 km/h (s)6.3
Höchstgeschwindigkeit (km/h)250
Verbrauch 
Testverbrauchk.A.
EU-Verbrauch6l/100km (Diesel)
Reichweitek.A.
Abgas-Emissionen 
Kohlendioxid CO2 (g/km)k.A.

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