DTM-Pilot Paffett trotz Rückstand optimistisch

Der Rückstand von Mercedes-Fahrer Gary Paffett ist groß. Weil der Brite aber aus eigener Erfahrung weiß, wie schnell sich das Blatt in der DTM wenden kann, hat er die Hoffnung auf den Titel noch nicht aufgegeben. Viel Zeit bleibt ihm zur Aufholjagd nicht.

Nürburg (dpa) - Mercedes greift im Deutschen Tourenwagen Master nach dem Strohhalm. Maximal 100 Punkte können die Fahrer in den verbleibenden vier DTM-Rennen noch sammeln.

37 Zähler fehlen Ex-Champion Gary Paffett (Großbritannien) vor dem sechsten Saisonlauf auf dem Nürburgring am Sonntag auf Spitzenreiter Mike Rockenfeller. Teamkollege Christian Vietoris hat 38 Punkte Rückstand auf den Audi-Fahrer. Die Titelhoffnungen begraben ist bei den Stuttgartern offiziell aber noch kein Thema.

«37 Punkte Rückstand für Gary Paffett sind noch aufzuholen. Er hatte im vergangenen Jahr einen noch größeren Vorsprung (40 Zähler, d. Red.) auf Bruno Spengler und ist trotzdem nur Vizemeister geworden», sagt Wolfgang Schattling, Leiter DTM-Management bei Mercedes. Allerdings hatte Spengler im BMW auch noch sechs Rennen Zeit, um den Rückstand aufzuholen.

Und Paffett ist in dieser Saison alles andere als vom Glück verfolgt. Nur einmal schaffte er es aufs Podest, bei seinem Sieg auf dem Lausitzring. In Brands Hatch dagegen war er bereits auf dem Weg zur Siegerehrung, wurde dann aber nach Rennende mit einer Fünf-Sekunden-Strafe belegt und fiel auf Platz sechs zurück. Am Norisring vor fünf Wochen kostete ihm ein Unfall kurz vor Schluss den dritten Platz und sichere 15 Punkte.

Experten werfen dem DTM-Gewinner von 2005 vor, er hätte in Nürnberg cleverer agieren und Rang drei nach Hause fahren sollen, statt sich mit Edoardo Mortara anzulegen. Paffett dagegen gibt dem Audi-Piloten nach wie vor die Schuld an dem Unfall, der beiden Fahrern eine Nullrunde bescherte. Abgehakt ist der Vorfall laut eigener Aussage trotzdem. Paffett will nur noch nach vorne schauen und endlich den zweiten Podestplatz der Saison einsammeln.

«Auf dem Nürburgring habe ich bereits ein DTM-Rennen gewonnen und stand schon dreimal auf dem Podium», sagt Paffett, der im vergangenen Jahr ausgerechnet auf dem Eifelkurs einen Teil seines großen Vorsprungs auf den Rivalen Spengler einbüßte. In keinem der letzten vier Rennen kam er anschließend vor dem BMW-Fahrer ins Ziel.

Trotz der schlechten Ausgangslage glaubt Paffett fest daran, «dass in den letzten Rennen noch nichts verloren ist» - im Gegensatz zu seinem Teamkollegen Vietoris. «Wenn noch etwas nach ganz vorne gehen soll, müssen wir schon auf eine Nullrunde von Mike Rockenfeller und Bruno Spengler hoffen und natürlich selber ein, zwei Siege einfahren, dann wären wir wieder im Geschäft», sagt Vietoris. Rockenfeller hat 94 Punkte auf dem Konto, Titelverteidiger Spengler 67. Paffett kommt auf 57 Zähler, Vietoris auf 56.

Vor seinem Heimrennen - Vietoris wohnt nur 35 Kilometer vom Nürburgring entfernt in der kleinen Gemeinde Gönnersdorf - ist er neben Rockenfeller immerhin der einzige Fahrer, der bisher in allen sechs DTM-Rennen gepunktet hat und dabei dreimal auf dem Podest stand. «Aber es hätten mit etwas mehr Glück sicher noch zehn oder zwölf Punkte mehr sein können», sagt Vietoris. Der Glaube an die Titelchance ist deshalb nur gering.

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Von Arno Wester, dpa