Neue Audi A3 ab 2012: S3, Cabrio, Limousine und Sportback Feine Familie

21.03.2012

Im Juli 2012 startet der neue Audi A3 als Dreitürer. Wir geben einen Ausblick auf die ganze Modellfamilie – vom Sportback bis zum luftigen Cabrio

Gegen den neuen A3 wirkt das bisherige Modell wie ein untrainiertes Pummelchen. Alles Rundliche haben sie dem Audi A3 ausgetrieben – und ihn technisch stark aufgerüstet. Erstkontakt mit dem Ingolstädter Kompaktmodell, das im Juli zu den Händlern rollt.

Seine Körpermaße geben die Hinweise auf die neuen Proportionen. Der Nachfolger ist 4237 Millimeter lang, hier ändert sich fast nichts, Sie müssen ihre Garage nicht umbauen. Auch die Höhe (1421 mm) bleibt gleich. Aber er ist nun 1777 mm breit – ein Plus von zwölf Millimetern. Und der Radstand wächst von 2578 auf 2601 mm, da legt der kompakte Edel-Audi gleich um 23 mm zu. Auch die Spurweite, wichtig für den optisch satten Standpunkt und solide Kurventalente, wächst spürbar: vorn von 1534 auf 1542, hinten von 1507 auf 1514 mm.

Grundsätzlich, so finden wir, wirkt der Nachfolger, der im VW-Konzern als erster die Vorzüge des hochflexiblen modularen Querbaukastens nutzen darf, in allen Flächen gestraffter, präsenter und muskulöser. Die vorderen Kotflügel sind nun sportlich flacher, und alle wichtigen Linien wurden vermutlich mit dem Rasiermesser geschärft. Speziell die obere Seitenkante, die Audi wie immer martialisch „Tornadolinie“ nennt, sollte man sicherheitshalber nur mit Handschuhen berühren. Zugespitzt sind aber auch der riesige Grill und die schmalen, energisch zusammengekniffenen Scheinwerferaugen mit nun durchgehenden Tagfahrlicht-Streifen. Später soll es hier sogar Voll-LED-Scheinwerfer geben. Am ebenso profi lierten Heck signalisieren jetzt zweigeteilte Rückleuchten formale Breite – sie ähneln nachts einem liegenden „C“. Schon weiß man, wen man vor sich hat. Auffällig sind auch die flachere Heckscheibe und der statt der bisherigen Abrisskante geschickt eingepasste Dachspoiler, der den Abgang aufmischt.

 

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Der Innenraum ist kaum wiederzuerkennen. Aus dem Wohnzimmer ist ein smartes Fitnesstudio geworden. Statt Hanteln gibt es hier eine auffallend flache Schalttafel in Form eines Flügelprofils – typisch Sportwagen. Die Mittelhutze und die hohen Wangen der Mittelkonsole erinnern uns an die des Audi TT. Alles Unnötige wurde weggeräumt – der CD-Schacht (inklusive SD-Plätzen) liegt nun im Handschuhfach, die Klimabedienung mit cooler Black-Panel-Anzeige flach unterm Armaturenbrett. Und ein Detail werden wir lieben: Mit den großen Ausströmern lässt sich der Luftstrom nicht nur in der Intensität dosieren, sondern auch in der Verteilung – direkt oder seitlich mit zugfreier Streuung.

Noch mehr Highlights. Nummer eins erscheint auf Knopfdruck aus der Versenkung: ein iPad-ähnlicher, nur elf Millimeter dicker und sieben Zoll großer Multimedia-Monitor mit Magnesiumgehäuse für alle Info- und Unterhaltungsangelegenheiten. Nummer zwei ist der neue Dreh-/Drücksteller (Touchwheel) des MMI-Terminals. Auf seiner Oberfläche befindet sich ein Mini-Touchpad für Navi-Telefon-Texteingaben per Fingerschrift. Gelingt ohne Hingucken, ebenso wie die Spracheingabe. Twitter- und Facebook-Spaß kommen später. Über zwei kleine, griffgünstige Kipphebel lassen sich nun „Media/Radio“ und „Telefon/Navigation“ ganz schnell anwählen. Im Übrigen werden Handys jeden Typs jetzt über die „Phone Box“ in der Mittelarmlehne automatisch per schnurloser Nahfeld-Kopplung mit dem Audi A3 und seiner Antenne verbunden. Darüber hinaus ersetzt eine elektro-mechanische Handbremse mit Knöpfchen-Bedienung die bisherige mechanische Hebelei.

