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Neue Premium-Kompaktmodelle

Jäger aus Japan

Lexus hat ein neues Projekt mit höchster Geheimhaltungsstufe und größtem Überraschungseffekt: Die feine Edelmarke des japanischen Automobilgiganten Toyota will die deutschen Premium-Marken Audi, BMW und Mercedes ab 2011 erstmals dort attackieren, wo es um die attraktivste Absatzbeute geht – bei den beliebten Kompaktmodellen

Mit dem Lexus für Luxus-Einsteiger – erste Designskizzen werden in Toyota-City, der Konzernzentrale bei Nagoya, bereits seit Monaten diskutiert – will die feine japanische Marke nach ihren großen Absatzerfolgen in den USA (2006 über 322000 verkaufte Autos) künftig auch in Deutschland stark zulegen. Noch sieht es für Lexus bei uns relativ bescheiden aus – per Dezember dürfte sich die Zahl der 2007 verkauften Autos nur auf rund 4800 summieren.

Das Design des neuen Schrägheck-Modells, vorstellbar wäre das Namenskürzel IC (C für Compact), folgt klar dem von Lexus postulierten L-Finesse-Stil: klare, schnörkellose Linien, dynamische Eleganz, viele ausgefeilte Details.
Die technische Basis hingegen liefert nicht die Plattform der nächsten Lexus-IS-Generation, die nach 2011 startet. Denn die Lexus-Mittelklasse ist von der größeren Lexus GS-(Oberklasse-)Plattform abgeleitet, und die lässt sich in puncto Abmessungen und Gewicht nicht auch noch fürs neue Kompaktformat eindampfen.

Der kleine Lexus wird deshalb eine verfeinerte Version der universalen Toyota-MC-Plattform nutzen, die auch bei Toyota Auris, Avensis und Co. zum Einsatz kommt. Und damit ist klar, dass der kleine Lexus ein kostengünstiger Fronttriebler à la Audi A3 wird – und gegen Aufpreis einen Allradantrieb bieten könnte. Denn auch das Toyota-SUV RAV4 nutzt die MC-Plattform.

Mit im Spiel beim Kompakt-Lexus, für den höchste technische Perfektion angestrebt wird, sind neue Direkteinspritzer-Benzinmotoren von 125 bis etwa 210 PS, auch überarbeitete Common-Rail-Diesel (120 bis 200 PS). Dazu gesellt sich ein neues CVT-Getriebe (stufenlose Automatik). Eine obersportliche F-Version kommt später – mit einer Leistung von mindestens 300 PS.

Von Anfang an aber wird eine Hybridvariante zu haben sein, deren Technik neue Maßstäbe setzen soll: superleichte Lithium-Ionen-Batterien, bis zu 40 Kilometer reine Elektro-Reichweite, Schnellaufladung in einer Stunde an jeder Büro- oder Haushaltssteckdose (Plug-in-Technologie). Inklusive sind natürlich Start-Stopp-Automatik und Bremsenergie-Rückgewinnung.

Fest steht auch: Den neuen Einstiegs-Lexus wird es als dynamischen Dreitürer und familienfreundlichen Fünftürer geben – beide mit großer Heckklappe. Später wäre zudem auch eine sportlich angehauchte Kombiversion möglich.

BMW: neuer 1er mit mehr Platz
Ein Spaziergang wird das Ganze für den neuen Lexus allerdings nicht, denn 2011 rüsten auch die deutschen Premium-Marken bei den Kompakten schwer auf. BMW zum Beispiel startet Ende 2011 die zweite Generation der 1er-Reihe, und die soll alles besser können als die aktuellen Modelle. In bekannter Reihenfolge: erst Fünftürer und Dreitürer, dann Coupé und Cabrio. Die neuen 1er Schrägheckmodelle werden in der Länge um maximal fünf Zentimeter wachsen – und das wird vor allem der bisher zu knappen zweiten Sitzreihe zu Gute kommen, denn hier will BMW auf die Kritik reagieren.

Bei den 1er Benzinern werden neue, besonders sparsame aufgeladene Direkteinspritzer debütieren – voraussichtlich werden hier die 1,6- und 1,8-Liter-Triebwerke aus der erweiterten Motoren-Kooperation mit dem französischen PSA-Konzern zum Einsatz kommen, die dann Leistungen von 95 bis über 200 PS bieten. Zudem stehen bei BMW etliche im Verbrauch weiter reduzierte Common-Rail-Diesel parat.

In Vorbereitung ist auch eine vorbildlich sparsame Benzin-Hybridversion (ab 2012). Geplant sind für den 1er zudem ein neues Bediensystem mit totaler Multimedia-Vernetzung und ein völlig neues Navigationssystem, dass die Suchzeiten dramatisch reduzieren soll.

