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Peterhansel, zum Zwöften: Der Dakar-Rekordsieger jubelt

Vielleicht denken manche schon darüber nach, die Dakar irgendwann mal nach ihm zu benennen. Zum sage und schreibe zwölften Mal gewinnt Stéphane Peterhansel das legendäre Offroad-Spektakel.

Rosario (dpa) -  Stéphane Peterhansel hat 25 Jahre nach seinem ersten Triumph auf dem Motorrad zum insgesamt zwölften Mal die Rallye Dakar gewonnen.

Der 50 Jahre alte Franzose setzte sich im Peugeot DKR 2008 in Rosario in der Gesamtzeit von 45:22:10 Stunden mit einem Vorsprung von 34:58 Minuten auf Vorjahressieger Nasser Al-Attijah durch. Für Peterhansel war es der sechste Sieg im Auto nach zuvor sechs Triumphen auf dem Motorrad.

Wegen eines Protestes von Al-Attijahs hessischem X-raid-Team gegen angeblich illegales Nachtankens in der achten Etappe ist Peterhansels erneuter Erfolg allerdings unter Vorbehalt. Die Rennkommissare der Dakar hatten entschieden, dass bei Peterhansel und dessen Beifahrer alles mit rechten Dingen zugegangen war, X-raid war damit aber nicht einverstanden. Somit muss das Berufungsgericht nun erst noch entscheiden.

Vorerst aber darf sich Peterhansel für seine historische Leitung feiern lassen. Dem französischen Hersteller Peugeot bescherte er mit Beifahrer Jean-Paul Cottret ein Jahr nach der Rückkehr den ersten Sieg seit 1996. Seit die Dakar nach der Absage wegen einer Terrordrohung 2008 seit 2009 in Südamerika ausgefahren wird, gewannen bislang entweder VW oder Mini.

Die 38. Auflage der Dakar war am 2. Januar in Argentiniens Hauptstadt mit dem Prolog, bei dem ein Unfall zwölf Verletzte gefordert hatte, gestartet. Nach zwölf von eigentlich 13 geplanten Etappen ging sie zu Ende. Gleich das erste Teilstück war wegen starker Regenfälle aus Sicherheitsgründen abgesagt worden.

Bei einem Unfall auf der siebten Etappe war ein 63 Jahre alter Zuschauer vom Wagen des Franzosen Lionel Baud tödlich erfasst worden. Als der Wagen zurück nach Frankreich gebracht werden sollte, wurde er auf dem Weg zum Hafen in einen weiteren Unfall verwickelt, bei dem ein Mensch starb. In ihrer knapp 40 Jahre alten Historie kostete die Rallye rund 40 Menschen das Leben.

Die Faszination der Rallye Dakar aber bleibt für viele. «Für mich ist die Dakar die perfekte Kombination», sagte Peterhansel einmal über das Offroad-Spektakel, auf das er sich diesmal unter anderem mit einer Radtour durchs afrikanische Lesotho vorbereitet hatte. Denn er wusste: In seinem Landsmann und Markenkollegen Sébastien Loeb würde er einen harten Konkurrenten um den ersehnten sechsten Sieg auch mit dem Wagen bekommen.

Der Rallye-Rekordweltmeister übernahm bei seiner ersten Teilnahme auch rasch die Führung. Ein heftiger Unfall, bei dem sich Loeb auf der achten Etappe mehrfach mit seinem Wagen überschlug, zerstörte aber jegliche Hoffnungen und Chancen auf den Gesamtsieg. Peterhansel übernahm den Spitzenplatz.

Drei Etappen entschied Peterhansel bei der diesjährigen Auflage für sich. Loeb holte sich mit seinem Sieg auf der letzten Etappe nach etwa 4000 Wertungskilometern und insgesamt 9000 Kilometern durch Argentinien und Bolivien sogar seinen insgesamt vierten Tageserfolg. Ihr gemeinsamer Peugeot-Kollege Carlos Sainz, Ex-Weltmeister und ehemaliger Dakar-Gewinner, war an zwei Tagen der Schnellste, ebenso Al-Attiyah. Zudem trug sich noch Miko Hirvonen (Mini) in die Siegerlisten ein.

Der große umjubelte Star war aber Peterhansel, der vor anderthalb Jahren von Mini zu Peugeot gewechselt und im vergangen Jahr nicht über Platz elf hinausgekommen war. «Einen sechsten Sieg in der Auto-Kategorie hätte ich schon noch gerne», hatte er vor der Dakar 2016 mit Blick auf seine sechs bereits errungenen Siege auf dem Motorrad gesagt: «Das ergäbe ein rundes Bild.»

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Von Jens Marx, dpa