Cabriolets: Audi A5, BMW 3er, Lexus IS Lexus IS 250C, BMW 325i Cabrio und Audi A5 2.0 TFSI Cabriolet

Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Mit Aluminium-Klappdach und 2,5-Liter-V6 tritt der neue Lexus iS 250C gegen die Open-Air-Mittelklasse aus Bayern an. Kann sich der offene Japaner gegen Audi A5 2.0 TFSI und BMW 325i behaupten?

Genau vor 20 Jahren begann die Erfolgsstory des Toyota-Luxuslabels Lexus. Die Marke ist mittlerweile etabliert, die Baureihen LS, GS, ES (nicht in Europa) und RX jedenfalls sind auf dem Hauptabsatzmarkt USA sehr erfolgreich. Über eine Viertelmillion Autos verkaufte Lexus dort im vergangenen Jahr. Ungetrübte Freude also bei den Lexus-Verantwortlichen? Nicht ganz. Denn in Europa konnte der Toyota-Ableger bisher nicht so richtig punkten. Und der Cabrio-Markt fand bisher praktisch ohne Lexus statt – mit den Verkaufszahlen des 2001 präsentierten SC 430 ist selbst in Nordamerika kein Staat mehr zu machen.

Große Hoffnungen also, die auf den A-Säulen des neuen Lexus IS 250C lasten. Er soll nicht nur in Europa den Mittelklasse-Cabrios der einheimischen Premiumhersteller den Wind aus den Schotts nehmen, sondern auch die Open-Air-Fahne für Toyota allein hochhalten, bis – nicht vor 2011 – der Nachfolger des SC 430 ansteht. Wie gut das Lexus-Klappdach-Cabrio dafür gerüstet ist, zeigt es im Vergleichstest mit dem Audi A5 2.0 TFSI Cabriolet und dem BMW 325i Cabrio.

 

Karosserie

Das Wichtigste an einer Cabrio-Karosserie ist – wenig überraschend – das Dach; oder besser gesagt wie wirkungsvoll und effektiv es den Himmel über dem Innenraum freigibt. Das Dach des Lexus besteht fast komplett aus Leichtmetall, und es soll das schnellste Metallklappdach dieser Klasse sein. Tatsächlich verschwindet es in flotten 20 Sekunden unter der Kofferraumklappe, doch Audi und BMW können das praktisch genauso gut.

Zu den Metallklappdächern kann man stehen, wie man will. Einen richtigen, nicht wegzudiskutierenden Nachteil haben sie ihn jedem Fall: In geöffnetem Zustand schrumpfen die Kofferräume auf ein geradezu lächerliches Maß. Im Fall des BMW und des Lexus heißt das in nackten Zahlen: 210 und 160 Liter. Wobei das nur die halbe Wahrheit ist. Denn die Restkofferräume sind zudem äußerst zerklüftet und damit schlecht nutzbar. Besonders unschön wirkt das im BMW, dessen Gepäckabteil so aussieht, als hätten die Monteure am Band vergessen, die Verkleidungen zu montieren. Und das bei Lexus angeblich ins Heckabteil passende Golfbag ist vermutlich eine Minigolftasche.

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Der Audi mit seiner ebenso eleganten wie platzsparenden Stoffmütze hat da mehr zu bieten. Sein Kofferraum offeriert nicht nur selbst bei geöffnetem Dach viel Stauraum, bei Bedarf kann sogar die Rücksitzlehne vorgeklappt werden. Eine Option, die bei BMW und Lexus konzeptbedingt fehlt. Der Dreier lässt sich gegen Aufpreis (200 Euro) mit einer Durchladeeinrichtung ausrüsten, beim IS 250 fehlt selbst diese Möglichkeit. Immerhin stellt der Japaner bei geschlossenem Dach den größten Laderaum zur Verfügung.

Doch Cabrios sollten vielleicht auch andere Qualitäten haben. Zum Beispiel möglichst viel vom so genannten Cabrio-Feeling bieten. Dazu nur so viel: Es hat schon stürmischere Cabrios gegeben. Alle drei haben sehr hoch und weit nach hinten gezogene Frontscheiben, die zwar guten Windschutz, aber wenig Open-Air-Stimmung bieten. Streng nach Punkten gerechnet liegt der Ingolstädter in diesem Kapitel vorn. Er hat das großzügigste Raumangebot und wirkt am besten verarbeitet. Der etwas knapper geschnittene Münchener ist zwar sehr solide und verwindungssteif, doch die Verarbeitung im Detail könnte ausgefeilter sein – siehe Kofferraum.