Das Platzangebot im Innenraum hat sich verbessert, speziell die Knie- und Kopffreiheit in der zweiten Reihe. Und im Kofferraum, dessen Standardvolumen von 350 auf 360 Liter (maximal 1100 Liter) steigt, kann der Ladeboden in zwei Höhen platziert werden. In der oberen Lage ergibt sich bei umgeklappter Fondlehne eine durchgehende, aber dennoch leicht ansteigende Ladefläche. Die Ladeluke selbst ist jetzt breiter.

 

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Auch fahrerisch soll der neue Audi A3 nun in einer höheren Liga spielen und deutlich flotter um die Ecken flitzen. Schon deshalb, weil er bis zu 80 kg leichter ist als sein Vorgänger. Die vorderen Kotflügel und die Motorhaube bestehen aus Aluminium, ebenso etliche Fahrwerksteile. Auch das Klimamodul und die Sitze haben abgespeckt.

Motorisch geht es nach dem aktuellen Stand der Dinge mit drei Triebwerken los, die durchweg weniger verbrauchen sollen als ihre Vorgänger – alle sind mit Start-Stopp-Automatik ausgerüstet. Bei den Vierzylinder-Turbobenzinern beginnen der 1,4-Liter-TFSI mit 122 PS und der brandneue 1,8-Liter-TFSI (EA 888, Generation 3) mit hier 180 PS, der den A3 knapp über Tempo 230 bringt. Letzteren gibt es gegen Aufpreis auch mit dem Allradantrieb quattro. Etwas später kommen das 1,2-Liter-Basistriebwerk mit 105 PS und der supersparsame vierzylindrige 1,4-Liter-TFSI mit 150 PS, der im Teillastbereich zwei Zylinder spritsparend außer Betrieb setzt und so ohne spürbare Fahrkomfort-Einbußen lediglich 109 Gramm CO² pro Kilometer ausstoßen soll.

Der erste Zweiliter-Diesel hat 150 PS, später folgt die Version mit 180 PS – beide übertreffen ihre Vorgänger um zehn PS und sollen noch laufruhiger arbeiten. Ihre Ausgleichswellen wanderten dazu von der Ölwanne ins Kurbelgehäuse. Quattro ist in beiden Fällen gegen Aufpreis möglich, und mit etwas Verzögerung folgt der bekannte 1,6-Liter-Diesel, der in der 90 PS starken Basisversion nur 99 Gramm CO² auspusten soll. Geplante Getriebe: Sechsgang-Handschalter sowie sechs- und siebengängige S-tronic-Technik mit Doppelkupplungs. Und natürlich gibt es auch wieder ein Sportfahrwerk mit 15 Millimeter Tieferlegung sowie eine knackige S-line-Version (25 mm tiefer).

Noch zum Ende dieses Jahres folgt schon die erste sportliche Speerspitze – der neue S3 (Dreitürer) mit rund 280 PS und serienmäßigen LED-Hauptscheinwerfern. Nach 2014 ist dann auch wieder ein extremer RS 3 in Sicht – satte 360 Fünfzylinder-Turbo-PS versprechen hier viel Power. Bereits im nächsten Jahr kommt der A3 TCNG (1,4-Liter-Vierzylinder-TFSI) mit Erdgasbetrieb, und 2014 startet der erste Plugin-Benzinhybrid mit aufladbarer Lithium-Ionen-Batterie und mindestens 50 Kilometer Elektroreichweite, der sich die Hybridtechnik mit dem VW Golf teilt.


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Der neue A3 kostet 500 Euro mehr als der Vorgänger bei mehr Grundausstattung. Die Grundpreise in der Attraction-Linie sollen bei 21.600 Euro beginnen. Serienmäßig steht der Audi A3 auf Rädern im 15-Zoll-Format (Leichtmetall für Ambiente und Ambition), optional reicht das Angebot nun bis zu 18-Zoll-Rädern und Reifen der Dimension 225/40. Dazu gibt es Extras ohne Ende – vom Panorama-Glasdach über die Standheizung bis zum Fahrdynamik-Regelsystem drive select.

Erstmals ist ein edles Bang & Olufsen-Soundsystem im A3-Angebot. Hinzu kommen viele neue Fahrersassistenzsysteme: Tempomat mit Vordermann-Abstandsregelung und automatischer Stop-and-Go-Funktion, Stadt-Notbremsfunktion (bis 30 km/h), automatischer Einparker, Rückfahrkamera, Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung, Tempolimitanzeige und mehr. Und wenn Sie sich auf diesen Seiten umsehen, können Sie auch schon die künftige Audi A3-Familie begutachten – vom Stoffdach-Cabrio bis zur eleganten Stufenheck-Limousine.
Wolfgang Eschment

AUTO ZEITUNG

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