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Sirotkin-Vertrag mit Sauber nächste Woche

Der Vertrag für die Formel-1-Zukunft des derzeit noch 17 Jahre alten Russen Sergej Sirotkin soll nächste Woche unterschrieben werden. 20 bis 30 Millionen soll das dem finanziell angeschlagenen Sauber-Team bringen.

Moskau (dpa) - Der Vater des künftigen Sauber-Piloten Sergej Sirotkin hat etwas Licht ins vermeintliche Dunkel um die Finanzierung des Schweizer Sauber-Rennstalls durch russische Investoren gebracht.

Der Vertrag, der Oleg Sirotkins Filius im kommenden Jahr zum jüngsten Piloten in der Formel-1-Geschichte machen soll, werde in der kommenden Woche unterschrieben, kündigte er an.

Oleg Sirotkin nannte - ungewöhnlich in der Branche - auch Zahlen über den finanziellen Umfang des Kontraktes. «Ich vermute, er wird sich nicht so stark von den anderen ähnlichen Verträgen unterscheiden, gewöhnlich sind das 20 bis 30 Millionen», sagte er in einem Interview der Moskauer Zeitung «Iswestija» - jedoch ohne die Währung zu nennen. Es gebe Ausgaben für dieses Jahr und für das nächste, «wie sie berechnet werden, zeigen die Verhandlungen», erklärte er aber.

Sirotkin Junior soll im kommenden Jahr ein Stammcockpit bei Sauber bekommen. Derzeit fahren für den Schweizer Rennstall der Emmericher Nico Hülkenberg und Esteban Gutierrez aus Mexiko. Der bislang jüngste Grand-Prix-Starter ist der Spanier Jaime Alguersuari mit 19 Jahren und 125 Tagen. Sergej Sirotkin, der sich in diesem Jahr in der Formel Renault 3,5 versucht und dort momentan auf dem neunten Rang der Gesamtwertung liegt, käme auf 18 Jahre und etwa sieben Monate.

Das Sauber-Team, um dessen Finanzierung durch russische Unternehmen sich seit einiger Zeit heftige Spekulationen ranken, hatte drei Tage vor Sirotkins Interview in einer Pressemitteilung erklärt: «Der Vertrag mit dem Fahrer Sergej Sirotkin steht.» Sirotkin Senior präzisierte dies nun: «Was den sportlichen Teil angeht, unterschreiben wir den Vertrag nächste Woche in der Schweiz, der die umfangreiche Vorbereitung des Piloten und des Boliden umfasst.» Der Investorenpool sei aber nicht ganz komplett, räumte Sirotkin ein.

Er berichtete auch davon, dass ein Teil der «in mehrere Richtungen» geplanten Zusammenarbeit nicht zustande komme. «Außer einem sportlichen Teil wurde auch die Gründung des wissenschaftlich-technischen Zentrums in Russland geplant, damit man die Möglichkeit hätte, Technologien nach Russland zu importieren, und zwar ging es um die Förderung unserer Universitäten.» Kostenpunkt für 12 bis 18 Monate: 40 Millionen. Aber: Abgelehnt von den Investoren.

Ansonsten wollen die russischen Investoren die Kooperation vor allem nutzen, um sich für die geplante Russland-Premiere der Königsklasse im kommenden Jahr im Olympia-Ort Sotschi in Position zu bringen. Sirotkin bestätigte ebenso wie es Sauber bereits getan hatte, dass ein Teil des Geldes schon geflossen sei. Allerdings hat er den Vertrag, der nächste Woche vor dem Start in die zweite Saisonhälfte der Formel 1 unterzeichnet werden soll, nach eigener Aussage «noch nicht gesehen».

Eine Namensänderung des Teams, das seit 1993 in der Formel 1 fährt, sei nicht vorgesehen, betonte Sirotkin. «Auf dem Rennfahrzeug, das wir von Sauber bekommen haben, steht «Россия» (Russland)», erklärte er. Das Logo des Namensgebers werde aber auch präsent sein.

Von Jens Marx und Anna Patrekejewa, dpa