Mitsubishi ASX und Nissan Juke im Test Mitsubishi ASX 1.6 MIVEC 2WD | Nissan Juke 1.6

Inhalt
  1. Karosserie
  2. Fahrkomfort
  3. Motor und Getriebe
  4. Fahrdynamik
  5. Umwelt und Kosten
  6. Fazit

Die kleinen Crossover Mitsubishi ASX und Nissan Juke besetzen die Nische der City-SUV – mit Erfolg. Die Einstiegsmodelle im Test

Mit 7050 neu zugelassenen Fahrzeugen in Deutschland seit Anfang des Jahres hat sich der Mitsubishi ASX zur bestverkauften Baureihe der Marke gemausert. Über ein Drittel der Kunden ordern den einzigen Benziner im Line-up, dem 117 PS starken 1.6 MIVEC, der ausschließlich mit Frontantrieb angeboten wird. Sein lifestyliger Rivale, der Nissan Juke, verkauft sich ähnlich gut: 6894 Autos. Auch ihn gibt es als 1.6 mit 117 PS einzig in einer Frontantriebsversion – niedrige Kosten und ein sparsamer Verbrauch spielen bei diesen Basis-Modellen eine wichtigere Rolle als etwaige Offroad-Attribute der beliebten Crossover-Typen.

 

Karosserie

Im Fall des Juke dürfte zudem das Design das Hauptargument für – oder gegen – den Kauf darstellen. Abseits aller Geschmacksfragen bringt das originelle Styling aber einige Nachteile mit sich: Die Scheinwerfer-Skulpturen etwa irritieren den Fahrer nachts mit unnötig viel Streulicht, die hinteren Türen sind sehr klein, und die Griffe liegen für manchen Passagier zu gut versteckt. Auch das Raumangebot und die Übersichtlichkeit leiden unter der rundlichen Form mit der stark abfallenden Dachlinie.

Der um satte 13 Zentimeter längere ASX präsentiert sich daneben weniger aufreizend, bietet aber die durchweg praktischere Karosserie: Er hat mehr Platz vorn und hinten, einen viel größeren Kofferraum sowie eine logischere Bedienung. Das bringt Punkte.

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Beide Fahrzeuge verzichten zwar auf moderne, aufwändige Fahrerassistenz-Systeme, verfügen mit Front-, Seiten- und Kopfairbags sowie aktiven Kopfstützen vorn und ESP aber über alle wesentlichen Insassenschutztechniken. Der ASX steigert das Sicherheitsempfinden zusätzlich mit einem serienmäßig montierten Knie-Airbag auf der Fahrerseite.

Materialauswahl und Detailfinish machen bei beiden Kontrahenten deutlich, dass die günstigen Grundpreise diesbezüglich zu Kompromissen zwingen. Immerhin: Beide Autos wirken adrett verkleidet, und speziell die Cockpits sehen keineswegs billig aus.

KarosserieMax. PunkteMitsubishi ASX 1.6 MIVEC 2WDNissan Juke 1.6
Raumangebot vorn1006960
Raumangebot hinten1006340
Übersichtlichkeit704632
Bedienung/ Funktion1008380
Kofferraumvolumen1003713
Variabilität1004538
Zuladung/ Anhängelast803629
Sicherheit1507770
Qualität/ Verarbeitung200153145
Kapitelbewertung1000609507

 

Fahrkomfort

Im Komfort-Kapitel kann der ASX seinen Punktevorsprung direkt weiter ausbauen. Das liegt in erster Linie daran, dass sein Fahrwerk einen wesentlich souveräneren Eindruck hinterlässt als der ganz auf Agilität getrimmte, stößige Nissan Juke. Der wartet seinerseits mit bequemeren, langstreckentauglichen Sitzen für Fahrer und Beifahrer auf. Die Polster im Mitsubishi dagegen sind zu hart aufgeschäumt, was sich zugleich negativ auf deren Seitenhalt auswirkt.

Jedoch kauern Erwachsene im Nissan-Fond mit angewinkelten Knien und gesenktem Haupt, während die Rückbank des Mitsubishi ASX, abgesehen von den unvorteilhaft platzierten Kopfstützen, ein deutlich entspannteres Reisen erlaubt. Etwas Verdruss bereitet jedoch der auf Dauer nervig brummende ASX-Motor, der nicht nur unter Last präsent in den Ohren tönt und dessen Klang sich bei hohen Geschwindigkeiten mit vernehmlichen Windgeräuschen im Bereich der Frontscheibe mischt.

FahrkomfortMax. PunkteMitsubishi ASX 1.6 MIVEC 2WDNissan Juke 1.6
Sitzkomfort vorn15098112
Sitzkomfort hinten1006642
Ergonomie150124118
Innengeräusche502930
Geräuscheindruck1004850
Klimatisierung502423
Federung leer200130125
Federung beladen200128119
Kapitelbewertung1000647619

 

Motor und Getriebe

Aber natürlich darf man von einem 1,6 Liter großen Vierzylinder nicht die seidige Geräusch- und Laufkultur eines großvolumigen Sechszylinders erwarten. Dennoch zeigt der konstruktiv beinahe identisch aufgebaute Motor des Nissan, dass hier noch Verbesserungspotenzial steckt. Beide Vierventiler verfügen über variable Steuerzeiten. Was im ASX MIVEC (Mitsubishi Innovative Valvetiming Electronic Controlsystem) heißt, nennt sich bei Nissan Twin-VTC, wohinter sich eine variable Ventilsteuerung für den Ein- und Auslass verbirgt. Die zwei Alu-Motoren erreichen nicht nur eine identische Leistung und ein bis auf vier Nm gleiches Drehmoment, sondern legen auch eine vergleichbare Leistungscharakteristik an den Tag. Bis auf die lästige Anfahrschwäche des Mitsubishi arbeiten sich beide Motoren wacker durch das Drehzahlband, bevor ihnen oberhalb von 6000 Touren die Puste ausgeht. Aber die 1,6er sollen auch nicht mit fetzigen Fahrleistungen überzeugen, sondern mit niedrigen Verbrauchswerten.