Topmodell der Schrägheck-Einser könnte eine 306 PS starke Sechszylinder-Version sein. Und bereits in Vorbereitung ist die nächste Generation der Efficient Dynamics-Technologie: Start-Stopp-Systeme auch für die Automatikmodelle. Hinzu kommen – gegen Aufpreis – drei neue oberschlaue Fahrerassistenzsysteme. Zum Beispiel der Kreuzungsassistent (Vorabwarnung vor Querverkehr), der Geisterfahrer-Assistent (Warnung bei falscher Autobahnauffahrt) und der Kurven-Assistent (Warnung bei zu hohem Kurveneingangstempo).

Mercedes: Kooperation mit BMW
Auch Mercedes schlägt ausgerechnet 2011 zu – mit dem von der AUTO ZEITUNG (Ausgabe 21/2007) enthüllten Einstieg in die Golf-Klasse. Zur Erinnerung: Daimler-Chef Dieter Zetsche selbst hatte den entscheidenden Hinweis gegeben. Wir diskutieren, ob es neben einem zweitürigen Coupé im A-Klasse-Stil nicht auch andere Aufbauformen geben sollte, die noch breiter als bisher unsere Klientel ansprechen können.

Geplant ist nach dem neuesten Stand der Dinge, dass die Nachfolger der aktuellen A- und B-Klasse kostengünstig eine gemeinsame technische Frontantrieb-Grundbasis bekommen, auf der sich die verschiedensten Karosserieversionen umsetzen lassen. Nicht nur die klassischen Van-Versionen (Dreitürer, Fünftürer) in verschiedenen Längen- und Sitzreihenkonfigurationen, sondern auch das neue geplante Kompaktauto im Golf-Format, das speziell gegen Audi A3 und 1er BMW antreten und deutlich jüngere Kunden begeistern soll.

Seine Stärken: hohe Funktionaliät und mercedestypischer Fahrkomfort. Geplant sind hohe Stückzahlen – mindestens 200000 Einheiten für die erste Phase. Einige Technik-Module können von der neuen C-Klasse übernommen werden, doch die Motoren werden nach Informationen der AUTO ZEITUNG aus einer Kooperation mit BMW kommen, die beide Unternehmen am 4. März auf dem Genfer Autosalon bekanntgeben werden.

Mercedes kann demnach für A- und B-Klasse die hochmodernen Vierzylinder-Benzindirekteinspritzer-Motoren aus der BMW-PSA-Kooperation nutzen (die bereits im Mini zum Einsatz kommen), denn für diese Triebwerke hat BMW die Entwicklungshoheit. Übrigens verhandeln BMW und Mercedes auch über eine Achtzylinder-Motorenkooperation.

Bei den A-Klasse-Dieseln wäre eine direkte Kooperation mit Peugeot/Citroen möglich, zumal der PSA-Konzern an Überkapazitäten leidet und der neue Konzernchef Christian Streiff hier neuen, lukrativen Deals nicht abgeneigt ist.

Audi A3: sportlicher, sparsamer
Bei Audi ist die Linie längst klar: Der neue A3, der ebenfalls 2011 kommt, erhält die neueste Motoren-Generation des VW-Konzerns. Er startet wieder als Dreitürer und sportlicher Lifestyle-Fünftürer Sportback – mit einer neuen Version des Singleframe-Grills und edlen LED-Tagfahrleuchten. Auch der neue A3 muss auf den ersten Blick als Audi erkennbar sein, verlautet aus Ingolstadt.

Dazu gehört auch die Tornado-Linie, die eine Handbreit unterhalb der Fenster die Seitenflächen messerscharf gliedert. Konzern-Designchef Walter de Silva will bei Audi viel Dynamik, aber keine Schnörkel: Ich predige die wirkungsvolle Einfachheit.

An den Abmessungen des A3 wird sich nur wenig ändern, aber der Innenraum soll für mehr -Bewegungsfreiheit besser ausgereizt werden. Die Rohkarosserie wird bis zu 10 Prozent leichter, die Fahrwerkstechnik stammt schon aus dem neuen Konzern-Baukasten für Modelle mit quer eingebauten Motoren (VW Golf, Skoda Octavia, Seat Leon usw.).

Beim A3-Basismodell wird der bisherige 1,6-Liter durch eine rund 100 PS starke Version des sparsamen 1,4-Liter-TFSI-Motors ersetzt. Darüber: TFSI-Motoren von 125 bis 300 PS (Zweiliter). Bei den Common-Rail-Dieseln kommt ein neuer 1,6-Liter mit rund -110 PS, dazu die bekannten Zweiliter mit 140 und 170 PS. In der Planung ist für den A3 auch ein doppelt aufgeladener Zweiliter-TDI mit 230 PS.

Zudem neu: das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (bis 250 Nm) und das Drive-Select-System mit einer Spartaste, die auf Wunsch des Fahrers die komplette Motor- und Getriebesteuerung zum vorbildlichen Kraftstoff-Knausern zwingt.

Wolfgang Eschment