Mobilität im Auto der Zukunft Künstliche Intelligenz

Inhalt
  1. Flexibilität durch Apps
  2. Fahrzeuge per App steuern – Stand der Technik
  3. Vernetzte und autonome Fahrzeuge
  4. Zukunftsaussichten
  5. Fazit

Durch Vernetzung mobil: Einst bewunderten wir Michael Knight und seinen besten Kumpel K.I.T.T.! Wie sieht die Mobilität der Zukunft aus?

Ein Tastendruck auf das Smartphone und schon kommt das eigene Auto vor die Haustür gefahren. Oder das Fahrzeug navigiert ohne Zutun eines Fahrers durch den öffentlichen Verkehr, leitet Überholmanöver ein und ruft im Falle eines Unfalls automatisch Rettungswagen und Polizei. Was für die meisten Autofahrer futuristisch und vielleicht auch etwas unheimlich klingt, steckt schon längst in den Kinderschuhen und ruft Erinnerungen an die Fernsehserie „Knight Rider“ wach, in denen der Protagonist K.I.T.T. an seiner Seite hatte – einen Sportwagen mit künstlicher Intelligenz.

Tatsächlich sind auf den großen IT-Messen wie der Consumer Electronics Show (kurz CES) auch verstärkt Autohersteller vertreten und stellen softwarebasierte Funktionen in ihren Fahrzeugen vor, die inzwischen weit über eine akustische Einparkhilfe hinausgehen.

 

Flexibilität durch Apps

Schon heute wird der Umgang mit Fahrzeugen durch den Gebrauch von Smartphones erleichtert, sei es durch Verwaltungs-Tools oder Bezahlmöglichkeiten per App.

Mietwagen – Sicherheitsrisiko oder Zeitersparnis?

Wer kurzfristig einen Mietwagen braucht, kann inzwischen bei den meisten Anbietern online die Verfügbarkeit über eine App prüfen. Häufig führen die Anbieter sogar eine eigene App für ihre Mietwagen. Über diese können Fahrzeuge reserviert, in den meisten Fällen allerdings nicht bezahlt werden. Auch wenn mobile Zahlungsmethoden weiter auf dem Vormarsch sind, ist für das Bezahlen eines Mietwagens in aller Regel eine Kreditkarte notwendig. Dies hat den Hintergrund, dass eine Kreditkarte das Stellen einer Kaution ermöglicht, denn dieser Betrag wird für den Zeitraum des Verleihs auf der Karte gesperrt, wie hier näher erklärt wird.

Viele Nutzer vertrauen dem Datenschutz über ihr Smartphone nur bedingt. Gespeicherte Passwörter oder auch Kreditkartennummern könnten im Falle eines Diebstahls des Geräts unrechtmäßig verwendet werden. 

Carsharing – Für ungebundene Fahrer

Wer Carsharing nutzt, möchte dennoch möglichst flexibel sein. Dazu gehört, dass möglichst unkompliziert die nächsten verfügbaren Fahrzeuge ausfindig gemacht und genutzt werden können. Viele CarSharing-Dienste setzen daher inzwischen auf die Verwendung von Apps, über die Fahrzeuge gesucht und reserviert werden können. Einige dieser Apps können sogar die Fahrzeuge öffnen oder den Nutzer zu seinem Standort hinführen. Carsharing-news.de gibt eine Übersicht über die gängigsten Apps und ihre Funktionen.

Parkscheine mobil bezahlen – Optimierung der Behörden

Über das Smartphone können seit einiger Zeit auch in diversen Städten Parktickets bezahlt werden. Nutzer melden einfach die Parkzeit ihres Autos an und wieder ab.

Für Nutzer ergeben sich daraus verschiedene Vorteile. So muss zum Beispiel nur die tatsächlich geparkte Zeit bezahlt werden; es kann kein überschüssiges Guthaben verfallen. Ebenso kann nun eine weitgehend unbegrenzte Zeit geparkt werden, sodass Parkende sich keine Sorgen mehr machen müssen, nach dem Einkauf ein Knöllchen vorzufinden, weil sie die Parkzeit überzogen haben – vorausgesetzt, sie haben die erlaubte Höchstparkdauer beachtet. Eine Rechnung über die anfallenden Parkgebühren wird meist monatlich erstellt.

Wer diesen Dienst nutzen möchte, kann oft zwischen verschiedenen Anbietern wählen und muss einen Ausweis für das Auto ausdrucken, der den Fahrer als Nutzer als Handy-Parker kennzeichnet.

