Mercedes-Vergleich: Neue B-Klasse gegen C-Klasse Mercedes B 200 BlueEFFICIENCY | Mercedes C 180 BlueEFFICIENCY

18.01.2012
Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Mit der neuen B-Klasse hat Mercedes einen schicken alleskönner im Programm, der auch der aktuellen C-Klasse gefährlich werden könnte

Die Nische in der Nische beschert den Herstellern zwar immer neue Absatzmöglichkeiten, allerdings kommen sich dadurch einzelne Baureihen in einer Firma zum Teil gefährlich nahe und machen sich selbst Konkurrenz. Die neue B-Klasse ist so ein Zwischen-den-Klassen-Produkt. Bereits beim Vorgänger tendierten C-Klasse-Kunden zum gediegenen Crossover – nicht zuletzt wegen dessen erhöhter Sitzposition. Mit der neuen, dynamischeren B-Generation wird die Schnittmenge mit der C-Klasse-Klientel sogar noch größer.

 

Karosserie

Beim Blick auf die Innenmaße kommt der Verdacht auf, dass Mercedes es eindeutig befürwortet, dass die B-Klasse im C-Klasse Revier wildert. Nahezu alle Werte liegen auf einem Niveau. Der Unterschied für Fahrer und Beifahrer liegt in der Sitzposition. Während man in der Limousine nah über dem Bodenblech und mit ausgestreckten Beinen hinter dem Lenkrad Platz nimmt, sitzt man im Stuttgarter Kompaktvan deutlich erhöhter. Allerdings ist es Mercedes gelungen, auch hier den Fahrer gut ins Auto zu integrieren. Dennoch bleibt es eine Frage des Geschmacks.

In der zweiten Reihe der Mercedes B-Klasse sieht es anders aus. Hier gelingt bereits der Einstieg durch die großen und vor allem hohen Türen einfacher. Zudem sorgen die steil stehenden Seitenscheiben für ein sehr angenehmes Raumgefühl. Gegen eine Zuzahlung von 672 Euro läuft die Rückbank auf Schienen, wodurch sie in Längsrichtung verschiebbar ist. Die Beifahrersitzlehne kann vorgeklappt werden – dann lassen sich auch extrem lange Güter im ohnehin dank Steilheck deutlich größeren Kofferraum gegenüber der C-Klasse-Limousine unterbringen. Genau hier liegt der eigentliche Vorteil der neuen B-Klasse: Der großen Variabilität der Van-Karosserie hat die klassische Stufenhecklimousine nichts entgegenzusetzen. Mehr Einigkeit herrscht bei der Sicherheitsausstattung.

Mercedes gönnt beiden Modellen ein nahezu identisches und vor allem – wenn auch gegen Aufpreise – vollständiges Schutzprogramm. Ebenfalls ganz nach Art des Hauses fallen die grundsolide Verarbeitung und die stilsichere Auswahl der Materialien aus.

KarosserieMax. PunkteMercedes B 200 BlueEFFICIENCYMercedes C 180 BlueEFFICIENCY
Raumangebot vorn1007274
Raumangebot hinten1006967
Übersichtlichkeit704440
Bedienung/ Funktion1008888
Kofferraumvolumen1004938
Variabilität1005013
Zuladung/ Anhängelast803537
Sicherheit150108113
Qualität/ Verarbeitung200187187
Kapitelbewertung1000702657

 

Fahrkomfort

Obwohl Mercedes immer mehr auf Dynamik setzt, vernachlässigen die Schwaben den Komfort in keinster Weise. Auch die neue B-Klasse überzeugt daher auf schlechten Pisten. Ausgesprochen sensibel reagiert die Vorderachse auf Unebenheiten und gleicht sie extrem sensibel aus. Die Hinterachse hingegen teilt Stöße etwas deutlicher mit. Hier zeigt die Mercedes C-Klasse mehr Feingefühl. Insbesondere die Abstimmung der Federelemente nach der letzten Überarbeitung hat der Limousine gutgetan. Selbst voll beladen bleibt sie gelassen, während die hintere Achskonstruktion der B-Klasse spürbar stößiger Kanten und Schlaglöcher überfährt.

Nur für den Mercedes C 180 BlueEFFICIENCY gibt es die über Luftpolster perfekt anpassbaren Multikontursitze (511 Euro) für Fahrer und Beifahrer. So werden auch lange Urlaubsetappen dank sehr guter Rückenabstützung nicht zur Tortur. Fondpassagiere werden jedoch die B-Klasse bevorzugen, deren Rücklehne sich in der Neigung einstellen lässt, wodurch sie nicht so stark nach hinten abfällt wie die der Limousine. Dennoch sichert sich die C-Klasse dieses Kapitel – unter anderem weil sie eine Spur leiser ist, die Klimaautomatik zur Serienausstattung gehört und belüftbare Sitze für 1261 Euro extra an Sommertagen für Abkühlung sorgen.

