Multimedia-Systeme: Neun Mittelklasse-Modelle im Praxistest Total Bedient

05.09.2012

Wir haben die Multimedia-Systeme in neun Mittelklassewagen einem Praxistest unterzogen. Selbst die Sieger konnten nicht ganz überzeugen

Wenn das Auto zum komplexen Multimedia-Center wird, hat eines oberste Priorität: eine gute Bedienung. Denn egal, was der Fahrer vorhat – seine SMS kontrollieren, eine Ausweichroute planen oder einfach nur Musik hören –, seine Aufmerksamkeit sollte immer der Straße gehören.

Wir wollten daher wissen, wie gut Mittelklasse-Autos die ständig zahlreicher werdenden Funktionen in den Bereichen Navigation, Telefon und Medien integrieren. Der Blick in die Preislisten lässt unsere Erwartungen steigen: Bei Kosten von 1090 bis 2300 Euro erwartet der Käufer Multimedia-Systeme auf Premium-Niveau. Denn für solche Summen bekommt man bis zu zehn mobile Navigationsgeräte der Spitzenklasse oder zwei Hightech-Nachrüstanlagen.

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Daher sollten die Systeme der Autohersteller mehr bieten – etwa eine Zusatzanzeige im Kombiinstrument. Doch nur Ford, Opel, Skoda und VW nutzen diese Option. Bis auf den Peugeot zeigen alle Fahrzeuge die aktuelle Geschwindigkeitsbegrenzung an. Dabei stützen sich nur der Opel Insignia und der VW Passat auf Kamera-Informationen – alle anderen verwenden Kartendaten. Solche Tempowarner bieten aber auch günstigere mobile Navis an.

Bei der Bedienung setzen die meisten Mittelklässler im Test auf Touchscreen-Displays, wenige Drehregler und Tasten. Daher fällt die Menüführung bei vielen Modellen sehr komplex aus, oft fehlt ein zentrales Hauptmenü. Die Premiummarken Audi und BMW zeigen, dass es mit einem Dreh-Drücksteller besser geht. Lediglich Peugeot und Renault bieten einen Joystick zur Steuerung an. Beide Systeme sind jedoch gewöhnungsbedürftig und funktionieren nicht optimal. Auch die Sprachsteuerung lässt zu wünschen übrig: Bei Ford, Hyundai, Skoda und VW versteht das Auto den Fahrer zwar am besten. Doch selbst in diesen Modellen verliert man schnell die Lust, da zu viele Schritte nötig sind und das System immer wieder bestätigend nachfragt.

Im Bereich der Routenführung können sich die Geräte der Mittelklässler nicht von den viel günstigeren mobilen Alternativen absetzen. So bietet kein System eine Satellitenansicht an. Die Darstellung der verschiedenen POIs (Point of Interest = interessanter Ort) fällt meist lieblos und gleichförmig aus. Oft verdecken die groben Kacheln sogar wichtige Karteninformationen. Bei den Verkehrsinfos verwenden nur Mazda und Renault aktuelle Technik mit Echtzeit-Warnung. Alle anderen setzten auf das veraltete TMC oder TMCpro.

Bei der Zusammenarbeit zwischen Handy und Auto gibt es im Testfeld ebenfalls großen Nachholbedarf: So können in keinem Fahrzeug Smartphone-Apps (Applications = kleine Miniprogramme) genutzt werden, eine sinnvolle SMS-Sprachausgabe bieten nur Renault, Skoda und VW. Zwar funktioniert die Telefon-Kopplung via Bluetooth bei fast allen Modellen ohne Probleme, doch auch hier gibt es bessere Systeme: So verstärkt etwa die Phone-Box im neuen Audi A3 die Funksignale des Handys und leitet sie an die Dachantenne weiter.

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Selbst beim Musikempfang hinken die Systeme hinterher: Gehört Digitalradio bei den Nachrüstgeräten mittlerweile zum Standard, sucht man es im Testfeld vergebens. Im Mazda und Renault ist selbst der analoge Radioempfang noch verbesserungswürdig. Immerhin bieten beide als einzige Fahrzeuge einen – wenn auch beschränkten – Online-Zugang an.

 

FAZIT

Wer bis zu 2300 Euro für ein Multimedia-System ausgibt, erwartet zeitgemäße Technik. Das ist bei den Mittelklassewagen in unserem Test nicht der Fall. Auch der Sieger Skoda Superb kann in vielen Bereichen nicht mit den Systemen der Premium-Hersteller Audi, BMW und Mercedes mithalten. Selbst viel günstigere mobile Navigationsgeräte bieten mehr. Die Verlierer Mazda und Peugeot schaffen noch nicht einmal die Hälfte aller möglichen Punkte.
Markus Bach

AUTO ZEITUNG

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