Neue Honda Civic Limousine (2017): Erste Fahrt Civic Limousine schielt in die Mittelklasse

von Thomas Geiger 22.05.2017
Inhalt
  1. Erster Kurz-Test der neuen Civic Limousine (2017)
  2. Mit dem Preis schlägt die Civic Limo zu
  3. Neue Civic Limousine soll Verkäufe ankurbeln

Auf unserer ersten Fahrt beweist die neue Honda Civic Limousine (2017) ganz klar Mittelklasse-Qualitäten. Zum Rivalen für "echte" Mittelklässler wird die japanische Limousine jedoch nur in Sachen Preis.

Bislang hat der Honda Civic vor allem auf den VW Golf und die anderen Kompakten gezielt. Doch wenn die Japaner zum Fünftürer jetzt die neue Civic Limousine (2017) nachreichen, dann verschiebt sich der Fokus ein wenig. Denn mit 4,65 Metern Länge, reichlich Platz auf allen Plätzen und einem Kofferraum von gewaltigen 519 Litern ist das Stufenheck dem Golfplatz längst entwachsen und schielt frech in die Mittelklasse. Das kommt nicht von ungefähr. Vor allem natürlich, weil der neue Civic ein globales Projekt ist, auch jenseits des Atlantiks verkauft wird und es die Amerikaner schließlich gerne eine Nummer größer haben. Aber das Wachstum passt auch den Europäern gut in den Kram. Schließlich haben sie vor zwei Jahren den Accord eingestellt und deshalb oberhalb des Civic keine andere Limousine mehr zu bieten. Da passt die neue Honda Civic Limousine (2017) an der Nahtstelle zur Mittelklasse gut ins Programm.

Fakten zum Honda Civic im Video:

 
 

Erster Kurz-Test der neuen Civic Limousine (2017)

Zumal die neue Honda Civic Limousine (2017) den Klassensprung beim Antrieb gut rechtfertigen kann. Unter der Haube steckt schließlich ein Vierzylinder-Turbo, der zwar nur 1,5 Liter Hubraum hat, dafür aber auf 182 PS kommt und entsprechend engagiert zur Sache geht. 240 Newtonmeter reichen für einen Sprint von Null auf 100 in 8,1 Sekunden und dass dem Auto bei 210 km/h schon wieder die Luft ausgeht, wird die eher rationale Kundschaft bei Honda weniger stören. Schon deshalb nicht, weil der "downgesizte" Motor zwar absolut vibrationsarm läuft, sich auf der Autobahn aber ordentlich in den Vordergrund spielt und alles andere als ein Leisetreter ist. Auch bei der Ausstattung haben die Japaner mit der neuen Honda Civic Limousine (2017) so einen Sprung gemacht, dass sie sich vor Passat & Co nicht verstecken muss. Sie hat zwar kein animiertes, aber immerhin ein digitales Cockpit, eine große Touchscreen-Navigation und schon in der Grundausstattung mehr Assistenten, als manche Importmodelle in der Mittelklasse gegen Aufpreis bieten. Nicht umsonst sind Spurführungshilfe mit Lenkunterstützung genauso serienmäßig wie die automatische Abstandsregelung und die vorausschauende Notbremse.

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Mit dem Preis schlägt die Civic Limo zu

Nur beim Ambiente hakt es noch ein wenig. Denn auch, wenn alles hübsch ordentlich angerichtet ist, sich vornehm anfasst und man an jeder Ecke über eine praktische Ablage bis hin zur multifunktionalen Mittelkonsole stolpert, fehlt der düsteren Plastiklandschaft die Finesse, der Glanz und der Glamour, die in der Mittelklasse mittlerweile sogar die Koreaner bieten. Da merkt man dann doch, dass die neue Honda Civic Limousine (2017) im Grunde ihres Herzens ein Kompakter geblieben ist, der nur ein bisschen aus dem Leim gegangen ist. Das gilt übrigens auch für die Preise, die wie das ganze Auto zwischen den Klassengrenzen angesiedelt sind. Weil es die Limousine anders als den Fünftürer nicht mit dem 129 PS starken Dreizylinder gibt und die Ausstattung so umfangreich ist, gehen die erst bei 25.520 Euro los. Für ein kompaktes Stufenheck, das in der Praxis mit Autos wie dem Toyota Corolla oder dem Mazda 3 konkurriert, ist das eine stolze Ansage. Aber für eine Limousine, die es zumindest auf dem Papier mit einem Passat oder gar einem Dreier aufnehmen kann, ist das fast ein Schnäppchen. Erst recht, wenn der Viertürer nominell auch noch etwa 2000 Euro günstiger ist, als das gleich angetriebene aber besser ausgestattete Schrägheck. 

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Neue Civic Limousine soll Verkäufe ankurbeln

Natürlich wissen sie auch bei Honda, dass sie es trotz des guten Platzangebots, der umfangreichen Grundausstattung und des virtuellen Preisvorteils es mit der neuen Civic Limousine (2017) nicht wirklich mit Passat & Co aufnehmen können. Erst recht nicht, weil die Japaner auf dem in dieser Klasse so wichtigen Flottenmarkt keine Rolle spielen. Doch ändert das nichts an ihren Erwartungen. Nachdem sie bislang nur wenige Hundert Limousinen verkauft haben, wollen sie den Anteil jetzt auf 20 Prozent steigern und über 1000 Viertürer pro Jahr auf die Straße bringen.

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