Tanken – Schnell und komfortabel

Inzwischen gibt es nicht nur Apps, die über die günstigste Tankstelle in der Umgebung informieren, sondern auch solche, über die nach dem Tankvorgang bezahlt werden kann. Hier werden derzeit Systeme getestet, bei denen Kunden sich registrieren können. Das Tanksystem erkennt dann automatisch, wenn dieser Kunde sich an einer Zapfsäule befindet und die App startet. Nach der Eingabe einer PIN kann getankt werden. Der Beleg wird als PDF-Datei auf das Handy versendet und der Betrag je nach gewünschter Zahlungsart abgebucht.

Parkplatzsuche – Zeit und Platz sparen

Insbesondere die Vernetzung von Nutzern untereinander machen sich viele Apps zur Parkplatzsuche zunutze. Dabei gehen die verschiedenen Anbieter teilweise sehr unterschiedliche Wege. Parkmünchen.de verwendet beispielsweise das Prinzip des Freimachens. Hier gibt ein Nutzer über die App Meldung, wenn er einen Parkplatz verlassen hat. Andere Nutzer bekommen diesen nun als verfügbar angezeigt. Zudem speichert die App auch den Standort des Parkplatzes und kann so auch zu diesem zurückführen.

Bei Parkonaut können Parkplätze auch kostenpflichtig angeboten werden. Nutzer können aus den angebotenen Parkplätzen wählen und tauschen dann mit dem Anbieter Kontaktdaten aus. Der Anbieter erhält die Fahrzeugdetails und stellt dem Nutzer bei der Ankunft den Platz zur Verfügung.

2. Teil: Fahrzeuge per App steuern

 

Fahrzeuge per App steuern – Stand der Technik

Fahrzeuge über eine App zu öffnen ist schon seit einiger Zeit möglich und wird beispielsweise beim erwähnten CarSharing zum Teil genutzt. Tatsächlich feilen Autobauer intensiv daran, das Auto immer stärker zu vernetzen und auch mit dem Smartphone steuerbar zu machen.

Möglichkeiten

Via App soll es schon bald möglich sein, beispielsweise vor dem Einsteigen die Standheizung einzuschalten. Lästiges Eiskratzen im Winter wäre damit nicht mehr notwendig. Auch der Motor soll sich per Fernsteuerung vorab starten lassen und könnte so beispielsweise vor der Nutzung warm laufen. Besonders interessant ist allerdings die Möglichkeit, das eigene Fahrzeug mit einer App zu orten. Im Falle eines Diebstahls könnte das Auto schnell gefunden werden und wer inmitten einer fremden Stadt seinen Parkplatz vergessen hat, kann sich ganz einfach navigieren lassen.

Die verschiedenen Funktionen sind teilweise auch schon mit Wearables wie Smartwatches verwendbar wie das Tesla Command für den Tesla Model S. Während das Tesla Command ein Projekt ohne offizielle Unterstützung von Tesla selbst ist, haben viele Hersteller längst selbst begonnen, digitale Schnittstellen für ihre Fahrzeuge zu entwickeln.

BMW ConnectedDrive

Die Schnittstelle von Smartphone zu Auto heißt bei BWM ConnectedDrive. Ist ein Smartphone mit dem Fahrzeug verbunden, können beispielsweise über die Sprachsteuerung Kontakte angerufen werden. Darüber hinaus gliedert BMW die Funktionen in drei Bereiche:

- Sicherheit
- Komfort
- Entertainment

Dem Sicherheitsaspekt wird beispielsweise durch einen automatischen Abstandhalter Rechnung getragen. Auch ein intelligenter Notruf ist an Bord, der bei einem Unfall aktiv wird. Darüber hinaus gibt das System über Smartphone auch Auskunft über den Fahrzeugzustand oder die Tankfüllung.

Je nach Ausstattung sind auch Funktionen wie ein Head-Up-Display zu haben.

Einen Internet-Browser bringt das ConnectedDrive ebenso mit wie die Möglichkeit, Fernsehsender zum empfangen. Im Fahrzeug ist eine SIM-Karte fest verbaut, die auch die Nutzung des Internets im Ausland ermöglicht – ohne Roaming-Gebühren, wie BMW versichert.

Audis Connect

Das System von Audi legt weniger Wert auf Sicherheit, dafür mehr auf Komfort und Infotainment. Wie auch das ConnectedDrive von BMW bietet das Connect von Audi das klassische Navigationssystem über Google Maps. Darüber hinaus verbindet Connect den Fahrer aber auch mit aktuellen Verkehrsmeldungen und kennzeichnet die Routen farblich nach den Kategorien frei, stockender Verkehr oder Stau.