Der Lexus wiederum enttäuscht etwas mit seinem knappen Raumangebot, schlechter Übersichtlichkeit sowie der nicht ganz verwindungsfreien Karosserie.

KarosserieMax. PunkteAudi A5 2.0 TFSI CabrioletBMW 325i CabrioLexus IS 250C
Raumangebot vorn100797269
Raumangebot hinten100282624
Übersichtlichkeit70414535
Bedienung/ Funktion100858478
Kofferraumvolumen100272332
Variabilität100131310
Zuladung/ Anhängelast80343015
Sicherheit150959791
Qualität/ Verarbeitung200183181178
Kapitelbewertung1000585571532

 

Fahrkomfort

Die Lexus-Entwickler sind nicht nur auf das Öffnungstempo ihres Klappdachs sehr stolz, sondern auch auf die gute Geräuschdämmung. Zu Recht. Im IS geht es selbst bei hohem Autobahntempo nicht lauter zu als in einer gewöhnlichen Limousine. Laut Messgerät ist es in den deutschen Kandidaten ein wenig lauter, auch wenn beide ebenfalls zu den sehr leisen Vertretern ihrer Gattung zählen.

Der Federungskomfort des Lexus gefällt ebenfalls – solange man auf gut gepflegtem Geläuf unterwegs ist. Grobe Unebenheiten und harte Querfugen dringen dagegen weniger gut gefiltert bis zu den Insassen durch. Audi und BMW haben jeweils eine insgesamt etwas straffere Grundabstimmung, wobei der fein ansprechende BMW das etwas harmonischere Auto ist.

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Die Sitze der drei Cabrios geben ebenso wenig Grund zum Klagen. Die beiden deutschen Vertreter sind mit optionalen Sportsitzen ausgerüstet, beim Japaner fehlt diese Möglichkeit. Den üppig gepolsterten Seriensitzen kann man allenfalls etwas mangelnden Seitenhalt und die zu hohe Sitzposition vorwerfen. Der Aufenthalt im Fond der drei Cabrios ist Erwachsenen wegen des unbequemen Einstiegs und der sehr spärlichen Kopffreiheit nur bedingt zuzumuten. Das gilt besonders für den IS, bei dem das ausladende Frontgestühl den Weg nach hinten wirkungsvoll versperrt – trotz Easy-Entry-Funktion.

Ein paar Bemerkungen am Rande, da es sich schließlich um Cabrios handelt: Völlig unverständlich ist, warum beim Lexus auf einen Knopf verzichtet wurde, der alle vier Scheiben gleichzeitig betätigt. Und dass man, wie bei Audi und BMW, bei einem Cabrio hart an der 50 000-Euro-Grenze die Sitzheizung extra berechnet, muss man ebenfalls nicht unbedingt verstehen.

FahrkomfortMax. PunkteAudi A5 2.0 TFSI CabrioletBMW 325i CabrioLexus IS 250C
Sitzkomfort vorn150120118112
Sitzkomfort hinten100514846
Ergonomie150121115110
Innengeräusche50414052
Geräuscheindruck100788582
Klimatisierung50413339
Federung leer200134138136
Federung beladen200132136138
Kapitelbewertung1000718713715

 

Motor und Getriebe

Bei der Antriebsquelle hat der Lexus-Käufer so viele Auswahlmöglichkeiten wie Adam bei der Wahl seiner Lebensgefährtin: Er muss nehmen, was er kriegt. Das heißt beim Lexus: 2,5-Liter-V6 mit 208 PS und Sechsstufen-Wandlerautomatik. Audi baut in dieser Leistungsklasse auf einen Vierzylinder, den Zweiliter-TFSI mit 211 PS. Bei BMW gibt’s einen Reihensechser mit 218 PS. Beide sind mit Sechsgangschaltgetriebe ausgerüstet, Automatikgetriebe kosten je knapp über 2000 Euro extra.

