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Peugeot-Stars im Dreikampf um Dakar-Triumph

Ein Serien-Weltmeister, der Rekordsieger und «El Matador» - das Rennen um den Dakar-Sieg ist ein Duell mit großen Namen. Fährt Debütant Sebastién Loeb schon diesmal Veteran Stéphane Peterhansel davon? Oder zieht Carlos Sainz noch vorbei?

Salta (dpa) - Das Abenteuer-Rennen um die Dakar-Krone wird zum Dreikampf der Rallye-Legenden. Der neunmalige Weltmeister Sebastién Loeb fordert schon bei seinem Dakar-Debüt den Rekordsieger Stéphane Peterhansel heraus.

Lachender Dritter im Giganten-Duell der Peugeot-Piloten könnte aber auch der Spanier Carlos Sainz werden, der sowohl die WM wie auch die Dakar schon für sich entschieden hat. «Es kann alles passieren», nannte der elfmalige Gesamtsieger Peterhansel die Devise für die zweite Hälfte des Offroad-Klassikers.

Nur der Hauch von ein paar Minuten trennte das Trio, als es sich am Montag zur achten Etappe auf den Weg ins argentinische Belén machte. «Unsere einzige Strategie ist die Attacke», versprach Loeb, der den Ruhetag zur Rennhälfte als Führender genießen konnte. Mit drei Tagessiegen bewies der Franzose schon, dass er nicht nur zum Lernen, sondern zum Siegen nach Südamerika gekommen ist. Platte Reifen, ein defektes Gaspedal und Fehler beim Navigieren - Loeb überstand bislang alle Probleme mit der Klasse einer PS-Legende.

Dabei stahl der Dakar-Neuling sogar Altmeister Peterhansel die Show, der nach sechs Triumphen als Motorradfahrer nun auch seinen sechsten Gesamtsieg im Auto feiern will. Der 50-Jährige setzt auf den entscheidenden Kilometern vor allem auf eins: seine Erfahrung. «Die zweite Woche liegt uns Veteranen besser», urteilte der Mann mit der Startnummer 302.

Das wiederum könnte auch Sainz ins Spiel bringen. Der Dakar-Gewinner von 2010 kam seinen beiden Markenkollegen nach technischen Problemen zu Beginn immer näher. «So wollen wir weitermachen», sagte der Routinier, der wie seine beiden Rivalen auf die Überlegenheit der Peugeot-Buggys vertrauen kann.

Das Werksteam hat in diesem Jahr dem hessischen Privat-Rennstall X-Raid die Vormachtstellung bei der Dakar abgenommen. «Wir haben keine Chance gegen die Peugeots, absolut null», klagte Titelverteidiger Nasser Al-Attiyah aus Katar und bemängelte die fehlende Weiterentwicklung seines Allrad-Mini.

Neben der technischen Überlegenheit hat Peugeot in diesem Jahr aber eben auch eine Riege von Weltklasse-Fahrern am Start, die wissen, wie man auch mit dem Druck der gefährlichsten Motorsport-Prüfung der Welt zurechtkommt. «Es war eine gute Entscheidung, für Peugeot zu fahren», sagte Peterhansel, der 2012 und 2013 noch im Mini gewonnen hatte. 2014 aber musste er sich der Teamorder zugunsten des Spaniers Nani Roma beugen, bald darauf verließ er das X-Raid-Team.

Nun zeigt «Peter» seinem alten Arbeitgeber im Verbund mit Loeb und Sainz die Rücklichter. Peterhansel treibt der Wunsch, wieder einmal Geschichte zu schreiben. Loeb schöpft Kraft aus seiner Vielseitigkeit und seinem wochenlangen Intensiv-Training, zudem hat er in seinem gewieften Beifahrer Daniel Elena einen alten Vertrauten an seiner Seite. Und «El Matador» Sainz hat mit der Dakar noch eine Rechnung offen, nachdem er in den vergangenen drei Jahren stets vorzeitig aufgeben musste. So kann die Konkurrenz wohl nur darauf hoffen, dass sich das Peugeot-Trio im Kampf um den Titel selbst im Wege steht.

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Von Christian Hollmann, dpa