Dazu nutzt der ASX mit dem Beinamen ClearTec unter anderem ein Start-Stopp-System sowie eine rollwiderstandsreduzierte Bereifung. Dennoch ergab die Vergleichsfahrt auf unserer Testrunde einen Wert von exakt sieben Litern je 100 km. Der um rund 100 Kilo leichtere Juke genehmigte sich 7,2 l. Das geht in Ordnung, ist aber auch kein Grund zum Jubeln. Wer das Tempo auf der Autobahn zurücknimmt, kann aber noch einiges sparen, denn bereits bei Tempo 130 dreht der Nissan 4250 Touren – im Mitsubishi zeigt die Nadel des Drehzahlmessers 3300 Umdrehungen an. Die extrem kurze Übersetzung verschafft dem Juke andererseits eine erheblich bessere Elastizität. Das Getriebe im ASX ist zwar passender gestuft, erweist sich aber als hakelig.

Motor und GetriebeMax. PunkteMitsubishi ASX 1.6 MIVEC 2WDNissan Juke 1.6
Beschleunigung1509999
Elastizität1006176
Höchstgeschwindigkeit1504037
Getriebeabstufung1007671
Kraftentfaltung502527
Laufkultur1004750
Verbrauch325249245
Reichweite251811
Kapitelbewertung1000615616

 

Fahrdynamik

Wer vom Mitsubishi ASX sportliche Fahreigenschaften erwartet, sieht sich ebenfalls enttäuscht. Doch dafür überzeugt der kleine Crossover mit sehr abgeklärten Reaktionen im Grenzbereich. Seine milde Untersteuer-Neigung lässt sich per Lastwechsel spielerisch ausgleichen, das MASC (ESP), kommt nur im Notfall zum Einsatz. Auch die Traktion des Fronttrieblers ist respektabel.

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Der Nissan fährt sich dank der strafferen Federung und der präziseren Lenkung spürbar agiler. Besonders seine entschlossenen Reaktionen auf Lenkbefehle lassen ihn regelrecht ungestüm wirken. Doch im Ernstfall fordert der Knirps mit seinen zackigen Lastwechselreaktionen und einer latenten Tendenz zum Aufschaukeln mehr Können von seinem Fahrer. Auf die Schützenhilfe der, wie im ASX, vollständig abschaltbaren Fahrdynamikregelung sollten nur diejenigen verzichten, die das mitunter lose Heck auch verlässlich wieder einfangen können. Klarer Pluspunkt des Juke: die um jeweils über einen Meter kürzeren Bremswege sowie der exakter definierte Druckpunkt des Bremspedals.

FahrdynamikMax. PunkteMitsubishi ASX 1.6 MIVEC 2WDNissan Juke 1.6
Handling1504759
Slalom1005166
Lenkung1007278
Geradeauslauf502731
Bremsdosierung301416
Bremsweg kalt1505973
Bremsweg warm1506676
Traktion1004034
Fahrsicherheit150123110
Wendekreis201212
Kapitelbewertung1000511555

 

Umwelt und Kosten

Vergleicht man allein die laufenden Kosten für Wartung, Versicherung, Steuer und Kraftstoff miteinander, treten kaum nennenswerte Unterschiede auf. Zudem locken beide Wettbewerber mit attraktiven Grundpreisen. Aber weil der Mit dem Nissan Juke durch Tokio nicht nur weniger Abgas emittiert, sondern beim Anschaffungspreis und dem prognostizierten Wiederverkaufswert nach vier Jahren insgesamt rund 3500 Euro einspart, schneidet er in der Kostenbilanz besser ab.

Wer jedoch zum Beispiel Nebelscheinwerfer ab Werk dazubestellen möchte, muss hier wie dort gleich ein ganzes Ausstattungspaket ordern, das volle 3000 Euro (Mitsubishi) bzw. 2300 Euro (Nissan) kostet. Einzelne Optionen sind kaum zu bekommen. Das geht unnötig ins Geld.

Kosten/UmweltMax. PunkteMitsubishi ASX 1.6 MIVEC 2WDNissan Juke 1.6
Bewerteter Preis675280309
Wertverlust502831
Ausstattung2507
Multimedia50
Garantie/Gewährleistung503128
Werkstattkosten201313
Steuer1099
Versicherung403232
Kraftstoff554040
Emissionswerte258691
Kapitelbewertung1000519560

 

Fazit

Der Mitsubishi ASX 1.6 MIVEC 2WD ist größer, praktischer, komfortabler und fühlt sich alles in allem „erwachsener“ an. Da ist es nur gerecht, dass er den Vergleichstest am Ende gewinnt. Doch der Nissan Juke 1.6 ist kein Looser- Typ: Vielmehr beschert er uns mit seiner ausgefallenen Form und dem auf Fahrspaß getunten Set-up eine willkommene Abwechslung im dicht besetzten Feld der Kompakten. Zumal er Lifestyle ohne den sonst üblichen Preisaufschlag bietet.

Gesamtbewertung

Max. PunkteMitsubishi ASX 1.6 MIVEC 2WDNissan Juke 1.6
Summe500029012857
Platzierung12

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