Der Zugriff auf soziale Netzwerke und Nachrichtendienste ist ebenso möglich wie das Einholen von Informationen zu Flug- und Bahnverkehr oder den Kraftstoffpreisen der umliegenden Tankstellen.

Connect fungiert innerhalb des Fahrzeugs auch als WLAN-Hotspot, über den sich mobile Endgeräte mit dem Internet verbinden können.

Mercedes connect me

Wie Audis Connect ist auch das Mercedes connect me vor allem auf Infotainment ausgerichtet, verfügt aber auch über diverse Dienste für Pannen- und Unfallhilfe oder Wartungsmanagement. So überwachen diese beispielsweise den Zustand von Verschleißteilen und setzen sich selbstständig mit einem Mercedes-Servicepartner in Verbindung, um Angebote einzuholen. Bei einem Unfall setzt das System automatisch einen Notruf ab und übermittelt dabei auch die GPS-Daten des eigenen Standorts. Insgesamt handelt das Mercedes connect me von allen vorgestellten Systemen besonders autonom.

Über die Remote Online Dienste können Nutzer ihr Fahrzeug auch mit einem Smartphone ansteuern und beispielsweise sich die Parkposition anzeigen lassen. Über die geographische Fahrzeugüberwachung werden sie informiert, sobald das Auto ein angegebenes Gebiet verlässt. Auf dem Smartphone kann auch eine Route erstellt werden, die anschließend auf das Navigationsgerät im Fahrzeug übertragen werden kann.

Zusätzlich kann für viele Mercedes-Modelle noch das Multimedia-System COMAND genutzt werden. Der Begriff setzt sich zusammen aus Cockpit Management and Data System. Hier können über die Online-Funktion zusätzliche Apps hinzugekauft oder aktuelle Verkehrsdaten abgefragt werden.

Schlüsselloses Öffnen von Autos

Die Möglichkeit, das eigene Auto via Smartphone zu öffnen, kann inzwischen auch relativ einfach nachgerüstet werden. Voraussetzung ist, dass das Fahrzeug über eine Zentralverriegelung verfügt. Anschließend wird ein Empfänger-Modul verbaut. Je nach Konfiguration kann das Fahrzeug dann via Bluetooth aus Tastendruck geöffnet werden oder öffnet sich automatisch, wenn das Auto das Smartphone des Besitzers in der Nähe registriert, wie bei dem "Premium Bluetooth Passive Keyless Entry" von Mobile Enhancement Specialist, der bei golem.de näher vorgestellt wird.

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Sicherheitslücken und –bedenken

Wo digitale Schnittstellen sind, bestehen natürlich auch immer entsprechende Sicherheitsbedenken. Erst Anfang des Jahres wurde eine Sicherheitslücke bei BMWs ConnectedDrive entdeckt, die das unberechtigte Öffnen des Fahrzeugs ermöglichte, wie auf heise.de berichtet wurde.

Über eine solche Schnittstelle ist es auch denkbar, den Diebstahl eines Fahrzeugs noch zu erleichtern, wenn beispielsweise über ein Smartphone die Fensterheber oder die Zündung angesteuert werden können.

3. Teil: Vernetzte und autonome Fahrzeuge

 

Vernetzte und autonome Fahrzeuge

Autohersteller sehen in vernetzten und autonomen Fahrzeugen ganz klar die Zukunft. Sie sollen das Fahren in Zukunft nicht nur angenehmer, sondern auch sicherer machen durch verschiedene Assistenzsysteme und zielgerichtete Kommunikation untereinander. Als Königsklasse wird das Fahren ganz ohne Fahrer gewertet, was den ultimativen Komfort versprechen soll.

Mit dem Internet vernetzte Bordcomputer

Heutige Fahrzeuge sind bereits mit einem Gros an Elektronik ausgestattet und verfügen über regelrechte Bordcomputer. Die Funktionen gehen inzwischen über Navigationssysteme und Einparkhilfen hinaus. Die integrierten Systeme sammeln auch Daten zum Fahrzeugzustand wie Reifendruck, Tankfüllung, Zustand von Verschleißteilen oder Kraftstoffverbrauch und melden dem Fahrer aktuelle Verkehrsgeschehen oder registrieren ungünstige Wetterverhältnisse und passen beispielsweise automatisch die Beleuchtung an. Darüber hinaus bringen viele auch Internet-Browser mit und informieren über nahgelegene Sehenswürdigkeiten oder günstige Tankstellen. Im Falle von Audis connect kann das Fahrzeug sogar selbst als Hotspot dienen.