FahrkomfortMax. PunkteMercedes B 200 BlueEFFICIENCYMercedes C 180 BlueEFFICIENCY
Sitzkomfort vorn150120125
Sitzkomfort hinten1007468
Ergonomie150130130
Innengeräusche503940
Geräuscheindruck1006666
Klimatisierung503439
Federung leer200144146
Federung beladen200130140
Kapitelbewertung1000737754

 

Motor und Getriebe

Auch wenn die 156 PS hier wie dort Einigkeit demonstrieren, sind die Motoren nicht identisch. Im B arbeitet völlig losgelöst von der Typenbezeichnung ein 1,6-Liter-, im C ein 1,8-Liter-Vierzylinder – beide von einem Turbolader unter Druck gesetzt. Die heckangetriebene Limo bringt die Kraft beim Beschleunigen besser auf den Boden und kann sich daher vom frontgetriebenen Hochdach-Kompakten beim Sprint absetzen. Der kleine Vorsprung hält bis zur Spitzengeschwindigkeit, die trotz des höheren Aufbaus der B-Klasse beim C nur drei km/h höher ausfällt. Erfreulich präzise und leichtgängig funktioniert das Sechsgang-Getriebe des Mercedes B 200, während die sechs Gänge des Mercedes C 180 – vor allem, wenn es schnell gehen soll – mit etwas mehr Nachdruck eingelegt werden müssen. Dafür überzeugt die C-Klasse bei der Elastizität mit dem spürbar spritzigeren Antritt.

Der kleinere Vierzylinder-Turbo im Schwaben-Crossover benötigt dagegen nur 6,8 Liter auf 100 Kilometern – einen Liter weniger als sein hausinterner Rivale.

Motor und GetriebeMax. PunkteMercedes B 200 BlueEFFICIENCYMercedes C 180 BlueEFFICIENCY
Beschleunigung150110114
Elastizität1006773
Höchstgeschwindigkeit1506870
Getriebeabstufung1008581
Kraftentfaltung502023
Laufkultur1007065
Verbrauch325253234
Reichweite251314
Kapitelbewertung1000686674

 

Fahrdynamik

Mit jedem Modellwechsel gewinnen die einzelnen Baureihen der Stuttgarter an Dynamik. Das war bei der aktuellen C-Klasse so, und das wiederholt sich auch bei der zweiten B-Klasse-Generation.

Erfrischend agil und fahrstabil präsentiert sie sich auf dem Handlingparcours. Die Lenkung gibt eine intensive Rückmeldung. Gekonnt meistert sie die doppelte Herausforderung der sowohl antreibenden als auch richtungsgebenden Vorderachse.

Die Mercedes C-Klasse hingegen verteilt die Aufgaben zwischen Vorder- und Hinterachse und zeigt dadurch mehr Sensibilität. Sie beantwortet jeden Lenkbefehl ohne Verzögerung und äußerst präzise. Das eindeutige Untersteuern des konzeptbedingt kopflastigen Mercedes B 200 ist dem C 180 fremd. Extrem neutral umrundet er den Rundkurs auf dem Testgelände. Im Slalom jedoch rufen schnell aufeinanderfolgende Lenkimpulse ein stärker regulierendes ESP auf den Plan.

Die Mercedes B-Klasse hingegen verlangt lediglich einen sensiblen Gasfuß, damit die Kraft nicht an der Vorderachse verpufft. Zudem greift das elektronische Stabilitätsprogramm generell eher mild einbremsend ein. Die geringfügig besseren Verzögerungswerte des variablen Vans sind daher hier das Zünglein an der Waage und machen die einst recht träge B-Klasse zum Sieger in der Fahrdynamik – wenn auch sehr knapp.

FahrdynamikMax. PunkteMercedes B 200 BlueEFFICIENCYMercedes C 180 BlueEFFICIENCY
Handling1506370
Slalom1007765
Lenkung1007779
Geradeauslauf503939
Bremsdosierung301818
Bremsweg kalt15010199
Bremsweg warm150109108
Traktion1003844
Fahrsicherheit150141138
Wendekreis201616
Kapitelbewertung1000679676

 

Umwelt und Kosten

Bei der Preisgestaltung ihres neuen Produkts muss den ansonsten sehr selbstbewusst kalkulierenden Schwaben ein Fehler unterlaufen sein. Die erstaunlich facettenreiche B-Klasse kostet mit 27.935 Euro fast 5000 Euro weniger als die gleich stark motorisierte C-Klasse, die mit 32.695 Euro zu Buche schlägt. Dabei sind die Basismodelle nahezu identisch ausgestattet. Selbst die enorm umfangreichen Aufpreislisten unterscheiden sich nur in Nuancen. Mehr Auto bekommt man, wenn man sich für die klassische C-Klasse entscheidet, also nicht. Auch der Werterhalt wird bei beiden Mercedes-Baureihen von der DAT (Deutsche Automobil Treuhand) äußerst solide bewertet – dafür sorgt die hohe Nachfrage auf dem Gebrauchtwagenmarkt nach C- und B-Klasse-Modellen.

Kosten/UmweltMax. PunkteMercedes B 200 BlueEFFICIENCYMercedes C 180 BlueEFFICIENCY
Bewerteter Preis675199174
Wertverlust502119
Ausstattung251616
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung502727
Werkstattkosten201515
Steuer1099
Versicherung403131
Kraftstoff554138
Emissionswerte259086
Kapitelbewertung1000449415

 

Fazit

Das hat Mercedes gut gelöst: Wenn C-Klasse-Kunden auf ein variableres Modell mit erhöhter Sitzposition umsteigen möchten, müssen sie nicht die Marke wechseln – das beste Angebot kommt aus dem eigenen Haus. Schließlich hat die zweite B-Generation nicht nur die aktuelle C-Klasse im Griff, sondern auch die Rivalen anderer Hersteller. Wer jedoch den gediegenen Komfort einer klassischen Mercedes-Limousine über alles schätzt, kommt an der C-Klasse nicht vorbei.

Gesamtbewertung

Max. PunkteMercedes B 200 BlueEFFICIENCYMercedes C 180 BlueEFFICIENCY
Summe500032533176
Platzierung12

Tags:
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