Fahrbericht Mitsubishi Outlander PHEV 2013: SUV mit Plug-In-Hybrid Das Lied einer emissionsärmeren Zukunft

03.04.2013

Die beiden E-Motoren des weltweit ersten Plug-in-Hybrid-SUV von Mitsubishi summen das Lied einer emissionsärmeren Zukunft. Erste Eindrücke aus Japan – ab Sommer auch bei uns erfahrbar

Honda-san und Handa-san sind mächtig stolz: „Nach EU-Norm gemessen verbraucht der Outlander nur 1,9 Liter Super auf 100 Kilometern“, verkünden sie freudig. Die beiden Ingenieure aus dem Mitsubishi-Entwicklungszentrum in Okozaki sind unsere Begleiter während der ersten Kilometer am Steuer des Mitsubishi Outlander PHEV.

 

Mitsubishi Outlander PHEV: Erstes SUV als Plug-In-Hybrid

Da in Japan Dieselmotoren hauptsächlich als Antriebe für Busse und Lkw dienen, greifen die Söhne Nippons für den Heimatmarkt bekanntermaßen zur Hybridtechnik, wenn es um das Kraftstoffsparen geht. Und diese ist im Outlander PHEV recht aufwändig. Das System besteht aus einem 121 PS starken 2.0-Vierzylinder-Benziner, einem daran gekoppelten 70-kW-Generator, je einem 82 kW starken Elektromotor für Vorder- und Hinterachse, einer Lithium-Ionen-Batterie im Wagenboden und zwei Stromanschlüssen für das Laden an der Steckdose daheim (in vier Stunden) oder der Schnellladestation unterwegs (in 30 Minuten). Der Outlander PHEV ist das erste SUV, das als Plugin-Hybrid erhältlich ist.

Ein stufenloses Planetengetriebe steuert den Kraftfluss des Benziners und der E-Maschine an die Vorderräder, die Hinterachse wird allein vom zweiten E-Motor angetrieben. Die Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse wird elektronisch geregelt und erlaubt ein Kraftverhältnis bis zu 100 Prozent für eine der beiden Achsen. Per Tastendruck lässt sich auf unbefestigtem Terrain das Verhältnis aber auch auf 50 : 50 einstellen. Wer es mit Geländefahrten ernst meint, sollte allerdings die um 30 Millimeter tiefergelegte Karosserie nicht außer Acht lassen. Einmal im Grünen kommen aber wieder die Vorteile der E-Technik zum Vorschein: dank einer Steckdose im Kofferraum lässt sich ein (Camping-) Haushalt bis zu 10 Tage lang mit Strom versorgen.

Das System erlaubt drei verschiedene Betriebsmodi: Im rein elektrischen Modus (EV) speist ausschließlich die Batterie die beiden E-Motoren. Geht die Batterieladung zur Neige, wird der Verbrenner aktiviert. Er treibt den Generator an, der wiederum Strom an die Batterie liefert, aus der die E-Motoren ihre Kraft beziehen (serieller Hybrid). Unter Volllast unterstützt der Benziner den Elektromotor an der Vorderachse beim Vortrieb (Parallel-Hybrid).

In allen drei Betriebsarten wird im Schiebebetrieb Bremsenergie zurückgewonnen, wobei sich der Rekuperationsgrad in fünf Stufen per Schaltpaddel am Lenkrad einstellen und etwa in der höchsten Stufe bei Bergabfahrt nach Art einer „Motorbremse“ nutzen lässt. Beeindruckend ist, mit welchem Schub sich der Outlander aus dem Stand in Bewegung setzt. Kein Wunder, stehen die 332 Nm Systemdrehmoment doch aus dem Stand zur Verfügung. Im Stadtverkehr Tokios muss der Verbrenner nur selten tätig werden – wenn, dann schaltet er sich kaum hörbar hinzu. Auf der Autobahn, etwa beim Überholen, wird er dagegen deutlich öfter aktiv. Bei Kickdown-Aktionen produziert er das von anderen Hybriden bekannte konstante und gewöhnungsbedürftige Hochdrehzahlgeräusch. Trotzdem erreicht man mit sanftem Gasfuß rein elektrisch 120 km/h.

Dank 204 PS Systemleistung fühlt man sich keineswegs untermotorisiert, fahrdynamische Höhenflüge bleiben aber aus – doch dafür bietet sich im japanische Verkehr ohnehin keine Gelegenheit. Die versprochenen 52 km rein elektrisch zurückzulegen, schafften wir zwar nicht, doch errechneten wir am Ende der Tour für die Testfl otte Verbräuche zwischen 5,5 und 6,3 Liter Super auf 100 km. Diese verbannen den Prüfstandswert von 1,9 Litern zwar ins Reich der Fabeln, sind aber für mit vier Personen besetzte SUV mit 1810 kg Leergewicht aller Ehren Wert. Kurzstreckenpiloten, die den Outlander allabendlich an die Steckdose hängen, dürften noch geringere Verbräuche erreichen. Das ist in Europa frühestens zur Markteinführung im Sommer ab ca. 41.000 Euro möglich.

FAZIT: aufwändige Spritspar-Technik, die funktioniert. Ob dies auch unter europäischen Verkehrsbedingungen der Fall ist, wird nach dem Fahrbericht bald ein Test klären

> > Seite 2: Die technischen Daten des Mitsubishi Outlander PHEV 2013

TECHNIK  

Mitsubishi Outlander PHEV  Plug-In-Hybrid
Motor 4-Zyl., 4-Vent.
Hubraum 1998 cm³
Leistung 89 kW / 121 PS bei 6000 /min
Generator: 70 kW
E-Motoren vorn / hinten: 60 kW
Drehmoment: 195 Nm
Gesamtleistung: 149 kW/204 PS
 
Gesamtdrehm. 332 Nm
Getriebe stufenloses Planetengetriebe
Antrieb Allrad, permanent
Batterie: Lithium-Ionen, 300 Volt, 12kWh
L / B / H 4665 / 1800 / 1650 mm
Radstand 2670 mm
Leergewicht 1810 kg
Kofferraum 550 - 1690 l
FAHRLEISTUNG /
VERBRAUCH
 
0-100 km/h¹ k.A. s
Höchstgeschwindigkeit¹ 170 km/h
EU-Verbrauch¹ 1,9 l S / 100 km
CO2-Ausstoß¹ 44 g/km
KOSTEN  
Grundpreis ca. 41.000 Euro
¹ Werksangaben

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