Car2Car Communication

Car2Car Communication bezeichnet den Datenaustausch zwischen Fahrzeugen. Dieser soll Fahrer frühzeitig auf Gefahrensituationen hinweisen, beispielsweise, indem durch akustische Signale vor plötzlich stoppenden Autos in näherer Entfernung gewarnt wird. Auf diese Weise sollen Unfälle vermieden werden. Hierzu sammeln die Fahrzeuge Daten des eigenen Fahrverhaltens wie etwa Geschwindigkeit, Lenkradstellung oder ähnliches und leiten sie an andere Fahrzeuge in der Umgebung weiter.
Dieses Verfahren hat allerdings das Problem, dass, etwa um Manipulation vorzubeugen, Fahrzeugen eine digitale Signatur zugewiesen werden müsste, was wiederum die Anonymität des Fahrers nicht mehr gewährleistet. Zum anderen besteht zur Markteinführung das Problem, dass dieses System auf einen Schwarm an Sendern angewiesen ist, die ersten Nutzer allerdings nur auf eine geringe Menge an Informationen zugreifen könnten.

An der Entwicklung beteiligte Firmen

Alle großen Autohersteller sind derzeit mit der Entwicklung autonomer Fahrzeuge beschäftigt. So führte Audi auf der diesjährigen Elektronikmesse CES in Las Vegas ein Fahrzeug vor, dass etwa 900 Kilometer der Strecke zum Messegelände völlig ohne Eingriff eines Fahrers im öffentlichen Straßenverkehr zurücklegte. BMW und VW ließen Testfahrzeuge via Smartwatch selbstständig eine Lücke im Parkhaus suchen, einparken und zum Ausgangspunkt zurückkehren. Auch Mercedes ließ bereits auf einer Strecke in Deutschland ein Fahrzeug eigenständig den Verkehr bewältigen. Neben diesen großen Namen waren auch GM, Hyundai, Ford und Toyota auf der CES vertreten und stellten dort ihre neuesten Entwicklungen vor.

Entwicklungsstand

Tatsächlich ist mit der heutigen Elektronik im Auto der Weg zu den Science-Fiction-Bildern aus dem Kino gar nicht mehr so weit.

Insbesondere im Bereich der Fahrassistenz verfügen moderne Autos, sofern gewünscht, über vielerlei elektronische Hilfen. Spurhalte-Assistenten geben akustische Signale, wenn das Fahrzeug der äußeren Fahrbahnmarkierung zu nahe kommt, Totwinkel-Assistenten weisen über ein Symbol darauf hin, wenn sich etwas im toten Winkel befindet und Abstandsregler leiten automatisch einen Bremsvorgang ein, wenn notwendig.

Das Notruf-System E-Call soll ab März 2018 verpflichtend in allen Pkw und leichten Nutzfahrzeugen eingebaut werden. Bei einem Unfall aktiviert sich das System automatisch und informiert Rettungskräfte über seinen Standort. Daten, die Navigationssysteme während der Fahrt sammeln, werden in den USA schon jetzt häufiger als Beweismittel genutzt, um beispielsweise Alibis zu überprüfen.

Um nicht von Konkurrent Google abgehängt zu werden, versprach Verkehrsminister Dobrindt, noch in diesem Jahr auf der A9 und der A81 Teststrecken für autonome Fahrzeuge einzurichten.

Risiken

Wenn Fahrzeuge derart ferngesteuert und autonom betrieben werden können, öffnen sich auch Wege zu einer Kontrolle darüber, die bis zur Bevormundung reichen kann. So könnten Fahrzeuge beispielsweise daran gehindert werden, in bestimmten Gebieten die Höchstgeschwindigkeit zu überschreiten. Oder das Navigationsgerät speichert ungefragt Strecken, Fahrzeit und Geschwindigkeit und kann damit detaillierte Auskunft über die eigenen Bewegungen geben oder auch als Beweismittel dienen im Falle eines fragwürdigen Alibis. Weitere teils beunruhigende Szenarien werden auch bei diesem Artikel in der Zeit vorgestellt. So wäre es sogar denkbar, dass beispielsweise Werkstätten die Daten auslesen und die Versicherung eventuelle Ansprüche verweigern, weil das Fahrzeug an der Belastungsgrenze war oder etwa überladen wurde.

Das Fahrzeug lernt seinen Fahrer inzwischen aber auch persönlich kennen. Über Gesichtserkennungssoftware, sowie Blutdruck- und Pulsmesser stuft eine Software ein, ob der Fahrer beispielsweise Ermüdungserscheinungen zeigt oder sich aggressiv verhält und rät zur Pause oder schaltet beruhigende Musik ein. Fahrer können sich bevormundet fühlen, wenn verschiedene Assistenzsysteme wiederholt das Verhalten des Fahrers „kommentieren“ und zur Korrektur aufrufen.

