Neu oder Gebraucht? Mehr Auto für weniger Geld?

15.12.2008

Soll es ein günstiger Neuwagen sein oder ein größerer Gebrauchter? Wir haben bei vier Modellpaaren nachgerechnet

>VW Golf oder VW Polo?
>BMW 325i oder BMW 120i?>>BMW 325i oder BMW 120i?
>Mercedes C- oder B-Klasse?>>Mercedes C- oder B-Klasse?
>Renault oder Dacia?>>Renault Mégane oder Dacia Logan?

Die deutschen Autokäufer machen zurzeit einen großen Bogen um die Autohäuser - der Einbruch beim Neuwagenverkauf im ersten Halbjahr ist zum Großteil auf die Zurückhaltung der Privatkäufer zurückzuführen. "Es fehlen die Privatzulassungen", bestätigt Volker Lange, Präsident des Verbands Inter-nationaler Kraftfahrzeughersteller.

Weniger als die Hälfte der knapp 1,6 Millionen Neuwagen ging an Private - der Anteil bewegt sich zügig auf die 40-Prozent-Marke herunter. Die meisten Autos werden von Firmenfuhrparks oder Selbstständigen geordert. Und immer mehr Neuwagenkunden sind älter als 60 Jahre - in dieser Altersgruppe ist noch reichlich Geld flüssig, hat Christoph Stürmer, Automobilexperte beim Beratungsunternehmen Global Insight festgestellt.

"Und der durchschnittliche Privatkunde ist kein Neuwagenkäufer mehr", sagt Stürmer. Kein Wunder: Die Neuwagenpreise sind hoch - im vergangenen Jahr lag der Durchschnittspreis bei 24500 Euro. Und das Angebot bei Autos aus zweiter Hand ist umfangreich. Dadurch werden für Neuwagen-Käufer zunehmend auch Gebrauchtwagen interessant. Denn hier gibt es für den gleichen Anschaffungspreis mehr Auto - zum Beispiel statt eines neuen VW Polo einen gebrauchten Golf oder einen 3er-BMW statt eines nagelneuen 1er.

WERTVERLUST:
Wie sich der Wert eines Neuwagens entwickelt, hat EurotaxSchwacke wieder aktuell berechnet. Dafür wurden die meistverkauften Modelle in elf Fahrzeugklassen verglichen. Welche Autos in den drei gängigsten Klassen am meisten Geld verbrennen, zeigt unsere Tabelle.
Wertverlust nach drei Jahren und 30.000 km Laufleistung (Mittelklasse 40.000 km)

Doch die spannende Frage ist: Zahlt man da am Ende nicht drauf - höherer Verbrauch, mehr Kfz-Steuer und teure Reparaturen beim Gebrauchten? Wir haben das für Sie nachgerechnet: Für vier interessante Modellpaare wurden alle wesentlichen Kostenfaktoren, die während der ersten drei Jahre das Konto des Besitzers belasten, zusammengefasst.

Erste Überraschung: Wer die Gebraucht-Alternative wählt, muss sich nicht mit alten Möhren plagen. Der Golf zum Polo-Neupreis ist sogar ein Jahreswagen, ansonsten ist man in allen Fällen mit Autos Jahrgang 2005 dabei.

Teurer Wertverlust

Beim Kostenvergleich punkten Gebrauchtwagen gleich bei den ersten zwei Posten: Überführungskosten in Höhe von 500 oder 600 Euro (oder gar mehr) fallen im Gegensatz zum Neuwagen nicht an, und beim Wertverlust wird der Unterschied besonders deutlich: Vor allem in den ersten beiden Jahren verliert ein Auto extrem viel an Wert - diese Phase haben die meisten der hier verglichenen Gebrauchten schon hinter sich. Besonders schlecht schneidet in diesem Punkt die B-Klasse von Mercedes gegen die hauseigene Konkurrenz, dem T-Modell der C-Klasse, ab: Es sind fast 4000 Euro, die der Neuwagenkäufer mehr abschreiben muss.

Bei Kraftfahrzeugsteuer, Versicherung und Garantie können die Neuwagen dagegen Boden gutmachen. Wegen der üppigeren Motorisierung der Gebrauchten fallen die Kosten für Steuer, Haftpflicht und Vollkasko höher aus. Bei der Versicherung wurde in allen Fällen mit dem Zulassungsort Frankfurt am Main gerechnet, als Schadenfreiheitsklassen die Stufen SF 10 bis 12 zu Grunde gelegt - das entspricht einer Rabattstufe von 40 bis 45 Prozent.

Bei allen Fahrzeugen wurde durch Abschluss von Neuwagen-Anschlussgarantien oder einer Gebrauchtwagengarantie dafür gesorgt, dass der Autofahrer während der gesamten Haltezeit von drei Jahren keine bösen Überraschungen durch teure Reparaturen zu befürchten hat (siehe Kasten links). Nur beim Dacia bestand hier kein Bedarf: Der wird ab Werk mit drei Jahren Garantie geliefert.

Um die Treibstoffkosten zu ermitteln, diente der EU-Verbrauch, als Benzinpreis wurden 1,38 Euro pro Liter Super und 1,17 Euro für Diesel angesetzt - wie sich diese Preise in den nächsten drei Jahren entwickeln, kann allerdings heute noch niemand sagen. Als letzter Posten flossen die Zahlen für Wartung, Inspektionen und Reifen-Verschleiß aus der ADAC-Autokostendatenbank in die Kalkulation ein - genau wie beim Wertverlust auf Basis einer erwarteten Fahrleistung von 15000 Kilometern im Jahr.

Gebrauchte günstiger

Das Ergebnis des Kostenvergleichs ist klar: In drei von vier Fällen trifft der Autokäufer aus finanzieller Sicht die bessere Wahl, wenn er sich für den Gebrauchtwagen entscheidet. Nur bei der BMW-Paarung hat der neue 1er die Nase vor dem gebrauchten 3er. In den drei anderen Fällen spart der Gebrauchtwagenkäufer im Zeitraum von drei Jahren zwischen 1200 und fast 2400 Euro. Eine Menge Geld - und das größere und leistungsstärkere Auto gibt es noch obendrauf. Klaus Justen

Hier gehts weiter:

>>VW Golf oder VW Polo?

>BMW 325i oder BMW 120i?>>BMW 325i oder BMW 120i?

>Mercedes C- oder B-Klasse?>>Mercedes C- oder B-Klasse?

>Renault oder Dacia?>>Renault Mégane oder Dacia Logan?

Zmarta Autokredit
Autokredit

Jetzt den günstigsten Autokredit finden

Tags:
Copyright 2017 autozeitung.de. All rights reserved.