Die japanische Antriebseinheit zeigt sich kultiviert und unauffällig, wenngleich man sich fragt, wo denn die 208 PS stecken sollen. Die Fahrleistungen der beiden bayrischen Kandidaten sind jeweils eine gute Klasse besser, und auch im Verbrauch kann der Lexus nicht glänzen. Der Audi-Motor schneidet unterm Strich am besten ab. Er verbraucht am wenigstens, hängt bissig am Gas und bietet sehr gute Fahrleistungen. Mit der feinsten Laufkultur glänzt der BMW-Sechszylinder, doch im Treibstoffkonsum und beim Drehmomentverlauf kann er nicht mit dem Audi mithalten.

Motor und GetriebeMax. PunkteAudi A5 2.0 TFSI CabrioletBMW 325i CabrioLexus IS 250C
Beschleunigung150120118110
Elastizität100
Höchstgeschwindigkeit150848760
Getriebeabstufung100868882
Kraftentfaltung50413632
Laufkultur100788582
Verbrauch325213201199
Reichweite25131212
Kapitelbewertung1000635627577

 

Fahrdynamik

Die Stunde des BMW schlägt bei den fahrdynamischen Übungen. Er setzt sich nicht nur auf der Handlingstrecke mit den besten Zeiten in Szene, es macht mit ihm zudem den meisten Spaß. Neutral und zielgenau lässt er sich um die Ecken werfen, er bleibt selbst mit ausgeschaltetem DSC (ESP) berechenbar und ohne Tücken. Der Audi hat mitunter Traktionsprobleme, und seine Lenkung arbeitet nicht ganz so feinfühlig wie die des 3er. Dem Lexus schließlich wurde das Schnellfahren nicht in die Wiege gelegt. Die Lenkung operiert etwas gefühllos, das VSC (ESP) schreitet sehr rigoros ein, und wenn man es deaktiviert, neigt der IS zu heftigen Heckschwenks.

FahrdynamikMax. PunkteAudi A5 2.0 TFSI CabrioletBMW 325i CabrioLexus IS 250C
Handling150737764
Slalom100575753
Lenkung100828874
Geradeauslauf50413641
Bremsdosierung30182016
Bremsweg kalt150899276
Bremsweg warm150969070
Traktion100384648
Fahrsicherheit150125130115
Wendekreis20111417
Kapitelbewertung1000630650574

 

Umwelt und Kosten

Dass der Audi A5 auch noch das abschließende Kostenkapitel gewinnt, kommt etwas überraschend. Doch der Ingolstädter punktet mit dem niedrigsten Preis, dem geringsten Wertverlust, seinen guten Abgaswerten und den besten Garantieleistungen im Test. Dem BMW 325i Cabrio wird ein überraschend hoher Wertverlust attestiert, während der Lexus IS 250C vor allem mit seinem gesalzenen Grundpreis Punkte einbüßt. Allerdings kann er mit einer reichhaltigen Serienausstattung aufwarten.

Kosten/UmweltMax. PunkteAudi A5 2.0 TFSI CabrioletBMW 325i CabrioLexus IS 250C
Bewerteter Preis675135125116
Wertverlust50141212
Ausstattung25171718
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung50282125
Werkstattkosten20151415
Steuer10988
Versicherung40343329
Kraftstoff55353333
Emissionswerte25888287
Kapitelbewertung1000375345343

 

Fazit

Solide Karosserie, sauber abgestimmtes Fahrwerk und kräftiger Vierzylinder-Turbomotor, so lautet das Erfolgsrezept des Audi A5 2.0 TFSI Cabriolet, das knapp vor dem BMW 325i Cabrio und deutlich vor dem Lexus IS 250C gewinnt. Die Stärken des BMW sind der feine Reihensechszylinder und das sportliche Fahrwerk. Und der Lexus? Er ist sehr leise, komfortabel und hat eine samtweich schaltende Automatik. Zudem gilt er in Deutschland als ein Fall für Individualisten – für viele wird bereits das ein Grund sein, statt bei Audi oder BMW beim Lexus-Händler einzukehren.

Gesamtbewertung

Max. PunkteAudi A5 2.0 TFSI CabrioletBMW 325i CabrioLexus IS 250C
Summe5000294329062741
Platzierung123

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