Insbesondere bei Fahrzeugen, die mit Autopilot fahren, ist auch die Sorge um Hacking gegeben. Hacker könnten das Fahrzeug während des Betriebes kapern oder Unfälle auslösen, ob gewollt oder ungewollt.

Datenschutz

Ein Gerät oder Fahrzeug, das viele Daten sammelt und sendet, ist ein begehrtes Ziel nicht nur für Konzerne und Marktforscher. Über Sensoren in und am Fahrzeug ist es in der Lage, Informationen zu registrieren wie die Durchschnittsgeschwindigkeit des Fahrers, bevorzugte Strecken oder die Anzahl der Insassen. Bislang werden diese Daten zum Großteil nur an Werkstätten oder den Hersteller gesendet, doch wo die Möglichkeit besteht, Fahrzeuge zu kapern, besteht auch die Möglichkeit, die Informationen abzufangen.

Die zunehmende Überwachung von Verhalten und Körpersignalen wie Herzschlag und Blutdruck ist eine wahre Fundgrube für die Marketing-Branche und ein weiterer Schritt in die Richtung der Totalüberwachung. Das Fahrzeug kann analysieren, welche Art Restaurant häufig im Navigationssystem angewählt wird, welche Musik gespielt wird und welches Fahrverhalten an den Tag gelegt wird. Werbung könnte so noch spezifischer auf den Einzelnen abgestimmt direkt ins Fahrzeug gesendet werden, beispielsweise über ein Head-up-Display oder den Bildschirm des Bordcomputers.

Besonders Kfz-Versicherungen könnten sich sehr für die Daten zum Fahrverhalten interessieren und so etwa für besonders vorbildliche Fahrer Vergünstigungen anbieten. Bislang ist allerdings noch unklar, was mit der inzwischen recht großen Datenmenge geschieht, die Autohersteller über die intelligenten Systeme von den Fahrern ihrer Fahrzeuge erhalten. Konkrete Regelungen, was erhoben darf und was nicht, gibt es derzeit noch nicht.

4. Teil: Zukunftsaussichten und Fazit

 

Zukunftsaussichten

Verkehrsplaner begrüßen die Aussicht auf autonome Fahrzeuge, denn gerade in Innenstädten kommt es häufig zu Engpässen durch Baustellen oder ungünstige Straßenführung. Ein autonomes Auto könnte seinen Weg selbstständig zum gewünschten Ziel zurücklegen und dabei in Echtzeit die optimale Route berechnen. Durch die Vernetzung mit anderen Fahrzeugen reguliert sich der Verkehr von allein und verteilt sich gleichmäßig auf die verfügbaren Strecken, denn jedes Fahrzeug sammelt Umgebungsdaten und teilt sie mit anderen Verkehrsteilnehmern.

So könnte auch Unfällen vorgebeugt werden, denn die Fahrzeuge halten automatisch den Abstand und wissen durch die Vernetzung schon im Voraus, wo ein anderes Fahrzeug sich befinden wird. Fehler durch Ermüdungserscheinungen nach einem langen Arbeitstag können so ausgeschlossen werden.

Autobauer versuchen schon jetzt sich mit technischen Extras von der Konkurrenz abzuheben und Kunden den größtmöglichen Komfort zukommen zu lassen. Die Fahrzeuge selbst werden ihren Fahrer weiter kennenlernen und analysieren, während in puncto Sicherheit auch hier ein Wettlauf bestehen wird zwischen Hackern und Autobauern.

 

Fazit

Das vernetzte Fahrzeug ist bereits da und auch in Deutschland wird vermehrt das autonome Fahrzeug im Einsatz getestet. Verkehrsplaner und Technik-Enthusiasten begrüßen die daraus entstehenden Möglichkeiten wie ein geringeres Verkehrsaufkommen und weniger Unfälle. Doch wie jede technische Innovation bieten auch automatisierte Autos nicht nur Chancen, sondern auch Risiken. Auf der einen Seite stehen Erleichterungen für den Alltag wie diverse Assistenzsysteme, auf der anderen stehen die derzeit noch völlig unreguliert gesammelten Daten, die einen Schritt mehr in die Richtung des gläsernen Bürgers bedeuten.

Nichtsdestotrotz wächst das Auto immer weiter über seinen Stand als reines Fortbewegungsmittel hinaus und wird stärker zu einem Teil des persönlichen Lebensraums.

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