Neue Mercedes X-Klasse (2017): Erste Testfahrt In der X-Klasse mitgefahren

von Thomas Geiger 19.07.2017

Die neue Mercedes X-Klasse (2017) absolviert ihre letzten Testfahrten und wir durften uns neben die Entwickler setzen. Die X-Klasse ist der erste Pickup eines Premiumherstellers, bedient sich in der Basis aber am Nissan Navara.

Die Staubschleppe ist viele Meter lang, vom Bodenblech hört man das Poltern der aufgewirbelten Schottersteine, aus den Pfützen spritzt der Matsch bis hoch ans Fenster und die Schlaglöcher sind so tief, dass ein Smart fast darin versinken würde: Bei den letzten Testfahrten mit der neuen Mercedes X-Klasse (2017) durften wir auf dem Beifahrersitz Platz nehmen und den ersten Pickup der Schwaben noch vor seinem Marktstart in Action erleben. Und egal wieder das Gelände beschaffen ist: Der Entwicklungsfahrer bleibt auf dem Gas und pflügt wie Indiana Jones durch die Pampa. Dank nahezu unverwüstlichem Leiterrahmen, hoher Bodenfreiheit und solidem Allradantrieb treibt es die X-Klasse im Gelände fast so weit wie eine G-Klasse, versprechen die Entwickler und treten bei ihren Demofahrten umso fester aufs Gas. Als erster Pickup eines europäischen Premium-Herstellers soll die neue Mercedes X-Klasse (2017) so etwas wie den Schaffer im Smoking geben und deshalb hart zu sich selbst, aber sanft zu den Passagieren sein. Dabei steuert Kooperationspartner Nissan der X-Klasse einige Komponenten bei, sodass sie zum Einstieg zum Beispiel einige Motoren des Navara übernimmt. Das heißt: Zur Wahl steht zunächst ein 2,3 Liter großer Vierzylinder-Diesel mit 163 oder 190 PS. Erst später folgt ein V6-Diesel mit drei Litern Hubraum, 258 PS und 550 Newtonmeter. Für einige Märkte wird außerdem ein Zweiliter-Benziner mit 165 PS angeboten.

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Mercedes X-Klasse (2017): Preis  

Das kostet die neue X-Klasse

Mitfahrt in der neuen Mercedes X-Klasse im Video:

 
 

Mercedes X-Klasse auf Testfahrt

Aber gerade im Design hat Mercedes bei der neuen X-Klasse (2017) natürlich keine Mühen gescheut, um die Verwandtschaft zu verschleiern – das gilt auch für’s Cockpit, denn mit Instrumenten aus den aktuellen Pkw-Baureihen, dem großen, freistehenden Navi-Bildschirm über der Mittelkonsole und dem Touchcontroller zwischen den Sitzen haben es die Designer geschafft, den Nissan auf nobel zu trimmen. Aber so ganz lupenrein ist die die Mercedes-Atmosphäre trotzdem nicht. Dafür erinnern am Ende noch zu viele Schalter an den nüchternen Vetter: Der zurück auf den Mitteltunnel gewanderte Schaltknauf für die Automatik wirkt für so ein wuchtiges Auto zu fragil und so vornehm die vielen Dekor- und Designvarianten und die gehobenen der drei Ausstattungsstufen für ein Nutzfahrzeug auch sein mögen, klingt es aus dem Mund eines Mercedes-Designers ein wenig befremdlich, wenn er etwa bei den Bezügen des Armaturenbretts von einer "Ledernachbildung" schwärmt und zärtlich über eine Kunststofflandschaft streicht. Ja, für einen Pickup sieht die neue Mercedes X-Klasse (2017) ungeheuer vornehm und nobel aus, doch an die Noblesse einer V-Klasse kommt der Pritschenwagen nicht heran und verglichen mit GLE & Co. ist die X-Klasse eben doch ein nüchternes Nutzfahrzeug. 

 

X-Klasse setzt auf Nissan-Technik

In der Theorie mag das Setup der neuen Mercedes X-Klasse (2017)  verdächtig nach Nissan klingen, doch in der Praxis spürt man sehr wohl einen Unterschied. Die Entwickler haben in den letzten zwei Jahren nicht umsonst ein Marterprogramm in allen Winkeln der Welt abgespult: Auf Schotterpisten und in Eiswüsten, auf Geröllhalden und Dschungelpfaden haben sie den Laster auf Luxus getrimmt und ihm die Manieren eines Mercedes beigebracht. Er federt deshalb komfortabler als die Konkurrenten, selbst auf der rabiatesten Rüttelstrecke hört man kein Knistern und kein Klappern. Und wenn der Testfahrer mit über 150 Sachen in eine scharfe Kurve fährt, verzieht er dabei keine Miene. Das möchte man ihm in einem Nissan oder einem Toyota HiLux lieber nicht nachmachen. Mercedes weiß sehr wohl um das Risiko bei der Portfolio-Erweiterung, denn für den von Renault Kangoo abgeleiteten Citan haben die Schwaben ordentlich Kritik bekommen. Doch fußen sie ihre Zuversicht nicht zuletzt auf ihre guten Erfahrungen mit dem SUV: Als Mercedes dort vor über 20 Jahren mit der M-Klasse eingestiegen ist, hat sich das Segment ebenfalls gerade gedreht und aus den Matschmobilen sind Modemodelle geworden, die man aus der Stadt heute nicht mehr wegdenken kann. Gut möglich, dass sich diese Geschichte jetzt noch einmal wiederholt und die X-Klasse demnächst auch dort jede Menge Staub aufwirbelt, wo die Pisten längst asphaltiert sind.

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